Montag, 9. Mai 2022

Long Covid

Vor einem halben Jahr habe ich mir die Karte für meinen fränkischen Lieblingsliedermacher Wolfgang Buck gekauft. Ich habe zweimal eine Karte erworben, die ich dann leider nicht nutzen konnte, da ich genau dann krank wurde. Ich habe daher dem Veranstalter geschrieben und dann telefonisch nachgefragt, ob man mir eine Karte reservieren könnte, da ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung nicht planen könne, und da ich schon häufiger krank war, wenn Wolfgang Buck aufgetreten ist, und dann hatte ich das Geld für die Karte leider umsonst ausgegeben. Der Pfarrer, in dessen Kirche das Konzert stattfinden sollte, meinte, das ginge nicht, 15 € seien doch wohl nicht viel, und ich solle die Karte halt vorher kaufen. Ungefähr ab dem 25 März zählte ich dann die Tage, bis endlich der 2. April war, und ich dachte, bisher bist du noch nicht krank, vielleicht schaffst du es ja dieses Mal. Ab dem ungefähr 30. März da ist irgendwas irgendwie ich spürte ich ein Kratzen im Hals, da dachte ich, ich gehe mal lieber zur Apotheke und lasse mich testen. Zuvor habe ich noch bei einer Hotline angerufen, um mich abzusichern, ob ich mit Symptomen zur Apotheke gehen könnte. Denn wie sonst könnte ich einen Test machen, da ich als blinde keinen Teststreifen nutzen kann. Der Mann meinte, dass mir ja nichts anderes übrig bliebe, obwohl es bei den Testzentren immer heißt, mit Symptomen dürfe man nicht kommen. Somit ging ich zur Apotheke und schilderte ehrlich meine Symptome, um die Frau nicht anzustecken. Sie meinte, das hört sich nach Omecron an. Ich sagte, das Wetter hat sich laufend geändert, wahrscheinlich ist es nur eine Erkältung. Nach einer Weile kam sie und flüsterte mir ins Ohr, sie sind positiv. Gehen Sie umgehend zum Flughafen und melden sich dort für den PCR Test. Ich rief dann erst einmal bei uns im Klinikum an, da ich ja transplantiert bin, um nachzufragen, ob ich denn vielleicht dort getestet werden könnte, und ob ich vorsichtshalber eine Reisetasche mitnehmen sollte, falls ich im Krankenhaus bleiben müsste. Die Schwester meinte, warum ich denn unbedingt ins Krankenhaus wollte, wenn ich doch keine starken Symptome hätte. Ich erklärte ihr den Sachverhalt, und sie meinte, ich könne einen PCR Test überall machen. Dies stimmt nicht, meistens kann man nur einen Antigenschnelltest machen, aber ich hab ja nie recht. Sie meinte, bevor sie mit dem Kopf unter dem Arm kommen, melden Sie sich lieber früher. Ich entgegnete ihr dann, bevor ich nicht den Kopf unter dem Arm habe, nehmen Sie mich ja sowieso nicht. Da hat sie gelacht, erwischt. Danach habe ich bei der Hotline der KV angerufen, es gibt eine für medizinische Notfälle und eine für Corona. Bei der Hotline für Corona meinten die, ich dürfe weder mit dem Taxi noch mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren, daher fragte ich, was ich als Blinde den dann machen sollte. Er schlug vor, Ich könne doch einen Test auch zu Hause machen lassen, da könne doch jemand kommen. Ich sagte ihm noch, da werde ich mich sicher nicht durchsetzen können, denn die kommen nicht einfach, da habe ich einschlägige Erfahrungen gemacht. Er könne aber aus der Ferne nichts machen, meinte er, ich solle eben bei uns anrufen, die würden schon kommen. Bei der Hotline für medizinische Notfälle erklärte man mir, da gebe es keine Möglichkeit, und es sei ja nur ein Antigenschnelltest, das sagte noch gar nichts aus, unter könne ich ja auch noch mit dem öffentlichen Nahverkehr oder mit dem Taxi fahren. Ich fragte ihn dann etwas provokant, dann könnte ich auch genauso gut auf das Konzert gehen, ja, natürlich. Ich erwiderte, das ist aber dann eine Gewissensfrage. Keine Chance, sie kamen nicht. Somit rief ich dann bei einer Testagentur am Flughafen an, man erklärte mir dort, dass ich auch bei uns beim Lidl zum Test kommen könnte. Aber da gab es vom Montag keine Möglichkeit. Dann könnte ich auch genauso gut zu meiner Hausärztin gehen. Da schaute ich dann beim Flughafen, dort hieß es aber, dass der Antigenschnelltest und der PCR Test etwas kosten würden. Ich rief also noch mal bei der Hotline von dieser Testagentur an, dort wurde immer wieder wie ein Automat wiederholt, der Antigenschnelltest ist kostenpflichtig, wenn dieser positiv ist, machen wir den PCR Test umsonst, obwohl ich ja schon einen Antigenschnelltest in der Apotheke mit positivem Ergebnis gemacht hatte. Ich habe dann noch mal geschaut, es gäbe angeblich einen Bürgertest, den habe ich aber nicht gefunden. Daraufhin hieß es dann, alle Tests, die ich am Flughafen mache, müsste ich bezahlen. Daraufhin rief ich dann beim Gesundheitsamt an, ich hatte also einfach mal die Nummer der Stadt gewählt, und die Hotline für Corona vom Gesundheitsamt war noch mit Personal besetzt. Der Mann meinte, momentan gäbe es Schwierigkeiten, es sei nicht mehr geklärt, inwieweit PCR Tests noch bezahlt würden. Wenn ich am Montag zum Hausarzt ginge, was ich ohne weiteres tun könnte, da ich nicht dringend unbedingt am Samstag einen Test machen müsste, dann sollte ich sicherheitshalber nachfragen. Zwischendurch rief dann noch meine Schwester an und schimpfte herum, dass ich doch nichts bezahlen müsste, und wenn, so ein Test koste doch nicht mehr wie 5 €. Das stimmt nicht, denn in der Apotheke kostet schon der Test, wenn man ihn kauft und dort nicht direkt machen lässt sondern selbst machen muss, weil man krank im Bett liegt, und nicht zur Apotheke gehen kann,, 5 €, beim Supermarkt 2,50 €, und der PCR Test kostet sogar 60 €, wenn man ihn am Flughafen macht, und der Antigenschnelltest, den man bei dieser Firma dann noch mal machen muss, auch wenn man schon einen von einer anderen Firma hat, würde dort 30 € kosten. Aber ich hab ja nie recht. Ich habe ihr dann erklärt, dass sich da wohl einiges bei der KV geändert hat, und dass es nicht mehr selbst verständlich ist, den PCR Test bezahlt zu kriegen. Auf jeden Fall war ich ganz auf mich allein gestellt. Die Notfälle halten sich nicht an Geschäftszeiten, zu denen die Assistenten oder meine Betreuerin verfügbar gewesen wären. Am Montag rief ich dann bei der Hausärztin an, nachdem ich gelesen hatte, dass der Antigenschnelltest zu 99 % aussagekräftig sei, wenn die Inzidenz hoch sei, und wenn man Symptome hätte. Daher fragte ich, ob ich dann überhaupt noch einen PCR Test machen müsste, sie meinten, wenn ich nicht zur Arbeit ginge, bräuchte ich das nicht. Ich fragte, ob sie das dann dem Gesundheitsamt melden, nein, das müsse ich schon selbst machen. Somit rief ich noch einmal beim Gesundheitsamt an, dort meinte einer, sie hätten ein mobiles Abstrich-Team, das könne doch zu mir kommen. Ich sagte, bei mir doch nicht, das macht man doch nur bei schwer kranken, ich bin ja nur blind und Nieren krank. Er hat den Sarkasmus durchaus rausgehört, denn eine blinde Frau hatte mir erzählt, dass das Gesundheitsamt bei ihr aufgeschlagen sei, um sie zu testen. Er reagierte prompt und sagte auf meinen Einwurf hin, das hört sich aber nicht gut an, ich frag mal nach, und tatsächlich kam er dann und meinte, ein mobiles Abstrich-Team würde am Dienstag bei mir vorbeikommen, man würde sich mit mir in Verbindung setzen. Das war dann auch geschehen, das ging dann alles sehr schnell, und am Donnerstag erhielt ich sogar ganz von alleine, automatisch, ohne meine Nachfrage, einen Telefonanruf, dass der PCR Test positiv sei, der zyklische Schwellenwert läge unter 30, bei 28. Ich erhielt dann eine E-Mail mit dem Ergebnis, und ich wollte das natürlich auch bei der Corona-Warn-App eintragen lassen, ich hatte aber keinen Strichcode. Daher musste ich dann bei dem Betreiber der App anrufen, dort erhielt ich dann eine 8-stellige TAN, die konnte ich dann in die App eingeben, damit ich mein positives Ergebnis weiterschicken konnte, um andere zu warnen. Ich hatte eigentlich am Anfang kaum Symptome, ich hatte nur ziemlich starken Husten, und dann war ich schon kaputt und musste mich ins Bett legen. Am Samstag dem 2. April hätte ich noch locker auf das Konzert gehen können, aber am Sonntag lag ich dann flach. Ich merkte aber, dass mir abends häufig die Luft weg blieb, und dass ich weder ein- noch ausatmen konnte, und dass sich dann manchmal meine Lunge total zusammenkrampfte. Ich habe dann erst einmal ein Rezept bei unseren Nephrologie bestellt, und die meinten, ich solle es abholen. Ich sagte, ich habe Corona, und das hat dann der Arzt mitbekommen und mich deswegen angerufen. Er meinte, die Medikamente könnten wir so lassen, weiter müsste ich nichts beachten, er wolle nur kurz mit mir sprechen, weil er mitbekommen hätte, dass ich Corona habe. Als der Husten immer schlimmer wurde, habe ich dann noch mal bei meiner Hausärztin angerufen, da waren eine russisch sprechende Sprechstundenhilfe, die kaum verstand, was ich sagte, und sie meinte, ohne, dass mich die Ärztin gesehen hätte, könne sie mir nichts verschreiben, und sie können nicht kommen, wenn ich Corona hätte, Krankenhaus. Ich fragte, ob ich gleich ins Krankenhaus müsste, oder ob das nur dafür gelte, wenn es schlimmer würde, und ob ich kurz mit der Ärztin sprechen könnte. Moment, ich Kollegin fragen. Dann legte sie den Hörer beiseite, und danach geschah nichts mehr. Als ich merkte, dass man mich vergessen hatte, habe ich aufgelegt. Ich rief dann in der Nephrologie an, dort rief mich dann mein Arzt zurück und meinte, ich solle mir Kamillentee holen und inhalieren. Ich hatte aber mehr eine Allergie in Verdacht, da diese Anfälle nur abends kamen, dass sich meine Bronchien so zusammen zogen. Ansonsten hatte ich einfach nur Husten. Ich hatte von mir aus schon einen Schleimlöser genommen, dann bestellte ich bei der Apotheke noch Kamille dazu, und dann kam ich drauf, dass ich die Tüte mit den Katzenböllern, die ich gesammelt hatte, weil ich sie nicht rausbringen konnte, am Türgriff meiner Wohnung hängen hatte, und das wahrscheinlich die giftigen Ausdünstungen diese Atemnotanfälle ausgelöst haben. Daraufhin stellte ich die Tüte dann auf den Balkon. Danach war es weg, außerdem habe ich ja viel mit Kamille inhaliert und den Schleimlöser genommen. Der Husten war natürlich noch da, aber er wurde wesentlich besser. Ich habe dann Wasser mit Salz gemischt und den Dampf inhaliert, Salz wirkt Wunder. Salz kann man auch Gurgeln oder durch die Nase ziehen. Wirkt alles wunderbar. Dennoch musste ich ja am 20. April zur normalen Nierenkontrolle, die alle Vierteljahre stattfindet. Ich hatte schon befürchtet, dass die Niere durch das Corona etwas abbekommen hatte. Als ich dann meine Werte hörte, war ich sehr erstaunt, denn sie waren nahezu wie bei einem gesunden Menschen. Ich dachte, das ist ja traumhaft. Allerdings ging der Blutdruck immer höher, konnte ich zuvor noch einige Medikamente weglassen, weil der Blutdruck viel zu niedrig wurde, wenn ich alle eingenommen hätte, kann ich jetzt froh sein, wenn bei Einnahme aller Blutdrucktabletten der Blutdruck unter 130 zu 80 liegt. Auch hat mir jeder erklärt, von der Kosmetikerin bis zu einigen Assistenten, die ich habe, dass mein Gesicht eine bräunliche Färbung angenommen hat, die sie zuvor noch nie bemerkt hatten, auch nicht, wenn ich krank war. Die braune Farbe hatte ich immer, wenn ich wieder zu Dialyse musste. Daher hat mir das große Angst gemacht. Die braune Farbe sei jetzt wieder etwas besser, und außerdem fühle ich mich schon wesentlich besser, aber heute, am 9. Mai habe ich noch mal eine Blutabnahme beim Hausarzt gemacht, den ich befürchte, dass die Werte, die in der Nierenambulanz gemessen wurden, nicht meine Werte waren. Ich fragte nach, man sagte mir, wenn das so wäre, hätte das Labor und das gesagt. Das liegt aber in der Natur der Sache, dass man einen Irrtum ja nicht bemerkt, wenn man ihn benennt, dann kann man ihn ja beheben. Wie soll das Labor Bescheid geben, wenn es eine Verwechslung, die ja immer unbemerkt passiert, nicht melden kann? Morgen bekomme ich die Ergebnisse, ich kann nur hoffen, dass sich nicht verschlechtert hat. Ich habe so viel getrunken wie nur möglich, ich hoffe, dass alles in Ordnung ist. Nach einigen Wochen merkte ich, dass es mit meiner Genesung einfach nicht weitergehen wollte. Das habe ich häufiger, wenn ich krank bin, dass es ewig dauert, bis ich wieder aus dem Bett komme. Dieses Mal hörte es aber einfach nicht auf. Ich habe dann Mitte April meine Betreuerin gefragt, wie ist das, wenn ich nicht wieder gesund werde, muss ich dann ins Heim, oder bekomme ich zu Hause Pflege? Denn jedes Mal, wenn ich so lange krank bin, mache ich mir Gedanken darüber, was ist, wenn ich wirklich bettlägerig bleibe. 