Mittwoch, 29. Mai 2013

Vorsicht Enkeltrick!!!!!

Am Montag klingelte das Telefon. Ich hob ab. Eine ziemlich kesse Stimme am anderen Ende sagte: "Hallo!" Ich fragte: "Hallo, wer ist das?" Die Frau rief: "Na, ICH bin's!" Ich fragte schon ungeduldig: "Wer ist denn ICH?" -- "Na, ich, kennst Du mich denn nicht!?" -- "Nein, wer soll das sein?" -- "Na, ICH bin's, Deine Verwandtschaft!" Mir ist es schon mehrfach passiert, daß mich jemand anrief und mich raten ließ, wer er ist, und solche Mätzchen ärgern mich fürchterlich! Ich wurde böse und schimpfte ins Telefon: "ENTWEDER, Sie sagen mir jetzt SOFORT Ihren Namen, oder ich lege auf!" Stattdessen legte SIE auf. Ich war total aufgelöst. Was hatte ich da wieder angestellt?! Mit jedem muß ich mich zerstreiten, jetzt schon mit der eigenen Verwandtschaft! Wenn das nun die Tochter meiner Nachcousine war, die in meiner Stadt lebt, sich aber noch nie bei mir gemeldet hatte. Aber die hätte ich doch an der Stimme erkannt! Ich dachte, na schön, wieder mal ein saublödes Erlebnis. Da wir einen nicht ganz häufigen Namen haben und letztendlich alle auf eine Sippe zurückzuführen sind, vermutete ich, daß sich vielleicht wieder mal jemand gemeldet hatte, der seine Ahnen sucht und feststellt, daß er mit uns verwandt ist. So etwas kam schon manchmal vor. Sofort rief ich meine Eltern an. Die waren nicht da. Am Abend versuchte ich es erneut. "Heute hat mich jemand angerufen, die hat sich nicht gemeldet. Wer aus unserer Verwandtschaft könnte das gewesen sein?" Meine Mutter meinte: "DAS war der ENKELTRICK!" Sie reichte den Hörer an meinen Vater weiter. Mit dem besprach ich die Situation, und er bestätigte diesen Verdacht, war doch unsere Mieterin erst vor gar nicht allzu langer Zeit auf diese Masche hereingefallen. Zwei Tage später rief mein Vater mich an und erzählte mir, daß sie gerade im Fernsehen die Nachricht gebracht hatten, daß in meiner Stadt gerade sehr viele dieser Trickbetrüger unterwegs sind, und sogar der Innenminister Maßnahmen ergriffen habe. Die Trickbetrüger waren bereits über tausend Mal erfolgreich. So hatte mich meine zuweilen etwas schroffe Art davor bewahrt, ebenfalls auf diese Leute hereinzufallen und auch der Umstand, daß ich eigentlich alle, die mit mir zu tun haben, an der Stimme erkenne, da ich aufgrund meiner schlechten Augen darauf angewiesen bin, Leute an der Stimme zu erkennen, weil es anders nicht mehr geht, sie auseinander zu halten. So kann ein Nachteil auch mal ein Vorteil sein.

Montag, 13. Mai 2013

Macht man das mit Blinden?

