Freitag, 16. November 2018

Die zweite Star-OP


Nach unserer Familienfeier am Montag den 10. September sollte ich in  die nächstgrößere  Stadt von meinem  Zuhause aus, zu einer Operation am Grauen Star. Am Sonntag den neunten hatte ich alles gepackt. Durch die vielen Medikamente dauerte dies relativ lang, obwohl ich bloß zwei Tage dortbleiben würde. Die Zugfahrkarte hatte ich schon einmal auf den Mittwoch gebucht, obwohl ich noch nicht genau wusste, ob es am zwölften wirklich heimwärts gehen würde.

 

Am Montag klappte alles plangemäß mit der Zugfahrt. Es war sogar so, dass ich etwas früher am Treffpunkt  für  die Mobilitätshilfe war, und mich daher jemand von der Bahn abfinden. Sie sagten, mein Zug hätte Verspätung, ich dürfe aber mit einem früheren fahren. Ich wandte ein, dass ich eine Zugbindung hatte, aber sie wollten mir etwas schreiben. Das hat auch prima geklappt. Denn mit dem sonst verspäteten Zug wäre ich zu spät ins Krankenhaus gekommen.

 

So hatte ich sogar Glück und kam relativ früh an. Dort wurde ich von einem Bahnangestellten aus dem Zug ins Taxi gesetzt. Der Taxifahrer war sehr nett und brachte mich bis zur Rezeption im Krankenhaus. Ich fragte ihn, ob er auch meine Reisetasche hätte, aber er muss mich wohl nicht gehört haben. Als wir dann vor der Rezeption standen, und man meine Unterlagen wollte, bat ich den Taxifahrer um die Reisetasche. Er meinte, die habe er nicht, rannte aber noch einmal raus und brachte sie mit einer Entschuldigung. Ich dachte, ich würde erst zur Operation gebracht und danach dann auf Station kommen. In einigen Krankenhäusern ist es so, dass man in der Zeit der Operation seine Sachen in ein Schließfach packt und danach dann eben auf Station kommt. Besonders bei OPs mit örtlicher Betäubung ist das ja kein Problem. Aber ich wurde gleich auf die Station gebracht.

 

2008 war ich schon einmal in derselben Klinik, daher kannte ich noch eine sehr nette Schwester, und ich hoffte, dass ich sie wieder antreffen würde. Ich fragte sofort nach ihr, und es kam eine Schwester mit gleichem Namen. Ich sagte ihr, nein, das war jemand anderer. Zunächst war sie etwas kurz angebunden, kam dann aber später noch mal an mein Bett. Sie erzählte mir dann, dass sie diese Schwester auch gekannt hatte, und dass sie selbst aus Südafrika kommt. Sie war sehr nett und meinte, sie hätte genauso rot getönte Haare wie ich. Der anderen Schwester, die mittlerweile pensioniert sei, ging es gut, sie habe noch etwas Kontakt zu ihr.

 

Das Doppelzimmer war sehr schön, die Betten waren rechtwinklig angeordnet, und es gab genau im rechten Winkel bei jedem Bett auch ein Fenster. Ich habe später die Fenster mal angefasst, es waren noch richtige alte Fenster mit Sprossen aus Holz. Das Gebäude schien sehr alt, ich fand die Atmosphäre sehr schön.

 

Ich packte dann gemütlich aus und dachte, dass ich jetzt gleich zur Operation kommen würde. Aber nein, das würde noch bis 16:00 Uhr dauern, da mein Belegarzt dann erst kommen würde. Ich war etwas enttäuscht, denn bis dahin musste ich ja nüchtern bleiben. Man hatte mir schon am Telefon gesagt, dass ich nüchtern in die Klinik kommen müsste. Ich hatte damals gefragt, ob ich alle meine Medikamente nehmen sollte, und es hieß, ich solle vor Ort fragen. Ich dachte, dann ist es womöglich zu spät, denn ich muss ja am Vormittag vor meiner Abreise die Morgenration einnehmen. Ich hoffte, auf jeden Fall mit einem Narkosearzt ein Gespräch zu haben, bevor die Operation beginnt.

 

In meinem Zimmer war auch eine Frau, die gerade an den Schlupflidern operiert wurde. Ich dachte, das sei vielleicht eine Schönheitsoperation, denn normalerweise muss man ja die Operation von Schlupfliedern selbst zahlen. Ihre Augen waren verbunden, und sie war total hilflos, als sie zu Mittag essen musste. Ich dachte mir, unser einem geht das meistens so, nur, dass ich noch einen Sehrest habe, und es seit Langem gewohnt bin, nicht alles auf dem Teller zu sehen. Ich war nur neidisch, dass sie so etwas gutes zu essen bekam, und ich warten musste. Die nette Schwester mit dem selben Namen kam noch mal rein und fragte, ob ich denn einen Tee haben wollte, denn dann würde das Hungergefühl gemildert. Den nahm ich gerne an, und wir unterhielten uns noch eine Weile. Insgesamt fand ich die Schwestern total nett. Sehr häufig habe ich im Krankenhaus das Problem, dass die Schwestern wenig Verständnis für mich und meine Situation haben, aber hier sollte es anders sein.

 

Ich bat um ein Operationshemd, denn beim letzten Mal ging ich in meinem eigenen Schlafanzug in den Operationssaal, aber ich wurde so mit Flüssigkeit bekleckert, und der Arzt hatte so viel Wasser auf mich draufgeschüttet, dass ich hinterher klatschnass war. Einmal hatte man mir beim Röntgen mit Kontrastmittel sogar das T-Shirt versaut, weil irgendwie das Kabel aus der Spritze rausgegangen war. Seither möchte ich immer ein Operationshemd. Das können die dann einsauen und hinterher auch wieder abwaschen. So bekam ich ein Operationshemd und wartete, bis es losging.

 

Irgendwann kam dann die Schwester und meinte, jetzt würden wir fahren. Ich zog noch schnell das Operationshemd an, und wir fuhren in den OP. Wegen eines Wasserschadens waren wir dieses Mal in einem anderen Stockwerk. Beim ersten Mal war Musik im Operationssaal, das war so leichte Klassik, aber für den Anlass gerade angenehm. Dieses Mal gab es keine Musik. Im Operationssaal bekam ich Strümpfe mit Noppen, damit ich nicht ausrutschen konnte, die durfte ich danach  mitnehmen. Das fand ich etwas wunderlich, denn normalerweise läuft man im Operationssaal ja nicht herum. Ich wurde in einen Operationsstuhl gesetzt, und die Narkoseärztin kam. Ich sollte dieses Mal eine Spritze unter das Auge bekommen. Beim letzten Mal bekam ich nur Optocain, betäubende Augentropfen, da ich aufgrund der Dialyse damals keine Spritze unter das Auge kriegen konnte, denn mein Blut wurde ja während der Dialyse damals verdünnt, und das hätte einen riesengroßen blauen Flecken gegeben. Da ich jetzt transplantiert war, konnte man die Spritze unter das Auge setzen. Ich wollte aber von dieser Spritze nichts mitbekommen. Die Schwester, die mich herunter brachte, schärfte mir ein, unbedingt noch einmal von meiner Penicillinallergie und von der Unverträglichkeit gegen Atropin zu sprechen, denn ihr sei es schon mal passiert, dass man das vergessen hätte. Sie selbst sagte es auch einmal. Die Narkoseärztin kam, und ich sagte, ich wolle bei der Spritze komplett weg sein. Sie meinte, ich könne entweder Dormicum bekommen, dann wäre ich aber nur leicht beruhigt, ich hätte dann eine Art Halbschlaf. Oder sie können mir auch Propofol geben, dann sei ich ganz weg. Ich entschied mich für letzteres, denn ich wollte von der Spritze schlichtweg gar nichts mitbekommen und nicht in einem halben Dämmerzustand sein. Ich hatte ziemlich Angst und schärfte ihr mehrfach ein, dass sie nur ja kein Schmerzmittel verwenden möge, dass der Niere schaden könnte. Sie gab mir das Narkosemittel, und endlich wirkte es dann auch. Ich wachte dann wieder auf und fragte mich zunächst, wo ich war, und ob das wirklich alles stimmte, und ob ich jetzt wirklich im OP war. Die Narkoseärztin rief mich an und sagte, sie sind wieder da, die Spritze hat der Augenarzt schon gesetzt. Leider hat die Spritze aber nicht gut gewirkt, da sich das  örtliche  Betäubungsmittel  wohl nicht gut verteilt hatte, was wohl manchmal vorkommt. Sie hat mir noch einige  Male Optocain getropft. Beim letzten Mal wollte ich nur die Augentropfen und auch keine Beruhigungsspritze haben. Der Arzt hatte damals gesagt, sie werden Schmerzen haben. Aber die örtlich  betäubenden Augentropfen hatten gereicht. Dieses Mal, obwohl ich noch die Spritze unter dem Auge hatte, reichten die Betäubungstropfen nicht. Es fehlte wohl die Musik. Ich wurde noch mit Jod eingeschmiert, mein Auge brannte, obwohl ich betäubt war. Auch wurde wieder ziemlich viel Flüssigkeit ins Auge geschüttet und alles zugebunden und  abgeklebt, und ich wollte einmal hinfassen, um zu wissen, was da alles war, was mir einen Rüffel von einer der Schwestern einbrachte. Nach der  Kurznarkose  habe ich wie immer  gefroren, da ich auf Narkosemittel  oft friere. Daher haben sie mir dann noch eine Decke  gegeben.

 

 

 

Ein paar Nächte zuvor hatte ich geträumt, dass ich ziemlich viel herumgefahren worden wäre, dass das Licht dieses Mal nicht so geblendet hätte wie bei der ersten OP, dass ich aber im Augenwinkel Schmerzen hatte und die Operation spürte.