2018 hatte ich diese Befürchtung schon einmal, da ich einfach nicht mehr auf die Beine kam. Sie schrieb mir dann zurück, ich könne das selbst aussuchen, ob ich zu Hause oder im Heim gepflegt werden wollte, sie würde mich in beiden Fällen unterstützen. Ich habe dann erst einmal folgende Beschlüsse getroffen: ich möchte Essen auf Rädern, ich möchte jetzt dreimal die Woche eine Assistenz. Ich habe mir für teures Geld einen Saug-Wischer gekauft, oder einen Wisch-Sauger, mit dem ich jeden Tag durch die Wohnung fahre, weil die Katzenstreu so herumfliegt. Ich mache jeden Tag das Katzenklo, und ich bringe es nach draußen, und ich putze Waschbecken und Toilette, zumindest Besuchs fertig, und ich möchte, dass die Küche ordentlich aussieht. Außerdem möchte ich, dass mein Briefkasten geleert wird. Daher brauche ich dreimal die Woche jemanden, der das im Moment für mich macht, denn ich kann im Moment nicht Woche für Woche warten, bis jemand einmal wöchentlich kommt. Und ich möchte eine andere Putzfrau, da ich mich mit dieser überhaupt nicht verstand. Sie kam, wann sie wollte, sie sagte kurzfristig ab und verschob munter die Termine nach hinten oder nach vorne, wie immer es ihr passte, sie war unfreundlich, sie hatte immer das letzte Wort, und ich hatte schon richtig Angst vor ihr, wenn ich mit ihr sprach. Die Betreuerin organisierte dann erst einmal ein Probeessen, welches mir gut schmeckte, und seit mehr als einem Jahr esse ich fast nur vegetarisch, ab und zu esse ich aber Fisch. Außerdem sagte sie, dass ich eine neue Putzfrau bekäme, sie sei dunkelhäutig und hätte ein Kopftuch, ob ich da etwas dagegen hätte. Ich meinte, wie kommt sie eigentlich darauf, mich das überhaupt zu fragen, sie müsste mich doch kennen, denn ich bin doch kein Rassist. Ich war total empört, dass ich das überhaupt gefragt werde, für mich ist das selbst verständlich. Sie meinte, die Frau müsste geschützt werden, denn sie sei schon häufiger wohin geschickt worden, wo sich dann die Leute beschwert hätten, wen sie ihnen da geschickt hätten. Ich fand das entsetzlich. Ich finde es nur immer fürchterlich, dass weiße Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen immer dunkelhäutige oder andersgläubige beschäftigte haben, die Ihnen den Dreck wegmachen. Aus diesem Grund hatte ich schon einmal die dunkelheutige Freundin einer Freundin abgelehnt, aber ich wäre lieber mit ihr Kaffeetrinken oder Essen gegangen, anstatt, dass sie für mich putzen muss. Aber die Frau möchte ja auch ihr Geld verdienen. Ich hatte mal eine Frau mit Kopftuch als Sprechstundenhilfe, die bei mir mit einem Rüttler meine Bronchitis behandelt hat, es ist mir ziemlich egal, was die Dame auf dem Kopfe trägt. Meine Tante war Klosterschwester, und es gibt durchaus auch christliche Frauen, die bei der Arbeit ein Kopftuch tragen. Beim Putzen finde ich, dass sich das schon empfiehlt. Außerdem hatte meine Betreuerin Ende April einen Hausbesuch meine Ärztin organisiert. Ich wollte eigentlich jemand anderem, da ich mit den Sprechstundenhilfen absolut unzufrieden bin. Denn wenn ich Sie bitte, den Taxischein richtig auszufüllen, dann bekomme ich nur zu hören, wenn die Kasse was will, sollen die sich melden. Hinterher heißt es dann, ich hätte das so abgesegnet, und dann beschwert sich der Chef vom Unternehmen, das ich drauf 8. muss, dass die Scheine ordentlich ausgefüllt sind, denn sonst muss ich zahlen. Die ganze Mannschaft hat gewechselt, auch meine Lieblings Sprechstundenhilfe ist nicht mehr da, die sich ab und zu mal etwas um mich gekümmert hat, und die etwas auf mich geschaut hat. Als die Ärztin mir zum Beispiel damals die Pille nur für 3 Monate verschreiben wollte, und sie 6 Monate genauso viel kostet, habe ich mithilfe der Sprechstundenhilfe zumindest die 3 Monate erreicht, denn sie hätte mir nur die Pille für einen Monat geben wollen, das wäre aber im Verhältnis sehr teuer gewesen. Jetzt sind nur noch russische Sprechstundenhilfen und eine nicht ganz so freundliche deutsche Sprechstundenhilfe dar. Bei meiner Impfung hatten sie mich vergessen, ich musste noch mal kommen, und ich hatte ziemlich viel Mühe an dem Tag, all das zu organisieren, denn ich brauchte noch andere Medikamente von einem anderen Facharzt. Daher musste ich dann auf dem Weg zur Praxis auch noch telefonieren, damit die Assistenz alles richtig macht, damit die andere Praxis weiß, dass jetzt jemand kommt, um ein Rezept abzuholen etc. Die Ärztin fragte mich dann, nachdem ich mich hundertmal auf dem Weg dorthin verlaufen hatte, na, wie geht es Ihnen. Ich sagte, ich bin im Stress. Da hat sie mich an gemeckert, Stress haben wir alle, auch die Gesunden, wer keinen Stress mehr hat, ist tot. Das nächste Mal, wenn mich jemand fragt, wie's mir geht, sage ich nur noch jaja. Jedenfalls kam sie dann tatsächlich am Abend, und sie meinte, ich bräuchte Vitamin C, und ich bräuchte Vitamin B und Zink. Außerdem hatte ich bei meinem Nephrologen bereits erwirkt, dass noch mal das Blut auf Eisen untersucht wird, das konnte zum Glück nachgereicht werden. Dann habe ich auch ein Rezept für Eisen bekommen. Sie bot mir auch Infusionen an, aber abgesehen davon, dass eine Infusion schon 40 € kostet, hätte ich dann in die Praxis kommen müssen, was mir zu diesem Zeitpunkt einfach unmöglich war. Ich wollte, dass sie mir einfach nur Aufbauspritzen gibt, sie meinte zwar erst, ohne Infusionen macht das keinen Sinn, aber es sei ja immerhin besser als nichts. Ich habe dann erst einmal die Tabletten und zusätzlich noch Selen bestellt. Sie erklärte mir, dass dies mit oxidativen Stress zu tun hätte, den man nach jedem Infekt hätte, und dass ich Long-Covid hätte. Das könne bis zu einem halben Jahr dauern. Prima, aber immerhin wusste ich jetzt schon mal, woran ich war. Als ich dann in meinem Broadcast auf WhatsApp erzählte, dass ich Long Covid hätte, rief ein Bekannter von mir an, er sei ganz erschüttert gewesen, und dann erzählte er mir, genau wie bei ihm, er könne im Moment auch wenig machen, er müsse sich auch immer mal wieder hinlegen, und das Beste sei dann doch, seine Termine, die man sich vorgenommen hätte, auch durchzuziehen. Ich sagte ihm, ich könne mich noch nicht mal anziehen, ich war damals noch froh, wenn ich überhaupt mal duschen und Haare waschen konnte. Es ging nicht darum, dass ich irgendwie depressiv war, denn er meinte, bei ihm wird eine Depression beginnen, und er müsse man sich eben überwinden. Ich konnte ihm nicht erklären, dass ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung da andere Voraussetzungen habe, und dass ich ja schon mal Epstein Bar hatte, und dass die Situation damals ähnlich war. Da freut man sich, dass jemand erschüttert Anteil nimmt, und dann wird es nur als Aufhänger benutzt, um sich mit mir zu vergleichen, obwohl die Situation und das Befinden ganz anders ist, nur, um seine eigene Krankengeschichte loszuwerden. Und um mir wieder zu zeigen, dass man moralisch überlegen sei und den inneren Schweinhund besser überwinden könnte als ich. Ich erklärte ihm, dass ich tatsächlich absolut nichts machen könnte, und dass mich wirklich alles anstrengte, da kam dann auch nur wieder, das einzige Mittel hier ist die Zeit. Ich sagte, ich bekomme jetzt Vitamine, und ich möchte das nicht weiter diskutieren, ich muss jetzt meine Medikamente nehmen, ich verabschiede mich, wieder hören. Zufällig hatte ein neuer Assistent bei mir angerufen, da ich gefragt hatte, wer mit mir am 25 April zu einer Veranstaltung geht, und ich wollte das mit ihm direkt ausmachen, da ich ja nicht wusste, ob ich bis dahin wieder gesund sein würde. Da habe ich gleich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und ihn gefragt, ob er denn Lust hätte, bei mir zweimal die Woche zu kommen. Dienstags kommen ja immer die beiden festen Assistentinnen, die kommen im Wechsel, und am Donnerstag und am Samstag könnte er kommen. Er meinte zwar, dass er erst ab 17:00 Uhr könnte, aber nächsten Samstag kann er schon ab 11.am Samstag ist es mir immer lieber, wenn die Leute schon am Vormittag kommen, denn manche Läden machen ja zu, wohingegen am Donnerstag die Geschäfte viel länger offen haben. Er kam also am Donnerstag, eigentlich sollte er um 17:00 Uhr kommen, aber um 17:15 Uhr war noch keiner da. Ich habe dann angerufen, er würde in einer halben Stunde bei mir sein. Ich sagte ihm aber schon, dass das eigentlich nicht so toll ist, denn ich habe viele Leute gehabt, die mit mir spielen, und die kommen, wann sie wollen, und das möchte ich gleich unterbinden. Ob er das verstanden hat, weiß ich nicht, aber jetzt ruft er mich vorher an, wenn er kommt. Wir machen das jetzt auch wesentlich genauer aus. Er geht dann mit dem Staubsauger durch, er wunderte sich, warum das Ding überhaupt nicht saugt. Es stellte sich heraus, dass im Badezimmer so viel Katzenstreu herumlag, und wenn ich dann ein bisschen gesprüht hatte, was man mit dem Hebel am Griff tun kann, verklumpte dies, und das Rohr war komplett zugesetzt, man hätte das als Zement verkaufen können. Eigentlich wollte ich das Gerät ja genau für das Badezimmer einsetzen, aber das kann ich jetzt wohl knicken. Für den Rest der Wohnung ist er aber hervorragend. Ich habe ja noch den großen schweren Staubsauger, den benutzt dann immer die andere Assistentin, da ihr dieser lieber ist. Ich habe mir auch so einen Putzeimer gekauft, wo ein Aufsatz drauf ist, in welchen man dann einen auf eine Teleskopstange angeknüpften Putzlappen steckt. Es ist ziemlich schwierig, man muss auf den Knopf drücken, dann knickt die Vorrichtung ein, man kann sie eintauchen und auswringen, dann muss man das Gerät wieder auf den Boden drücken, damit sich die Vorrichtung mit dem Lappen wieder spreizt. Ich muss dann auch noch darauf 8., dass der Lappen quer und nicht längs liegt, da die Stange ja rund ist, und ich somit keinen richtigen Anhaltspunkt habe. Das ist ganz schön schwierig, ich glaube, der Assistent hat gar nicht kapiert, was für eine Herausforderung so etwas für mich ist. Ich wollte es aber trotzdem mal lernen, auch wenn ich es im Moment nicht selbst durchführen kann. Prinzipiell finde ich sowas aber toll und möchte es auch selbst können. Die nun ehemalige Putzfrau hat herum geschimpft, so einige Lumpe, das wackelt ja, da wird man ja blöd. Sie hat dann wieder den alten Lappen genommen, sie ist halt einfach ziemlich unflexibel. Er meinte, das ist toll, und er hat die Stange, die ich etwas schlampig montiert hatte, noch richtig fest gedreht. Der Assistent hat mir dann auch das Essen vorgelesen, und nun kommt immer dieser eine Mann, der kaum deutsch spricht, er sagt, guten Morgen, Essen, einen schönen Tag, drückt mir mein Essen in die Hand und geht. Das 1. Mal hat er mir das Probeessen und einen dicken Briefumschlag gegeben. Er hat mich aber nicht verstanden, ich nehme an, die nehmen mit Absicht solche Leute, damit die sich nicht zu lange bei der Kundschaft aufhalten, weil sie diese sowieso nicht verstehen. Außerdem sind die mit Sicherheit schlecht bezahlt. Man kann entweder jeden Tag ein Essen haben, oder man nimmt 5 tiefgefrorene Gerichte im Pack , oder man sucht 7 einzelne Gerichte aus. Da ich jetzt erst einmal von meiner Tiefkühlfirma ziemlich viele Sachen bestellt hatte, und mein Gefrierschrank voll ist, wollte ich jetzt erst einmal jeden Tag beliefert werden, und wenn mir mal etwas nicht schmeckt, dann nehme ich etwas aus meiner Gefriertruhe. Im Moment bin ich ja noch jeden Tag zu Hause, und wenn ich wieder etwas gesünder bin, möchte ich das aber beibehalten, damit ich nicht wieder so in Stress gerate, dass ich wieder krank werde. Daher hat mein Assistent mir erst einmal für die nächsten 3 Wochen die Menüs vorgelesen, wir haben sie angekreuzt, und die einfachste Methode ist es, die Zettel einfach dem man mitzugeben, der dann so lange wiederkommt, bis die Gerichte alle verbraucht sind, und dann drückt er mir hoffentlich wieder die nächste Liste in die Hand. Sie geht immer von der letzten Woche des Monats bis zur letzten Woche des nächsten Monats, etwas merkwürdig, dass es so mitten im Monat anfängt und aufhört. Das war zunächst etwas verwirrend, zumal wir einen dicken Packen mit sämtlichen Tiefkühlgerichten ebenfalls erhalten hatten. Es sind natürlich die gleichen, aber die werden dann aufgewärmt, sodass man sie am selben Tag verzehren kann. Ich mache mir das dann immer abends warm, um 10:30 Uhr kommt er schon und drückt mir ein warmes Gericht in die Hand. Ich könnte das dann gleich zum Frühstück essen. Ende April konnte ich manchmal aufstehen und mich anziehen, manchmal falle ich dann wieder todmüde ins Bett. Ich habe entsetzliche Gelenkschmerzen, das hatte ich ja schon 1990, als ich Epstein Bar hatte, aber mir glaubt keiner. Es hat keinen Sinn, mit den Ärzten darüber zu sprechen, mein linkes Handgelenk ist etwas dicker, es schmerzt entsetzlich, ich kann nachts kaum schlafen. Ich kann kaum noch etwas mit der Hand machen, zum Glück habe ich hier eine Möglichkeit zu diktieren mit Dragon. Ich habe jetzt die ganze Zeit im Bett gelegen und über das Handy geschrieben, im Moment sitze ich mal wieder am PC. Ich habe auch schon länger nichts mehr hier geschrieben, aber jetzt wollte ich das tun. Mein Kater Louis legt sich auf meine schmerzende Hand und schnurrt. Lina ist am Anfang sehr viel gekommen, als sie dann merkte, dass ich immer im selben Schlafanzug im Bademantel herum liege, hatte sie keine Lust mehr und machte sich mehrere Tage unsichtbar. Das hat sie das letzte Mal auch so gemacht. Wenn ich mich dann umziehe, legte sich auch mal wieder bei mir hin. Vielleicht mag sie dann meinen Geruch wieder. Manchmal ist sie tagelang nicht aufzufinden, und dann wieder legt sie den ganzen Tag bei mir und will kuscheln. Louis vielleicht die ganze Zeit um meine Beine herum. Wenn ich ihn nicht sofort beachte, haut er mit der Kralle zu. Er möchte einfach, dass ich mich um ihn kümmere, oder er möchte sich um mich kümmern. Manchmal legt er sich, aber