Freitag, 3. Juli 2009

Nasen-OP auf ein Neues

Am 9. Juli werde ich nochmals an der Nase operiert. Mein Freund war dasl etzte Mal beim HNO dabei, als ich reklamierthabe. Da ging das ganz einfach, daß der Arzt meinte, er würde es kostenlos nochmal machen, da es ja weder sein noch mein Fehler war, und da es "mein Schaden nicht sein solle", wie der Arzt meinte. Wenn mein Freund dabei ist, dann geht so etwas immer einfach, in seiner ANwesenheit geben alle immer sofort nach,w eil er soviel Ruhe ausstrahlt. Er hat gar nichts gesagt, aber er war halt mein Zeuge.

Ich habe Angst, daß es wieder scheitert, da nichts mehr klappt. Außerdem bin ich wegen dem Hund und allem, was schiefgeht, so frustriert, daß ich mirw ünsche, aus der Narkose nicht mehr aufzuwachen. Aber das hat man ja Gott sei Dank nicht in der Hand.

Sache "Hund" geplatzt

Da ich mich bei der Einarbeitung so dumm angestellt habe, bis hin dazu, daß ich Fenja eine Türe auf den Fuß geschoben habe, haben wir pausiert. Ich habe erst einmal ein Mobtraining selbstfinanziert. Wir verblieben mit der Schule so, daß Fenja offiziell frei gegeben wird, daß sie aber, falls sie nach dem Mobtraining noch "zu haben" ist, dann nach weiteren Einarbeitungsstunden an mich geht. Wir wollten uns bezüglich der Beantragung on Mobi- und Einarbeitungsstunden absprechen, damit die Schule und ich dasselbe zur Kasse sagen.

Als ich wegen meiner Nasen-OP bei der Kasse war, habe ich mir gedacht, ich frage gleich mal nach, wie wir beim Antrag auf zusätzliche Einarbeitungsstunden vorgehen sollen. Ich bot der Kasse ein ärztliches Attest an, da ich ja bald wegen meiner Netzhaut zum Doktor müßte. Die Kasse meinte, die Schule solle halt mal einen Kostenvoranschlag vorlegen, was zusätzliche Einarbeitungsstunden kosten. Aber man zweifele daran, daß ich noch mehr Stunden kriege, aber man wolle mal nachsehen, ob es im Budget noch drin sei. Da die Schule günstig ist, dachte ich, das müsse locker drin sein.

Die Schule war stinksauer über meinen Vorstoß, ws ich gar nicht verstanden habe. So habe ich sie gebeten, halt mal mit der Kasse zu telefonieren und zu sehen, ob es geht. Dann kam gar nichts mehr. Als ich dann also nochmal nachharkte, was denn jetzt rausgekommen sei bei dem Gespräch mit der Kasse, bekam ich eine Mail vonder Schule, in der es lapidar hieß: Die Kasse zahlt weder weitere Mobistunden noch weitere Einarbeitungsstunden. Die Kasse hat den Vertrag mit der Schule gelöst, und der Hund kann anderweitig weiter gegeben werden. Das haben Sie nun von Ihrem Vorstoß.

Ich habe von der Kasse nichts Schriftliches darüber erhalten, und ich habe keinerlei Rechtsmittelbehelf in Hinblick auf einen Widerspruch. Bisher habe ich auf Aufforderung per Mail und per Telefon, mireinen schriftlichen Bescheid zu schicken, noch nichts erhalten. Mal sehen, was dann kommt.

Allerdings ist nicht klar, ob die Zusage für die Kostenübernahme eines Blindenhundes nun an die Schule gebunden ist, oder ob diese unabhängig von der Schule nch besteht Denn die Kasse kann nicht so einfach eine Zusage für ein Hilfsmittel, die sie einmal gegeben hat, wieder annullieren. Daher müssen wir nochmal kämpfen.

Ich habe vom Blindenbund nun eine weitere Adresse für eine Hundeschuleerhalten, die angeblich besonders einfühlsam mit schwierigen Fällen umgeht. Mal sehen, ob das möglich ist.

