Samstag, 24. Juni 2017

Zähne fest zusammenbeißen!

Nachdem ich im März endlich die Krone für mein Implantat bekommen hatte, was im Gegensatz zum letzten (siehe Blogeintrag "Ich habe gezahnt") Mal relativ schnell von statten ging, aber mit vielen Schmerzen verbunden war (siehe den Beitrag Anführungszeichen Die Krone der Erschöpfung Anführungszeichen), dachte ich, jetzt hätte ich erst einmal Ruhe. Einer der Ärzte meiner vorherigen Zahnarztpraxis hat eine eigene aufgemacht, und ich wollte, da er ein sehr sanftmütiger Zahnarzt ist, und da er auch als Mensch sehr freundlich ist, ihm sozusagen nachfolgen. So stellte ich mich in seiner Praxis vor, da ich einmal wieder eine Zahnarztkontrolle nötig hatte. Denn ich hatte noch einige Schmerzen, da ich aufgrund meiner Probleme mit den Augen und der Feinmotorik schlecht mit Zahnseide umgehen kann und daher die Zwischenräume nicht gut reinigen kann. Somit bilden sich gerade an den Stellen, an denen ich die zwei Implantate habe, immer wieder Entzündungen, aber auch andere Stellen sind von Zahnfleischentzündungen betroffen. Als ich zum Beispiel am 8. Februar in der vorherigen Praxis war, um die Krone zu bekommen, war sie ja noch nicht da, und damit ich nicht umsonst gekommen wäre, hat sich die Zahnärztin trotzdem einmal mein Gebiss angesehen und eine kleine Unregelmäßigkeit in einer der alten Füllungen gefunden, die sie dann austauschte. Ich klagte auch darüber, dass genau im Unterkiefer an derselben Stelle, auch am Zahn Nummer sechs, dauernd Speisereste hängen bleiben. Sie meinte, da ich sowieso jetzt gerade außerplanmäßig behandelt würde, hätte sie jetzt nicht noch die Zeit, sich das anzuschauen, und ich sei sowieso schon mit einem Zahn bedient genug, ob ich denn jetzt noch den Wechsel einer zweiten Füllung aushalten würde. Das verneinte ich natürlich und war froh, wieder gehen zu können. Sie meinte, das sei ein kleines Problem, das könne man irgendwann anders einmal angehen. Ich zeigte also dem Zahnarzt in der anderen Praxis diese Stelle, da ich dachte, das sei vielleicht nur ein kleines Problem, dass man schnell beheben könnte. Da meinte er, die alte Füllung sei kaputt, da würde eine neue Füllung nicht mehr ausreichen, da müsse eine Krone drauf. Schon wieder eine Krone! Er meinte, er würde das alles für mich beantragen. Ich dachte, das wird ja dieses Mal ziemlich einfach, da mir die Arbeit der Beantragung abgenommen wird. Nach einer Weile kam dann die Genehmigung der Krankenkasse für einen Zuschuss zu einer Krone. Zwischendurch habe ich noch eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, die von meiner neu abgeschlossenen Zahnzusatzversicherung problemlos bezahlt wurde. Die werden an mir wohl nicht reich. Denn ich habe ja eine Zahnzusatzversicherung für 39 EUR pro Monat abgeschlossen, die aber 90 % von den Leistungen und dem Zahnersatz übernimmt, den die Kasse nicht bezahlt. Ich hoffe, dass sie das jetzt machen, da ich eine Keramikkrone ausgesucht habe, die dann auch besonders schön zu den restlichen Zähnen aussieht, wie ich das eben auch bei den anderen Zähnen gemacht habe. Nach einer Weile bekam ich dann die Genehmigung der Krankenkasse, aber leider nicht den doppelten Zuschuss für die Härtefallregelung, sondern ich erhielt nur den einfachen Festzuschuss. Somit riefen wir bei der Kasse an und fragten nach, warum ich nicht die Härtefallregelung bekommen würde. Leider war natürlich mein Grundsicherungsbescheid nur bis Ende Februar gültig, und im März war ein neuer gekommen. Die Kasse hatte also den doppelten Festzuschuss wegen Härtefall für