nur wenn ich krank bin, quer über meinen Hals. Die Tiere scheinen zu spüren, wenn es einem nicht gut geht, oder wenn man Schmerzen hat. Ich habe jetzt einige Onlineseminare trotzdem verfolgt, manchmal ist es schwer, da reinzukommen, weil die Anmeldung nicht barrierefrei ist. Bei meiner Krankenkasse war sie auch nicht barrierefrei, und erst als meine Assistentin sich darum kümmerte, haben die mir überhaupt geantwortet. Meine Betreuerin hat mich dann angemeldet. Wir haben ja jetzt ein online Veranstaltungszentrum für blinde, da habe ich auch einige Vorträge und Lesungen verfolgt. Demnach kann ich online auch eine Menge machen. Bevor ich krnak wurde, hatte ich noch genug Brot, daher ging ich am Bäcker vorbei. Als ich dannkrank wurde, habe ich gedacht, bestellsthalt online, aber leider kam alles, nur das Brot, das Salz und der Kaffee nicht. DA ich damals noch unter Quarantäne war, habe ich in dreifacher Ausführung einen Zettel rausgeworfen vor die Wohnungstür, wer kann für mich Brot holen ? Auch ahbe ich das über WhatsApp gefragt, und eine blinde Frau weit am anderen ENde der Stadt hat sich gemeldet und mir ein Brot gebracht!!! EIne Nachbarin hat auch eines hergebracht und mir dann sogar ihre Nummer gegeben, damit ich nicht krank im Haus herumlaufen muss. Das fand ich sehr nett. Nächstes Mal halte ich vor dem Bäcker an, wenn ich das je wieder machen kann, wenn der Rucksack vom Einkaufen auch noch so schwer ist. Außerdem habe ich so oder so ziemlich viel zu organisieren, jetzt bekomme ich zum Glück Essen auf Rädern, aber ich muss ja das Katzenfutter bei einer Drogerie bestellen, und es ist nahezu unmöglich, die weltbeste Streu zu erhalten, da sie überall vergriffen ist. Vielleicht liegt das auch am Krieg, an Korona oder an sonst was. Im Moment liegt ja sowieso alles am Krieg oder an Korona. Schließlich wächst ja alles in der Ukraine... Und schließlich beziehen wir ja alles aus Weißrussland oder Russland... Vielleicht gibt es dann auch bald keine Orange mehr, die kommen ja bekanntlich auch aus Russland. Oder sie werden zehnmal so teuer, da sie von Spanien aus über die Ukraine geliefert werden... Außerdem gab es dann noch eine Online-Preisverleihung des Wettbewerbes vom Geest-Verlag für das Buch "Bittersüße Wirklichkeit", eine Anthologie, bei der ich auch was eingesandt habe. Ich habe natürlich nicht mit einem Preis gerechnet, aber als ich dann erfuhr, dass es 15 Preise gegeben hätte, und dass ich so gar keinen bekommen habe, war ich doch sehr enttäuscht. Da diesmal so viele mitgemacht hatten, bis zu 70 Leuten, auch sehr viele Blinde, hat man sich entschlossen, einen zweiten Band herauszugeben. Womöglich dachte man dann, jetzt kannm man auch die schlechteren Beiträge mit reinnehmen, da man noch Platz hat. Daher bin ich dann wohl auch im Buch gelandet. Einige Preisträger und Preisträgerinnen haben gelesen, auch einige ohne Preis haben bei der Online-Preisverleihung ihre Beiträge vorgestellt. Ich war ja da noch krank. Platz 12, 13, 14 oder 15 hätte ich mir schon gegönnt, bei FÜNFZEHN Preisen…! Ich kann nur hoffen, dass Covid wieder vollständig weg geht, nachdem ich jetzt 10 Jahre Dialyse ausgehalten habe, von 1990-1993 das chronische Müdigkeitssyndrom aufgrund von Epstein Bar hatte, was jetzt mittlerweile auch erwiesen ist, und was nicht nur psychosomatisch war, und jetzt, wo ich transplantiert bin, möchte ich schon auch leben und nicht nur im Bett herumliegen, denn da arbeitet die Zeit gegen mich, bis es wieder Richtung Dialyse geht. Ich kann mich nur bedingt Aktivitäten widmen und muss mich noch etwas schonen. Einiges von den Hilfen möchte ich auch beibehalten, denn sonst werde ich gleich wieder krank. Auf jeden Fall finde ich es immer sehr befremdlich, wenn mich dann meine Familie fragt, sag mal, was machst du denn jetzt eigentlich den ganzen Tag so? Siehe oben.

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Fast schon ein Jahresrückblick

Jetzt muss ich ohne Korrekturen schreiben, da momentan sehr viel los ist. Ich habe jetzt 2 Katzen. Geboren sind sie ja am 29 Juni. Abgeholt habe ich Louis am 20. September. Er ist blau-grau, daher wollte ich etwas mit Blue haben, aber mir fiel nichts wirklich Vernünftiges ein. Ich habe dann gedacht, Louis wäre doch ein schöner Name, klingt ja ähnlich. Zufällig habe ich danach das Buch Die Hände von Louis Brei gelesen, ich dachte, das ist ein würdiger Name für einen Kater. Das Buch ist übrigens auch sehr gut und empfehlenswert. Danach habe ich laufend von Leuten gehört, die einen Kater namens Louis haben. Ich habe ihn also abgeholt, zuvor warf das Großereignis noch einige Schatten voraus. Zum Beispiel musste erst noch der riesengroße Kratzbaum aufgebaut werden, da mein Raum fast 3 m hoch ist, und ich daher keinen Deckenspanner nehmen kann. Bei einer riesengroßen Katze, welche Louis als Maine-Coon-Ragdoll-Mix einmal werden wird, würde so ein System auch zusammenbrechen. Daher habe ich mich für einen mit einer riesengroßen Plattform unten entschieden. Der Baum ist über 2 m hoch, es ist mehr ein Turm denn ein Baum. Meine Assistentin versuchte, ihn aufzubauen. Ihr Rand schon der Schweiß, und sie musste aufgeben. So habe ich dann jemanden vom Tauschring gesucht, der hat ihn dann aufgebaut unter Fluchen und Schimpfen, denn obwohl er Ingenieur war, war die Anleitung selbst für ihn extrem dürftig. Aber er hat es letztendlich geschafft. Außerdem wurde noch eine Barriere an der Tür mit Schrauben zwingen eingespannt, denn bohren oder dübeln darf man ja in einer Mietwohnung auch wieder nicht. Wir haben dann noch ganz viele sie sei Platten gekauft, die er mir mit kleinen Nägeln an der Tür befestigen musste, da doppelseitiges Thesa nicht hielt. Das müssen wir dann eben wieder mit Türfüller beheben, wenn ich mal ausziehe. Ich hoffe, dass ich mal mit den Füßen voraus hier weg gehen kann, dann wird das sowieso irgendwie geregelt. Nun konnte der Kater kommen. Wir fuhren also hin, und ich holte den kleinen Krater ab. Damals war er noch sehr klein. Es gab noch eine kleine Katze, sie war schwarz und hatte an 3 Pfoten eine weiße Zehe. Und sie hatte ein weißes Fleckchen am Bauch. Sie war sehr frech und niedlich. Sie ist mir damals schon aufgefallen, als sie mit ihrer leider verstorbenen Schwester gleich auf mich zukam, um mit mir zu spielen. Ich wollte aber zuerst nur eine Katze, da ich fürchtete, das finanziell nicht stemmen zu können, und da ich auch Angst hatte, beide nicht beaufsichtigen zu können, weil einer vielleicht in dem einen und der andere in dem anderen Zimmer ist. Das ist zwar nicht immer nötig, aber manchmal ist es wichtig, beide im Auge zu behalten. Die kleine Katze sollte an eine Familie gehen, die jedoch nicht gekommen war. Das passierte wohl zweimal, und sie ließ mir einfach keine Ruhe. Ich fand sie einfach süß. Als ich mit Louis zu Hause war, hat er sich zuerst verkrochen, aber nachts kam er zu mir ins Bett und hat mich fast skalpiert, so sehr hat er mir an den Haaren gezogen. Schon als wir in holten, ist er nur unter Protest in seinem Katzenkorb gesessen. Außerdem hat er zu Hause, als er sich dann raus traute, laufen den Eindruck gemacht, als ob er seine Mama suchen würde, und als ob er stinksauer wäre, dass man ihn von seiner großen Familie weggeholt hätte. Ich merkte, dass er einfach einsam war. So rief ich also bei der Frau an und fragte, ob ich die Katze noch haben könnte, ich bekam sie zum halben Preis, und sie meinte, ich müsste aber ganz schnell kommen, damit er sich noch an sie erinnert. Ich finde das eigentlich unerheblich, denn ich hatte immer Katzen, die nicht miteinander verwandt waren, und auch Geschwister können sich ja manchmal nicht riechen. Ich fuhr also los, und der Fahrer meinte, ich könne doch die kleine Katze schon rausholen aus dem Käfig, damit sie nicht so traurig ist. Ich nahm sie also auf den Schoß, und sie schmiegte sich bereits an mich. Ich habe sie nun Lina genannt, einen Namen, den ich eigentlich für das nun verstorbene Kätzchen erdacht hatte, da er einfach so gut zu ihr passte. Aber beide Mädchen waren recht gleich, ich wusste gar nicht mehr genau, welche nun öfter bei mir war, als ich in ihrem Alter von 4 Wochen schon einmal bei Ihnen war. Zu Anfang hat er erst gefaucht, sie hat geknurrt, aber das hat sich schnell gegeben. Zunächst einmal sind beide nicht hergekommen. Das war etwas traurig für mich. Aber nach und nach kamen sie auf meinen Schoß. Das war schwer, den bei mir passiert es häufig, dass die Katzen auf meinen Schoß springen und wie von einer heißen Herdplatte wieder runterspringen. Als sei ich unter Strom. Aber das hat sich dann gelegt. Louis ist auch nachts nicht mehr so häufig über meinen Kopf gestiegen oder hat auch nicht mehr an meinen Haaren gerissen. Lina war mir immer mehr vertraut, sie war mir eigentlich näher als er. Ich war froh, dass ich sie mitgenommen hatte, ich bereue es keine Sekunde. Sie ist wirklich ein ganz zauberhaftes Mädchen. Manchmal sind die beiden merkwürdig, dann ziehen sie sich zurück, fressen nicht, schauen mich mit dem Hinterteil nicht an, kommen nicht her, lassen sich nicht anfassen und hauen nach mir, wenn ich sie streicheln möchte. Louis hat manchmal regelrechte Beißattacken. Er packt meinen Arm, hält ihn mit den Vorderpfoten fest und stößt hin mit den Hinterpfoten weg. Dabei beißt er mich heftig in den Arm. Ich kriege dann regelrecht Angst vor ihm. Sein Spitzname ist übrigens Chef, wenn man nicht sofort macht, was er will, haut er schon mal ordentlich mit der Kralle zu. Er ist ein richtiger kleiner Macho. Aber mittlerweile kann er auch der Teddybär sein. Manchmal lässt er sich herum heben, als sei er eine Puppe. Dann wieder tobt er und beißt und kratzt. Manchmal, wenn ich länger weg war, hat er meinen Arm und drückt sein Köpfchen dagegen, so nach dem Motto, jetzt gehst Du aber nicht mehr weg. Er hat eine merkwürdige Art, seine Zuneigung zu zeigen. Lina ist meistens gleich, manchmal aber lässt auch sie sich nicht anfassen und geht weg oder Haut nach mir. Meistens aber bleibt sie bei mir, will alles wissen, will alles sehen, will alles beobachten, ist an allem interessiert. Sie ist einfach ein ganz süßes Ding. Sie patscht auch schon mal in mein Glas, dabei spritzt sie mich mit Wasser voll. Einmal saß ich in der Badewanne, da patschte sie mit den Pfoten hinein und rutschte in die Wanne. Sie hatte kaum Zeit zu schreien oder zu Miauen, so schnell war sie wieder draußen. Sie will aber auch laufend aus dem Fenster sehen. Das ist schwierig, denn im Bad ist das Fenster nicht durchsichtig. Vorne hinaus scheint es ihr nicht interessant genug zu sein. Und Louis kapiert nicht, dass man auch durch ein geschlossenes Fenster sehen kann. Entweder will sie hinten hinausschauen und zerstört auch schon der Fliegengitter am Badefenster, oder sie will auf den Balkon. Mittlerweile habe ich eine Fliegengittertür, es ist sogar eine Pendeltür, wir haben das Problem gelöst, indem wir die Tür am Holzrahmen festgeklebt haben, da ich nicht schrauben darf. Oben haben wir dann bei der Blende ein starres Teil eingefügt, das habe sogar ich vorgeschlagen, und den Vorschlag hat er angenommen. Die waren überhaupt unglaublich nett und flexibel und zuvorkommend. Der Mann, der die Tür einbaute, war ein richtiger Katzen-Flüsterer. Er hatte nur die Tür offen und sagte zu den Tieren, komm, geht rein, und schon waren sie drin. Lina springt aber bereits über die Barriere an der Tür. Es wird nicht mehr lange dauern, da werde ich sie wohl verlieren. Entweder wird sie überfahren, oder sie geht hinaus in die Welt. Es zieht sie einfach raus. Louis ist nicht so, er macht es sich lieber im Drucker bequem oder will überall reinkriechen und rein krabbeln. Den Vorhang an der Wohnungstür haben Sie schon heruntergerissen. Den mussten wir jetzt leider auch festschrauben und mit einem Klett befestigen, der kann zwar auch von den Katzen runtergerissen werden, der Vorteil ist jedoch, dass ich ihn leicht wieder mit dem Klettverschluss befestigen kann. Bisher sind sie noch nicht wieder dran gegangen. Letzte Woche war ich krank, offenbar habe ich anders gerochen, die beiden haben mich nicht angeschaut, waren komisch, Lina hat mir den Haargummi aus dem Zopf gerissen und mich bei den Haaren aus dem Bett gezerrt, sie haben kaum mit mir kommuniziert, sie waren ganz fremd, wollten nur am Fußende liegen. Nachts versucht Louis laufend, bei mir auf der Brust herum zu treten wie bei seiner Mama. Jetzt habe ich dies unterbunden, jetzt lässt er es zum Glück sein. Ich hoffe, das bleibt auch so. Zuweilen beißt er mich noch und kratzt, dann muss ich ihn energisch zurechtweisen und die Hand zurückziehen. Als Mutter-Ersatz haben sie die Steuereinheit meines Lesegerätes auserkoren. Diese ist warm und hat 2 Gumminippel. Das sind Drehknöpfe, und die haben sie nun komplett abgekaut. Sie legen sich regelrecht um die Steuereinheit herum. Neuerdings hat er den Drucker als Kuschelhöhle auserkoren. Nichts kann ihn da wegholen, und er drückt auch mal auf den Startknopf. Zuerst ließ er sich durch mein Knurren wie eine Katze wegjagen, aber nun beeindruckt ihn das nicht mehr. Warum der Drucker, wo er doch so viele Liegemöglichkeiten und Kuschelhöhlen hat? Die Pflanzen werden malträtiert, und er kann den Vorhang selbständig