Die Schule wsar aber nach meinem Eindruck nicht bös drum, daß der Vertrag gelöst wurde, denn sie hat nicht dagegen protestiert und auch mich nicht dazu aufgefordert. Es war ja schwierig genug mit mir, und da waren die sicher auch erleichtert, was sie sich da aufgehalst haben, so beenden zu können.

Schade, daßich schon wieder versagt habe.

Ich hoffe, daß es noch nicht aller Tage abend ist. Der Hund war noch das letzte Vorhaben, das ich imLeben hatte. Und wenn das platzt, habe ich keinerlei Ziele mehr. Mit speziellen Hilfen für schwerstmehrfachbehinderte Menschen müßte es doch möglich sein, auch mir diesen Wunsch zu erfüllen.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Hund -- zweite Chance?

Fenja war schon ganze zwei Nächte bei mir. Sie lief die ganze Zeit umher und bellte bei jedem Geräusch, das von außerhalb der Wohnung zu vernehmen war. Kam jemand des nachts, und der Aufzug ging auf und zu, bellte sie mit ihrer tiefen Stimme, so daß ich im Bett stand. Sie muß erst noch lernen, daß das, was außerhalb der Wohnung ist, sie nicht tangiert, und sie das nicht zu bewachen braucht. Dauernd fiel ich über sie drüber, dauernd trat ich ihr auf den Fuß. Sobald ich sie mal streicheln wollte, kam ich mit meinen ungelenken Bewegungen und haute ihr eins drauf. Sie hat sich dannschon etwas distanziert. Wenn sie vor meinen Füßen lag, und ich aufstand, mußte ich die Hausschuhe unter ihr wegziehen. Wenn ich wieder kam, dachte ich, sie sei nicht mehr an diesem Platz, und trat versehentlich drauf. Sie tat mir schon leid. Das Glöckchen, das ich von der Hundeschule bei der Übergabe mit bekommen hatte, band ich ihr um, damit ich sie hören konnte, da sie immer dabei sein wollte und laufend zwischen meinen Beinen war. Aber da sie nachts herumrannte, klingelte es die ganze Nacht.

Das zweite Problem war, daß ich eine bestimmte Gassiwiese trainiert hatte, die aber wegen der Umleitungen des Verkehrs nicht mehr direkt anzufahren war. Wir hätten erst umsteigen müssen, das hätte ich aber erst lernen müssen, wo ich genau hinmuß, um sie zu dirigieren. Daher fuhren wir zu einer anderen Gassiwiese um einen See, der aber recht schwierig zu umlaufen ist. Geht man zu weit links, kann man die Böschung zum See herunterkullern, geht man zu weit rechts, kommt man auf eine Abzweigung und verläuft sich. Nun habe ich mühevoll den Weg von der Straßenbahnhaltestelle bis zu diesem See gelernt, wo ich sie dann aus dem Geschirr nehmen kann. Ich höre genau, wo die Autos langfahren, und dahinter ist die befahrene Straße, und so herum geht der Weg. Wenn ich wieder dort ankomme, muß ich die Autos hören und auf diese Querstraße zulaufen. Es gibt aber auch Stellen, wo man sich ganz böse verlaufen kann, wenn man die Pommesbude nicht mitkriegt und nicht genau dort abbiegt. Das muß ich nun noch üben. Daher hat die Trainerin mir die Fenja erst mal wieder weggenommen, damit ich erst mal selbst sicher genug auf diesen Wegen bin, um dann noch einen Hund an der Flexileine mit mir zu führen.

Als wir zur Sparkasse gingen und aus der Tür wollten, habe ich die Tür zu schwungvoll aufgemacht und nicht eingeschätzt, wo ihre Pfote ist. Die Tür glitt voll über ihre Pfote drüber und hat die Pfote zwischen Türrand und Boden eingequetscht. Sie hat furchtbar aufgejault, die Pfote schwoll an, sie humpelte nach Hause, und die Trainerin mußte mit ihr zum Tierarzt. Wenn das öfter passiert bei meinem Geschick, geht sie durch keine Türe mehr.