Ich fahre seit Längerem mit einem bestimmten Taxidienst von und zur Dialyse. Es ist mir mehrfach Folgendes passiert: Ich steige ins Auto, unterhalte mich schon eine ganze Weile mit dem Fahrer, und auf einmal höre ich hinten etwas rascheln. Wenn ich dann frage, was da diese Geräusche macht, heißt es: "DAS ist nur der Wind." Nach einer Weile höre ich wieder etwas und sage: "Da ist doch noch wer." Dann höre ich von hinten ein Kichern. Wenn ich dann näher nachfrage, dann rückt der Fahrer damit raus, daß er noch einen anderen Fahrgast im Auto hat, der auch in meine Richtung muß. Ab und an fahren auch sein Hund, den man aber aufgrund seines Alters penetrant riecht, und der sich durch lautes Bellen bemerkbar macht, oder seine beiden Kinder mit. Daher fällt es mir auch schwer, zunächst zu erfassen, wer da noch mitfährt, ob Hund, Kinder oder sonstwer. Neulich holte mich meine Fahrerin ab, ich erzählte ihr alles Mögliche von der Dialyse, von den Schwestern, von Erfahrungen, die ich mit anderen Dialysen gemacht habe in der Annahme, ich sei mit ihr alleine. Auf einmal rumort auf dem hinteren Sitz etwas. Ich frage, was das ist: "Ach, das ist nur die Frau xy." Ich: "Ach so, da war die ganze Zeit jemand hinten drin!" Und ich plapper hier so frei von der Leber weg!" Die Taxifahrerin: "Die Frau XY ist eine GANZ LIEBE, und die hört nichts, GELLFrau XY?" Ob die Frau hört oder nicht, darum geht es primär nicht. Warum wird mir eigentlich nicht gleich beim Einsteigen die Information gegeben, daß auch noch jemand anderer mitfährt? Heute mußte ich in den Minibus hinten einsteigen. Als ich fragte, warum, sagte der Fahrer: "Ich habe ein Gepäckstück zu transportieren." Ich neugierig: " Was denn?" Er: "Einen Schrank." Ich: "Und warum müssen Sie Möbelstücke transportieren, und wohin soll's denn gehen?" Er: "In die XYZ-Straße." Ich: "Aber da kommen wir doch grade her." Er: "Ja, und da fährt der Schrank auch wieder hin." Ich: "Warum macht der Schrank denn eine Rundfahrt?" Er: "Einfach so." Dann schaue ich näher hin und sehe vor mir schemenhaft einen Kopf. Ich also: "Ein ganz schön runder Schrank, und Haare hat er auch!" Er: "JA, oben und unten." Ich: "Also fährt da jemand mit, wer ist das denn?" Er: "Es ist der 'taubstumme' Taxifahrer, der, der immer nichts redet, mit dem Sie öfter fahren." Ich: "Diesmal ist er wohl total taubstumm. Warum fährt er denn nicht selber sondern sitzt neben Ihnen und fährt mit?" "Er hat ein Problem mit dem Navi. Und er kann Ihren Anblick nur als Beifahrer ertragen." Ich: "Soso, hab ich ihm zu häufig auf sein Navi geguckt? -- Aber wenn es kein Schrank ist, ist es auch nicht der E., denn wenn das eine nicht stimmt, stimmt das andere auch nicht." Er: "Doch, E. ist doch ein Schrank! Sie sind doch oft genug mit ihm zur Haustür gegangen. Klein ist der E. doch nicht." (Mittlerweile steht es gefühlte 10:5 für den Taxifahrer). Der Mensch vorne bleibt stumm. Er: "Na, wer ist denn da vorne?" Ich: "Für einen Blinden ist das wohl etwas schwierig, so etwas zu erraten." Er: "Ja, was kann denn Ich dafür, wenn derjenige nicht will, daß Sie wissen, wer er ist." Ich: "So, haben wir jetzt Fahrt mit Datenschutz oder wie?" Er: "Der fährt ja nicht, ICH fahre ja." Ich: "Na, dann eben doch Fahrt mit Datenschutz , und SIE fahren." Er: "Sie können ja mal gucken, ob er einen Busen oder einen Pimmel hat." Ich: "Na, also ich pack doch nicht jeden x-Beliebigen an seinen Merkmalen an! Und Außerdem gibt es auch Männer mit Biertitten." (Was der kann, kann ich schon lange! Soll ja nicht glauben, ich sei die Resi vom Land!). Schließlich meinte er: "Lösen Sie öfter Kreuzworträtsel?" Ich: "Nein." Er: "Name mit vier Buchstaben." Ich: "Emil?" Er: "Nein, das ist der von den Detektiven." Ich: "Ja, Frau oder Mann?" Er: "Frau mit vier Buchstaben." Ich: "Anna?" Er: "Nein, das E war schon richtig." Da wußte ich, wer es war. Die Frau, eine Kollegin von ihm, ist schon einmal mitgefahren und hat damals auch keinen Mucks gesagt, bis ich gemerkt habe, daß da noch jemand mitfährt. Ich machte gute Miene zum bösen Spiel. Aber eigentlich finde ich mehrere Sachen daran unhöflich: 1. Sie hätte aussteigen müssen und nach hinten gehen, und ich hätte vorne sitzen müssen, da ich die eigentliche Fahrgastfrau war, sie fuhr ja nur zu seinem Vergnügen mit. Ich kann froh sein, daß der Minibus hinten nicht zu hoch ist, und ich gut rauskam, und daß wir nicht über holprige Stellen gefahren sind, die ich hinten sehr schlecht vertrage. 2. Ich finde es unmöglich, einem Blinden erst gar nicht zu sagen, daß noch jemand im Auto ist, und 3. Ich komme mir vorgeführt vor, wenn man mir irgendwelche Märchen von Möbelstücken oder vom Wind erzählt, da ich aufgrund meiner sozialen Probleme oft alles glaube, was man mir sagt, da ich nicht unterscheiden kann, ob jemand Spaß macht oder nicht, und zusätzlich auch noch fast blind bin. Wäre ich ins Auto gestiegen, und der Fahrer hätte gesagt: "Raten Sie mal, wen wir heute dabei haben!" hätte ich das nicht blöd gefunden und sofort als Spiel aufgefaßt, bei dem nicht über mich sondern mit mir gelacht wird. Normalerweise dürfte gar niemand mitfahren, da die Kasse meine Fahrt zahlt, und daher keine anderen Fahrgäste mitgenommen werden dürfen, weil das doppelt kassiert ist. Ich hänge da niemanden hin, aber langsam hätte ich gute Lust dazu. Denn es gebietet eigentlich der Anstand, wenn jemand in ein Auto einsteigt, daß man ihm sagt, wer noch alles da ist, und erst recht bei einem nachweislich Blinden. Jemanden so hinters Licht zu führen und nichts zu sagen, das macht man nicht, und schon gar nicht bei einer Blinden! Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie diese beiden die ganze Zeit gefeixt und sich angegrinst haben. Ich komme mir irgendwie gedemütigt vor und vorgeführt. Ich bin auch bei jedem Wortabtausch immer die Verliererin. Dies sind total ungebildete Leute, ich bin, ohne mich zu loben, intellektuell diesen Leuten haushoch überlegen. Dennoch muß ich mich aufgrund meiner Defizite von Greti und Pleti an die Wand spielen lassen! Daß man da irgendwann mal bösartig wird oder sich wünscht, auch mal jemanden fertigmachen zu können, oder auch mal einem anderen eins reinzuwürgen, wenn man dauernd ohnmächtig, ausgeliefert und unterlegen ist, verstehen wieder die feinen Herrschaften und die ach so moralische Umwelt nicht! Denn so etwas würde ja außer mir niemand tun! Vielleicht kann jetzt endlich mal einer verstehen, warum ich so bin, wie ich bin, wenn ich das ganze Leben solche sozialen Frustrationen mit guter Mine ertragen muß! Diese Menschen haben definitiv einen anderen Humor als ich, und ich werde in solchen Fällen immer als humorlos angesehen und muß mich rechtfertigen, daß so etwas für mich nichtlustig ist. Sicher wird mir wieder jeder erklären, daß meine Erwartungen zu hoch sind, und daß das ein Spaß ist, den man halt mitmachen muß. Aber ich kenne es auch anders, wenn ich bei meinem früheren Taxerer ins Auto gestiegen bin, und er jemanden dabei hatte, stellte er uns immer einander vor, und wir kamen dann auch ins Gespräch. Ich verlange nicht, daß mir detailliert die Personalien eines Mitfahrenden angegeben werden, aber es gehört sich doch wohl einfach, daß man (vor allem eine blinde Person) darüber aufklärt, daß noch jemand anderer mitfährt. Die Oberschlauen, die dann auch noch immer sagen, ich solle mich halt wehren, dürften vielleicht mitgekriegt haben, daß das eben so einfach nicht ist in meiner Situation.