vorziehen, um so fern Gardinen zu zupfen. Ich spiele aber auch viel mit Ihnen, ich habe eine Angel und einen Laser. Wenn Sie mir auf die Nerven gehen, dann scheuche ich sie mit dem Laser durch die Wohnung, Kratzbaum rauf, Kratzbaum runter, aufs Sofa, das einen Schutzüberzug bekommen hat, durch den Flur, alle Türen anspringen, in alle Zimmer, wieder auf den Kratzbaum und wieder hinunter. Irgendwann mögen sie nicht mehr. Oder ich nehme die Angel und lass ihn mal richtig reinbeißen. Ich hoffe nur, dass ich ihn dann nicht noch mehr aufdrehe. Aber zumindest beißt er dann nicht in meine Finger. Lina kann bis zu 3 Stunden bei mir auf dem Schoß liegen, dann rühre ich mich auch nicht vom Fleck, denn das muss man ja nutzen. Louis ist da etwas unruhiger, er dreht sich laufend und geht wieder runter und komm wieder rauf. Louis ist jetzt mittlerweile kastriert, denn ich hatte Angst, dass er Lina schon kleine Kätzchen machen könnte. Das wäre dann der Supergau. Lina wird erst kastriert, wenn sie rollig ist. Ich hoffe nur, dass sie mir vorher nicht schwanger nach Hause kommt, weil sie dauernd raus will. Sie dürfen nur auf den Balkon, aber es wird sich auf Dauer nicht verhindern lassen, dass sie rausrennt. Sie ist nur halb so groß wie Louis, der mittlerweile eine beträchtliche Größe erreicht hat, er wiegt schon 4 Kilo, sie wiegt 3,5 Kilo, aber er sieht schon aus wie ein ausgewachsener Kater, wahrscheinlich wird er noch größer bei dieser Rasse. Sie hat ein wunderschönes schwarzes glänzendes Fell, er ist grau blau und wie aus Plüsch. Ich hoffe, dass die merkwürdigen Phasen, die sie zuweilen haben, immer weniger werden. Lina ist eine schlechte Esserin, sie will eigentlich fast nur Trockenfutter, Louis haut ordentlich rein. Ich habe auch einen Trinkbrunnen, vielleicht kaufe ich noch einen fürs Wohnzimmer. Aber ich gebe momentan viel zu viel Geld aus. Das Einzige, was sie jetzt auf lange Sicht noch bekommen, ist eine Abenteuerröhre und dann noch ein Intelligenzspielzeug, aus dem sie mit verschiedenen Aufgabenstellungen Futter rausholen müssen. So etwas Ähnliches haben Sie schon, aber ich glaube, Lina ist da schon raus gewachsen. Die beiden wollen beschäftigt sein. Sie krabbeln auch in Regale, wo sie nicht hinsollen. Sie sind die 1. Katzen, die mir regelrechte Winkelhaken in meine Holzmöbel geschlagen haben. Ihre Krallen sind wie Spikes. Lewis Krallen wurden in Narkose etwas geschnitten. Jetzt muss ich mir für einige Plätze, wo viel Elektronik ist, noch was ausdenken. Die beiden sind sehr aktiv. Ich habe schon zweimal meinen technischen Pflegefall, den Vollautomaten entkalkt, siehe andere Blogeinträge wie "Technischer Pflegefall", einmal fast ohne Hilfe, einmal hat es meine Assistenz gemacht. Ich kann ja die Mischung von Säure und Wasser nicht an den Strichen ausrichten, die ich nicht sehe. Kleine 100-g-Flaschen sind zu teuer, daher habe ich eine große billigere mit Zitronensäure. Es ging ohne Probleme, und nun kann ich auch das Pulverfach richtig und ordnungsgemäß n nutzen. Jetzt bin ich auch zum 3. Mal geimpft. Es war ein ziemlicher Kampf. Mein Nephrologe hatte mir dazu geraten, mich auch schon vor Ablauf des halben Jahres impfen zu lassen. Als ich zur Grippeimpfung kam, hieß es, es gebe im Moment keinen Grippeimpfstoff. Die Ärztin meinte, sie wolle mich noch nicht gegen Corona impfen, da die 6 Monate noch nicht um sein, auch mein Einwand, dass der Nephrologe dazu geraten hat, hat nicht geholfen. Sie hat dann den Sprechstundenhilfen gezeigt, dass sehr wohl mittlerweile Grippe Impfstoff da ist. Wir haben dann ausgemacht, dass ich erst gegen Grippe, dann gegen Herpes Zoster und dann gegen Corona geimpft werde. Als ich 2 Wochen später zur Herpes-Zoster-Impfung kam, musste ich mit dem Taxi fahren, da bei uns vor dem Haus überall Baustellen waren. Als ich dort ankam, wurde mir eröffnet, dass man meinen Impfstoff verbraucht hatte und mich vergessen hatte. Jetzt hatte ich ein Problem, denn ich musste ja irgendwas auf den Taxischein schreiben lassen. Wir haben dann zusammen das Formular für Corona ausgefüllt. Den Anamnesebogen musste ich dann noch zu Hause ausfüllen, da der erst 3 Tage vor der Impfung unterschrieben werden sollte. Die Sprechstundenhilfe hat sich auch nicht belehren lassen, dass sie den Taxischein falsch ausgefüllt hat. Sie meinte, wenn die Krankenkasse was wolle, würden die sich schon melden. Ich habe daher den Fahrer sicherheitshalber mal rein gebeten sie behauptete ihm gegenüber, ich hätte das so abgesegnet. Später stellte sich heraus, dass tatsächlich noch ein Kreuz verkehrt war. Daher erhielt ich dann eine Rüge von unserem Taxiunternehmen, die ich an die Praxis weitergeben sollte. Ich habe dann mit der Krankenkasse gesprochen, es gibt tatsächlich eine Liste von Dauerbeförderungen, damit die Praxen nicht immer einer Verordnung ausstellen müssen. Dann reicht eine Anwesenheitsbescheinigung. Das waren noch eine Zucht, bis ich die aktuelle Ärzteliste bekommen hatte. Denn mittlerweile haben die Praxisbesitzer gewechselt, oder ich habe den Arzt gewechselt. Auf jeden Fall war das ein riesengroßes Hin und Her. Als ich dann zur Coronaimpfung kam, hatte ich am selben Tag noch zu tun, dass meine Assistentin beim Neurologen mein Rezept für dieses non 24-Medikament abholt, da ich ja zur Impfung musste, und so musste ich per Fax auf eine Handy App noch meinem Neurologen Bescheid geben, dass jetzt meine Assistenz kommt. Außerdem waren noch überall Baustellen, und ich bin zu Fuß zum Arzt gegangen, dabei wurde ich dann auch noch von meinem über hilfsbereiten Nachbarn behelligt, der mich so sehr ablenkt, dass ich mich noch fast verlaufen hätte. Es scheint, als ob er mir aufgelauert, sowie ich das Haus verlasse, steht er schon da, oder wenn ich aus der Straßenbahn aussteige, ist er auch schon vor Ort. Er hat mir aber schon mal öfter geholfen, drum möchte ich nicht zu direkt sein. Auf jeden Fall war ich dann endlich in der Praxis, da fragte mich die Ärztin, wie es mir geht. Ich sagte, ich habe viel Stress. Es kamen noch andere Probleme hinzu, und es war schon mühsam, in die Praxis zu kommen. Da meinte die doch tatsächlich, auch gesunde Menschen haben Stress, haben solange Stress, bis wir tot sind. Dass das immer so betont werden muss, als ob man mir gegenüber neidisch oder aggressiv wäre, weil ich für mich in Anspruch nehme, dass ich viel oder sogar mehr Stress habe. Für mich, die ich kaum Arbeit habe, sind ja mit meiner Behinderung schon die kleinsten Aufgaben ein Mammut Unterfangen. Ich habe auch ein paar neue Assistenten bekommen. Teilweise läuft es ganz gut, ich habe aber jetzt beschlossen, immer eine Liste mit all den Sachen zu machen, die an diesem Tag erledigt werden müssen, damit ich nicht jedes Mal erst alles begründen und diskutieren muss. Außerdem unterschreibe ich bei meiner Putzfrau die Stunden nicht mehr selbst, da sie jedes Mal mehr als 3 Stunden putzt. Bei meiner Zweizimmerwohnung ist das sehr lang, und ich kann mir das finanziell nicht mehr leisten. Heute hat es zumindest geklappt, dass sie innerhalb von 3 Stunden fertig war. Es ist ziemlich schwierig für mich, mich durchzusetzen. Auch reden wir die Assistenten häufig rein, wenn ich bestimmte Verhaltensweisen habe, die ich aufgrund meiner Geschichte und meines Hintergrundes eben oft an den Tag legen muss, da ich schlechte Erfahrungen mit vielen Dingen gemacht habe, und dann werde ich belehrt, dass man doch Ruhe bewahren muss usw. Das sind aber keine ausgebildeten Pädagogen, die sollen einfach das tun, wofür sie eingestellt sind. Die wissen nicht, was ich schon alles hinter mir habe. Schon die kleinsten Zwischenfälle können einen Rattenschwanz nach sich ziehen. So ein Rattenschwanz ist neulich losgegangen. Ich habe mir einen Magneten für die Wasserleitung bestellt, damit das Calcium ionisiert wird. Denn ich habe einen Standfilter, den ich laufend umwerfe, weil er mir permanent im Weg steht. Das stört mich. In der Dusche habe ich nun schon einen Filter angebracht, weil ich es nicht sehr schön finde, überall diese Ränder zu haben. Unter der Spüle wollte ich eben auch einen Magneten anbringen lassen. Wir haben aber festgestellt, dass ich 3 Magneten brauche. Somit haben wir 3 günstigere bestellt, die sollten am 18. Dezember kommen. Am 8. Dezember klingelte es bei mir an der Türe, der Postbote stand davor. Habe ein Paket aus England von einem Bennie, er bräuchte 10 € Zoll. Ich habe nur größere Scheine als Reserve, falls ich mal ins Krankenhaus muss, und davon auch nur einige wenige. Meine Nachbarin hatte auch kein Geld. Er wollte es dann in einer Postfiliale abgeben, und auch noch in einer, die ich gar nicht kenne, und wo ich gar nicht hin finde. Somit musste ich das Paket stornieren. Ich dachte, womöglich hat mir meine Brieffreundin aus England ein Paket geschickt. Somit war ich stinksauer. Ich rief also wutentbrannt bei der Post an, wobei sich dann herausstellte, dass er Postbote überhaupt kein Geld annehmen darf wegen Corona, und dass er eine andere Filiale hätte aussuchen können, wo ich besser hinfinde. Schließlich hat er mich ja schon einmal in einem kleineren Tante-Emma-Laden gesehen, wo auch Pakete angenommen werden, und wo gerade eine ältere Frau einen Aufstand sondergleichen veranstaltet hat, weil der Paketbote bei ihr nicht geklingelt hat, und sie jetzt ihr Paket nicht abholen kann. Da hat genau selbiger Paketbote für sie bei der Post angerufen, um das zu regeln. Bei mir hingegen hielt er es nicht für nötig, eine für mich besser erreichbare Filiale auszuwählen, um das Paket dort zu hinterlegen. Dabei nehme ich tagtäglich Pakete für ihn an. Das hat mich sehr gewurmt. Das Paket sollte dann noch mal zugestellt werden, ich konnte es aber stornieren das Geld wieder bekommen. Die 10 € für den Zoll waren eigentlich schon eingepreist gewesen, und ich hätte einen Beleg mit der Zahlung der 10 € App fotografieren und an den Händler schicken können. Da ist ja die Brühe teurer als die Brocken. Das war mir dann zu blöd, drum habe ich alles storniert. Einen Beleg hätte ich sowieso nicht bekommen, nachdem der Postbote ja gar kein Bargeld annehmen kann und somit auch keine Belegformulare hat. Jetzt habe ich wieder keine Magneten. Ich habe das einem Bekannten erzählt, und der meinte auch noch, er hätte ja schließlich auch Schwierigkeiten, die Postfiliale in dem großen Supermarkt zu finden, und er sei auch schon vor einer Packstation gestanden und hätte sie nicht aufbekommen, und es hätte ihn jemand helfen müssen. Bei mir wurde auch einmal eine Sendung in die Packstation gebracht, aber da war halt keiner da, der mir geholfen hat7 Zum Glück waren der Postbote wieder da, der war eine Woche im Urlaub, er hat mir dann das Paket damals gebracht. Selbst meine Nachbarn sagen mir mittlerweile, ich solle nichts mehr annehmen, da sie extra angegeben hätten, dass das Paket vor ihrer Tür abgelegt wird. Die sind nur zu faul, hoch zu laufen. Dann müssen die Nachbarn extra zu mir kommen, oder ich muss es ihnen hochtragen, wenn das Paket ewig bei mir in der Wohnung liegt. Neulich habe ich mal einen von DHL abgewimmelt und ihm gesagt, ich darf sowieso nicht unterschreiben wegen Corona, dann ist es auch egal, sie können es oben ablegen, die Nachbarn haben nichts dagegen, hier wird nicht geklaut. Falls es jetzt Tippfehler gibt, mein Kater läuft gerade über meine Tastatur. Der Bekannte von mir sieht wohl gemerkt 60 %. Und er fährt noch Auto. Solche Kämpfe habe ich das ganze Jahr. Beispielsweise habe ich neulich einen Teppich in Schwarz bekommen, obwohl ich ihn in Anthrazit bestellt hatte. Was mich daran geärgert hat, ich habe meine Assistentin gesagt, sie solle ihn gleich am Telefon sagen, dass wir ihn in Anthrazit wollen, und dass er in Schwarz gekommen ist. Stattdessen hat sie dunkelgrau gesagt, und all meine Bitten, ihm doch bitte die genaue Produktbezeichnung durchzugehen, hat sie ignoriert. So etwas mag ich überhaupt nicht, schließlich muss ich entscheiden, wie genau ich etwas sagen möchte oder nicht, und sie hat bezeugen können, dass ich im Warenkorb schon die richtige Farbe angeklickt hatte. Ich sagte extra, dass ich blind bin, und der Schuss ging nach hinten los, denn dann schlug die Frau im Callcenter vor, ich hätte wahrscheinlich versehentlich auf die falsche Farbe geklickt. Aber die Assistenz muss das dann natürlich richtig durchgeben, damit die wissen, wovon wir reden. Gerade schimpft meine Katze, weil ich zu lange am Computer sitze. Louis schreibt jetzt manchmal auch schon fleißig mit auf der Tastatur oder setzt sich auf den Drucker. Der Einbau der Balkontüre war total reibungslos. Das war ganz neu für mich. Die Leute wurden angewiesen, dass sie auf mich schauen, da ich schlecht sehe. Sie haben drauf geachtet, dass ich n nicht über die Fußmatten falle, die sie ausgelegt hatten. Sie haben alles total schnell und termingerecht gemacht. Ich durfte dann auch zuschauen, als die Türe eingesetzt wurde. Das Loch zuvor war sehr interessant. Man konnte es auch hören, obwohl da eine Schutzwand war. Die Tür wurde relativ unspektakulär eingehängt. Und dann kam auch flott einige Tage später jemand, der die neue Verleibung strich. Der war sehr gesprächig. Er hat mich gleich im Flur abgefangen und mit mir ausgemacht, dass er bald mal