Bei der Haustüre ist es das Gleiche: Ich tue mir sowieso schon schwer, eine Türe aufzusperren, dann ist diese noch sehr schwer, und eine Haltestange ist zu nahe am Schloß angebracht, so daß ich beim Umdrehen der Hand jedesmal an diese Stange hinkomme. Dadurch, daß ich keine zwei Dinge auf einmal tun kann, weiß ich auf einmal vor lauter HUnd nicht mehr, wie herum die Tür aufgeht und komme nicht rein, oder die Türe geht nicht auf. Wenn ich mit Fenja reingehe, haut es ihr die schwer Türe in die Rippen. Sie rennt zu schnell zur Treppe und fetzt hoch, da sie da schon öfter so hochrennen durfte, ohne zu lernen, an der untersten Stufe stehen zu bleiben. Da muß ich aber sagen, daß die Trainerin sie immer hat hochrennen lassen, wenn sie mich mit Fenja aufgesucht hat. Auch ist Fenja von der Türe schon so geschädigt, daß sie Angst vor ihr hat und schnell die Treppe hochflitzen will. Dann muß ich noch drauf achten, daß niemand grade herunter kommt, da sie sonst nicht los läuft. Der Teufel steckt halt wie immer im Detail.
Daher muß ich die Fenja nun nach rechts nehmen, die Türe aufsperren, ohne die Leine loszulassen. Dann muß ich mit ihr reingehen, sie muß nach rechts gehen, ich muß die Türe zufallen lassen. Dann erst können wir hochgehen, wobei ich drauf achten muß, daß sie die Pfoten auf die unterste Stufe stellt und nicht gleich losrennt. Und dann eben noch, daß keiner grade runter kommt.

Auch stellten wir fest, daß ich meine Wege zwar kann, daß ich aber mehr auf Sichtmerkmale achte, die ich ja bei schwannkendem Sehen nicht mehr erkennen kann und mich demnach mehr auf taktile Merkmale verlassen muß. Ich kann dem Hund ja nicht sagen, geh mal bis zum Kaufhof, und da gehst Du dann links und suchst den Treppenabgang zur U-Bahn. Ich muß wie bei einem ferngesteuerten Auto nur sagen: Links, rechts, grade. So muß ich sie zu diesem Ziel bugsieren, und daher muß ich genau den Ablauf im Kopf haben und kann nicht kreuz und quer auf ein sichtbares Ziel drauf lossteuern. Daher muß ich alle Wege nochmal unter der Augenbinde gehen, um mir genau die Abbiegungen und die Merkmale einzuprägen, wo ich mit ihr links, rechts oder gradeaus muß. Da ich aber auch keinen Stock mit mir führe, wenn Fenja mich führt, muß ich dasselbe dann nochmal unter der Augenbinde machen aber am Arm des Trainers. Denn ich habe keinerlei Bodeninformationen mehr, weil ich keinen Stock auf dem Boden langschleife, oder ich habe keinerlei Infos mehr, wo ein Stromkasten ist, wo der oder jener Zaun ist, wo ich abbiegen muß, weil Fenja ja an allen Hindernissen vorbei geht, ich diese dann nicht mehr bemerke, und daher habe ich keinerlei "Landmarks" mehr.