 

Ich wurde dann mit dem Operationsstuhl in eine Nische gefahren, wo eine Frau und der Augenarzt auf mich warteten. Mehrfach wurde erzählt, sie hat eine Penicillinallergie. Das hat mich sehr gefreut, dass sie so vorsichtig waren, und dass jeder jedem das weitergab. Es stellte sich heraus, dass die Frau die Ehefrau des Augenarztes war. Ich möchte nicht wissen, ob nicht sogar sie die Operation vorgenommen hat. Mein Traum wurde fast war. Das Licht hat überhaupt nicht geblendet, aber ich hatte Schmerzen. Irgendwann war mir das aber egal, und irgendwann war die Operation auch zu Ende. Die Narkoseärztin gestand mir, dass sie mir noch etwas Dormicum gespritzt hatte. Ich war komplett geschafft und todmüde. Sie brachten mich mit dem Operationsstuhl wieder hinaus, und ich sollte dann dort liegen bleiben. Leider haben sie mich aber nicht zurückgelegt, sodass ich im Sitzen warten musste. Ich bat darum, das Kopfteil nach unten zu legen, aber man sagte mir, ich würde sowieso gleich abgeholt, und so wurde ich auf einen der Holzstühle gesetzt, die im Wartebereich waren. Mehrfach wurde oben auf Station angerufen, aber die Schwester ließ auf sich warten. Ich war so hundemüde, dass ich mich wie ein Obdachloser quer über alle Stühle legte und schon zu weinen begann, weil ich so fix und fertig war, dass ich nur noch endlich ins Bett wollte. Irgendwann kam sie dann endlich mit einem Rollstuhl und brachte mich nach oben, und ich konnte endlich in mein heiß ersehntes Bett. Die Schwester, die mich zuvor auch nach unten gebracht hatte, meinte, schlafen, schlafen und nur noch schlafen. Essen können Sie später noch. Und genauso war es auch. Ich war an dem Tag todmüde. Irgendwann habe ich dann auch mal was gegessen.

 

Danach habe ich nur noch geschlafen.

 

Am Morgen bekam ich dann ein gutes Frühstück. Die Frau, die mit mir im Zimmer war, war mittlerweile auch etwas gesprächiger geworden. Sie erzählte mir, dass sie 130 Kilo gewogen hätte, und dass man ihr einen Magenbypass gelegt hätte. Daher sei nun ihr ganzes Gesicht und auch die Lieder ziemlich schlaff geworden, und daher hätte man das gestrafft. Einen Teil würde die Krankenkasse übernehmen, den Rest müsse sie zahlen. Ich finde diese Vorgehensweise der Kassen ziemlich unlogisch, denn die Straffung wird bezahlt, aber das hochnähen wieder nicht. Ich finde das alles etwas merkwürdig und kurios. Aber das ist eben typisch Deutschland.

 

Danach erzählte mir die Frau noch, dass sie eine Brille hätte, und dass ihre Tochter kurzsichtig sei, und man ihr die Hornhaut gelasert hätte. Ich war die ganzen Tage ziemlich mit der Orientierung  beschäftigt und vor allem dmait, mir die Topographie  des Zimmers einzuprägen  und lief daher ziemlich unsicher hin und her, um die Toilette zu suchen oder mein Bett. Die Frau erzählte mir in allen Varianten und in jedem Detail, dass ihre Tochter sich nur noch in ihrer eigenen Wohnung zurecht gefunden habe, und dass sie im Dunkeln nicht in einer anderen Wohnung hätte schlafen können.  Das Lasern sei wie ein Leben davor und ein Leben danach.  Ich hatte ihr zuvor noch erzählt, dass ich  nierentransplantiert bin, weil wir es ja  von ihrer  Magenverkleinerung  hatten, was ja wirklich  auch ein  großer  Eingriff  ist, der viel  an  Erleichterung bringt.  Da kann ich mir schon vorstellen, dass dies ein Leben  davor und eines danach  bedeutet. Ich kann mir aber nicht erklären, warum gerade mir, welche die Leute herumtapern sehen, und die sich überall anstößt und verläuft, jeder erzählt, dass er kurzsichtig ist, eine Brille hat, eine Lesebrille braucht, und dass sein Leben durch eine Laseroperation der Hornhaut so arg verändert wurde. Ich finde das nachgerade taktlos, denn ich wäre froh, wenn ich noch eine Brille tragen könnte. Jeder hat zwar auch sein Problem, aber nicht gerade ich, die ich schwer mehrfachbehindert bin, muss mir diese Geschichten anhören.

Am Morgen hatte ich mich noch sehr gut mit der Putzfrau unterhalten, eine Griechin. Alle waren dort sehr freundlich, von der Putzfrau bis zu den Ärzten. Am Vormittag war noch Visite, und die Ehefrau meines Augenarztes hat sie vorgenommen. Sie versprach mir, die Transportscheine für das Taxi mitzubringen. Außerdem bat ich Sie, mir den Linsenpass für das andere Auge noch zu schicken, denn damals ist der mir irgendwie durch die Lappen gegangen. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt, bis ich den Linsenpass für das linke Auge dieses Jahr bei dieser  OP bekam, aber das muss es wohl schon damals gegeben haben. Die Griechen erzählte mir, dass es nachmittags Kaffee und Kuchen gibt, und dass es auch eine Terrasse gibt, auf der ich in der Sonne sitzen könnte. Ich war aber so müde von der Operation, dass ich noch zu nichts Lust hatte. Erst am späten Nachmittag habe ich dann mal angefangen, etwas Musik und Hörbuch zu hören.  auf jeden Fall war das Essen hervorragend. Es gab Königsberger Kloppse mit Kapernsauce, und ich hätte am liebsten noch den ganzen Teller ausgeleckt. So etwas Gutes hatte ich in einem Krankenhaus noch niemals gegessen. Am Nachmittag brachte mir die Schwester einen Kaffee und zwei verschiedene Stück abgepackten Kuchen. Ich klingelte später noch mal und bat um eine weitere Tasse, und sie hätte mir auch noch mal Kuchen gebracht, aber ich hatte schon zwei verschiedene Stücke. Ich fand das wirklich total schön, und auch die Schwester erwähnte noch mal die schöne Terrasse, aber ich war einfach zu müde.

 

Am nächsten Morgen ging ich wieder zur Visite, aber leider hatte die Ärztin die Transportscheine vergessen. Da ich diese sowieso erst bei der Kasse einreichen musste, nachdem ich zu Hause war, und da der Taxifahrer mir sowieso nur eine Quittung ausschreiben musste, und ich erst einmal direkt bei ihm bezahlte, brauchte ich die Transportscheine sowieso noch nicht. Sie schrieb sich das dann auf, und später bekam ich auch die Transportscheine zugeschickt. Ich war etwas enttäuscht, denn sie hatte später dann auch  noch vergessen, mir den Linsenpass zu schicken.  Einen OP Bericht bekam ich nicht sofort mit, man würde diesen mir später zusenden. Dies ist nie erfolgt. Als ich dann später nachfragte, da meine Augenärztin   ja schließlich auch den Bericht brauchte, hieß es, ich müsse schriftlich mit Unterschrift eine Entbindung von der Schweigepflicht senden, sonst würde ich keinen Bericht erhalten. Ich argumentierte, dass ich den Bericht ja zu meinen Händen bekäme, und dass ich ihn ja dann an den weiterreichen könnte, an den ich wollte. Daher hätte ich nicht eingesehen, jetzt noch mal per Post oder per Fax eine Schweigepflichtentbindung zu unterschreiben, und meine Einwilligung per E-Mail müsste genügen. Später hat dann die Vertretung meiner Augenärztin, die mich während deren Urlaub betreute, mir angeboten, dass ich eine Schweigepflichtentbindung von dieser Praxis für beide Seiten unterschreiben könnte, und dass sie diese für mich an  meine  Operateure faxen würden, da  das für mich leichter sei. Danach bekam ich dann einen Zweizeiler von der (mit-)operierendenAugenärztin mit dem Text, am soundsovielten wurden sie an rechten Auge operiert, wir haben diese und jene Linse benutzt, am soundsovielten wurden sie am  linken Auge operiert, wir haben diese und jene Linse benutzt, ich hoffe, das reicht ihnen als Info. Das fand ich etwas strümpfig , so nach dem Motto, ich hoffe, Sie sind jetzt endlich zufrieden. Einen OP Bericht habe ich niemals erhalten, ist mir jetzt eigentlich auch egal.

 

Die Griechin versprach mir, noch mal in mein Zimmer zu kommen und verabschiedete sich noch mal extra. Später sah ich sie dann noch mal im Aufzug.

 

Eine der Schwesternhelferinnen kam zu mir, um nachzusehen, dass ich nichts vergessen hatte. Wir machten dann aus, dass ich  in der Zeit, bis das Taxi kommt, ins Foyer gebracht würde. Sie machte das auch und bot mir noch mal eine Tasse Tee und  ein Glas Wasser an. IN dieser Augenklinik haben sie sehr viele Teesorten. Ich fand das sehr spannend und probierte einen sehr exotischen aus, ich habe zwar vergessen, welchen, aber es schmeckte gut. Die Schwestern waren sehr hilfsbereit und halfen mir auch immer, mein Essen herzurichten oder Sachen zu schneiden. Ich dachte schon, beim nächsten Mal, egal, was gemacht wird, lasse ich mich in einer Augenklinik aufnehmen, denn dort haben die Schwestern am meisten Verständnis für Menschen mit Seheinschränkungen .