kommt. Er erzählte mir dann, dass er noch nie Urlaub gemacht hätte usw. Aber lustig war er. Und so arbeiteten alle flink vor sich hin. Die Vorhänge konnte ich auch schnell wieder hinhängen. Das war das Einfachste von allem, dass dieses Loch gemacht wurde. Dann aber wurde unser Haus nicht nur hinten sondern auch vorne eingerüstet. Ich kam kaum noch zur Türe raus und fühlte mich zudem wie ein Fisch im Aquarium, der von allen Seiten a uns angestarrt werden konnte. Ich konnte auch kaum noch den Müll rausbringen, da ich immer an Gerüsten anstieß oder nicht weiterkam. Das hörte nicht auf. Kam war die eine Baustelle fertig, wurde dann Gas verlegt oder neu Strom verlegt, dann wurde das Glasfaserkabel verlegt. Ich bin schon froh, wenn eine Baustelle möglichst lange bleibt, damit ich mich dran gewöhnt habe. Denn wenn eine Baustelle abmontiert wird, dann kommt eine neue, und ich muss wieder neu lernen. Die Intervalle zwischen den Baustellen, die mir sogar den Ausgang aus meiner Wohnung ohne Taxi unmöglich machen, werden immer kürzer. Wir habe jetzt auch neue Schlüsselerhalten, die Schlösser werden bald umgebaut, neue Haustüren gab es davor auch. Jeder Handwerker sagte mir, dass ich irgendwo ausweichen müsste, sie schauten sehr auf mich. Und sie sprachen mich von sich aus an und erzählten mir, wann was gemacht wird, damit ich da war oder mich vorbereiten konnte. Das war wirklich etwas ganz Tolles und ist nicht selbstverständlich. Der Architekt gab dann bald die Balkone frei, aber davor musste ja noch das Katzennetz montiert werden, damit die beiden nicht abhauen Konten. Die Nachbarin, die offenbar etwas kognitiv eingeschränkt ist, rief laufend, wann immer sie mich sah, Brett wegmachen, Brett wegmachen. Denn der Architekt hatte ja die Absturzschutzsicherung nun offiziell entfernt und wunderte sich, warum ich nicht das schöne Wetter von nahezu 30 Grad im Oktober nochmals ausnutzen wollte. Sie war wie ein Papagei, sie rief laufend Brett weg, Brett weg. Alle Erklärungen halfen nichts, so dass ich dann irgendwann einfach n nur noch sagte, ja schönen Tag, Danke. Dann erhielt ich noch ein Katzennetz. Der Mann erzählte mir, dass der andere Katzennetz mittlerweile das Land hat verlassen müssen, da er so viel betrogen hat. Ich hatte den nämlich in der alten Wohnung, und da war mir ja Mia abgehauen, weil ich so wegen Unsauberkeit zu hart bestraft hatte, und sie dann in ihrer Empörung auf den Balkon genau durch das kaputte Katzennetz hindurch vermutlich geradewegs in ihren Tod gerannt war. Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen, was ich ihr alles angetan habe, weil sie ja den Tod von Jakob, dann die Anschaffung eines Spielgefährten und ihre Bestrafung wegen in die Wohnung Machens erleben musste. Aber dennoch hat er sich eines Vergehens schuldig gemacht, weil er eben nicht richtig nachkontrolliert hat. Aber er hat wohl mehrere Leute über das Ohr gehauen. Diese Leute jetzt waren zwar etwas forsch, besonders er, aber sie haben alles perfekt gemacht, außer, dass er das zusätzliche Schutznetz vergessen hatte und mir versprach, es noch nachzuliefern, aber mittlerweile brauche ich es gar n nicht mehr. Nun möchten wir eine Katzenklappe und wollen, dass ein Teil der Tür aufgehoben wird, in einen anderen Holzteil die Klappe eingebaut wird, und bei einem Auszug dann das alte Teil wieder reinkommt. Es ist äußerst mühsam, dass die beiden laufend rein- und wieder rauswollen, und wenn ich dann nicht sofort die Türe öffne, schmeißen sie sich mit all ihrer Größe von bei Louis 5 Kilo gegen die Türe und machen die neue Fliegengittertüre kaputt. Wenn ich aber dann öffne, dann sitzen sie da und drehen den Kopf weg, was willst Du denn eigentlich von uns? Dann sitzen sie auf der Katzentrittmatte, die ein abscheuliches Geräusch abgibt, damit man es auch ja überall hört, wie die zwei alten von der Muppets-Show und rühren sich nicht. Das kann einen bei 30 solcher Zinssätze in die Klapsmühle treiben. Ich hoffe, der dritte Schreiner wird es dann machen, die anderen kamen entweder nicht wieder oder haben gleich abgelehnt. So ging es mir auch mit meiner Glaswand zwischen Badewanne und Waschmaschine. Der erste kam n nicht wieder, der andere hat alles nur durcheinandergebracht, das war gar kein Profi, hat sich ewig nicht gemeldet und dann doch eine Scheibe gekauft usw. Der dritte oder vierte hat dann alles gemacht. Da war eine Assistenz dabei, als er das mit mir ausmachte. Leider werde ich alleine nicht für voll genommen. So wird es mir hier jetzt auch wieder gehen. Der dritte Glaser hat schon einen Preis genannt, aber ich habe jetzt nichts mehr gehört. Ich hoffe, dass er sich noch meldet, vielleicht braucht es noch, da die Katzenklappe, die er besorgen wollte, eine so lange Lieferzeit hat. Zufrieden war ich wie immer mit dem Fliegengittermacher. ER hat alles mit mir besprochen und auch meine Ideen aufgenommen. Denn wir haben wegen Denkmalschutz eine Schabracke vor der Balkontüre, das ist so ein gewolltes Teil vor den Rollos, und eine Schwangere würde da nicht gehen, da sie dort anstößt. So schlug ich ihm vor, er könnte doch dort ein festes Teil einbauen und dann die Schwingtüre weiter unten ansetzen. Aber wir durften nur in die äußere Verleibung vor der Balkontüre und nicht in den Holzrahmen der Türe bauen. Dann hätte man aber das obere unbewegliche Teil vor der Schabracke anbringen müssen. Das wäre zu auffällig gewesen. Daher haben wir den Rahmen der Fliegentüre jetzt in den Rahmen der Balkontüre nur geklebt. ich fand es aber toll, dass er das alles zusammen mit mir entwickelt hatte. Das war nur ein Bruchteil dessen, was ich dieses Jahr erlebt habe. Ich habe einen wunderschönen Balkon erhalten, ich habe eine wunderbare Fliegen Tür davor, ich habe 2 lustige Katzen, ich habe wahnsinnig viel bestellt und wieder zurückgeschickt. Jetzt muss ich allerdings etwas aufpassen, denn ich gebe viel zu viel Geld aus. Das ist erst seit Corona so, ich vermute, dass das solche Auswirkungen haben kann. Irgendwie freut man sich, wenn ein Paket kommt. Außerdem sind Katzen auch teuer. Zum Glück habe ich für beide Katzen eine Tierversicherung abgeschlossen, da gab es aber auch anfangs Ärger, da die Tierärzte behauptet hatten, sie hätten die Rechnung dorthin geschickt, und die Versicherung behauptete, sie habe keine erhalten. Es bedurfte mehrerer Anrufe, damit endlich, nachdem ich sie habe schwören lassen, die Sprechstundenhilfe die Rechnung an die Versicherung schickte. Als ich dann den Bescheid per E-Mail erhielt, ging er nicht auf, und sie mussten es mir noch mal per Post schicken. Das sind zwar alles Kleinigkeiten, die sich allerdings ziemlich summieren. Das alljährliche Pillentheater blieb auch nicht aus. Normalerweise bekomme ich das Hetlioz immer als zwei Schachteln verordnet. Aber diesmal, als ich es mir mal leichter machen wollte und das Rezept von der Assistenz abholen ließ, haben sie nur eine Schachtel aufgeschrieben. Die hält jetzt -- na, genau bis zum 12. Januar. Und wann ist mein Termin beim Neurologen, n a? Am 13.! Indes dauert immer zwei-drei Tage mindestens, Bibis ich das Medikament kriege. Nun muss ich am 10., wenn der Neurologe öffnet, gleich darum bitten, dass ein Fax an die Apotheke geschickt wird, da die mir das Medikament nicht vorstrecken, da es so teuer ist. Ansonsten reicht es immer, das Rezept t nachzureichen. Dann muss ich am 13. in hin und das Original nachreichen und hoffen, dass das Medikament trotzdem von der Apotheke bestellt und dann auch von der Firma geliefert wird. Das Tablettentheater habe ich jedes Jahr und jeden Quartalswechsel, weil genau dann die Überweisung notwendig wird, und ich mein Kärtchen abgeben muss, aber ich nicht kann, weil ich krank bin, oder weil sie mir Das Rezept erst geben, NACHDEM sie die Karte haben, obwohl ich dort oder da zwei Wochen später einen Termin habe und dann das Kärtchen nachreichen könnte. Wir sind stur, wie seid Ihr, seid ihr auch so stur wie wir? Gegen all dies Pech und all diese Dinge, bei denen ich nicht weiterkomme, habe ich versucht, etwas zu unternehmen. Ich habe sogar jemanden gefragt, die sich in der Zwischenwelt auskennt. Einiges von dem, was sie sah, hat sogar gestimmt. Allerdings hat das nicht viel geholfen. Sie hat mir Rezepte für Bäder gegeben, das war ziemlich umständlich durchzuführen, und am Ende wurde es noch schlimmer. Ich habe festgestellt, es gibt einfach nicht viel, außer, man tut es selber. Es gibt zwar einiges zwischen Himmel und Erde, aber am Ende muss man alles selber machen. Manchmal muss ich sogar mit der Betreuerin kämpfen, damit sie mir hilft und mich unterstützt oder vermittelt, wo ich nicht weiterkomme. Da frage ich mich manchmal, welcher Kampf der schlimmere ist, wenn ich mich direkt mit den Leuten auseinandersetze oder erst versuche, meine Helfer zu mobilisieren. Immerhin haben wir zusammen mit meinen Assistenten ein neues Regal gefunden, wir haben dieses Jahr Plätzchen gebacken, und eine meiner Assistentinnen hilft mir sehr viel bei meinem Smart Home. Ich h aber jetzt auch wieder eine Fußpflege, da ich ja keine mehr hatte seit Corona. Denn meine Leute sind einfach sang- und klanglos weggezogen. zufällig, als wir mal dort in der Gegend waren, haben wir es bemerkt. Ich h aber dort angerufen, sie seien fortgezogen, und da käme ich ja sowieso nicht hin…l. Nun denn, nach 20 Jahren treuer Kundschafte! Die Fußpflege macht jetzt auch die Kosmetik, ich habe sie mal im Rahmen eines Ausweichmanövers kennengelernt, als meine Leute mir ewig keinen Termin gaben nach meiner Transplantation. Damals habe ich sie dann als Fußpflege gehabt, und dann habe ich sie ebenkontaktiert. Sie macht jetzt auch die Kosmetik, da sie an meiner Haut viel entdeckt hat, was man noch pflegen muss. Und nun habe ich eine bessere Haut, wobei sie manchmal ziemlich gnadenlos mit ihren Säuren herkommt. Da ich Neurodermitis habe, und da ich Halle zwei Wochen entwachsen muss, bin ich jetzt so einer Endokrinologin, da mir schon die Haut weggerissen wird, wenn wir das Wachs abziehen. Sie hat aber leider keine Befunde entdecken können, die auf zu viele männliche Hormone hinweisen. Daher hat sie mir n und eine 50-Euro-teure Creme empfohlen, die aber verschreibungspflichtig ist. Sie will das Rezept an die Apotheke schicken, ich hoffe, dass die teure Creme dann auch wirkt. Ein glücklicher Umstand ist, dass die Schilddrüse nicht wieder nachgewachsen ist. Denn 2016 wurde diese ja entfernt, mitsamt den Nebenschilddrüsen abgesehen von einer halben Nebenschilddrüse, die noch da ist und einer Hälfte, die in der Gefriertruhe im Klinikum ruht. Aber alles ist noch weg, nichts ist nachgewachsen, ein Glück!!!! Der Niere geht es auch gut, obwohl ich jetzt krank war, die Werte werde ich ja dann beim nächsten Besuch beim Nephrologen erfahren. Ich habe 3 Tests gemacht, ob ich Corona habe, da ja zu mir Assistenten kommen, die sich nicht anstecken sollen. Ich hatte jetzt eine längere Erkältung, obwohl ich so viel vorhatte. Das passiert meistens genau dann. Die einzelnen Anekdoten, was dieses Jahr alles abgelaufen ist, würden den Rahmen sprengen, und vieles habe ich auch schon wieder vergessen. Aber es ist immer viel Kampf, viel Arbeit und Mühen, manchmal kommt auch was dabei raus. Ich hoffe, dass nächstes Jahr Corona und seine Mutanten in die Schranken gewiesen werden kann, und dass zumindest die Sterberaten abnehmen. Eine Bekannte von mir ist gestorben, sie wollte sich nicht impfen lassen, weil sie Krebs hatte, und sie befürchtete, sie würde ihrem Körper etwas antun mit der Impfung. Sie war auch auf den ganzen Demonstrationen der Querdenker, sie hat all das mitgemacht. So schnell kann es gehen, dann rückt Corona in unmittelbare Nähe. Ich habe noch einen Bekannten, der quer denkt und auch AFD wählt, es ist schade, besonders wenn es nette Leute sind, die aber in manchen Angelegenheiten so hasserfüllt und wie vernagelt sind. Da muss ich dann schon einmal etwas auf Distanz gehen, auch wenn ich den Kontakt nicht verlieren möchte. Corona richtet also auch in der Gesellschaft eine ganze Menge an. Bevor meine Katzen sich noch zu Tode langweilen, werde ich nun hier aufhören. Anfangs habe ich sie, während ich am Computer saß oder schlief, nicht in mein Zimmer gelassen, aber ich würde sie dann auch selbst wiederum vermissen. Ich hoffe, dass wir noch weiter zusammenwachsen, denn ich brauche unbedingt auch Gefährten um mich herum. Und ich hoffe, dass den beiden nichts passiert, und dass sie beide lernen, dass ihre Welt nun mal nur hier in der Wohnung und auf dem Balkon stattfindet. Ich habe um den Balkon herum ein Netz montieren lassen. Das könnten sie zwar aufbeißen, aber ich hoffe, dass sie nicht raus können. Ich hätte ja so gerne Katzen, die frei laufen dürfen, aber leider geht dies nicht. Dies sind alles Wünsche für das neue Jahr, für mich, für die Gesellschaft und für alle, die sich angesprochen fühlen. Dass es mit Corona besser wird, dass wir hinterher nicht lauter seelische Krüppel sind, die nur noch essen, trinken, kaufen oder Fernsehen, dass ich nicht mehr so viel kämpfen muss, dass es meinen Katzen gut geht, und das nicht noch weiter ein Riss durch meine Bekanntschaften und die Bekanntschaften alle anderen geht. Dass wir uns alle wohlfühlen, da, wo wir sind.