Nun sind wir so verblieben, daß Fenja, sollte sich jemand anderer finden, an eine andere Blinde abgegeben werden kann, und die Sache offiziell erst mal abgeschlossen ist. Ich mache mein Mobtraining, und sollte Fenja dann noch da sein, machen wir nochmal zwei-drei Tage, und sollte es dann besser klappen, beantragen wir nochmal eine EInarbeitung bei der Kasse von 15 Tagen à vier Stunden oder mehr. Wenn es nicht klappt, dann war das Training auch nicht umsonst, denn dann kann ich die Wege auch, wenn ich nichts sehe, was ja an manchen Tagen der Fall ist. Das Training zahlen wir jetzt mal selbst, denn wie soll ich der Kasse verklickern, daß ich eine Einarbeitung mit Hund gemacht habe, nun ein Mobtraining will und dann nochmal eine Einarbeitung? Wenn die Schule Fenja für mich aufhebt, und es wäre eine Interessentin dagewesen, und es klappt mit mir wieder nicht, ist ihnen eine Interessentin durch die Lappen gegangen. Daher haben wir vereinbart, daß Fenja nur dann zu mir kommt, wenn sich bis nach meinem Mobtraining kein anderer gefunden hat. Da Fenja speziell für mich ausgesucht wurde, und da sie mich mag und nicht gleich jedem um den Hals fällt, ist es wahrscheinlich, daß sie noch da ist, wenn ich bereit zur nächsten Einarbeitungsrunde bin. Wenn man bedenkt, daß andere nur eine Einarbeitung brauchen, und ich wieder einmal doppelt- und dreifach so lang wie ein normaler Blinder brauche, ist das schon komisch. Aber ich tue mir in allem schwerer und brauche für alles länger. Schade, daß ich so gemacht bin. NIemand ist vollkommen, aber ich bin besonders unvollkommen. Eine gewisse Unvollkommenheit ist normal, da es unnormal wäre, wenn jemand perfekt wäre. Aber ich bin über das normale Maß hinaus unvollkommen und fehlerhaft. Ich möchte so gerne, daß ich mal nicht scheitere, daß ich mal was schaffe und einmal etwas zustande bringe. Und ich will Fenja, weil sie so süß ist. Sie ist halt kein sehr bodenständiger Hund, sehr leichtführig, aber dafür halt auch sehr sensibel. Ein etwas gemächlicherer und dickfelliger Hund, der sich nicht aus der Ruhe bringen läßt, ist zwar für mich ganz gut, aber der gehorcht dann auch nicht so gut, weil er sich nicht so leicht beeindrucken läßt. Ich hoffe nur, daß es mal klappt, auch wenn bei mir die Einarbeitung so lange dauert wie bei anderen die Phase der Eingewöhnung nach der Einarbeitung, wo man den Hund schon hat, sich aber noch an ihn gewöhnen und mit ihm zu einem Gespann zusammenwachsen muß. DAS wird bei mir sicher ein paar Jahre dauern. Jetzt wäre ich schon froh, wenn es überhaupt klappt, und ich nicht wieder einmal gescheitert bin. Danach habe ich kein Ziel mehr, denn dann habe ich alles, was ich mir im Leben vorgenommen habe, ausprobiert und nicht geschafft. Dann bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig. Wenn ich dann eine neue Niere hätte, wüßte ich gar nicht, was ich damit anfangen soll, ich hätte wieder Energie, aber ich hätte keinerlei Lebensziele und -aufgaben mehr, auf welche ich dieseEnergie ausrichten und anwenden könnte. Dann bliebe nur noch daheim sitzen, die Lebenszeit absitzen und warten, bis es rum ist. Daher ist es so wichtig, daß seit 1997, wo ich Diplom gemachthabe, wieder mal was klappt, denn 12 Jahre halbwegs erfolglos rumgebrachte Zeit ist genug!