Sonntag, 3. März 2013

"Nein" sagen und "Ja" meinen?

Während meines Aufenthalts in Freiburg habe ich mich ja mit einem Mann getroffen, mit dem ich zuvor Mails geschrieben habe. Mittlerweile war er bei mir zu Besuch, und dann habe ich ihn in seinem Heimatort besucht, dann war er wieder 3 Wochen bei mir. Die drei Wochen sind fast ohne mein Zutun entstanden, denn er meinte, er habe dann und dann eine Fahrkarte zu mir gebucht. Ich rechnete nicht damit, daß er so lange bleiben würde und dachte, über Weihnachten wird er da sein, an Neujahr ist er dann wieder weg. Aber er meinte, nein, er hätte bis zum 7. Januar Zeit. Ich wollte nicht so sein und dachte, mal sehen, ob wir uns verstehen, da ermeinte: "Wenn wir uns anfauchen, haue ich einfach wieder ab." So dachte ich, es wäre schon ein Armutszeugnis, wenn wir es nicht mal bis Weihnachten schaffen würden. Ich hatte bis dato noch offen gelassen, ob wir mal richtig zusammenkommen. Für ihn war das schon ausgemachte Sache. Während des Aufenthaltes unternahmen wir viel, sowohl bei seinem Aufenthalt bei mir, als auch, als ich bei ihm war. Auch gab es einige Momente, wo wir Auseinandersetzungen hatten. Zum Beispiel, als er mir sagte, "eine Frau versteht normalerweise weniger von Technik als ein Mann", weil ich ihm mein Ladegerät erklärt habe. Oder, als er meinte, ob Frauen wirklich dazu beitragen, daß sie vergewaltigt werden, könne er nichtbeurteilen, da er ja "noch nie dabei" war. Da habe ich ihm schon klargemacht, daß das nicht meiner geistigen Kragenweite entspricht. Doch solche Sachen konnten wir ganz gut aufklären, zumindest so, daß er merkte, daß das Blödsinn war, was er da verzapft hatte. Wirklich verstanden hat er es nicht, und er hat meist auch wohl deshalb nachgegeben, weil er in mich verknallt war. Auch ging er dauernt mit zur Dialyse und hat fast nie selbst mal was alleine unternommen. Ich fand es schon anstrengend, immer so zusammen zu glucken. So etwa drei Tage vor seinem Abschied sagte ich ihm dann, daß ich mit ihm gute Freunde sein wollte, mehr aber nicht, und daß ich auch nicht schon wieder zu ihm fahren würde, da ich nun so viel habe liegen lassen müssen, was an Arbeit angefallen ist, daß ich erst wieder im Sommer kommen wollte. Ich konnte nicht mal E-Mails schreiben, ohne, daß er hinter mir stand. So blieb das Meiste an Kontakten mit E-Mail-Bekannten etc. liegen. Das Organisieren einer Gastdialyse und Taxi sowie die Beantragung der Taxikosten. ist auch immer sehr stressig, daher wollte ich nicht schon wieder all diesen Aufwand auf mich nehmen. Er meinte, er wäre nun die nächsten Tage etwas weniger gesprächig, wovon ich allerdings nichts merkte. Als er dann abfuhr, wunderte ich mich, daß er nicht Bescheid gab, ob er gut daheim angekommen war. Auf meine Anfrage meldete er sich auch nur kurz. Dannentdeckte ich, daß er sein Geschenk hatte liegen lassen. Ich hatte ihm zum Einen eine Handy-Hülle für sein Smartphone geschenkt, die er aber wohl mitgenommen hat. Aber dann hatte ich ihm noch eine Wärmeschlange geschenkt, die ich nicht mehr brauchte, weil bei mir alles gut gedämmt wurde, und es bei ihm immer so zog. Als ich dann einmal hinter meinen Dosenvorrat faßte, fand ich zu meinem Schrecken und zu meinem Ärger die Schlange dort liegen. Zu meinem Geburtstag erhielt ich danneine Postkarte mit lauter Schwärrmereien (aufgedruckt und selbst verfaßt: Du bist die Tollste, die Beste usw.), mit der Unterschrift: DEIN BEKANNTER, somit nahm ich an, er hat es nun verdaut und auch endgültig verstanden, daß da nicht mehr läuft. Ich schrieb ihm noch, daß ich ihn "schimpfen" müsse, da er einfach sein Geschenk hat liegen lassen. Er meinte, das sei aus "persönlichen Gründen" geschehen, wobei auf mein Nachfragen hinsichtlich dieser "persönlichen Gründe" nichts mehr kam, aber ich konnte mir scho ndenken, daß er einfach gekränkt war. Aber dann ging die Unterhaltung per Mail ganz normal weiter, so daß ich annahm, wir hätten nun eine Basis gefunden, und er habe es geschluckt, daß nicht mehr als eine gute Freundschaft drin ist. Dann kam wieder eine Art