Montag, 16. August 2021

Eine neue Katze

Eine neue Katze nachdem mein Kater 2015 gestorben war, wollte ich eigentlich keine neue Katze mehr. Ich hatte immer geträumt, dass er wieder zurückgekommen ist, dass er buntes und glitzerndes Konfetti im Haar hatte, dass ich aber weder Futter noch Wasser für ihn hatte. Irgendwann habe ich dann geträumt, dass eine kleine Katze da war, und ich ihr zumindest mal eine Scheibe Käse gegeben habe. Und nach und nach habe ich geträumt, dass ich Katzenfutter hatte. Und irgendwann dachte ich, es wäre doch schön, wieder eine Katze zu haben. Jetzt in der Zeit von Corona hatte ich schon oft das Gefühl, zu viel allein zu sein, und ich wollte unbedingt wieder ein Tier haben, das mir Gesellschaft leistet. Dieses Mal wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Daher dachte ich, ich möchte ein Rassetier, da bin ich wenigstens sicher, dass es nicht krank verkauft wird, oder das Betrug im Spiel ist. Bei einem meiner Kater hat der Verkäufer so getan, als wäre die Katze bereits vergeben, und er würde eine Ausnahme machen. Am nächsten Tag rief er wieder bei mir an, da er nicht wusste, dass ich die Frau war, die zuvor schon mit ihm Kontakt aufgenommen und bereits einen Kater mitgenommen hatte, und er hat mir alle Katzen noch mal angeboten. Ich sagte, wir haben gestern schon miteinander gesprochen, und sie sagten damals, dass alle Katzen vergeben wären, und ich habe bei ihnen ausnahmsweise einen Kater mitgenommen, da die Interessenten es sich angeblich anders überlegt hatten, nachdem er mit ihnen angeblich telefoniert hatte. Außerdem seien die Katzen alle angeblich geimpft, und ich habe eine Schutzgebühr von ungefähr 30 € bezahlt. Meine Tierärztin hat dann festgestellt, dass er FIP hat, eine feline infektiöse Peritonitis, was übrigens auch zu den Coronaviren zählt. Somit konnte ich keine andere Katze mehr ohne diese Erkrankung halten, und selbst eine Katze mit FIP hätte ihn nochmals anstecken können und umgekehrt. Ich hatte ja dann noch eine solche Katze aus dem Tierheim geholt, und mit beiden hatte ich nur Ärger. Darum hatte ich sie ja beide wieder weggegeben. Daher habe ich im Internet recherchiert, und eine Züchterin meinte, sie würde Balinesenkatzen verkaufen. Außerdem hatte ich zuvor auf einmal bei YouTube lauter Videos eingespielt bekommen, die die Pflege und die Haltung von Katzen beschrieben, ohne, dass sich jeder nachgesucht hätte. Dort hieß es, dass die Heilige Birma, die Siam Katze und auch Balinesen, die Abkömmlinge der Siamkatze, sehr verschmust seien. Diese Züchterin meinte aber dann, sie hätte keine solchen Katzen, als ich ihr eine E-Mail schrieb und alles über meine Erfahrungen mit meinen letzten Katzen erzählte. Meine Assistentin hat aber ihr Angebot im Internet gefunden. Somit rief ich nochmals an, aber sie schien recht kurz angebunden zu sein, sie würde erst wieder Ende des Jahres junge Katzen haben. Sie schrieb mir in ihrer Antwortmail damals zurück, dass eine reinrassige Katze, die nicht schwarz gezüchtet wäre, über 1200 € kosten würde. Wäre sie günstiger, wäre es schwarz gezüchtet. Ich ging auf einige Internetplattformen, und meine Assistentin schrieb die Rassen heraus, die besonders Menschen zugewandt sind. Ich antwortete dann auf einige Angebote, aber jedes Mal erhielt ich absagen. Merkwürdigerweise war dann sogar eine Anzeige, nachdem ich darauf geantwortet hatte, urplötzlich gelöscht worden. Daher habe ich dann sozusagen als Strohfrau meine Assistentin gebeten, dass sie für mich den Kontakt herstellt. Tatsächlich hat sie dann ein Angebot gefunden, bei dem eine Maine-Coon-Kätzin schwanger war, und dann eine Mischung aus Maine-Coon und Ragdoll herauskommen sollte. Diese Rassen werden sehr groß und sind auch sehr anhänglich. Die Frau hat ihr geantwortet und ihr gesagt, dass die Katzen Ende Juni kommen, und dass ich mir entweder einen Kater oder eine Kätzin raussuchen sollte. Ich sagte, das Geschlecht ist mir egal, die Katze muss sich ja mich aussuchen und nicht umgekehrt. Eine Weile hörte ich nichts mehr, aber am 30. Juni kam dann die Nachricht, dass die Katzen die Nacht zuvor geboren worden sein. Nach 4 Wochen könnte ich sie dann sehen. Ich nahm dann, nachdem meine Assistentin mir die Nummer gegeben hatte, selbst mit der Frau Kontakt auf. Ich sagte ihr, dass ich blind sei, und ob ihr das etwas ausmachen würde. Sie meinte, als Altenpflegerin würde ihr das nichts ausmachen, sie hätte Verständnis dafür, wenn ich einen Gefährten haben wollte. Solange ich liebevoll mit dem Tier umginge, hätte sie kein Problem mit meiner Blindheit. Ich sagte ja auch, dass ich nur eine Katze möchte, da ich mir keine 2 im Unterhalt leisten kann, und meine jetzige Wohnung nicht für 2 Katzen ausgelegt ist, die ja dann auch herumrennen. Zuvor habe ich in einer Schlauch-Wohnung gewohnt, und da konnten die Katzen von einem Ende zum anderen Ende der Wohnung rennen. Sie meinte, wenn sie immer zu Hause sind, ist das kein Problem, wenn sie auch nur eine Katze nehmen. Sie meinte, in 4 Wochen wäre es dann soweit, dann könnte ich einen Termin ausmachen, um die Katzen zu sehen. Das war dann der 27. Juli. Ein Freund von mir, der früher mit mir an der Dialyse war, bot sich an, mich dorthin zu fahren. Denn meine Taxifahrerin war bei ihrer Familie, und meine Assistentin hatte ebenfalls Urlaub. Das fand ich sehr nett, dass er sich bereit erklärt hat, mit mir dorthin zu fahren. Wir sind schon um 9:00 Uhr dort gewesen, da die Frau ja dann wieder Schicht hatte. Eines ihrer Kinder war krank, so war der Laufstall der jungen im Wohnzimmer. Die Katzen gingen auf mich zu, und besonders 2 waren dabei, die etwas lebhafter und nicht ganz so schüchtern waren. Eine davon war schwarz und hatte an einem Fuß 3 weiße Zehen. Die hat mich sogar schon in den Finger gebissen, das war ganz lieb, ich muss ihr wohl gut geschmeckt haben. Ich dachte schon, die kommt in die engere Wahl. Die Frau erzählte mir dann später, dass am selben Tag noch 2 andere Interessenten gekommen seien, und dass sie aber denen erklärt hatte, dass ich zuerst da war, und ich mich dann beim nächsten Mal entscheiden müsste. Das war dann der 10. August. In der Zwischenzeit hatte ich einige Beschwerden, die mir ziemliche Sorgen bereitet haben. Zum einen habe ich seltsame Träume, bei denen ich nachts auch heftige Lautäußerungen von mir gegeben habe. Ich habe dann im Internet recherchiert, und es gibt eine sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung. Als ich nach den Ursachen für diese Art von Parasomnie im Internet recherchierte, hieß es, dass 80 % all derer, die eine solche RBD (REM-sleep behaviour disorder) hätten, innerhalb der nächsten 10-15 Jahre eine neurodegenerative Erkrankung, meistens Parkinson bekommen würden. Ich hatte zuvor schon einige Symptome bemerkt, wobei ich mich beim Sprechen häufiger verhaspele, hängen bleibe, oder das Gefühl habe, meine Kiefer zu versteifen, und ich habe eine feuchtere Haut bekommen, und die Kosmetikerin muss mehr arbeiten. Daher hatte ich einen Fragebogen im Internet ausgefüllt, lange bevor ich das mit der RBD gelesen hatte, da ich schon an diese Erkrankung gedacht hatte. Einiges würde wohl auf Parkinson hindeuten, und dann kam noch das mit der REM-Schlaf-Parasomnie hinzu, was mich dann vollends aus der Fassung brachte. Ich hatte zuvor einen Termin im Schlaflabor, wo ich schon einmal über diese Symptome gesprochen hatte, aber damals hieß es noch, es sei eine Katathrenie, das bedeutet, dass man, wenn die Muskeln vollkommen entspannt sind, beim Ausatmen Töne von sich gibt. Selbst würde man das aber nicht bemerken, ich hingegen höre mich selbst, bin aber halb wach und halb im Schlaf und kann nichts dagegen tun. Ich träume dann auch immer, dass ich wach sei, und alle mich hören könnten, und in Wirklichkeit schlafe ich aber. All dies besorgte mich sehr, und ich hatte sowieso wieder einen Termin bei meinem Neurologen, da er mir ja die Medikamente gegen non24, die zirkadiane Schlaf-Wachrhythmusstörung verschreibt. Ihm habe ich auch über diese Traum-Verhalten Störungen erzählt. Er meinte aber, es sei nur ganz wenige Leute, die, nachdem sie Parkinson bekommen hätten, im Rückblick geäußert hätten, diese Art von Traumverhalten Störungen gehabt zu haben. Dennoch bekommen 80 % all derer, die so eine RBD haben, später eine Erkrankung aus diesem Formenkreis. Da ich sowieso immer wieder feststelle, dass mein Gedächtnis sehr nachlässt, was auch eine meiner Assistentinnen, die mich 4 Jahre lang nicht gesehen hatte, bemerkt hatte, haben wir im MZEB einen IQ-Test wiederholt, den ich schon einmal gemacht hatte, um einen gewissen Verlauf in Hinblick auf Verschlechterungen zu überwachen. Die Ergebnisse sollte ich dann Mitte September bekommen. Ich habe also mit dem Neurologen vom medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderung per E-Mail korrespondiert, und er meinte, er ginge jetzt erst einmal in den Urlaub, wir würden uns ja dann am 15. September wiedersehen. Mit so einer Prognose im Nacken wollte ich nicht bis dahin warten. Außerdem dachte ich mir, wenn ich mir ein neues Haustier anschaffe, muss ich sichergehen, dass ich die Verantwortung übernehmen kann, und nicht innerhalb der nächsten 10-15 Jahre an Parkinson oder Demenz erkranken würde. Außerdem schrieb ich dann noch an einen Spezialisten für non24, um ihn zu fragen, ob REM-Schlaf-Parasomnien wie RBD vielleicht eine Nebenwirkung der Medikamente sein könnte. Ich hoffte, dass es einfach nur daran läge, und ich dann entweder einfach die Tabletten weglassen und dann halt schlechter Schlafen könnte, oder dass ich das einfach so hinnehme als Nebenwirkung, und alles wäre dann wieder im Lot. Er schrieb mir, da er mich vollkommen missverstand, ich kann Sie beruhigen, von den Medikamenten kommt es nicht. Ich fand das alles andere als beruhigend. Das war eigentlich nicht das, was ich hören wollte. Ich recherchierte also im Internet, wer in meiner Gegend auf Parkinson spezialisiert wäre. Ich fand allerdings nur privatärztliche Praxen . Ich dachte mir aber, das Geld ist gut investiert, wenn derjenige dann auch was davon versteht. Mein eigener Neurologe hatte in dieser Hinsicht keine guten Bewertungen. Ich rief also bei dem Privatarzt an, man sagte mir, die Beratung kostet 75 €. Ich bat die Praxis, dass man mir im Falle von weiteren Untersuchungen dann einen Arzt mit einer Kassenzulassung empfehlen sollte, und dass ich dann einen Arztbrief mit den entsprechenden Anweisungen im Hinblick auf weitere Diagnostik bekommen sollte. Das wurde mir zugesichert. Leider konnten sie mir auch keine Transportbescheinigung ausstellen, da Privatärzte ohne Kassenzulassung auch keine Taxischeine ausstellen dürfen. Ich bekam aber relativ schnell einen Termin. Zusätzlich erhielt ich jede Menge an Fragebögen und Einwilligungen zum Unterschreiben. Ich füllte alles aus und sendete alles unterschrieben wieder zurück, da ich im PC meine Unterschrift eingescannt habe. Somit konnte ich all dies ohne fremde Hilfe tun. Bereits am 6. August hatte ich den Termin, und ich bestellte mir mein Taxi, wobei ich um die Ausstellung einer Quittung für die Hin- und Rückfahrt bat. Das könnte ich ja bei der Kasse einreichen, denn es ist ja nicht meine Schuld, wenn es nur private Ärzte gäbe, die Parkinson diagnostizieren können. Dass ich ausgerechnet diesen Arzt wollte, war ja mein Privatvergnügen, aber für die Fahrt wollte ich nicht aufkommen. Dort angekommen hatte der Taxifahrer erst mal Mühe, das Haus zu finden. Natürlich hat er mir mal wieder nicht geglaubt, als ich ihm die Hausnummer sagte, da er meinte, in diesem Haus gäbe es nur Operationen. Soweit war ich nun aber auch wieder nicht, ich hoffte, dass mir so etwas sowieso erspart bleiben würde. Tatsächlich hatte ich recht, was mir allerdings niemals jemand zugeben würde. Er hat dann dauernd versucht, sich zu rechtfertigen, aber ich ging nicht mehr weiter drauf ein und ignorierte ihn einfach. Dann hat er den Aufzug nicht gefunden, wir mussten in den 3. Stock, nachdem er erst mal viel Mühe darauf verwenden musste, herauszufinden, in welchem Stock der Arzt überhaupt ansässig war. Danach war er weg, und die Sprechstundenhilfe empfing mich freundlich. Zuerst haben sie meine Fragebögen nicht gefunden, ich hatte aber alles in meinem E-Mail-Programm auch auf dem Handy, sodass ich Ihnen alles nochmals zusenden konnte. Aber sie haben es dann sowieso gefunden. Die Sprechstundenhilfe füllte noch den Rest mit mir aus, der untergegangen war, da ich einige Fragen übersehen hatte. Sie war total nett, und wir haben uns gut unterhalten. Ich hatte zuvor auch all meine vor Befunde hinschicken sollen, wobei ich der Sprechstundenhilfe ein paar Tage zuvor rundweg auf den Kopf zusagte, dass die meisten Ärzte die Befunde sowieso nicht lesen. Sie sicherte mir aber zu, dass der Arzt selbst verständlich die Briefe anschauen würde. Nach einer Weile kam dann der Arzt. Ich schilderte ihm meine Parasomnie-Symptome. Er sagte mir auf den Kopf zu, dass dies keine Traum-Schlaf-Verhaltensstörung sei. Damit war ich schon mal sehr erleichtert. Dann machte er einige