 

Die Schwesternhelferin brachte mich dann nach unten, und dort wurde dann das Taxi bestellt, welches mich dann zum Bahnhof bringen sollte. Ich gab der Schwester noch ein Trinkgeld mit der Bitte, es in die Kaffeekasse zu tun, da ich sehr zufrieden war. Am Bahnhof angelangt kostete die Fahrt 10,80 EUR, und ich fragte ihn, ob er mich noch zum Infopoint bringen könnte, da ich von dort aus dann zum Zug gebracht würde. Er bejahte dies, und ich gab ihm 11,50 EUR, denn zwölf Euro wären mir etwas zu viel gewesen. Schlagartig änderte sich sein Verhalten, und er wurde unfreundlich und ruppig, denn 0,70 EUR Trinkgeld waren ihm zu wenig. Ich fragte ihn, ob er meine Reisetasche hätte, denn ich wollte nicht schon wieder, dass sie im Auto bleibt, und er noch mal zurück muss, wie dies bei der Ankunft in der Klinik passiert war. Er gab mir aber keine Antwort. Als ich ihn noch mal fragte, raunzte er mich an, das hab ich Ihnen doch schon gesagt. Dann schaffte er mich zum Infopoint und ging grußlos davon. Selbst wenn ihm das Trinkgeld zu wenig war, finde ich es nicht professionell, dies so deutlich zu zeigen.

 

Auch die Heimfahrt verlief reibungslos. Ich bekam einige Augentropfen, und das Schema war für mich etwas unverständlich, aber zu Hause habe ich dann unter dem Lesegerät noch einmal alles genau durchgelesen. Es waren auch Augentropfen auf dem Therapieplan, die ich nicht verordnet bekam, und die ich aufgrund meiner Niereninsuffizienz gar nicht hätte nehmen können. Nevaphenac, ein nicht steroidales Antiphlogisticum , das so ähnlich wirkt wie Diclofenac, hätte der Niere geschadet. Ich hatte dem Operateur auch mehrfach gesagt, dass ich bereits oral Cortison einnehme, da er mir nämlich auch noch Cortison Augentropfen verordnet hatte. Er meinte, das sei egal, das seien ja nur Augentropfen. Die wirken aber zu einem großen Teil auch systemisch, was ich leider feststellen musste. Das Cortisonschema verlief so, dass man dann nach sechsmaligem Tropfen eine Woche später noch fünfmal, dann vier mal usw. tropfen müsste. Die erste Woche waren es fünf Augentropfen plus eine Salbe, die aber denselben Inhaltsstoff hatte. Ich schaffte es ganz gut, die Tropfen ins Auge zu bringen, ohne jedes Mal mit der Flasche das Auge zu berühren, denn das birgt ja schließlich ein Infektionsrisiko. Für die ersten Tage bekam ich noch eine Klappe mit, die ich beim Duschen oder beim Haarewaschen aufsetzen sollte. Eine dieser Klappen habe ich noch da, denn die Schwester hatte mich gut damit versorgt.

 

Zu Hause musste ich dann auch noch zur Augenärztin, und ich stellte fest, dass mein sehen sich von fünf auf 10 % verbessert hatte. Damit war ich sehr zufrieden. Ich konnte wieder wesentlich schärfer sehen, und auch die Farbschleier waren etwas besser geworden. Man hatte mir schon während der Operation gesagt, dass man von dem grauen Star nicht alles hat rausbekommen, sonst hätte das Risiko bestanden, dass der Kapselsack kaputt geht. Dies nennt man einen primären Nachstar, wie mir meine Ärztin dann erklärte. Der soll dann später noch  gelasert werden. Ich kam leider immer nur bis zur Zahl Nummer 9, weiter habe ich es nie geschafft. Aber immerhin, die Prognose des Arztes, mehr Licht und eine bessere Orientierung, waren eingetreten.

 

Zunächst hatte ich Mühe, die mittlerweile taktilen Orientierungspunkte durch wiederum visuelle zu ersetzen, weil ich dann auf einmal die taktilen Punkte nicht mehr fand. Jetzt, da ich wieder mehr sah, überlief ich dann die Bodenindikatoren oder verpasste die Treppe mit dem Metallrost, wobei aber das sehen noch nicht ausreichte,  die taktilen Punkte völlig zu ersetzen. Am Anfang war ich somit sogar noch mehr orientierungslos als zuvor. Daher war ich etwas enttäuscht. Das hat sich dann aber  mit der Zeit  gegeben.  Das Lesen unter dem Lesegerät war wesentlich besser, sodass ich meine Post viel schneller sortieren konnte,  wenn ich auch nicht die ganze Seite schaffe, so kann ich jetzt zumindest doch entscheiden, was wert ist, eingescannt zu werden, und was man getrost wegwerfen kann.

 

Die Besuche bei der Augenärztin wurden in immer größeren Abständen durchgeführt, und langsam konnte ich auch die Cortison Augentropfen ausschleichen. In der Zeit hatte ich extrem großen Appetit, was bei Cortison  eine häufige Nebenwirkung ist. Da ich aber sowieso nie  satt wurde, und nur die Gefahr bestand, ewig zuzunehmen, dachte ich mir, dann kannst Du es auch gleich lassen, und ich habe daher aufgegeben, so viel zu essen. Außerdem stieg mein Blutdruck, da ja das zusätzliche Cortison den Blutdruck erhöhte. Immer noch habe ich öfter mal Blutdruckspitzen, und die Abstände zwischen den Ausreißern werden immer geringer, und die hohen  Phasen werden immer länger. Ich hoffe, dass das nicht eine langfristige Nachwirkung des Cortisons ist.

 

Zwischendurch war ich dabei der Vertretung meiner Augenärztin, da diese in Urlaub war. Diese Augenärztin war total nett, sie hatte über WhatsApp ein Signal wie ein Zugpfeifen von ihrer Mutter bekommen und erzählte mir, dass diese ihr jeden Morgen ein Signal schickt, dass es ihr gut geht, da ihr das wichtig ist zu wissen, dass alles in Ordnung ist, und da es der Mutter wichtig ist, dies mitzuteilen. Sie hat mir auch gesagt, dass die Chefin gut befreundet ist mit der Ärztin, die den Laser macht, und dass sie einmal bei deren Vater ein Praktikum gemacht hatte, und die beiden sich daher auch privat kennen. So etwas ist immer gut im Bezug auf die Terminvergabe. Am 11. Dezember habe ich wieder einen Termin. Mittlerweile hat sich das sehen wieder verschlechtert, denn natürlich haben sich die Zellen, die noch übrig waren, weiter geteilt, und auch bei der ersten Operation hatte ich schon nach zwei Wochen wieder einen Nachstar. Der kann jetzt schon bald gelasert werden, damit die Sicht wieder besser wird. Ich bin aber gespannt, was dann beim Sehtest herauskommt, wenn sich jetzt wieder der Graue Star gebildet hat. Ich hoffe, dass nach dem Laser dann alles wieder so gut ist wie unmittelbar nach der Operation. Das war bei der Operation am anderen Auge  vor 10 Jahren ja genauso. Für mich sind fünf Prozent  auf  einen Visus von  insgesamt 10 % schon ein Gewinn, denn das ist das Doppelte von dem, was ich zuvor sah, wenn auch das Gesichtsfeld natürlich nicht größer wird, und das Augenflimmern und die Farbschleier nicht völlig verschwinden.  Jetzt sind die Farbschleier  wieder viel stärker, aber nach dem Lasern gehen sie vielleicht sogar wieder etwas zurück. Daher habe ich oft Mühe, das Jammern auf hohem Niveau von manchen Leuten zu verstehen.

 

Insgesamt war ich mit diesem Krankenhausaufenthalt sehr zufrieden, und ich hatte noch nie erlebt, dass durchgehend alle Schwestern und das gesamte Personal so nett waren. Das war einmal eine schöne Erfahrung. 

Sonntag, 14. Oktober 2018

Wer sich in Familie begibt, ...