die vorherige Krone noch auf Basis des alten und damals noch gültigen Grundsicherungsbescheides bewilligt, aber da der Kasse ja jetzt keine Aktualisierung des Grundsicherungsbescheides vorgelegen hatte, haben Sie nur den normalen Festzuschuss genehmigt. Die Sachbearbeiterin und ich machten daher aus, dass ich eine Kopie meines neuen Grundsicherungsbescheides und das Original des Heil- und Kostenplans der Kasse zuschicken würde. Das mit dem Original wollte meine Helferin so, ich war eigentlich dafür, der Kasse einfach eine Kopie des Heil- und Kostenplanes und ihrer eigenen Genehmigung zuzuschicken, da sie ja selbst die Genehmigung geschickt hatten, und der Zahnarzt ja das Original der Genehmigung brauchte, wenn ich das nächste Mal kommen würde. Die Kasse meinte, ich könne bereits mit der Behandlung beginnen, obwohl ich erst nur den einfachen Festzuschuss genehmigt bekommen hätte, man würde mir dann einfach den doppelten Festzuschuss genehmigen, das würde ja am Honorar des Arztes nichts ändern. Ich rief also bei der Zahnarztpraxis an und fragte, ob ich unbedingt das Original der Krankenkasse mitbringen müsste, oder ob eine Kopie reichen würde. Natürlich wollte sie das Original, das war mir von vornherein klar. Meine Helferin schlug dann vor, erst die Kopie mitzubringen, und das neue Original, welches dann ja den doppelten Festzuschuss enthalten würde, nachzureichen. Damit war die Sprechstundenhilfe einverstanden. Ich dachte, damit sei der Fall erledigt. Zwei Tage später kam dann tatsächlich von der Kasse ein Antragsformular auf den doppelten Festzuschuss bei mir an. Ich rief an und fragte, warum denn nun doch ein Antrag ausgefüllt werden müsste, man habe doch vereinbart, dass ich einfach nur den Grundsicherungsbescheid und den Heil- und Kostenplan schicken müsste. Die Sachbearbeiterin schaute in den Computer und stellte fest, dass mein Grundsicherungsbescheid und der Heil- und Kostenplan auch schon bei der Hauptstelle der Kasse angekommen sein. Ich solle also den Antrag erst mal liegen lassen, wenn ich in zwei Wochen nichts hören würde, sollte ich noch mal nachfragen, wahrscheinlich müsse ich ihn nicht mehr ausfüllen. Zum Glück kam dann auch eine Woche später die Genehmigung für den doppelten Festzuschuss. Ich ging ganz unbedarft an die Sache heran und dachte, wenn ich den einfachen Festzuschuss bekomme, müsste der doppelte Festzuschuss nun auch doppelt so hoch sein. Dies war aber nicht der Fall, er war nicht ganz so hoch, das machte mich stutzig. So rief ich also bei der Krankenkasse an, bzw. meine Helferin, denn zwischendurch hatte jemand anders angerufen, weil wir noch etwas anderes mit irgendwelchen Ämtern regeln mussten. Ich kam mir vor wie in einem Callcenter, meine Helferin telefonierte mit der Krankenkasse, während ich am anderen Apparat auch bürokratische Dinge regelte. Es war etwas schwierig, bei meinem Gespräch zu bleiben, da ich die Angewohnheit habe, während ich mich mit jemandem unterhalte, automatisch das Gespräch meines Nachbarn mit anzuhören, besonders dann, wenn es sich um etwas handelt, was mit mir zu tun hat. Ich hörte noch, wie meine Helferin sagte: „Sie hatte sich eben mehr erwartet.“ Diese Formulierung fand ich etwas ungeschickt, zumindest hörte sich das so an, als würde sie mich nicht vertreten, sondern als würde sie mich entschuldigen. Besser wäre es, wenn sie einfach gesagt hätte: „Sie hatte gedacht, dass der Festzuschuss, wenn er doppelt so hoch war, auch doppelt so hoch ausfallen würde. Daher waren wir stutzig und wollten noch mal nachfragen.