klinische Untersuchungen, und er verrechnete diese nicht, obwohl sie nochmals 30 € gekostet hätten. Das fand ich total nett. Ich musste auf- und abgehen, ich sagte ihm aber, dass ich sowieso nicht mit den Armen schlenkern kann, da ich das noch nie konnte. Er meinte, ich hätte aber trotzdem die Arme etwas bewegt. Dann tippte er mir mehrfach zwischen die Augen, um zu prüfen, ob sie ewig blinzeln würden, oder ob der Körper irgendwann merkt, dass er nicht mehr zu blinzeln braucht. Somit war dieser Reflex auch negativ, zum Glück. Danach bewegte er einen Arm passiv auf und ab, indem er den Ellbogen einknickte, und ich sollte mit der anderen Hand schraubende Bewegungen machen, als ob ich einen Schlüssel im Schloss hin- und herdrehe. Danach wurde alles am anderen Arm wiederholt. Dann sollte ich die Hände vor dem Körper halten, eine Handfläche schaute zur Decke, und die andere Handfläche sollte auf dieser Hand abgelegt immer wieder gedreht werden, einmal Richtung Boden und einmal Richtung Decke. Alles noch mal mit der anderen Hand, und danach drehte er meinen Kopf zu allen Seiten. Sein Fazit war, da ist gar nichts. Ich wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen. Er meinte, er habe sehr viele Patienten mit Parkinson gesehen, und er würde das schon merken und spüren und mitbekommen, ehe es die Leute selbst wissen. Meine Probleme, dass ich mich manchmal verspreche oder verhaspele, legen wahrscheinlich an meinem Kleinhirn oder an Mangel an Konzentration. Nachdem ich eine ADHS habe, und da ich ja Probleme mit der Feinmotorik habe, haben sich diese Symptome vielleicht verschlechtert, da man im Alter sich schlechter konzentrieren kann. Keine Ahnung. Oder vielleicht fällt es mir auch mehr auf. Er meinte, es handele sich wahrscheinlich mehr um einen Pavor nocturnus, und er fragte, warum diese Diagnose so schnell verworfen worden sei. Ich wandte ein, dass doch normalerweise so eine Parasomnie im Tiefschlaf vorkommt. Er meinte aber, es gäbe da auch benachbarte Symptome, dass könne man nicht einfach so in eine Schublade sperren. Er meinte, ich hätte ja schon sehr viel erlebt, das sei ja schon viel gewesen, und man solle mal in der psychiatrischen Richtung weiter schauen. Ich vermute, dass es mit meinen Traumata zusammenhängt, da auch häufig Themen aus diesem Gebiet in diesen Träumen vorkommen, die nicht richtig verarbeitet worden waren. Leider habe ich aber bisher noch keinen guten Therapeuten gefunden. Ich höre ja, abgesehen davon, dass ich mehr als die Täterin denn als das Opfer und daher alleine für veränderungswürdig gesehen werde, immer nur, ich solle all das vergessen, überwinden, und das sei doch alles vorbei, Museum, Geschichte. Man solle doch jetzt nach vorne schauen. Was hätte ich denn davon, wenn man all dies anerkennt, und entschuldigen könne sich doch sowieso niemand mehr dafür. Man kann das Leben aber nur vorwärts leben und nur rückwärts verstehen. Und mit altem Ballast und alten unverheilten Wunden, in denen sich noch jede Menge Dreck und Schrot befindet, kann man eben auch nicht nach vorne gehen. Das hat aber bisher noch keiner eingesehen. Da werde ich wahrscheinlich keinen finden. Aber ich bin jetzt erst mal froh, dass ich keine erhöhte Wahrscheinlichkeit habe, an Parkinson zu erkranken. Er meinte, dass ich natürlich genauso wie jeder andere Mensch auch eine solche Erkrankung bekommen könnte, aber mein Risiko sei nicht höher als das seine. Ich war wirklich erleichtert und glücklich. Jetzt kann es also losgehen, daher war ich am 10. August ein 2. Mal bei den Katzen. Dieses Mal waren die Katzen im Katzenzimmer im 1. Stock. Ich habe leider die traurige Nachricht erhalten, dass die kleine Katze, die sich so vorwitzig gezeigt und mir sogar schon in den Finger gebissen hatte, an einer Lungenentzündung gestorben war. Offenbar hat sie Fruchtwasser geschluckt, einiges davon ist in die Lunge gekommen und hat sich dort entzündet. Daher ist die kleine dann gestorben. Insgeheim hatte ich ihr schon den Namen Lina gegeben. Denn die Leute, die da waren, haben sich für genau die beiden Katzen interessiert, die bei mir in der engeren Wahl waren, die anderen haben sich für die beiden blauen Katzen interessiert. Die hatten aber geschlafen, als ich am 27 Juli dort war. Darum dachte ich, es sei sinnvoll, jetzt einmal zu einer anderen Tageszeit zu kommen, da die Katzen dann wieder ganz anders drauf sind, und wiederum andere des Wurfes vielleicht dann lebhafter sind. Tatsächlich war es so, davon abgesehen, dass eines meiner Favoriten nicht mehr am Leben war, spielten alle Katzen in einem Tunnel, nur ein Blauer Kater kam öfter mal zu mir und verhielt sich dort relativ ruhig. Es gab noch 2 dicke schwarze Kater, die auch recht gemütlich und freundlich waren, aber zum einen kamen sie nicht so oft her, und zum anderen dachte ich mir, ich hatte einmal eine dicke Katze, und derweil laufend krank. Ich habe ihn heiß und innig geliebt, er hat am längsten gelebt, da er viel zu phlegmatisch war, um raus zu rennen und sich überfahren zu lassen. Aber am Ende seines Lebens war er schwer krank, und es war schwierig, ihn vom Fressen abzuhalten. Aber wenn einer der dicken Kater sich für mich interessiert hätte, hätte ich ihn auch wieder genommen. Sie meinte außerdem, der blaue könne auch noch dick werden. Er legte sich immer wieder zu mir, rannte dann aber wieder schnell weg. Die Frau meinte aber, er würde am besten zu mir passen. Die Weibchen rannten immer wieder fort, die ließen sich gar nicht halten. Die Mama kam immer her, es schien, als wollte sie mich begutachten, um mich in Augenschein zu nehmen, ob ich auch geeignet wäre, eines ihrer Kinder mitzunehmen. Sie hatte noch ganz dicke Zitzen, und 3 der Babys haben noch bei ihr getrunken. Das war total süß, man konnte auch das Schnurren hören. Da ich mich dieses Mal entscheiden musste, und der blaue Kater am häufigsten bei mir war, entschied ich mich für ihn. Am Ende lag er sogar schlafend in meiner Nähe, ließ sich von mir anfassen und streicheln, wobei die Frau meinte, d. h., dass er mir vertraut. Diese Katzen sind sehr auf eine Person fixiert, wenn sie einen mögen, dann ist es gut, es kann aber auch sein, dass sie manche Besucher nicht leiden können. Im Moment seien Sie noch mehr auf sie ausgerichtet, da das Futter von ihr kommt, und da sie an sie gewöhnt sein. Das könne sich aber dann bald ändern. Somit war es Zeit, den Kaufvertrag abzuschließen und die 1. Anzahlung zu machen. Den Rest sollte ich dann bei der Abholung am 21. September entrichten. Der nächste Besuchstermin ist der 23 August. Ich kann die Katzen jetzt alle 2 Wochen sehen. Das bedeutet, mein Kater, der damit mir mitkommen wird, kann sich schon mal an mich gewöhnen. Ich hoffe, dass nicht beim nächsten Mal dieser Kater entweder auch verstorben ist oder nicht mehr herkommt, und sich dann wieder ein anderer Kater mehr zu mir hingezogen fühlt. Das wäre schade, denn alle anderen müssen sich jetzt auch entscheiden. Ich hoffe, dass der blaue Kater so ruhig und freundlich und auch schon relativ zutraulich bleibt. Seine Augen werden bald die Farbe von Bernstein annehmen, das zeichnet sich ab, die Mutter hat ebenfalls bernsteinfarbene Augen, der Vater hat blaue Augen. Aber bei Katzenbabys sind die Augen immer erst einmal blau, man weiß nie, in welche Farbe sie sich dann ändern. Jetzt geht es daran, die Wohnung möglichst Katzen sicher zu gestalten, einen Kratzbaum anzuschaffen, eine Vorrichtung zu montieren, damit die Katze nicht zur Wohnungstür rausrennt, wenn ich mal kurz aufmache, auch etwas zum Schutz der Fliegengitter und der Vorhänge und Gardinen anzuschaffen, und vielleicht kann ich sogar schon, wenn denn der Balkon endlich mal kommt, vor der Abnahme schon ein Katzennetz um die Brüstung machen lassen, da ich im Erdgeschoss wohne, und man dann auch mit einer Leiter von außen das Netz montieren kann, ohne den Balkon zu betreten. Dies muss ich aber mit dem Architekten absprechen. Dann werde ich mir auch wieder eine Trittmatte anschaffen, wie ich sie früher hatte. Denn leider kann ich keine Katzenklappe in die Tür sägen lassen, da die Tür sehr wertvoll ist. Die Katze tritt auf die Matte, die über ein Kabel mit einer Klingel im Inneren der Wohnung verbunden ist. Wenn die Katze auf die Matte steigt, ertönt innen ein Klingelton. Natürlich brauche ich noch eine Katzentoilette in Bad und eine auf dem Balkon. Da der Kater sehr groß wird, soll ich eine besonders große Toilette nehmen. Somit habe ich zahlreiche Anschaffungen zu tätigen. Ich hoffe, dass die Katze mir nicht rausrennt, wenn ich mal ausgehe. Das sind alles Dinge, die ich bedenken muss, damit nicht wieder alles schiefläuft, so wie in meiner früheren Gegend, aber dieses Mal darf die Katze nur auf den Balkon. Die Frau meinte zwar, ich solle der Katze kein Halsband anlegen, da dies gefährlich sei, aber ich sagte ihr rundweg ins Gesicht, dass ich darauf keine Rücksicht nehmen könne, da ich blind bin, und die Katze dann eventuell rausrennt, und dass sie eben ein Glöckchen brauche, damit ich weiß, wo sie ist. Das hätte Priorität, all meine Katzen haben früher ein Halsband getragen, und das hat sie auch eingesehen. Ich werde auch ein Geschirr kaufen, um die Katze auszuführen. Wenn sie dann eine Weile bei mir ist, werde ich sie daran gewöhnen, damit sie es annimmt, und dann können wir auch etwas draußen herumlaufen, damit sie nicht nur die Gegend um den Balkon herum sieht. Rein zufällig habe ich dann, als ich einmal meine A-Dame einschaltete, einen Skill gefunden, mit dem man den Umgang mit einem Haustier trainieren kann. Man muss am Tag einige Aufgaben erfüllen, Wasser und Futter kaufen, das Tier schlafen legen, füttern, Wasser geben, in den Park bringen, Aufgaben lösen usw. Die Aufgaben bringen einem dann wieder Münzen ein. Man steigt dann in der Rangliste auf, je nachdem, wie gut man sich um sein Tier kümmert. Das ist sozusagen ein Training, wenn man vorhat, sich ein Haustier zuzulegen. Das war wieder mal so ein Zufall, von dem ich manchmal denke, das kann kein Zufall sein. Dieses Mal werde ich auch eine Krankenversicherung für die Katze abschließen. Denn mit meinen anderen Katzen hatte ich immens hohe Kosten, da laufend irgendetwas mit Ihnen los war, sie waren krank, sie mussten geimpft, entwurmt, operiert oder sonst etwas werden. Das geht unheimlich ins Geld. Leider kann ich die Katze erst dann anmelden, wenn sie 8 Wochen alt ist. Das wird am 24. August sein. Meine Assistenz ist am 16. August wieder hier, da dürfen wir sie aber noch nicht anmelden. Am 23. bei meinem Termin bei der Verkäuferin hoffe ich, dass diese mir dann hilft, mich bei der Versicherung anzumelden, da sie mir diese ja auch empfohlen hat. Demnach weiß sie ja auch wahrscheinlich am besten, wie man das im Internet macht. Es gibt hier auch eine App für das Handy, um den Umgang mit der Bürokratie bei der Versicherung zu erleichtern. Die Katze wird fünfmal entwurmt, bis sie zu mir kommt, sie bekommt schon ihrem Chip, und sie bekommt einige Impfungen. Ich hoffe also, dass ich mit dieser Art Vorbereitung dieses Mal alles richtig machen werde. Das Lustige war, dass die Frau eigentlich reinrassige Maine-Coon-Babies haben wollte. Sie hat ihre Katze zur Züchterin gebracht, und diese hat die Katze in ein separates Zimmer einquartiert. Dort sollte sie dann ein bis 2 Tage bleiben, um sich ein zu gewöhnen. Dann würde der Deck-Kater kommen, um seine Arbeit zu verrichten. Aber die Züchterin hat 2 Kater, und der eine, der eigentlich zu einer recht phlegmatischen Rasse gehört, ist imstande, Türen zu öffnen. Das hätte sie bedenken müssen und die Tür dann absperren sollen. So sprang der Ragdoll auf die Klinke, marschierte zur Liebesstatt und kam dem anderen Kater zuvor. Als sie Züchterin zurückkam, war die Bescherung schon geschehen. Sie hatten noch gehofft, dass die Katze leer geblieben war, aber der Kater hatte ganze Arbeit geleistet. Daher konnten sie die Tiere nicht so teuer verkaufen. Das war mein Glück, denn eine reinrassige Maine-Coon-Katze hätte fast 2000 € gekostet. Ich musste wirklich lachen, aber die Frau fand es nicht so lustig. Ich hoffe aber, dass der Charakter das wichtigste ist, und ich eine liebe Katze haben werde. Allerdings hat er längere Haare, ich hoffe, dass ich damit zurechtkomme. Einer meiner anderen Kater hatte auch längeres Haar, ich musste ihn im Sommer immer scheren. Der Gang zum Katzenfriseur wird mir höchst wahrscheinlich auch dieses Mal nicht erspart bleiben. Da bin ich schon froh, dass ich jetzt nur noch um die 20 € pro Monat für die Krankenversicherung zahlen muss, anstatt wie früher jeden Monat über 100 € für die durchschnittlichen Tierarztkosten über das gesamte Jahr. Ich hoffe also, dass alles klappen wird, da ich dieses Mal wirklich nichts dem Zufall überlassen möchte, außer dem guten Zufall, wie oben beschrieben. Am 21 September gehe ich also mit Katzenkorb und Vertrag dorthin, um meinen neuen Hausbewohner mitzunehmen. Ich hoffe, er wird lange bei mir bleiben, wird ein schönes Leben haben, und es wird ihm bei mir gefallen, und er wird mich mögen und gesund bleiben.