Vorstoß, ob ich nicht doch schon früher als im Sommer zu ihm fahren könnte, worauf ich sehr sachlich begründete, daß ich so viel hatte liegenlassen aufgrund seines Besuches, daß ich andere Bekannte auch nicht öfter als ein-zweimal pro Jahr besuche, und er schon weit überm Schnitt lag mit so vielen Besuchen. Daraufhin schrieb er mir, ich würde "schreiben wie ein Mann". Ich fragte zurück, was das solle, ob eine Frau etwa nicht logisch argumentieren könne, woraufhin er wieder total geknickt über sein eigenes Verhalten war. Da er mal gefragt hatte, ob ein Shunt nach einer Transplantation wieder zugemacht wird, schickte ich ihm einen Artikel darüber, der mir nun untergekommen war. Daraufhin kam dann seine Mail: "Also, wie machen wir das dann, machen wir den Shuntverschluß oder nicht?" Ich wunderte mich, daß er so per "wir" schrieb, als seien wir ein Ehepaar, welches das zu entscheiden hätte. Ich antwortete ihm nur: "Zunächst mal muß ich eine Niere HABEN". Auf seine Art zu schreiben (im Stil: "wir sind schwanger") ging ich nicht ein, im Glauben, daß das nur so eine Spintisiererei von ihm sei. Am Valentinstag kam dann ein Päckchen mit einem kleinen Strauß Blumen, zwei Herzen mit Schokolade und ein Filz-Küken. Ich dachte, das sei von Fleurop so zusammengestellt worden. Das Päckchen enthielt auch eine Karte mit der Unterschrift: "DEIN DICH LIEBENDER H." Auch da wurde ich noch nicht stutzig und dachte nur, der kann es halt einfach nicht lassen! Ich bedankte mich Tage später für das Päckchen mit dem Satz: "Das hätte es jetzt nicht gebraucht." Nun kam aber wieder so eine Mail mit dem Text: " Wenn ich Dich mal punktiere (er hat sich vor dem Zeitpunkt, zudem ich ihm sagte, daß wir nur gute Freunde sind, immer ausgemalt, daß er mich zu Hause dialysieren wlürde, und wir zusammenziehen usw.), dann habe ich ja kein Stück Fleisch da liegen sondern meine Herzallerliebste, meine 'bessere Hälfte'." Da sah ich es an der Zeit, nochmal deutlich zu werden. Ich schrieb ihm, daß ich mit ihm nur gut Freund sein wollte. Daraufhin kam eine SMS (keine Mail): "DANKE für Deine aufschlußreiche Mail…. Es hat mich sehr getroffen… Und übrigens, man läuft nicht im Adam- und -Eva-Kostüm in der Wohnung herum, wenn man jemanden nicht sehr mag." Ich dachte zunächst, ich hätte mich tatsächlich so freizügig benommen, aber bei längerem Überlegen kam ich drauf, daß ich grundsätzlich immer mit Bademantel in mein Zimmer lief, mich dort umzog, aber halt nicht die Türe zumachte, da die beiden Zimmer aneinanderhängen, und ich ihm nicht dauernd die Türe vor der nase zuhauen wollte, und weil lauter Kabel dazwischen liegen, und diese Tür eigentlich nie zu ist und schon gar nicht mehr zu geht. So hab ich alles angezogen, was mit Bademantel anzuziehen geht und ihn dann erst abgeworfen. Ich hab nicht bedacht, daß er das als Geste auffassen würde, daß ich mehr von ihm wollte, da ich ihm nie dazu Anlaß gegeben hatte. Auch andere Dinge habe ich ihm klar gemacht, daß ich diese nicht für passend hielt, beispielsweise, daß er mit mir ein Handtuch teilen wollte, wozu ich absolut keine Lust hatte, und was ich sehr unangenehm empfunden hätte. Ich habe ihm nun geschrieben, daß er sich entscheiden muß, ob er weiterhin mit mir befreundet sein will u nter der Voraussetzung, daß er sich nicht dauernd Hoffnungen macht und nicht jede meiner Gesten als Anlaß zu selbiger interpretiert, da ich nicht dauernd aufpassen will, was ich tue, ob er das oder jenes dann als Geste meiner Liebe ansehen würde, und dann dauernd drauf aufpassen muß, wann ich ihm Grenzen setzen muß. Außerdem beschrieb ich ihm, daß ich für mein Empfinden keinerlei widersprüchliche Andeutungen oder Verhaltensweisen an den Tag gelegt hatte, und daß ich verwirrt sei, daß er nun so verletzt reagiert, nachdem ich ihm doch schon zuvor einmal gesagt hatte, daß nichts aus uns wird (abgesehen davon, daß man nie "nie" sagen kann, und aus jeder Freundschaft auch was anderes werden kann, rein theoretisch). Ich drückte noch meine Reue darüber aus, daß ich nicht rechtzeitig genug auf seine Andeutungen