“ Als ich dann auflegte, erklärte mir meine Helferin das Folgende: man bekommt den einfachen Festzuschuss zzgl. 30 % Bonus. Wenn man den doppelten Festzuschuss erhält, fällt der Bonus wieder weg. Das finde ich sehr schade, denn jemand, der aus finanziellen Gründen den doppelten Festzuschuss braucht, braucht ja die Hilfe, und daher ist das blöd, wenn man dann wiederum auf den Bonus verzichten muss. Aber nun denn, wenn es halt so ist, kann man nichts machen. Den Rest werde ich halt bei meiner Zahnzusatzversicherung einreichen. Prompt rief dann die Sprechstundenhilfe aus der Zahnarztpraxis ein paar Tage später an und meinte, ihr fehle das Original, warum ich denn nur eine Kopie beim letzten Mal mitgebracht hätte. Ich war etwas verwundert, da ich ja genau dies bei meinem letzten Anruf dort abgeklärt hatte. Ich sagte, dass ich noch klären müsste, ob ich nur den einfachen oder den doppelten Festzuschuss erhalten würde, daher hatten wir das Original noch einmal an die Kasse zurückgeschickt und extra in der Praxis nachgefragt, ob wir zunächst einmal eine Kopie mitbringen und dann das Original für die Genehmigung des doppelten Festzuschusses nachreichen könnten. Ich hatte das Original sowieso schon in der Tasche, da ich es zum Zahnarzttermin sowieso mitbringen wollte. Bei dem Termin für die professionelle Zahnreinigung, bei der wir auch Zahnfleischentzündungen eliminieren wollten, damit sich bei der Behandlung für die Krone nichts entzündet, sollte ich auch ein Antibiotikum nehmen, da ich ja aufgrund der Immunsuppression gefährdeter bin, eine Infektion zu bekommen. Der Nephrologe hat mir ein Rezept zugeschickt, ich bekam auch sofort das Antibiotikum, so, dass ich es pünktlich auch zur professionellen Zahnreinigung morgens und abends einnehmen konnte. Denn auch hier kann das Zahnfleisch verletzt werden, da doch ziemlich stark herumgewerkelt wird. So habe ich es dann auch an dem Tag eingenommen, als mein Zahn abgeschliffen wurde. Blöderweise hatte ich vergessen, es abends dann noch einmal einzunehmen, da mein Gedächtnis ja bekanntermaßen ziemlich schlecht ist. Daher hatte ich dann etwas Sorge, weil ich mich etwas grippig nach der Behandlung fühlte. Die Behandlung an sich war nicht ganz so schlimm, der Quadrant wurde betäubt, noch habe ich natürlich etwas gespürt, da immer kleine Nerven von irgendwo doch noch herkommen. Aber es war auszuhalten, und da ich ja einen Chigong Kurs belegt hatte, machte ich im Geist einige der Übungen, um mich irgendwie abzulenken und zu beruhigen. Das klappte sehr gut. Die Sprechstundenhilfe war sehr einfühlsam, da mehrere Abdrücke gemacht werden mussten. Sie gab mir auch den Tipp, immer durch die Nase zu atmen, denn, wie sie feststellte, sei die Nase nicht nur dazu da, dass man die Brille draufsetzt. Wir machten auch aus, dass ich dreimal mit dem Fuß auf die Liege klopfen würde, wenn ich es nicht mehr aushielte. Zunächst kam einmal der normale Abdruck mit Alginat dran, das ist das Zeug, das irgendwie auch ziemlich nach Gras schmeckt. Der Abdruck wurde oben und unten gemacht. Gnädigerweise nahm sie unten nur einen halben Löffel, da sie mich schonen wollte. Dann kam noch ein Abdruck aus Silikon, und dann kam noch diese Paste, die einfach zwischen die Zähne geschoben wird, wobei man den Mund eine Weile zulassen muss, und dann diese Paste abgemacht wird. Der Zahnarzt kam dann, und er hatte eine Turbine, die tausendfache Umdrehungen leistete, und die auch etwas nach Feuer roch, so das laufend Wasser dazu gespritzt werden musste. Es war auszuhalten, schön war es natürlich nicht. Dann wurde noch einmal