Dienstag, 19. Mai 2009

Zweite Etappe der Führhundeinarbeitung

Nun bin ich also soweit, daß ich mit Fenja zu Hause vor Ort üben kann. Im Ort der Führhundschule haben wir das Losgehen geübt, was nun schon ganz gut läuft. Ich kan auch schon steckenweise, wo es gerade geht, ganz flott mit ihr gehen. Sie spürt, sobald Frauchen unsicher wird, und dann läuft sie auch langsamer. Wenn wir ausweichen müssen, oder wenn es um die Kurve geht, dann macht sie langsamer. Ich kann ihr auch jetzt schon den Bügel überziehen. Ich bin da etwas grobmotorisch, rede aber beruhigend auf sieein, bin etwas hektisch und habe ANgst, aber manchmal greife ich auch einfach durch das Loch und ziehe ihre Schnauze durch, dann streichle ich sie freundlich, und das verzeiht sie mir auch ganz gut. Wir waren auch schon mal in einer etwas belebteren Gegend. Was noch schwierig ist, das ist, wenn sie selbst entscheiden muß, wohin sie ausweicht, und ich ja nicht Gedanken lesen kann, daher auch nicht weiß, wo sie nun hin ziehenwill, und dann laufe ich nicht rechtzeitig mit. Auch bei Treppen oder großen Hindernissen ist es noch schwierig, zu erraten, wo ich jetzt spontan mitlaufen muß. Ziehe ich zu weit nach links, dann trete ich sie, bleibe ich lieber erst mal stehen und warte, wohin sie zieht, dann blockiere ich sie. Da ist immer noch eine Zwickmühlensituation, welche ich nicht leiden kann. Auch fällt das Mitgehen direkt amHund noch schwer, aber es geht schon besser. Nun trainieren wir schon daheim bei mir. Sie kennt schon zwei Gassiwiesen, und wir werden dann auch immer dazu sagen, wohin es nun geht, damit sie es gleich mit dem Weg verknüpft. Auch fällt es noch schwer, etwas aus einer Situation auf eine andere zu übertragen. Wenn sie eine Ampel gut mit mir geht, dann fällt es mir bei der anderen Ampel wieder schwer, ich werde nervös und bin aufgeregt, weil es ja wieder eine neue Ampel ist. Ich muß ihr erst mal erklären, wo genau die AMpel ist, wobei ich es ja dann auch gleich selbstsehen kann. Dann muß sie auf den Ampel mast zugehen, an ihm hochspringen, ich muß "fein Ampel" sagen, und dann bekommt sie erst das Leckerli, sobald sie mit den Pfoten auf den Drücker gegangen ist. Das muß man noch bei jeder Ampel exttra üben. Ich weiß auch oft nicht, wie genau ich ihr die Ampel erklären muß, WELCHE sie jetzt nehmen muß, ob "gerade Ampel, weil die Ampel vor uns ist, oder "links / rechts Ampel", Weil die Ampel leicht links oder rechts ist. Auch beim drüber laufen muß ich erst bei der Ampel stehen bleiben, dann noch an diesen Drücker fassen, damit ich merke, wann es grün ist, wobei wir manchmal links und manchmal rechts vom Ampelmast stehen, ich sie aber nicht auf die andere Seite vom Mast ziehen kann, und dann muß ich umständlich um den Mast fassen, die Leine dabei aber nicht loslassen, dann müssen wir etwas zum Bord laufen, dort nochmal halten, und dann kann ich erst das Kommando für das Überqueren geben. Das ist kompliziert. Auch bin ich nervös, weil die Grünphase ja nicht ewig dauert. Und die Nervosität überträgt sich wieder auf den Hund, und es geht langsam eigentlich schneller, so paradox das klingt. Aber wir kommen drüber, das ist schon mal gut, weil das Straßenüberqueren Anfangs ja gar nichtging. Es wird noch sehr, sehr langd dauern, bis ich den Stock nicht mehr vermisse und lieber mit Hund gehe.

Fenja ist super, sie freut sich wie eine Schneekünigin, wenn es ans Arbeiten geht, auch wenn sie schon kaputt und fertig ist und manchmal erst einen Brummer "schon wieder arbeiten, muß das sein" losläßt. Aber der Schwanz geht wie verrückt und berührt laufend die Hand amBügel, so weiß ich, daß sie sich hwahnsinnig freut. Wir waren auch schon beim Bäcker drin, da sind wir einfachrein, und die Verkäuferin hat es erlaubt. Ich will aber noch eine offizielle Genehmigung, damit ich in alle dieser Filialen reingehendarf. Meine Vermieterin hat auch schon die Fenja bewundern dürfen. Sie hat auch nichts gegen sie.

Manchmal quatschen einen die Leute an oder fragen einen aus, aber damit muß man wohl leben.

Mals ehen, wa sich demnächst berichten kann.