Montag, 2. August 2021

Wenn alles klappt, dann ist das kurzweilig

Vor einigen Wochen hatten wir bei unserem Basar ein Angebot, dass jemand ein Vorlesegerät abgeben würde. Eigentlich habe ich einen Scanner, mit dem man auch Bücher einlesen kann, welche man dann auf einer Speicherkarte aufheben und sich den Text mit einem anderen Gerät, dem Handy oder einem anderen Gerät mit Text-to-speech-engine vorlesen lassen kann. Aber es ist ein Flachbettscanner, und es ist umständlich, das Buch dann jedes Mal umzublättern, das Buch dann wieder draufzulegen, eine neue Seite im Programm zum Lesen einzustellen usw., bis das ganze Buch gelesen ist. Und außerdem muss man immer den PC anhaben, und ich muss an meinem Arbeitsplatz sitzen. Daher dachte ich mir schon länger, ein Vorlesegerät wäre schön, es ist ebenso aufgebaut wie ein Scanner, man legt ein Buch darunter, lässt sich die beiden Seiten vorlesen, blättert ganz normal um, lässt sich die nächsten Seiten vorlesen, und dann kann man ein ganzes Buch wie ein sehender lesen. Dann brauche ich nicht mehr darauf zu achten., ob es dieses Buch nun in einer für mich zugänglichen Form gibt, sondern ich kann jedes Buch kaufen. Normalerweise gibt es schon sehr viele Bücher als eBooks, aber bei manchen Büchertischen nach Vorträgen gibt es doch einmal Bücher, die in elektronischer Form wahrscheinlich nicht zu haben sind. Es gibt ein moderneres Vorlesegerät, welches aber auch nur dann funktioniert, wenn es an einen PC angeschlossen ist. Es hat auch einen USB-Anschluss, man kann Bücher auf einen Stick ziehen und sie sich dann an einem anderen Gerät vorlesen lassen. Aber man braucht wieder eine Scansoftware, mit der man dann umgehen können muss, und die nur über den Computer funktioniert. Ich habe schon mit meiner jetzigen Scansoftware genug zu tun, wenn ich einmal ein paar Wochen nicht gescannt habe, muss ich alles wieder in Erinnerung rufen. Und dann klappt es manchmal nicht mit dem Einzug oder was auch immer. Es gab aber früher Geräte für diejenigen, die ein geschlossenes Vorlesesystem haben möchten, ohne sich mit dem PC herumärgern zu müssen. Diese älteren Vorlesegeräte sind offenbar nicht mehr im Handel erhältlich. Daher hat es mich gefreut, dass man so ein altes Gerät noch aus 2. Hand privat kaufen kann. Daher rief ich sofort bei der Frau an. Es stand eigentlich dort, dass das Gerät kostenlos sei, aber sie hat etwas von 90 € gesagt. In Anbetracht der Tatsache, dass diese Geräte normalerweise mehrere 1000 € kosten, habe ich lieber nichts gesagt. Sie meinte, sie würden mir das Gerät gegen eine Gebühr von 90 € zuzüglich Porto zusenden. Ich habe mich riesig gefreut, das es geklappt hat. Denn ich habe schon häufiger bei dem Basar etwas ins Auge gefasst, und hinterher war es entweder schon weg, oder es war doch nicht das, was ich wollte. Daher habe ich mich sehr gefreut. Am nächsten Tag rief sie aber an, dass sie sich getäuscht hätte, denn sie hätte in einer anderen Liste angegeben, es kostet 90 €, aber für Selbstabholer sei es kostenlos. Und sie wollten nur jemanden, der es selbst abholt. Ich sagte, jetzt habe ich mich so gefreut, jetzt will ich nicht schon wieder enttäuscht werden. Ich zahle die 90 €, ich kann nicht so weit fahren, und ich zahle auch das Porto und die Versicherung. Ich dachte, warum machen die so einen Umstand daraus, es ist doch nur ein Scanner, man muss ihn doch nur einpacken. Vor einem Jahr hat mir jemand ein Faxgerät zugeschickt in einer riesengroßen Kiste, und er hat noch nicht mal was dafür verlangt. Damals war mein Faxgerät mitsamt meinem PC in Reparatur, und daher brauchte ich dringend ein Ersatzfax. Jemand von unserem Radiosender hat nachgefragt bei Facebook, und somit hat jemand mir ein Fax zugeschickt. Daher dachte ich, so schwer kann das doch nicht sein. Und ich dachte auch, es ist ja nicht mein Problem, wenn sie auf der falschen Liste nachschaut. Am nächsten Tag rief sie an, sie würden mir die Kontonummer zusenden, ich könne das Geld überweisen, das Portomitversicherung kostet 22 €. Es wären also insgesamt 112 € zu bezahlen. Ich sagte zu und wartete auf die E-Mail mit der Kontonummer. Nach einer Weile kam dann ein normaler Brief, in dem die Kontonummer stand. Ich überwies das Geld, und ein paar Tage später kam der Postbote mit einer riesengroßen Kiste an, die er mir netterweise in mein Wohnzimmer schleppte. Ich dachte nicht, dass das Teil so groß sein würde. Nach einigen Tagen kam dann meine Assistentin, die dann schon lachen musste, da das Gerät in einem Karton von Kärcher eingepackt war. Als wir es herausgehoben hatten, bin ich schon ganz schön erschrocken. Es ist ein riesengroßer Brummer, und einige merkwürdige Plattenladen noch daneben. Leider gab es keine Gebrauchsanweisung dazu. Wir mussten erst einmal Platz schaffen, um das riesengroße Trumm irgendwo aufstellen zu können. Danach haben wir es eingesteckt und eingeschaltet. Die Stimme ist wirklich merkwürdig. Sie klingt wie bei NVDA, einem kostenlosen Screenreader. Das Gerät muss aus den späten achtzigern oder frühen neunzigern sein. Eine Freundin hatte mir noch gesagt, sie hat auch so ein Gerät von Kurzweil, und es klingt sehr gut, und es funktioniere sehr anständig. Ich fand die Stimme wirklich merkwürdig. Es gibt eine Tastatur, die mittels eines Spiralkabels wie bei einem alten Telefon an das Gerät angeschlossen ist. Die Tastatur hat einen Magneten, sodass man sie in dem Fach des Geräts befestigen kann. Das ist mir aber nicht gelungen. Es gibt eine Hilfetaste, mit der man alle Funktionen der gesamten Tasten lernen konnte. Den Speicher konnte man auch löschen. Ich wollte also nun einige Seiten einscannen und lesen. Als ich das Papier einlegte, quiekte eine Zwergenstimme, also eine höhergestellter NVDA-Screen wieder: „die Seite ist in der Warteschleife!“ Es klang wie bei Peter Ustinov in quo vadis, der Nero gespielt hat. Ich dachte mir, welche Warteschleife, da ist doch gar nichts drin, ich möchte doch nun erst das 1. Blatt ein scannen. Ich drückte mehrfach die Vorlesen-Taste, aber immer wieder kam diese Zwergenstimme, „die Seite ist in der Warteschleife!“ Ich war schon ganz verzweifelt, und irgendwann, als ich noch mal drückte, wurde das Papier dann vorgelesen. Allerdings war das nie wirklich vollständig. Ich konnte allerdings mit den Tasten in dem Dokument navigieren, man konnte immer ein Wort, eine Zeile oder einen Buchstaben nach vorne oder zurückgehen. Ich habe dann auch immer schön den Arbeitsspeicher wieder gelöscht, nachdem ich die Seite aus dem Gerät genommen hatte. Außerdem ist die Glasplatte schräg angebracht, sodass ich jedes Mal ganz schnell den Deckel zumachen musste, damit die Seite nicht ganz hinunterrutschte, wo keine Glasplatte mehr gewesen wäre. Ich fragte mich auch, was das denn mit den Platten sollte. Von diesen Platten hat meine Freundin auch nichts gewusst, sie sagte, das habe sie noch nie gehört. Meine Assistenz meint, das ist dafür, um das Gerät abzudunkeln, wenn man ein dickeres Buch darunter legt, da in den neunziger Jahren die Scanner noch nicht so gut gearbeitet haben und sehr empfindlich auf Licht oder andere Störungen dieser Art reagiert haben. Das Gerät ist sauber, aber es wirkt so, als sei es jahrelang bei einer Person herumgestanden. Es ist irgendwie etwas merkwürdig anzufassen. Es riecht auch komisch, obwohl es wirklich komplett sauber ist. Aber es ist einfach alt. Ich dachte mir, mit diesem Gerät kann man nun wirklich keine Bücher lesen. Es dauert mindestens 1 Minute, bis das Dokument vorgelesen wird, und die Hälfte davon sind dann nur irgend welche kryptischen Zahlen und Buchstaben. Daher dachte ich mir, ich werde jetzt jemanden von unserem Verband holen, der sich das anschaut. Ich rief also dort an, aber der Mann, der dafür zuständig ist und Hausbesuche machen kann, war auf Urlaub. Jetzt rief er bei mir an, da man ihm Bescheid gegeben hatte, dass ich ihn brauchte. Er wird nun am 4. August um 10:30 Uhr vormittags zu mir kommen. Vielleicht kann er noch etwas aus diesem Gerät herausholen. Ich habe ihm schon kurz das Problem geschildert, vielleicht findet er noch eine Gebrauchsanweisung. Vielleicht kann man auch die Stimme umstellen, vielleicht kann man den Arbeitsspeicher etwas anders einstellen, oder vielleicht kann man die Warteschleife auch mal löschen. Vielleicht sind da noch alte Dokumente drin, die zuvor nie raus gelöscht wurden, und die noch darauf warten, eingelesen zu werden. Wenn das alles nichts hilft, wandert dieses Teil stante pede direkt zum Recyclinghof und wird dort per Taxi hin expediert. Schade, das war ein übles Lehrgeld. Ich hoffe, dass wir noch etwas damit anfangen können. Notfalls würde ich mir aus eigener Tasche ein modernes Vorlesegerät dieser Art kaufen, damit ich im Wohnzimmer gemütlich Bücher lesen kann. Dann läuft es vielleicht so, wie ich es mir mit einem solchen Gerät zuvor auch vorgestellt hatte. Ich frage mich, wie man früher mit so einem Gerät klargekommen war. Vielleicht deshalb, weil man es einfach nicht anders kannte. Im Moment begnüge ich mich einfach mit Hörbüchern, Punktschriftbüchern oder eBooks, die bereits vorhanden sind. Die Herangehensweise von Blinden ist nicht immer die, hier ist ein interessantes Buch, das kaufe ich mir, sondern, was gibt es im Katalog? Aber es wird schon sehr viel und schnell aufgelesen, sodass wir auch ganz schnell Zugang zu zeitgenössischer Literatur haben. Aber manchmal möchte man eben auch Dinge lesen, die nicht im allgemeinen Handel erhältlich sind, oder die Zettel, die ganz schnell einmal ins Haus geflattert kommen, und die einen vielleicht interessieren könnten. Ich könnte sie auch unter das Lesegerät legen, aber mir fehlt die Kraft, eine ganze Seite mit den Augen zu lesen, und immer den Anfang der Zeile wiederzufinden, wenn ich mit dem Kreuztisch bis zum Ende gefahren bin. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, mit dem Handy eine ganze Seite ein zu scannen, aber da erwischt man manchmal nicht alles. Dies wurde mir bei der Erstbenutzung meines Kaffeeautomaten zum Verhängnis, denn ich hatte einige Zeilen nicht erfasst, die wichtig gewesen wären, zum Beispiel, dass man kein Pulver in den Schacht einfüllen darf, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Darüber habe ich in einem anderen Eintrag berichtet. Jetzt muss ich erst mal abwarten, was aus dem Gerät wird, aber langweilig ist der Kurzweil nicht, kurzweilig allerdings auch nicht. Auf jeden Fall ist er so oder so nicht der schnellste. Aber ich wäre traurig gewesen, wenn es nicht geklappt hätte mit dem Kauf. Ich wusste ja nicht, dass das Gerät noch so altmodisch ist. Vielleicht kann man ja noch etwas machen, und der Mann von unserem Blindenverband schafft es, es noch etwas zu „frisieren“. Ich hätte auch ein schlechtes Gewissen, das Gerät einfach wegzuwerfen, da ich es vielleicht jemandem vor der Nase weggeschnappt hatte, der es unbedingt gewollt und auch benutzt hätte, daher sollte ich es vielleicht noch einmal anbieten. Aber zum Wanderpokal sollte es ja auch nicht werden. Es ist auch umständlich, es immer wieder zu verschicken, obwohl ich den Kärcher-Gattung noch habe. Ansonsten hat das Ding seine Tage gesehen, obwohl ich normalerweise schon dafür bin, Sachen auch noch weiter zu benutzen, und sie nicht gleich wegzuwerfen, wenn man noch etwas damit anfangen kann. ja, wenn.