ein Abdruck gemacht, wobei es eine Zeit lang dauerte, bis ich kapiert habe, wieso der für das Provisorium notwendig war. Es gibt ja den Abdruck mit dem normalen Zahn, danach wird er ja verkleinert, und dann wird noch mal ein Abdruck gemacht. Dann weiß man, wie groß der Zwischenraum ist, der mit Silikon gefüllt werden muss, das ist dann der Kunststoff, der für das Provisorium verwendet wird, oder so etwas Ähnliches wie Silikon. Es wurde dann auch noch ein Abdruck gemacht, bei dem es wirklich ernst wurde, wo sie mir sagte, ich müsse jetzt so festzubeißen wie nur möglich, und ich dürfe nicht wackeln, sonst müsse man den Abdruck noch mal machen. Ich drückte mit aller Kraft die Kiefer zusammen und half noch mit der Hand nach, und sie lobte mich für meine gute Mitarbeit. Danach setzte sie mir das Provisorium ein, allerdings passte es zunächst ganz gut, als sie dann aber den Kleber dazu gab, hatte ich das Gefühl, dass es auf einer Seite etwas hoch war. Sie beließ es aber dann dabei und meinte, das seien halt Zähne. Ich dachte, eine Woche werde ich das schon aushalten. Insgesamt war ich aber recht zufrieden, dass ich jemand so einfühlsames an meiner Seite hatte, sodass ich nicht würgen musste, was sie auch sehr stolz bemerkte, denn sie drohte mir vorher, dass sie dann auch erbrechen müsste, wenn sie das Geräusch hört. Das wollten wir natürlich beide vermeiden. Ich sollte nun wegen des Feiertages bis zum 23. warten, normalerweise wäre sonst die Krone schon am 16. dagewesen. Ich hatte ganz schön starke Schmerzen, die dann aber auch noch immer schlimmer wurden. Daher befürchtete ich, dass vielleicht das Provisorium herausgebrochen und dadurch Schmutz eingedrungen wäre, und der Zahn vielleicht nun bis zur Wurzel abgefault sei, und wir das nächste Mal dann auch noch eine Wurzelbehandlung machen müssten, oder dass der Zahn vielleicht ganz raus muss. Denn ich hatte dauernd das Gefühl, dass ich irgendwie eine Infektion im Anzug hätte, so als ob irgendeine Entzündung in meinem Körper toben würde, und der Zahn schmeckte etwas eklig. Außerdem habe ich seit zwei Wochen starke Gelenkschmerzen und Rückenschmerzen. Das kommt bei mir immer, wenn ein Infekt ausgebrütet wird, oder wenn sich das Wetter ändert. Am Freitag wollte ich eigentlich zum deutschen Humanistentag und hatte das Taxi schon vorbestellt. Ich sagte zur Taxifahrerin, ehe wir jetzt dorthin fahren, rufen wir bitte noch beim Zahnarzt an, ob ich vielleicht lieber dorthin gehe. Die Sprechstundenhilfe hielt kurz Rücksprache mit dem Arzt, und dann kam sie wieder und meinte, das sei normal, das sei nur das Zahnfleisch. Ich dachte mir, Du hast Deine Pflicht getan, mehr als anrufen kannst Du nicht, jetzt fahre ich einfach zu dem Humanistentag. Die Gelenkschmerzen wurden zwar immer stärker, und ich malte mir schon aus, wie schrecklich das nun werden würde, wenn ich am Freitag den 23. wieder auf die Schlachtbank müsste, aber was sein muss, muss halt sein. Zum Glück wurde ich angenehm überrascht. Als ich dort ankam, rückte ich gleich die Genehmigung für den doppelten Festzuschuss heraus. Am Telefon hatte mir die Sprechstundenhilfe Folgendes erklärt: normalerweise wird nur irgend so eine Blechkrone bezahlt, den Namen hab ich jetzt schon wieder vergessen. Das wäre der normale Zuschuss. Wenn man den doppelten Festzuschuss hätte, würde diese Krone ganz finanziert, beim einfachen Festzuschuss bliebe noch etwas übrig. Wenn man aber den doppelten Festzuschuss hat, aber dann eben eine Keramikversion möchte, bleibt eben noch eine Menge übrig. Mir war aber immer noch