Samstag, 9. Mai 2009

Hundetraining erste Etappe

Es ging los am 5. Mai, ausgerechnet am Protesttag der Gleichstellung Behinderter. Wird es klappen? Fenja erkannte mich gleichwieder. Meinen Begleiter bellte sie an, da er sich spontan über sie beugte, und sie sich nicht von jedem gleich anfassen lassen will, das ist ja auch verständlich, das wollen wir ja auch nicht. Dann durfte ich gleich die Kenndecke anlegen. Es ging relativ leicht. Dann ging es los zum Spazierengehen. Sie sollte erst im Fuß neben mir laufen. Es ist sehr verwirrend mit den Kommandos. Bei Fuß setzt sie sich neben mich, dann muß ich nochmals Fuß sagen, damitsie auch losläuft. Wenn ich stehen bleibe, sollte sie sich erneut hinsetzen, mit Fuß geht es wieder weiter. Wenn sie an eine Treppe oder einen Bordstein kommt, muß ich sagen: "fein, Bord", damit sie auch weiß, für was sie gelobt wird. Dann muß sie sich aber nicht erneut setzen, denn sie zeigt ja den Bord an, und es geht mit Fuß wieder weiter. Sie läuft an der Flexileine und wickelt sich auch mal um mich herum. Wenn ich zu spät an der Leine ruckele, hat sie ihr Werk schon vollbracht, und ich kann mich nur mit einer Drehung aus der Leine befreien, das sieht aus wie ein Tanz. Wenn ich zu früh ruckele, meint die Trainerin, sie sei doch nun ganz gut mit gelaufen. Dann soll ich sie rufen, mit "HIiiiieeeer". Wenn sie kommt, soll sie mich anstupsen, dafür muß ich die Hand in Schnauzenhöhe vor dem Körper bereit halten. Wenn sie sich setzt, kriegt sie eine Belohnung. Wenn sie sich nicht setzt, gibt es nichts. Wenn sie sich setzt, ich sie belohnt habe, und sie dann wieder ohne Erlaubnis aufsteht, muß ich an der Leine ruckeln, um sie zu korrigieren, dann gibt es fürs Sitzen nichts, denn sonst würde sie jedesmal einen Fehler machen, um dann nach der Korrektur was zu bekommen. Mir fällt es sehr schwer, da genau zu differenzieren, mir ist das zu komplex. Mit "lauf" ist sie wieder frei, sie kann dann tun und lassen, was sie will. Das heißt, wenn ich weiter gehe, steht es ihr auch frei, einfach sitzen zu bleiben. Gehe ich zu schnell weiter, heißt es, ich solle mir Zeit lassen, bleibe ich zu lange stehen, soll ich einfach weiter gehen, wie man es macht, ist es zunächst mal verkehrt. Ich kann nicht so gut einen Mittelweg finden.

Die Kenndecke ließ sich am zweiten Tag schlechter anlegen, da sie dauernd herumlief. Wenn man ihr Kommandos im Haus gibt, ist dies nicht richtig, da sie ohne Aufheben mit "lauf" wiederum in diesem Kommando verharren muß, daher soll man dann wiederum neutrael Wörter gebrauchen. Am zweiten Tag ging dieser Spaziergang schon besser. Da war dann der Trainer dabei, der mir vorschlug, ich solle sie schon loben, sobald sie beim "hier" zu mir eindreht, denn man lobt sie für ihre Entscheidung, ihr Spiel oder ihre Freizeit zu unterbrechen, und dann kommt sie auch schneller und motivierter zu einem, weil man sie schon auf ihrem Weg zu mir her lobt. Das leuchtet ein.

Später ging es dann zur Trockenübung. Die Trainerin hielt das Führgeschirr, und ich sollte mit ihr laufen, als sei sie der Hund. Ich bekam die leichten Kurven gar nicht mit und lief weiter gradeaus, während der Bügel schon schräg stand. Nachdem das etwas besser lief, legte ich das Geschirr der Führhündin an. Dann sagte ich "voran", und ich dachte, ich kann ja nicht gleich losstapfen sondern muß erst mal warten, ob sie sich in Bewegung setzt. Da ich stehen blieb, fühlte sie sich ausgebremst und blieb ihrerseits wieder stehen. So blibe auch ich stehen. Sie hatte aber mittlerweile begriffen, daß ich laufen wollte und lief wieder los, ich war aber ja stehen geblieben, so blieb auch sie wieder stehen. So ging das mindestens 10 Minuten lang. Dann "pendelten" wir uns ein, und wir konnten eine Weile miteinander laufen. Ich bekam auch die sanften Seitenschwenke von ihr mit. Sie geht sehr zart und macht nur ganz sachte Bewegungen, die ich sehr schwer mitbekomme. Beim Linksdreh muß ich schneller sein, da ich ja außen bin in der Kurve, beim Rechtsdreh ist es dann wieder nicht so schlimm. Außerdem muß ich schnell reagieren, wenn sie stoppt, und das ist auch schwierig. Ich darf sie nicht anschieben, ich darf sie aber auch nicht ausbremsen. Wie soll ich das nur hinkriegen? Wann genau muß ich den ersten Schritt nach dem Kommando "voran" tun, damit ich ihr nicht in die Hinterläufe trete? Ich befürchte, das wird für mich sehr schwer, wenn überhaupt machbar, da ich wenig Intuition, wenig Gespür für Timing und wenig Fähigkeiten für Bewegung habe. Natürlich kapiert das mal wieder keiner, und das wird als meine Ausrede gewertet. Ausreden hat man nur dann, wenn man was für andere tun soll und nicht will. Ich tue das ja für mich, und ich würde mich ja ins eigene Fl eisch schneiden, wenn ich mich mit Bewegungsproblemen rausreden würde. Wäre ich taub oder schwerhörig, wäre es ein konkretes Problem, aber so eine motorische Teilleistungsstörung kann man nicht messen.