Dieses Jahr hatten  wir sehr viele runde Geburtstage  und  sonstige   Feierlichkeiten.  Ich bin   Großtante  geworden.  Mein Bruder  ist  jetzt Opa.  Außerdem  wurde ich  50, ein Familienmitglied  60 und eines 90.  Und  einmal wurde geheiratet. Am  8. September  war  die Hochzeit.  Ich musste am 10. September ja schon wieder zu meiner Augenoperation, die  obendrein  auch noch  in  einer anderen  Stadt  gemacht werden würde.  Da meine Familie  woanders wohnt als ich, hätte ich also  am  8. September  nach  Hause fahren  müssen, also zu meiner Familie, was ich immer noch als "nach Hause" bezeichne, da ich ja früher , als ich im Internat war, auch immer "nach Hause" fuhr.  Dann hätte ich am  9. Wieder  nach Hause, also  in mein jetziges  eigenes Zuhause  fahren müssen, dann einen halben Tag ausruhen  können, und dann wäre es gleich am 10. In der  Früh ab  zur Operation  gegangen.  Das war mir  zu viel.  So wollte ich am  gleichen Tag, also  am 8. Wieder zurück, um dann  am 9. Gemütlich packen  und noch  etwas ausruhen  zu können.  Die Frage  war aber, wie würde ich  "nach Hause"  kommen?   Es  gibt nur  eine  Verbindung, die  mit  einem  Mal Umsteigen  gefahren werden kann, und  da gibt es nur einen kurzen Aufenthalt  von  sieben  Minuten. Unter  10 Minuten hilft aber  der Mobilitätsservice nicht, es sei denn, man unterschreibt  denen, dass  das auf eigenes Risiko geht. Da  der Mobilitätsservice  an diesem Bahnhof nach meiner  Erfahrung nicht sehr zuverlässig ist, gehe ich dieses Risiko  nicht ein. Ich hätte also  eine ganze Stunde früher fahren müssen, nur  um dann  67  Minuten zum Umsteigen  Zeig  zu haben, und das, obwohl  ich dann am selben  Tag wieder heimfahren wollte. Ich wäre  anstatt 2,5  ganze 3,5  Stunden nur für einen   Fahrweg unterwegs   gewesen.   Meine Mutter  fragte mich, warum ich denn nicht mal eine Stunde  früher fahren  und dann halt am Bahnhof eine Stunde  herumsitzen könne, das  sei doch  wohl kein Problem. Das habe ich schon bei der  Feier  des 90. Geburtstages so gemacht,  da ich   zwar auf  der Hinfahrt   bei meinem ersten Zielbahnhof  abgeholt und  "nach Hause"  mitgenommen  wurde, aber auf der Rückfahrt gab es erst wieder  einen Zug nach einer Wartezeit von einer Stunde.  Das hatten wir  an  meinem 50., den ich auch  "zu Hause"  gefeiert habe, weil ich dort noch einige Freunde habe, auch schon so gemacht. Da hatte ich aber  meinen Bekannten dabei, der  mir beim Umsteigen helfen konnte.   Da  waren die sieben Minuten auf der  Hinfahrt  kein Problem.  Auf derRückfahrt  hatten wir damals  in der Nähe des Bahnhofes  ein schönes  Burger-Restaurant gefunden, das  selbst  gemachte  Speisen verkaufte, also nichts von der großen Verbandsgastronomie.  Bei  dem 90. Habe ich dann  halt einfach eine Stunde  im Bahnhof in einem  Café  herumgesessen und habe gewartet, bis man mich wieder zum Zug brachte.  Dieses  Mal, bei der Hochzeit  meines Neffen, hätte das nicht geklappt. Denn niemand hätte mich von der Feier, die  in  einem kleinen  Ort  stattfinden  sollte,  zum Bahnhof bringen können.  Abholen  am ersten  Umsteigebahnhof und dann "nach  Hause" mitnehmen wie beim ersten Mal konnte mich auch keiner. DerBräutigam war damals  der Fahrer, und der war ja jetzt die Hauptperson.  Der hatte mich damals mit seiner damaligen  Zukünftigen  zusammen mit meinem Bruder abgeholt, der auch bis zu dieser  größeren Stadt gekommen war, und so konnten  wir beide  dort eingesammelt und  mitgenommen werden.  Der Bruder  meines Neffen, also mein anderes  Patenkind, kam erst frisch aus Tanzania  zurück.   Alle anderen reisten  von weiter her an und hatten  entweder  kein Auto, oder sie  hatten keine Zeit oder waren gar nicht gekommen  , weil  frisch  gebackene  Mutter oder  krank im Bett (vor  Prüfungsangst wahrscheinlich, wie  ein anderer  Neffe aus  unserer  großen Familie…).   So war die Frage, wie  würde ich  zur Hochzeit kommen. Mein Bruder und ich, beide blind, hätten  dann  so fahren müssen, dass wir zusammen  in einem Zug sind, aber man hätte mich eine Stunde zuvor dann  schon mit dem Mobilitätsservice abgeholt und später  dann in  den  Zug in Richtung  Feier gesetzt,  aber wir wären dann  nicht bis zu  unserem sonstigen  eigentlichen Heimatort gefahren sondern wären vorher  in dem Kaff ausgestiegen, wo die Trauung  sein würde. Und das, wo der Bummelzug  bei diesen  Zwetschgenbäumen  gerade mal zwei  Minuten hält, und  dann wäre kein Schaffner  dagewesen, um uns  die Türe zu öffnen  und rauszuhelfen.  Am Endbahnhof, unserem eigentlichen Heimatort,  hätten wir das vielleicht  noch geschafft, weil der Zug dort ja länger hält.  Der  prüfungskranke  Sohn meines  Bruders  konnte uns also nicht begleiten. Sonst wäre das auch kein Problem gewesen, sieben Minuten  Umsteigezeit zu haben, da  er  dann schon  ein Stück mit mir  gefahren  wäre, mich dann schnell   zum anderen zug hätte mitnehmen können, und ich hätte mir eine Stunde Fahrt gespart, und er hätte uns  beiden  Blinden aus dem Zug helfen können. Wie wir es auch wendeten und drehten, von unserer  großen  Familie  hatte keiner Zeit.  Daher  nutzte  ich meine  Möglichkeit, die  Taxikilometer  meines Behindertentaxis zu nehmen. Wir erhalten  1500 Km im Jahr, aber wir dürfen  nur 100Km  pro Fahrt  in eine Richtung fahren, damit die Behinderten  nicht alles auf einmal  nach Hamburg oder  nach  Tschechien verjubeln. Wäre eigentlich  auch unser Bier, aber  da wird dann ein Riegel vorgeschoben. So  habe ich eine Sondergenehmigung, da  ich  zu meiner Familie  "nach Hause"  180 Km einfach fahren muss.  Dennoch muss ich mir ja die Kilometer einteilen, da ich ja mehrere  Feierlichkeiten  zu absolvieren hatte und auch in meiner Stadt  ab und zu mal  mit dem  Taxi wo hinmuss.  Letztes Jahr blieben  mir  360 Km übrig, und ich hätte noch einmal  zu meiner Familie  fahren können, aber  da war ich ja damals gerade erst. Leider kann man die Kilometer nicht  mit rüber retten. Dieses Jahr hätte ich sie gut brauchen  können.  Die  Frage ist aber, dass man eben nur zu dieser  festgelegten Adresse fahren  darf.  Daher  haben wir  dann  eben  privat  was vereinbart. Denn  der  Ort der Hochzeit  lag  auf dem Weg.   