nicht ganz klar, wie viel Prozent denn nun dieser Festzuschuss betragen würde, das wären ja dann eigentlich 50 % einer ganz einfachen Blechkrone. Denn der doppelte Festzuschuss beträgt ja 100 % der Blechkrone. Das erklärt aber immer noch nicht, was dies mit den 30 % auf sich hat. Ich vermute, die 30 % Bonus sind dann 30 % vom einfachen Festzuschuss, also 30 % der 50 % des Gesamtbetrages für eine Blechkrone. Man würde dann also 100 % einer Blechkrone kriegen, so dass man bei einer Blechkrone im Härtefall gar nichts zahlen müsste, wenn man sich damit zufriedengibt. Der 30-prozentige Bonus fällt weg, wenn man den doppelten Festzuschuss in Anspruch nimmt, da der Rest, den man dann noch für eine bessere Variante zahlen muss, ja Luxus ist, und den zahlt ja die Kasse nicht. Wenn ich das gerade so schreibe, kommt mir erst jetzt das Verständnis dafür, ich hoffe, dass dies so richtig ist. Die letzten beiden Male blieb mir wenig zu zahlen übrig, obwohl ich da auch die Keramikausführung gewählt hatte, und da hatte ich den Eindruck, dass der doppelte Festzuschuss tatsächlich das Doppelte vom einfachen war, und dass keine 30 % Bonus wieder abgezogen wurden. Das kommt einem aber auch deshalb so vor, da die Preise so stark variieren, und somit auch der Eigenanteil. Denn es hängt ja auch mit dem Labor, dem Material und den dem Zahn zusammen. Dies wird wahrscheinlich immer eine Wissenschaft für sich bleiben, denn es kommt auch darauf an, ob der Zahn in der Mitte ist, ob er unten oder oben ist, was man beim Lächeln davon sieht, und ob es sich normalerweise um eine Brücke handelt, oder ob es eine einzelne Krone ist. Denn bei einer Brücke, die sich über den Vierer, den Fünfer und den Sechser erstreckt, wird der Sechser trotzdem bezahlt, obwohl er nicht sichtbar ist, da ja die gesamte Brücke bezahlt wird. Wenn es eine Krone für ein Implantat ist, dann wird wiederum nur die Blechversion bezahlt, wenn der Zahn sich in einem Bereich befindet, den man beim Lächeln nicht sieht, aber man muss bei Implantaten immer eine Keramikkrone verwenden, daher wird es immer teurer. Irgendwie wird dann doch immer eine Brücke verrechnet, da Implantate selbst ja nicht von der Kasse bezahlt werden, und somit gelten dann wieder die Regelungen, die auch bei Brücken gelten. Dazu muss man wahrscheinlich Zahn-Betriebswirtschaft studiert haben, also noch mal ein Unterfach der Betriebswirtschaft, falls es das gibt, vielleicht gibt es dafür dann eine Möglichkeit, dafür eine besondere Doktorarbeit zu schreiben. Die Sprechstundenhilfe, die auch das letzte Mal schon da war, nahm das Provisorium heraus, unter dem sich schon zahlreiche Speisereste angesammelt hatten, obwohl ich dauernd mit der Zunge alles heraus befördert hatte, gut geputzt, gut mit Salviathymol gespült und auch gut die Luft angesaugt hatte, um alles rauszuholen. Irgendeine Nervenendigung muss sich da wohl gefunden haben, denn jedes Mal, wenn sie mit ihrem Besteck kam, habe ich furchtbar aufgejault. Irgendwann war sie dann zum Glück fertig und passte die Krone ein. Mit einem Knack war sie drin. Dann kam der Zahnarzt und holte sie wieder raus, um den restlichen Zahn anzuschauen und zu säubern. Dann bat er die Sprechstundenhilfen, besonders viel Zement zu verwenden. Ich hatte schon Angst, dass es jetzt wehtun würde und meinte zu ihm, eine der beiden hält mich jetzt fest, die andere gibt mir einen Beißkeil, die nächste flößt mir den Schnaps ein, und dann geht es los. Der Zahnarzt war etwas verwundert, dass ich solch vogelwilden Vorstellungen hatte. Zum Glück haben sich diese nicht