Ich bin schon zu oft gescheitert: beruflich, mit Umschulungsmaßnahmen, mit anderen Projekten, mit Bewerbungen etc. Ich kann ein weiteres Scheitern nicht verkraften. Ich versuche, mein Leben zu gstalten und och etwas aus dem bißchen zu machen, was meine extrem eng gesteckten Begrenzungen mir lassen. Was soll ich mit de Rest meines Lebens anfangen, wenn nichts mehr klappt, ich nichts mehr Neues lernen kann, und kein Projekt, das ich in die Hand nehme, sich verwirklichen läßt? Nur das Fernsehen, essen, sch lafen und zur Dialyse gehen und warten, bis die Lebenszeit rum ist, ist kein Leben.

Zu Hause trauen sie mir das mit dem Hund nicht zu und raten mir nur ab. Ich habe leider nicht das Glück, ermutigt zu werden. Sie sagen, ich soll den Hund zurückgeben, wenn es nach acht Tagen nicht klappt. Wenn ich sage, daß es schwierig ist, sagt niemand: Das schaffst Du schon, Du hast schon ganz andere Dinge geschafft. Sie sagen: Siehste! Gell! So viele andere Dinge habe ich ja auch noch nicht geschafft, als daß man mir etwas zutrauen könnte.

Wenn dies hier scheitert, probiere ich nichts mehr. Auch wenn mir immer vorgeworfen wird, ich gebe zu schnell auf, niemand kann ermessen, was ich schon alles probiert habe, und wie oft ich gescheitert bin. Jeder andere würde da auch irgendwann aufgeben. Nur andere scheitern nicht ganz so oft, auch wenn sie immer behaupten, es ginge uns allen gleich, und jeer hätte dieses Problem. Das sagen ernsthaft Leute, die einen Beruf haben, die schon viele Projekte in ihrem Leben verwirklcihen konknten. Dann heißt es immer, wie es innen aussieht, wisse ich ja auch nicht, es sei nur der äußere Schein bei diesen Leuten, die vermeintlich alles schaffen. Bei mir ist der äußere Schein schon so, daß ich nicht viel schaffe, und innen sieht es dementsprechend verwüstet und verwahrlost aus, wenn man keine ERfolgserlebnisse hat.

Ich bitte nur, daß dies klappt, und daß ich wieder mal sehen kann, daß auch ich einmal ein Erfolgserlebnis haben kann. Die Schmach, daß dann alle recht hatten bei uns zu Hause, will ich mir nicht antun. Andererseits darf und muß ich aufgeben, wenn es nicht klappt, da es dem Hund sonst nur schadet. Sie gewöhnt sich an mich und muß dann doch wieder zu einem anderen Frauchen. Gut, daß ich noch einen Rückzieher machen kann, wenn es nicht klappt, das wäre schlimm, wenn es dann kein Zurück mehr gäbe. Aber ich hoffe, das ist ichtnötig. Irgend erwas muß doch auch ich mal können!