Um alles noch komplizierter   zu machen, würde  dann wiederum  die Feier selbst  noch einmal  in einem anderen Ort sein, so dass ich wieder woanders abgeholt  werden musste, als   an dem Ort der Trauung, wo man  mich mit dem Taxi abgeliefert  hatte.  Das konnten wir dann auch regeln.  Nun wollten meine Eltern mir aber einige Sachen mitgeben. Unter anderm erhielt ich ungefragt  12 Mohrenköpfe  von unserem  alljährlichen  traditionellen  Rummel, die ich aber  gar nicht haben wollte, und  haufenweise  Magenbrot  und  andere Sachen.   Außerdem hatte ich meiner Schwester  aufgetragen, mir in dem  Dorf, wo sie im Kindergarten arbeitet, bei dem Landgasthof  Dosen  mitzunehmen, da ich beim 90. Geburtstag so tolle  eingedoste  Waren  von dem  Metzger bekommen hatte, dass ich das noch mal wollte. In unserer Großstadt  gibt es  nur  doppelt so teure  Dosen  mit halb soviel Fleisch  drin und nur annähernd halb so gut wie bei einem  Landgasthof. Die  Frage, also das RIESEN-Problem  war nun, dass man diese  vielen  (ganze  sechs Stück!) an  der Zahl  mit  den  anderen  Lebensmitteln zusammen und  den  Klamotten, die ich alle kriegen sollte,  nicht  mit dem Auto  von  meinen Eltern aus  zu der Hochzeit transportieren wollte, obwohl das ja  eigentlich das Einfachste war, weil  wir  sie dann auch gleich ins Taxi packen konnten. Am  Ende ging es dann doch.  Mein Vater wollte zunächst unbedingt, dass  ich  mit dem Taxi  nun doch bis zu  ihnen  "nach Hause"  fahren sollte, damit sie mir dort  die  Sachen geben. Ich sagte, dass ich nun  doch extra eine andere Regelung  gefunden hatte, und dass ich das dem Taxifahrer nicht zumuten konnte, jetzt doch bis  zur sonstigen Adresse  zu fahren und mich dann auch noch zum  Trauungsort  zu bringen. Aber mein Vater blieb stur,  und er  erklärte mir laufend in diesem belehrenden  Ton , das  sei doch wohl kein  Problem, das könne ich ja wohl machen, so schwer sei das doch nicht, der Fahrer  führe ja genau da entlang. Aber  die Sachen auf dem Parkplatz  vor  der Trauung  umzuladen, ja, DAS sei ein Problem, denn  sie  müssten ja alles von "zu Hause" mit dem Auto mitschleppen, und es könnte ja dort  auf dem Parkplatz regnen.  Zu Hause bei uns  kann es also nicht regnen, da kann man das umladen. So rief ich dann bei dem Taxi an und  fragte, ob sie nun doch über mein Heimatort fahren könnten, und  da sagten sie erst, dass das  mit den Sachen sowieso erst am Schluss  ginge, da der Fahrer nur achtStunden arbeiten dürfe, und   es würde abends jemand anderer  kommen. So rief ich dann meine Schwester an und  bat  sie, dass sie doch in Gottes Namen das Zeug halt   zu  der Trauung  mitbringen sollte.   Wenn das nicht geht,   dann,  ehe  das zu kompliziert  wird,  von mir aus  könne es  ansonsten    dann auch irgendwer  anderer essen.  Sie sagte, IHR sei das  ganz egal, das sei nur die  Idee  meines Vaters  gewesen, dass er unbedingt wollte, dass ich die Sachen zu   Hause bei ihm  holen müsse. Aber  sie würde jetzt halt doch, da  es wohl ja nicht anders ginge, die Sachen  zur Hochzeit mitnehmen. DA mein Vater nicht mehr so weitfährt, würde  das er das Auto nicht selbst fahren. So  was Umständliches. Sie  meinte,  mein Vater habe nur keine  Lust, so lange zubleiben und wollte daher unbedingt, dass ich die Sachen gleich bei ihm abhole, damit er   vor Ender der Feier  schön abdampfen kann.   Er war schon immer so, dass er keine Lust hatte,  länger  als nötig zu bleiben, wenn  es ein Fest gab. Auf  einmal rief das  Taxi  dann doch an, dass sie nun doch  dieselbe Fahrerin für beide Fahrten  hätten, da sie ihren Hund   ,  vorausgesetzt, ich würde  es als Fahrgast erlauben  , mitnehmen würde, und dann könnte  sie diesen  unterdessen ausführen.  Damitwar wieder en Problem  gelöst,da wir dannalles gleich am Anfang  ins  Taxi packen konnten.     So ein Kasperltheater, da sagte ich schon, dass sie die Dosen  notfalls dann auch halt genauso  selbst essen könnten,  wenn das so  schwer ist, denn  Gulasch, Rouladen  und  Geschnetzeltes isst ja jeder.  Ich kann ja jederzeit mal wieder   ein andermal Dosen haben, wenn es nicht so kompliziert ist. Aber  nein, die wollten  unbedingt, dass ich die jetzt mitnehme, denn ich hatte sie ja bestellt, und mein Vater meinte, nein,  das könnten sie nicht  essen. Der will  nur  ganz bestimmte Sachen, die  genau so oder so gemacht sein müssen,  wie er  es kennt, und da darf man nix daran  ändern.  Ich sagte  noch zu meiner Mutter, dass ich auf keinen Fall so viele Mohrenköpfe haben wollte, weil die  dann nur zäh   würden, wenn   der Rummel schon am 1. September  aus war, ich am  8. September  die  Schaumküsse  erst holen würde, die dann  hart würden, und dann würde ich ja nicht alle auf einmal essen sondern  aufheben,  und ich würde ja ins Krankenhaus gehen. Aber sie ließ  sich nicht abbringen. Ich  redete mit meiner Schwester  darüber und sagte,dass ich das nicht wolle, aber sie sagte, sie  sei beauftragt worden, das für mich zu besorgen. SIE habe ja auch  Bedenken  geäußert,  dass das für mich zu viel sei,  aber meine Eltern  hätten  argumentiert, im  Laden würden  die  Mohrenköpfe  ja auch länger stehen und auch nicht  schlecht werden.  Bei mir werden die nach ein paar Tagen  hart  und zäh wie Gummi. Das sind aber  sowieso keine Mohrenköpfe mehr,  da sie  unterschiedlich farbig sind, und sie enthalten auch keine Sahne mehr sondern  diesen  künstlichen Schaum.  Daher  ist nicht nur aus political  correctness heraus der Begriff Schaumküsse  zubevorzugen, alles  andere  wäre "lügenpresse",  haha…    DA kann man besonders bei meiner Familie  nichts  ausrichten, wenn die  sich was in den Kopf setzen.  Jetzt habe ich sie eingefroren.     Die sind mir sowieso  erst mal von der Anrichte  gesegelt, als habe das jemand so gewollt,daher  musste ich zwei  essen und zwei  wegwerfen.  Gut  Meinen ist eben  das Gegenteil  von Gut. Als ich meiner Schwester  sagte, dass wir das mit dem Taxi  und   dem Trauungsort und  dem  Ort vom Lokal und der Abholung nun geregelt hätten, sagte sie auf einmal ,  dasTaxi hätte doch  wie  immer fahren können, man hätte mich doch  auch locker  von "zu Hause"