bewahrheitet. Die beiden Helferinnen gaben den Zement ein, ich musste eine Weile zubeißen, bis er getrocknet war. Dann musste das Ganze noch einmal versäubert werden. Sie meinte, sie müsse mich jetzt noch mal ärgern, sonst stünde ich eine Woche später wieder auf der Matte, und das sei doch nicht in unserem Sinne. Da sagte sie doch glatt zu mir, ich solle die Zähne fest zusammen beißen, als ihre Kollegin zugange war. Über diesen Ausdruck in diesem Zusammenhang musste ich dann als Übersetzerin doch schmunzeln, und sie meinte, bitte nicht wörtlich, denn sonst ist der Finger meiner Kollegin ab. Tatsächlich habe ich noch ein paarmal gewinselt und gejault, gejammert und gemaunzt, aber irgendwann war die Prozedur dann vorbei. Sie setzte mir die Krone ein, und dann kam der Zahnarzt, um sie glatt zu schleifen. Es ist immer noch eine Stelle zu hoch, aber er meinte, nachdem er den Test mit dem Papier durchgeführt hatte, es sei so in Ordnung. Jetzt lasse ich es halt ein oder zwei Wochen mal so und probiere, ob es geht, vielleicht lässt sich der Rest noch irgendwie Weglecken. Vielleicht rubbelt sich das ganze noch ein. Die Sprechstundenhilfe empfahl mir dann auch, eine elektrische Zahnbürste zu benutzen, und sie zeigte mir, in dem sie mir den Finger dran hielt, wie das funktioniert. Ich bin etwas empfindlich, wenn es irgendwo brummt oder vibriert , daher weiß ich nicht, ob ich dann die Vibrationen aushalten werde. Das Problem ist, dass man nicht einfach eine Zahnbürste kaufen und sie dann wieder umtauschen kann, wenn sie einem nicht gefällt. Man kann natürlich Bürstenaufsätze kaufen, daher ist es kein hygienisches Problem, aber man müsste ja eine 25 EUR teure Zahnbürste umtauschen, und da wird wahrscheinlich die Kulanz ein Ende haben. Aber 25 EUR sind eben 25 EUR. Vielleicht bekomme ich eine gebraucht, und dann kaufe ich mir neue Aufsätze, und dann kann ich es mal probieren. Zum Glück sind die Zwischenräume der neuen Krone so eng, dass sowieso nichts dazwischenkommt, also muss ich auch nichts rausholen. Nicht mal Zahnseide Pass dazwischen. Ich habe ja schon zwei Kronen, aber diese fühlt sich tatsächlich an wie ein Waschbecken. Ich bin angenehm überrascht, und ich fahre immer mal wieder mit der Zunge drüber, da das Gefühl so schön ist. Dagegen sind die natürlichen Zähne schon fast sehr rau. Ich hoffe aber, dass jetzt endlich mal Ruhe ist. Den Termin für die professionelle Zahnreinigung haben wir schon wieder für den 14. November um 15:00 Uhr ausgemacht. Ich hab schon extra betont, dass ich hoffe, dass wir uns bis dahin nicht sehen werden. Der Zahnarzt ist aber unheimlich nett, er kommt immer wieder auf mich zu, verabschiedet sich, begrüßt mich, setzt sich auch mal neben mich, wenn ich im Wartezimmer noch auf das Taxi warte, und er begrüßt auch jeden, der reinkommt, redet mit ihnen, als seien das gute alte Freunde. Das hat man selten, der ist gar nicht so wie ein überheblicher Arzt sondern wie ein ganz normaler Mensch. Ich hoffe, dass das auch immer so bleibt. Ich hoffe auch, dass jetzt mit den Zähnen mal alles in Ordnung ist, und die Sanierung jetzt mal ein Ende hat. Ich fragte die Sprechstundenhilfe nämlich, warum immer der Sechser dran glauben muss, und sie meinte, das sei ja kein Wunder, das sei der erste der bleibenden Zähne, der herauskommt. Ich bin gespannt, ob die Zähne genau in derselben Reihenfolge verschwinden, wie sie einst gekommen sind. Aber da werde ich hoffentlich noch Zeit haben.

1 Kommentar:

Christa Over hat gesagt…

Dass du so eine Rennerei zu den Ärzten hast, tut mir in der Seele weh