Freitag, 17. April 2009

Die widerspenstige Dialysemaschine

Neulich, am Samstag, wollten die Schwestern nach der Dialyse, daß die Maschine eines Patienten sich in den Reinigungsmodus begibt und dann herunter gefahren werden kann. Sie hupte aber die ganze Zeit und ließ auf ihrem Bildschirm alle möglichen Beschwerden lesen, die gar nicht stimmen konnten. Als sich die Schwestern nicht mehr zu helfen wußten, wollten sie sie abschalten. Aber sie hupte weiter und ließ sich nicht ausstellen. Da zogen sie den Stecker. Und auf dem Display war zu lesen: "Batteriebetrieb", und sie hupte weiter. So schob die Schwester sie raus unter einem Hupkonzert. Sie rollte sie in den Lagerraum, wo sie wohl noch weiter hupte. Es war zu drollig, wie die Maschine hupte und immer schneller hupte und unter lautem Hupen hinausgefahren wurde: "Ich lasse mich nicht ausschalten, und jetzt mache ich grad weiter, schimpf, schimpf, schimpf, schimpf, hup, hup, hup...." Und wenn sie nicht kaputt gegangen ist, hupt sie heute noch weiter! Auch Maschinen haben ihre Launen und ihren eigenen Kopf.

Nun wird es Ernst mit dem Führhund

Am Mittwoch dem 15. April war meine Trainerin mit Fenja da. Ich durfte den Hund an der Leine nehmen, und wir gingen "Fuß" bis zur Stelle, wo sie "lösen" sollte. Es stellte sich heraus, daß der Weg dahin für mich unmöglich machbar ist, da es sehr ums Eck und um tausend Hindernisse herum geht. Da sie im Geschirr nicht lösen darf, und da sie die erste Zeit den Weg dorthin nicht kennt, muß ich den Weg aus dem FF kennen. Da das nicht geht, haben wir eine kleinere Wiese ganz in der Nähe meiner Wohnung gefunden. Die liegt auf dem Weg zur Haltestelle, und es ist nicht so unheimlich, dort hinzulaufen bei Nacht. Die Fenja ging mustergültig Fuß mit mir mit.

Nun ist es also soweit: am 5. und 7. Mai haben wir eine kleine Einweisung. Dann muß ich wegen der versauten Nase nochmal zum HNO, um die kostenlose Nachbesserungs-OP zu besprechen. Am 12. geht es dann ganz richtig mit der Einweisung los. Leider muß ich doch nach Neumarkt die erste Zeit, obwohl sie mir damals zusagte, an meinem Wohnort trainieren zu dürfen. Da kenne ich ja wenigstens die Wege zu meinen Einkaufsmöglichkeiten. Aber sie meint, ich müsse den Umgang mit dem Hund erst lernen. Nun muß ich also ein-zwei Wochen nach Neumarkt fahren. Ichwill dort nicht übernachten, da ich ja noch eine Katze habe, und da ich nicht zwei Wochen ganz "weg" sein will. So überlege ich, ob ich in Neumarkt dialysieren werde, da dies geschickter ist. Das Taxi würde mich dann nur den langen Weg einmal fahren müssen. Von der Dialyse werde ich dan von der Hundeschule mit dem Auto abgeholt, und dann fahre ich nach dem Training mit dem Zug heim. Es wird sehr anstrengend werden. Wir haben ja noch die Nicht- Dialysetage, und die sind dann volle Traiingstage. Ich muß insgesamt mit einer Einarbeitung von 3-4 Wochen, wenn nicht noch länger wegen der halben Dialysetage, rechnen.

Fenja fühlte sich diesmal schon wohler in meiner Wohnung und ließ sich auch mehr streicheln. Jakob versteckte sich, und als ich ihm Leckerli gab, kam er, fraß etwas und fauchte dann. Die Trainerin meint, es sei gut, daß FEnja sich so zurücknahm, denn dann konnte Jakob sichersein, daß sie ihn respektiert. Auch wenn sie sich icht lieben werden, finden die beiden doch hoffentlich einen modus vivendi miteinander.

Ich freu mich schon so auf Fenja. Habe schon die CD mit den Hörkommandos erhalten, die ich jetzt auswendig lernen muß.

Mal sehen, wie es wird!