 

 Mitnehmen können, ich hätte mich doch bis zu unserem Ort  fahren lassen können, und abends hätte mich doch locker jemand, der sowieso  heim wollte,  wieder zum Taxi  dorthin mitnehmen  können.   Zuvor  hieß es noch, man könne mich auf keinen Fall zum Bahnhof bringen,  damit ich den Zug nehmen  könnte, da alle was trinken wollten,  und  da  es wenige Autos gäbe,  das Essen erst um  18:30  sei, und da  eine Hochzeit halt  nun mal lange dauert, das hätte ich mir doch  schließlich  denken können, und  da  müsste ich eben übernachten.  Das alles war jetzt auf einmal  kein Problem mehr, und  ich war mal wieder diejenige, die nur Panik  geschoben hatte,weil ich  sie  zuvor darum gebeten hatte, dass  sie notfalls  jemanden sucht, der mich, wenn es mit dem Taxi  nicht klappen sollte,  zu dem größeren Bahnhof bringen  könnte, ab wo ich dann durchfahren  könnte. Aber da macht man ja angeblich nur die   Leute verrückt.  Dann  wäre doch auf einmal  alles gegangen , nachdem man  sich  tagelang zuvor das Hirn zermartert hatte...

Am  8. Um 10 ging  es dann mit dem Taxi los. Die Fahrerin wwar sehr nett und bot mir gleich das Du an. Der  Hund war  sehr groß und total süß.  Er  lag ganz ruhig hinten und gab keinen Laut von sich.  Wir unterhielten uns  gut, und dann kamen wir auch an.  Allerdings waren  wir eine recht umständliche Route gefahren, da  die Fahrerin das ja zum ersten Mal gemacht und sich auf  ihr Navi  verlassen  hatte.  Auf der Autobahn gab es dann auch noch  einen Unfall, und   die Leute bildeten keine Rettungsgasse. Wir verließen dann die Autobahn, weil  sich die Taxifahrerin das nicht mehr  länger mit ansehen wollte.  Wir fuhren dann ziemlich   mit der Kirche ums Dorf, aber wir kamen rechtzeitig an.  Dann  sollte also das  ganze Gut in  ihren Kofferraum.  Sie wollte schon die  Bürokratie für die Hinfahrt regeln, warum, weiß ich nicht, da man alles zusammen auch auf der Rückfahrt hätte machen können. So stand sie da und schrieb, während mein Schwager schimpfte, weil er mit dem Auto vorbei wollte und angeblich nicht durchkam, obwohl ja eigentlich  genug Platz  war laut Taxifahrerin. Denn  die Sachen  konnte sie  erst dann einräumen, nachdem sie mit der Bürokratie fertig war.  Daher drängte dann mein Schwager weiter, dass  er  fahren  müsste, und wir da nicht mehr ewig stehen bleiben  könnten, weil  ja  jemand dastand und wartete, dass  sie den  Kofferraum aufmachte . So bekam sie schon  ziemlich viel  von uns mit.  Dann kam meine andere Schwester, die im Ausland wohnt und eigentlich  erst   zum 90. Da war. Daher  wunderte ich  mich,weil der Flug ja teuer ist. Sie hatte mir auf WhatsApp auch gar nichts gesagt. Sie bewunderte den schönen Hund und ging dann mit mir  zur toilette. Ich hatte  auch Brotzeit dabei, da  es erst um 16 Uhr  Kaffee  geben sollte,und ich ja schon um 9 gefrühstückt hatte.   Jetzt bekam ich allmählich   Hunger.  Ich  hatte  am Morgen  extra  einen blauen Pullover  zu dem blauen Rock ausgesucht, damit es uni aussieht. Ich kann  mich zwar  recht ordentlich anziehen, aber  für  festliche Angelegenheiten   bin ich nicht so geeignet.  Ich laufe am liebsten in Jeans   und Oberteil   herum, dann aber  schon  mit  Armreif oder Kette, passendem  Schal etc., aber eben nicht  aufgebrezelt. Daher  bereitete  mir das schon Kopfzerbrechen.  Ich fragte die Taxifahrerin, die sagte, es sähe super aus. Ich fragte dann  meine Schwester,  und die war sehr zögerlich.  Sie sagte, die Schleife vom Rock hinge heraus, das  ist aber docheigentlich egal.  Dann  ging ich auf Toilette und  sagte ihr, dass ich noch meine Brotzeit  essen wollte, da ich ein hartgekochtes Ei  und  einen Olivenfladen dabei hatte.  Sie meinte dann etwas genervt, dass das hier nichtginge, auf der toilette. Dabei  würde ich das  nie machen, ich wollte nur schon mal  sagen, dass sie nach einem Platz für mich Ausschau  halten soll. Ich  habe  offenbar  kein Gefühl  dafür, wann man seine Bitten  am strategisch günstigsten  vorträgt. Wir kamen dann in  den Rosengarten, wie  der Trauungsort  vor dem Standesamt  so schön hieß.  Dort parkte mich meine Schwester bei meinem  Bruder.  Da , schau mal, da ist   der .. , da kannst Du Dich doch hinsetzen. Zuvor hatte ich  noch beim  Laufen die Jacke angezogen, weil  es windig  war,  und sie redete   mit mir wie mit  einem  störrischen  alten Menschen: " Was willst Du denn jetzt noch,  willst Du jetzt noch  die Jacke anziehen?"  Ich kam mir dämlich  vor.  Dann saß ich also auf der Bank genau  vor  dem  Platz, wo dann das Brautpaar  stehen würde. Ich bot meinem Bruder waszu Essen an, und meine Schwester  rief lachend aus und zeigte auf uns: "Guck mal, die essen da!"  Meine Mutter schimpfte, mit  Euch fällt  man mur  auf. DA blamiert man sich nur. Ich sagte, dass  es doch noch gar nicht  so weit für die Trauungszeremonie sei, dass wir doch draußen  sitzen, und dass  wir  ja  schließlich gar nicht gewusst hatten, dass das schon der  Trauungsort sei, sondern  beide dachten  wir,  dass  wir einfach noch auf irgend einer Bank sitzen, schließlich  sehen wir ja nichts.  Ich fand auch nichts  dabei,weil  niemand  gestört wurde, weil wir keine  förmliche  Zeremonie störten,oder weil ich nicht mitten  auf  dem Standesamt  während der Trauung mein  Paket mit Ei undWasser auspackte und  dann während der  Rede  zu mampfen angefangen  hatte. Meine Schwester behauptete später,sie habe ja nur gelacht, weil es so lustig war, aber sie  hätte da nichts  dabei gefunden.  Das sagen die immer, wenn die anderen nicht mehr dabei sind.   Ich  wardas ja nicht, das waren nur die eltern, das war nur der und der….  Vor  den anderen würde mich  nie jemand verteidigen.  Die anderen saßen links und rechts seitlich  der "Bühne", oder was immer das war, auf Beschreibungen  brauche ich da leider nicht zu hoffen. Die  Sonne prallte  auf mich  und meinen Bruder hernieder.  Mein Vater schimpfte noch , weil mein Bruder  schon zu Hause bei  unserer Schwester was gegessen hatte, DU hast ja immer Hunger!  Als ob ihn das was anginge.  Meine Eltern saßen  auf der  von uns rechten Seite, weil sie schon alt  waren, im Schattten,  und  die anderen  saßen  alle irgendwie links von uns, und  nur wir beiden, mein Bruder  und ich, saßen    in der Mitte, alle anderen  saßen nebeneinander. Wir kamen uns ziemlich  exponiert und etwas  fehl am Platz wie hingeparkt  vor. Dann kam der Standesbeamte, und da noch etwas Zeit war,  überbrückte  der  Bürgermeister in  Personalunion  mit dem Standesbeamten dann   die Sache mit  Erzählungen  über  die Ortsgeschichte.    Er  bat uns noch, die Handys auf Leise zu stellen. Ich muss dabei  meine Sprachausgabe hören, damit ich weiß, wo ich drücken muss,ehe es dann leise wird. Schon zischte meine Mutter wieder, mit Euch fällt man nur auf.  Dabei dauert das nicht lange, und im Zeitalter der Inklusion  muss man auch mal eine Sprachausgabe  aushalten  können, ohne, dass das dann gleich peinlich  ist.  Andere nehmen  Sachen auf und schalten dann   hinterher nach  oder während der Veranstaltung   mal eben auf Wiedergabe, um  ganz  kurz mal  reinzuhören, ob es auch aufgenommen  hat, so dass man dann die Musik oder das Stück  auf einmal  in Bruchteilen  hört, und jeder  mitkriegt , dass man aufgenommen hat. Das  ist viel peinlicher. Oder  Leute wie z.B. meine Assistentin,  die dann  im Theater  photographieren  oder  aufnahmen machen, was dann auch der Sicherheitsdienst   mitbekommt. Das ist peinlich.  Und schon wieder  fiel ich auf: Mein Rucksack lag im Weg, das merkte ich mal wieder nicht. Und dann  hing auch noch mein Blindenstock  zur  Seite  weg, und meine  eine Schwester musste  dann zu mir hinlaufen, um  ihn wegzuziehen, ehe  das Brautpaar drüber  fallen würde.   Der  Redner hörte und hörte nicht auf. Er  zitierte laufend irgendwelche  Literaten. Dann kam irgendwann mal  so ein Rezept für die Ehe,  und dass ja  das Eheleben  nicht nur schön  sei sondern auch steinige Wege  hätte usw. Wer   hätte das gedacht, vorallem  nicht  mein Neffe und seine Braut, die schon neun Jahre zusammen  waren und schon mehr als ein Jahr zusammen lebten.  Die Krönung war dann  ein  Eherezept  von Karl  Mei, den ja angeblich  laut  Standesbeamten  die jungen  Leute gar nicht mehr  kennen.  Eine Prise  Geduld, Ein Pfund  Glück, ein Pfund Toleranz usw. Dann kam noch Pfeffer und Paprika. Das war dann schon mehr fürs Poesiealbum. Mit dem Pfeffer könne er persönlich ja nichts  anfangen, Langweiler!   Dann  , nach so viel  Salbaderei  war dann endlich der entscheidende Moment  gekommen.  Alles verlief  wie gewünscht, ja.  Dann sollte noch von der Stadt ein ganz besonders individuelles  Geschenk überreicht werden, und wir wurden im Publikum gefragt, was das wohl sei. Ich sagte laut: "Fingerabdrücke des Brautpaars." Individueller geht es ja wohl nicht. Einige  Lacher kamen zurück. Dann war es ---  ein PHOTO!  Ein Photo der beiden, das unter einem Vorwand  bei  der Bestellung  des Aufgebotes,  oder wie immer man das heute noch nennt, gemacht wurde. DAS seid IHR, das seidIHR,wie  ihrleibt und lebt, so, wie IHR seid!   Wow, eine Wahnsinnsidee!!    Gläser und Sekt bekamen sie auch, damit sie dann  (vor der Hochzeitsnacht)  sich wohl noch Mut antrinken  sollten…      Der Satz hätte noch gefehlt. Wir gratulierten dann dem Brautpaar, während  ziemlich  aktuelle  Musik von der CD kam, und ich versuchte  mein Glück mit Seifenblasen. Als ich noch besser sah, konnte ich noch Seifenblasen machen, aber jetzt wusste ich nie, wo  genau das Loch war. Mein Bruder  hatte noch nie Seifenblasen  gemacht. Blinde  haben  vielleicht manchmal wirklich  weniger eine  Vorstellung  von Sachen, die für  sehende Kinder  selbstverständlich  sind. Soviel  zum Thema, Geburtsblinde  hätten es in jedem Falle leichter…. Sie kennen  es ja nicht anders..Als ob das immer ein Vorteil sei…

 

Ich hätte so gerne einen längeren Spaziergang gemacht und wäre  zu  der  Feier gelaufen, aber  wir mussten  gefahren werden, weil dort ja noch Bilder gemacht werden sollten.  Tatsächlich  erwähnte  ich  im Auto dann mein Befremden darüber, dass der Standesbeamte jungen  Leuten nicht zutraut, dass sie  Karl May kennen, wo doch  diese Filme  jeden  Feiertag  rauf und runter im Fernsehen  gespielt werden. Aber  dann sagte  die Brautmutter, dass ihr jüngster  Sohn  das nicht wüsste, und natürlich  stimmten dann wieder alle zu , und ich stand mal wieder alleine  da mit meiner  Meinung.   Vor  der Scheune,  in der es dann Kaffee geben sollte, konnten wir uns noch etwas unterhalten. DA  einige Leute aus anderen Ländern da waren, die Ehefrau meines ältesten Neffen z.B.,  konnte ich auch mein Spanisch wieder anbringen,  denn das macht mir einen  großen Spaß.  Das  genieße ich, dann vom Englischen ins Spanische und wieder ins Deutsche und dann wieder  vom Deutschen ins Spanische  usw. zu wechseln, wobei  man dann  irgendwann nicht mehr merkt, in welcher Sprache man spricht.   Das  ist etwas, wo ich  so richtig aufbllühen kann. Dann kam  aber  meine Schwester und sagte, na,   jetzt   kannst Du ja mal wieder Dein Spanisch loswerden.  Ich sagte dann etwas  arrogant, das habe ich gar nicht nötig, denn ich habe jede Woche eine  Spanierin , mit der ich rede, und da werde ich übrigens  nichts los sondern gewinne  noch was dazu. Aber ich traute mich dann nicht mehr,  weiter mit ihr Spanisch zu reden,weil die anderen  sowieso  nur Englisch  mit ihr sprechen  konnten, und  da fühlten  die sich etwas  außen vor. Meine  größere Schwester  sagte aber, das sei dochtoll. Dennoch  hatte ich dann Komplexe, dass  das angeberisch  wirkt, oder dass man das nicht so will, wenn ich  das weiß.  Das denke ich immer,dass ich mich etwas  verstecken  muss, weil andere glauben, man will  sich zeigen.  

 

Später wurden wir dann in verschiedenen Konstellationen  aufgerufen, damit die Photographin  die Bilder macht.  Die saß auf  einem Kran und knipste.  Ich sagte laufend ganz laut, bitte sag uns mal jemand, wo das Vögelchen  ist, denn wir sind blind.  Denn dann sagt meistens  keiner was, und wir gucken  dann  auf der Aufnahme so blöd in irgend eine Richtung. Das stört mich.  Die Frau war  aber  ja   bestellt, daher wusste sie das nicht, und ich  hatte erst später gemerkt, dass  sie nicht  von der  Verwandtschaft war. Ich dachte, sie gehört zu den Brautleuten.  Die Brautmutter war sehr nett, und auch ihre Schwester, die von weiter herkam, war  total freundlich sowie  ihr  Mann.