und Äußerungen und Gesten wie Geschenke eine klare Grenze gezogen hatte, da ich es nicht wirklich wörtlich genommen hatte, in der Annahme, er wisse ja ohnehin, welche Art von Beziehung ich wollte und welche nicht. Ich hatte ernsthaft ein schlechtesGewissen, daß es so aussieht, als hätte ich mit ihm gespielt, ihm nie die volle Wahrheit gesagt und ihn dann vor den Kopf gestoßen. Aber offenbar hatte er all meine recht deutlichen Worte zuvor nicht verstanden. Und ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt. Nun habe ich wiederum genau ein anderes "Exemplar" von Mann vor mir, der in eine Frau verschossen ist, und der jedes Wort und jede Andeutung von ihr als ein Zeichen ihrer Verliebtheit deutet. Daran kann ich jetzt sehen, wie (manche) Männer ticken, da ich nun durch diesen Bekannten Einblick darin habe, was bei einigen vorgeht, wenn sie ein "nein" erhalten und ein "ja" hören. Wenn diese Bekannte Sport macht, dann "macht sie das nur für" ihn. Wenn sie mit einem anderen ins Bett steigt, dann macht sie das, "um zu testen, ob sie es dann auch" mit ihm "kann". Wenn sie ihm sagt, daß´er ihr zu alt sei und nicht ihr Typ, dann "traut sie sich nur nicht". Ich fragte ihn, was sie denn sagen müßte, damit er kapiert, daß sie nichts von ihm will außer einer guten Freundschaft. Darauf kam keine so richtige Antwort, außer, sich nicht "so" verhalten. Als ich ihn fragte, was sie denn tue, meinte er nur: "NAJA, sie verhält sich halt so, als sei sie verliebt." Als ich weiter nachbohrte, kam dann, daß sie ihm viel von sich und ihrem Liebeslebenerzählt. Ich erklärte ihm, daß meiner Meinung nach man diese Dinge eher sogar einem guten Freund oder Kumpel erzählt als seinem Lover, bei dem man ja nicht seine gescheiterten Beziehungen ablädt, und daß sie es daher tut, weil sie ihn einfach als Freund mag und ihm daher vertraut. Wenn sie abrückt, sobald er sie anfaßt, dann sei das nur, weil sie beide nicht alleien seien. Wenn sie sich von ihm führen läßt, weil sie schlechter sieht als er, dann nur, weil sie in ihn verliebt ist, nicht etwa, um nicht in die Pfütze zu treten. Sie haut ihn, wenn er ihr versehentlich mit dem Fuß zu nahe kommt usw. Aber das seien alles Zeichen, daß sie generell nicht gerne angefaßt würde, auch nicht von anderen. Er findet für alles eine Erklärung. So kann sie tun,was sie will, Frauen meinen ja eh "ja", wenn sie "nein" sagen. Als ich diesem Bekannten nun von meiner Misere mit dem Verehrer erzählte, den er auch kennen gelernt hatte, meinte er, daß ich mich ja so verhalten hätte, als wolle ich doch was von ihm. Das deckt sich genau mit dem, was er in das Verhalten seiner Angebeteten hinein interpretiert. So vermischt er die beiden Dinge. Er versteht auch, daß mein Verehrer meine Aussagen nicht als eine Ablehnung einer Liebesbeziehung verstehen konnte, er habe es halt nicht verstanden, und ichh hätte nur GEMEINT, daß ich deutlich genug war. Der eine will mich, und ich ihn nicht, und der andere will unbedingt, daß ich ihm bestätige, daß seine Freundin ihn will. Die beiden Männer könnten sich die Hand geben oder einen Verein gründen, da gäbe es sicher noch andere dieser Exemplare. Ich finde es schade, daß solche Dinge dann so laufen. Mit meinem Ex-Freund habe ich nun ein ganz freundschaftliches Verhältnis, wir treffen uns alle paar Wochen mal zum Frühstück, aber dann ist es auch mal wieder gut, da er sehr "bevormundend" werden kann, alle möglichen Dinge in meiner Wohnung kontrollieren oder verändern oder beanstanden will ("Aus Deiner Heizung läuft Wasser." "Dein Glas steht zu weit an der Kante im Schrank." "Deine Spülmaschine öffnet sich zu nah an der Heizung." "Deine Thermostate sind verockert" usw.) , und ich daher nur dosierten Umgang pflege, und wir uns ab und an mal in der einen oder anderen Sache gegenseitig helfen. So läuft es eigentlich ganz gut. Wir brauchten auch ein paar Monate totalen Abstand, bis das so klappte. Ich hoffe, daß es endlich mal klappt, daß (bei Frauen) ein "NEIN" verstanden wird, wenn sie "NEIN " sagen und nicht ein "JA" hineingedeutelt wird.