 

Ich wäre auch mal gerne auf den Kran, aber ich habe nicht kapiert, dass der ja den Photographen gehört, da ich dachte, da sind einfach welche von uns zum Bildermachen hochgeklettert. Die sind dann  aber leider wieder  weggefahren. Danach habe ich mich zu meinen  Eltern gesetzt. Die Musik  war elendiglich laut,  Daher  sagte ich dann sowie einige andere, dass das Gestampfe  mal etwas leiser gemacht  werden sollte, sonst wird man ja  taub.    Meine Schwester  setzte sich dann auf den  Rollator meiner Mutter und fuhr damit durch die Gegend. Bei der wirkt das  dann immer lustig. Wenn ich so was machen würde, dann würde es heißen, mit Dir blamiert man sich ja nur.  Die ist ja  auch  richtig erwachsen, da wirkt das nicht so kindisch,  da darf man das wieder. Wer die Regeln kennt, darf sie brechen. Meine Eltern haben mir dann noch einige  Sachen  gegeben, da  meine Mutter mal wieder  ganz heftig  im Internet unterwegs war. Sie hat eine  sehr schöne  Jacke  von  Bogner -Moden aus München  aus Samt   erstanden. Die ist aber bunt, daher wird das etwas schwierig  für mich, aber sie fühlt sich total klasse  an. Ich hab es  nicht so sehr mit

 Den bunten  Sachen, da man da als Blinde  schon ganz schön einfährt. Denn gerade das war  dann wieder  genau zu beweisen, quod erat demonstrandum. Denn leider war das blaue  Shirt, das ich anhatte, gestreift, und der angeblich  einfarbige  Rock, den  ich dafür gehalten  hatte, war mit Blumen  übersät. Ich hätte  fast einen Schreikrampf  bekommen.  Meine Mutter hatte noch andere Sachen für mich: gestreifte T-Shirts  und was mit Blumen. Davon abgesehen, dass ich  gemustertes Zeug absolut nicht leiden kann, ist es eben für Blinde  wirklich  denkbar  unpraktisch. Ich versuchte, ihr das klar zu machen. Sie meinte, dass  ich das ja ertasten könnte. Wie denn? Ja, das sei doch mit Stretch.  Mein  Einwand, dass ich aber  ja mehrere Sachen mit Stretch hätte, wurde dann von meinem Vater, der ihr natürlich kräftig  sekundierte, damit  gekontert, dass ich ja schließlich  ein Farberkennungsgerät  hätte.  Ich sagte, dass genau das heute versagt hätte, da ich   nur eine Farbe angesagt  kriege.  Dann  schiebe das Gerät nach oben oder unten, dann kommt  eine andere  Farbe. Das geht  (zumindest bei mir ) nicht so einfach, weil  ich nicht jedesmal auf die Idee  komme, bei all meinen  Shirts immer erst das Farberkennungsgerät herumzuschieben.  Außerdem  trifft man nicht immer  - abhängig  von der Breite der Streifen -- genau  die Stelle, wo es sich ändert, und wo dann eine andere  Farbe   angesagt  wird. Es war aber  zwecklos, sie davon zu überzeugen, dass ich das nicht kann, und dass ich zu viele Hemden und  Shirts und Pullover hätte, als dass ich  das   noch unterscheiden  könnte.  Ich sagte dann, macht mal die Augen zu und sucht dann Eure  Kleidung aus. Ich finde  es mangelnden Respekt mir gegenüber, wenn man das nicht  beherzigt ,auch wenn ich mehrfach schon darum gebeten habe. Ich mag Außerdem nur einfarbige  T-Shirts und Pullover, da  ich Aufdrucke nichtleiden kann.  Sie sehen immer unvorteilhaft aus.   Mein Vater sagte daraufhin belehrend,  sieh mal, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, dann verschenke die Sachen  eben, wenn Dir jemand einen  Gefallen  tut. Ich sagte, dass   ich dann  meinen Eltern gleich die Adresse meiner spanischen Bekannten geben könnte, dann können sie es ja gleich da hinsenden,  ohne, dass es erst den Umweg über  mich macht.  Dann kam wieder, dass ja meine Mutter im Internet  für uns sucht, da wir eh alle  dieselbe  Grüße  hätten, und dass sie eben immer an ihre Kinder denkt, und  dass  sie dann, wenn sie was  Günstiges sieht, eben was für uns kauft. Ich bin sicher, dass  die anderen stärker sind und das besser ablehnen  können, wohingegen  bei mir  es dann undankbar  aussieht, weil ich ja   fast blind bin und daher eh keinen Zugang  zu Klamotten  habe. Und die suchensich  sicher das Schönste aus, und ich darf dann   das andere Zeug  nehmen, was denen nicht gefällt und auch noch  froh sein. Dann meinte mein Vater, also gut, keine Streifen mehr. Und meine  Mutter meinte pikiert, dann gar nichts mehr. Ich  sagte ihr, das  hast  Du mir schon  öfter versprochen. Ich habe dann später alles der Spanierin  mitgebracht, und die lachte und sagte, das seien auch Kleider  für ältere  Damen, und die ist  selbst schon 57 und findet  das  trotzdem schon altmodisch.      Die eine Marke ist für ältere  Leute, und das soll ich dann anziehen. Sie sagte, wenn ich mal Kleider kaufen will, dann soll ich mit ihr gehen und meiner Mutter sagen, dass  ich jemanden hätte. Dabei  mag ich lieber  das Geld für die Kleidung und  eh keine  vorher  für mich ungefragt eingekauften Sachen, die ich dann nehmen  muss, weil sie  so  gerne im Internet  einkauft und dann  alles  sammelt und   kauft, damit sie es mal jemandem schenken  kann, der es dann nehmen darf. Ich fühle mich eher  in der Rolle einer Co-Abhängigen, die einer  vielleicht Kaufsüchtigen  das Zeug abnehmen muss, weil die  so gerne Sachen anschafft  und hortet und  sonst nicht viel anderes zu tun hat den lieben langen ganzen Tag.  Und wenn ich mich where, dann werde ich von aller Welt als undankbar und seltsam und komisch angesehen.  Meine Geschwister wissen ganz genau um diesen Umstand, hätten aber nie den Mut,  mich auch mal zu verteidigen. Da kriege ich auch immer die Sachen,  die denen angeblich  zu weit sind und nicht  passen, dabei  bin ich mit  1,56 und 49-50 Kilo  auch  recht zierlich.   Erst neulich hatte ich eine  Bluse  auf eine Veranstaltung eingepackt, die mir  dann aber sehr  ältlich   und vor allem weit vorkam, und  bei der dann  später auch  jemand  sagte, ich  solle sie lieber  einer  älteren  Person  geben.  Also habe ich wohl  doch noch  einen Sinn für  Kleidung, wenn mir das selbst  auch auffällt.

Meine Mutter hat mir zu der Hochzeitsfeier aber auch  eine blaue Wildlederjacke  von sich mitgebracht, da meine kaputt ist. Meine alte Wildlederjacke   hatte schon Kultstatus, da ich sie jahrelang getragen habe. Sie kam aus dem Second-Hand-shop, einem Wohlfahrtsladen,  in dem meine Mutter mitgearbeitet hatte. Ich habe sie mir vor 20-30  Jahren  mal umnähen lassen  und dann viel getragen und wollte sie  nie mehr hergeben.  Dann aber bekam sie ein Loch, und meine  Spanierin sagte, dass sie abgetragen sei. Ich   habe sie dann  leider  im Alt-Kleider-Container  feierlich beerdigen müssen, und  meine Mutter  gab mir eben diese blaue dafür. Ich habediese jetzt zur  Schneiderin gebracht, damit  sie etwas  in der Mitte  gekürzt wird,  um die Taschen  höher  zu bringen und die zu weiten Schöße etwas zu raffen. Außerdem  kriegt sie auch noch  wunderschöne  Knebelknöpfe,  da  die  blauen  runden Plastikknöpfe, die dran sind, sehr altbacken aussehen. Ich freue mich schon, wenn ich  sie  von der  Schneiderin abhole  und dann tragen kann. Ich  trage meine Sachen immer sehr lange, um Ressourcen zu sparen, und weil sie mir ans Herz wachsen.  Ich hoffe,  dass diese Jacke dann der würdige Nachfolger für   ihre Vorgängerin  wird, und ich sie genauso lange  tragen kann. Immerhin macht das Umarbeiten  ja auch viel Arbeit, bis sie  so  gestaltet ist,wie ich sie haben will, und wie ich glaube, dass sie  für mich nach meinem Stil passend aussieht.

 

Endlich ging dann die tür zu der Scheune auf, in der wir Kaffee trinken  würden.  Die  Sitzordnung  mit  sehr schön  gestalteten Willkommens-Kärtchen  und  Gummibärchen war so gewählt, dass mein  Bruder und ich bei den Eltern sitzen  sollten. Ich wäre lieber bei den  Leuten meines  Alters  gesessen, oder ich hätte auch gerne bei einigen   meiner Neffen  und Nichten  am Tisch  Kaffee getrunken.  Meine Mutter  ließ  meinen Bruder umsetzen, da  er  und ich nebeneinander   platziert  waren, und wir uns ja nicht gegenseitig helfen  könnten. So war ich gut unter  ihren  Fittichen. Mein Bruder durfte dann  an den Tisch  mit seiner Generation. Die Kuchen waren  super und  ganz große Klase.  Schade, dass man  nicht unbegrenzt  essen kann, denn  bei uns  ist es ein geflügeltes Wort  meiner  Großtante"Schade, dass wir schon satt sind".  Aus  weltpolitischen Gründen sollten  wir natürlich  sagen,  Gott sei Dank, dass wir  satt werden, aber bei  dem Angebot  würde man schon gerne  lauter kleine  Stücke  haben, um  sich  durch das ganze  Programm durchzufuttern.  Ich  hörte, dass die Mutter meinesSchwagers auch einige Kuchen und Torten gemacht hatte, weil  sie sehr gut bäckt. Als ich  sie dafür lobte,  meinte meine  Mutter   sofort, und ich backe wohl nicht gut.  Ich  rettete  die Situation und sagte, bei DIR schmeckt es wie daheim.  Stimmt ja auch, es ist eben  bei ihr tolle  und  gediegene Hausmannskost, wie ich sie nirgendwo mehr finden würde, weil  es  bei Muttern halt am besten schmeckt, aber  wenn halt jemand so tolle  Torten machen kann wie die Mutter meines Schwagers, dann ist das eben  auch   ein  Gewinn für alle.  DA muss man immer sehr vorsichtig sein  bei den beiden.  Am Tisch saßen auch die Schwester der Brautmutter und ihr Mann, so dass ich etwas Unterhaltung hatte. Auch der  Opa  der Braut, also  der Vater der Brautmutter und deren Schwester war am Tisch. Der kannte meine Mutter bereits  von Kind an, da sie  Nachbarn waren.  Er  hat  unendlich  viel geredet, und als sich dann  alle anderen verzogen hatten, saß ich mit meiner Mutter und  ihm  ganz alleine  am Tisch. Ich kann ja als Blinde    mit  zusätzlichen Kontaktschwierigkeiten nicht umher wandern und mir andere Gesellschaft suchen, und  daher  bin ich darauf  angewiesen, dass jemand kommt  und aktiv meine  Gesellschaft sucht.  Das geschieht  aber  selten.  Somit  erzählten  die beiden aus alten Zeiten, und ich bin sowieso jemand, der trotz lauter  Stimme  und  guter Eloquenz große  Mühe  hat, sich in ein Gespräch  einzubringen, da man meine  Rede entweder  gar nicht hört, als sei  meine Stimme auf stumm gestellt, oder  es wird übergangen. Wenn ich Glück habe, geht man  mit einem Satz darauf ein, aber  das war es dann auch. Der Mann scheute sich meiner Meinung nach nicht,  meine Mutter irgendwie laufend  zu umgarnen, so kam es mir subjektiv vor.  Als dann auch  doch mal ein Thema drankam, bei dem ich hätte mitreden  können, versuchte ich es mehrfach, und  weil es nicht  funktionierte,  schimpfte ich dann, dass ich übrigens auch noch da bin. Ich  würde doch zuhören, das reiche doch.  Ich sagte, dass sie das jedes Mal macht, die Unterhaltung an sich zu reißen. Bei meinem  Geburtstag  ging sie auch auf meine Freundinnen  zu, gab ihnen  einige Sachen und  unterhielt sich mit ihnen. Wenn ich was dazwischen warf, wurde das weggebügelt. Mein Bekannter  saß daneben, wobei  meine Schwester damals  von  mir weggging zu meinem Bruder mit der Begründung, dass sie meine Mutter neben mich setzen  wollte, damit sie sich etwas mit meinem Bekannten unterhält, um ihn  halt auch mal kennen zu lernen. Aber der saß am  äußeren Rand, und sie richtete  kein einziges Mal das  Wort an ihn sondern  redete  nur auf meine Freundinnen ein. Ich saß dann  auch ganz einsam  da, und  wir beiden ärgerten  uns darüber, dass wir außen  vor waren, zumal  auch noch bei meiner eigenen Geburtstagsfeier.  Wenn wir  "zu Hause"  feierten, und sie einen Kuchen  machte ,  um meine Freundinnen  an meinem Geburtstag  zu bewirten, setzte sie sich daneben und riss das Gespräch an sich, und ich  war  wieder  ausgeschlossen wie immer.  Ich hielt ihr das vor und sagte,dass sie das immer so macht, und sie meinte dann auch noch,ich würde wohl darüber  Buch führen. Ich sagte, dass das nicht notwendig  sei, denn sie macht das ja immer so, daher müsse ich das nicht zählen.   Sie  sagte daraufhin, sie hätte sich ja jetzt auch noch wegsetzen können, dann hätte ich gar niemanden gehabt. Ich  nehme mir immer vor, nicht mehr zu einer Familienfeier zu kommen, aber  man muss ja, daher  traue ich mich nicht, mich da abzugrenzen, denn  dann würde man sicher sagen, wer weiß, wie lange wir noch alle am Leben sind…  .    Wenn ich schon dankbar sein muss, dass überhaupt  schon jemand neben mir sitzt, und ich nicht auch noch auf aktive Teilhabe an der  Unterhaltung hoffen darf, und  sich sonst eh keiner mit mir abgeben würde, dann  ist   der oben  beschriebene Aufwand  wirklich  nicht mehr gerechtfertigt, um  dort hinzufahren. 

Mittlerweile  war auch die Taxifahrerin gekommen. Meine Mutter bat meine Schwester mehrfach, doch einen Stuhl für sie zu holen, aber  meine Schwester fuhr sie nur an, dass sie jetzt  gerade eine  Unterhaltung führen würde. DA sagte ich zu meiner Mutter, jetztsiehst Du mal,  wie es mir immer geht. DA   sagte sie dann gleich mit  dieser weinerlichen  Stimme, ihr  könnt mir immer alle   sehr gut ein schlechtes Gewissen  machen. Zumindest war ich  diesmal nicht  die  einzige  Schwierige , die sich  angeblich  komisch   und unangebracht verhielt, sondern  wir alle machten das ja mit  ihr so .

Die Taxifahrerin ging dann mit mir ans  Buffet . Ich  suchte mir  Kroketten, Gemüse und zwei Schweinemedaillons aus und einen  Teller  Salat. Als ich wieder  an  den Tisch kam, meinte  meine Mutter  etwas  mißbilligend:"Oh, da kannst Du ja schlemmen." Das klang wieder so anrüchig  wie: "Oh, das  ist aber  gehaltvoll!", so dass man gleich ein schlechtes  Gewissen  bekommt.  Das Fleisch war innen noch rosa, so dass  ich es der Taxifahrerin für den Hund  mitgab. Der hätte das eigentlich auch nicht essen dürfen, um  nicht die aujexische Krankheit zu kriegen, aber  daran hatte ich jetzt  nicht gedacht. Das Gemüse  war so  supermodern  al dente  und geschmacklos  , wie es in der heutigen  Küche üblich  ist,ohne  Einbrenne, ohne Salz, ohne  Sauce, einfach nur  mal  "guten Tag" zu  einer Mikrowelle sagen und  fertig.  So hätte ich das bei meiner Mutter nie  bekommen, da gibt es noch das Gemüse  ordentlich  gegart  und  mit  Gemüsebrühe  und  angedickt.  Die Kroketten waren allerdings  der Hit. Sie waren mit butter  gemacht. Das  schmeckte  super . Der  Salat war aber auch gut mit  dem Dressing. Danach  wollten meine Eltern wissen, ob  die Taxifahrerin sie  mit  "nach Hause" nehmen könnte, weil sie ja  doch  dort  vorbeifährt.   Als ich erzählte,  auf welchem Weg wir hergefahren  waren,  sagte meine Mutter, so fährt man doch nicht.  Also so was. Dabei fährt sie selbst  gar nicht  Auto.  Wir wollten  aber noch auf den Nachtisch waten. Der kam aber nicht. So fragten  wir in  der Küche nach, ob wir jetzt schon  ausnahmsweise  vorher was bekommen  könnten, weil wir fahren müssten, und  da wurde mir dann ein  Fingerhut mit  Panacotta  hingestellt, und das Zeug  wackelte, als  hätten sie  eine  Matratze weich gekocht, aber noch nicht weich genug.  Ich habe das Zeug dann runtergewürgt. Dabei lag dann noch ein Spieß mit Obst, aber das war noch fast  gefroren.  Als ich dann  meckerte, sagte  der  Opa  derBraut wie zu einem kleinen Kind: " Na , sowas, also wirklich, ist das Obst kalt, da muss man sich ja gleich beschweren, uihihi…"  Meine Mutter sagte dann auch, wie sie es zu uns immer als Kinder  gesagt  hatte: "Also, gleich das Beschwerdebuch  holen!"  Ich dachte,die  würden dann schon noch selbst  merken, wie kalt das  Zeug ist. Die Fahrerin   hatte auch bemerkt, dass der  meine Mutter  ganz schön  angebaggert  hat.  Der hatte  aber auch schon ganz schön  was intus.

Dann machte ich noch die Runde und klopfte  überall  mal  an den Tischrand, um mich  Tisch für Tisch  eben noch schnell zu verabschieden. Die Taxifahrerin  sagte, dass alle sie anstarten, weil sie in Jeans  zu  der Feier  gekommen  war, da  sie ja nicht wussten, wer sie war, in welcher Beziehung  sie zu mir  stand, und dass sie  mich nur abholt  und halt zum Abendessen  schnell  mit eingeladen war.  Das hatte ich erwirkt, da sie ja  auch was essen muss, das sollte dann halt auch eine Geste sein.  Dann verzogen wir uns. Meine Eltern  gingen noch mit mir zum Auto meines Vaters, das ja  von meinem Schwager gefahren wurde, und dort holten wir dann die Kleidungsstücke und die anderen Sachen heraus.  Danach setzten  wir uns  in  das Taxi und fuhren erst einmal  los, um meine Eltern  "zu Hause"   abzuliefern.  Danach  ging es  nach Hause. Auf der Fahrt hatten wir noch sehr gute  Gespräche, und  ich fand sie sehr  sympathisch. Wir hörten  auch  laut Musik von ihrem MP3-Stick, das war schon  recht lustig.  Wir haben uns auch schon auf Facebook  gefunden, und das nächste  Mal,  falls  es   ein nächstes Mal gibt, werde ich wieder mit ihr fahren. Vielleicht  geht es aber dann lieber mit meinen Freundinnen  auf  den  alljälhrlichen  Rummel. Das haben wir früher öfter gemacht, aber  die eine hat jetzt gesundheitlich  massive Probleme, daher wird das schwierig.  Ich kann  also nur  mit  einem gewissen etwas  zweifelhaften Autor Heimito  von Doderer sagen: "Wer sich in Familie  begibt, kommt darin  um", oder  etwas  derber  mit den Worten  meines Tierarzt-Onkels  ausgedrückt: "Eine fette Sau ist mir lieber als die ganze Verwandtschaft!"