Montag, 26. November 2012

An Hedschie

Hallo Hedschie, aus technischen Gründen kann ich keine KOmmentre mehr auf Deiner Seite schreiben. Ich lese aber noch fleißig mit. Ich drücke Dir die Daumen wegen Dimitrij und den anderen Igeln. Viele Grüße vom Steinböckle!

In "höherer" Mission unterwegs

Vom 23. Bis 28. Oktober bin ich in eine Stadt m it Universitätsklinik gefahren, um mich auf Asperger untersuchen zu lassen. Außerdem hatte ich mit einer Pädaudiologin einen Termin, Da ich oft Dinge nicht verstehe, obwohl ich gut höre. Die saß ebenfalls in dieser Stadt, und so konnte ich beide Dinge verbinden. Am Dienstag fuhr ich mit dem Taxi zum Bahnhof los und wurde dort in den Zug gesetzt. Zuvor haben wir die vorbestellte Karte wie immer reibungslos aus dem Automaten holen können. Beim Umsteigen wurde ich mal wieder vom Mobilitätsservice vergessen. Eine Schaffnerin suchte jemanden, die mich zum Infopoint brachte. Dort kam dann eine Frau von der Bahnhofsmission. Sie setzte mich in ein Café, da ich sehr lange Aufenthalt hatte. Das Dauergebäck, welches ich ausgesucht hatte, schmeckte furchtbar. Ich hatte so etwas schon einmal, hatte es aber vergessen. Dann ging es mit dem Zug weiter. Am Bahnsteig wurde ich wie abgemacht vom Dialysefahrer abgeholt, der mich auch ins Hotel brachte. Ich hatte mir nach Recherche einer Freundin vor Ort dass B & BI Hotel ausgesucht, da es am allernächsten zur Dialyse war. Zuvor hatte ich mehr noch etwas vom Bahnhof zu Essen mitgenommen. Ich überlegte, ob ich auch einen Sprudel am Bahnhof kaufen sollte, dachte aber, dass es im Hotel sicher so etwas gibt. Als wir ankamen, erklärte mir der Taxifahrer, wo alles war, und zeigte mir, wie ich die PIN an meiner Zimmertüre eingeben muß. Als ich mir einen Sprudel aus dem Automaten ziehen wollte, gab es alle Getränke, nur das Mineralwasser war ausgerechnet alle. An der Rezeption versprach man mir, mir ein Mineralwasser aufs Zimmer zu bringen. Dies geschah nicht. So ging ich zur Rezeption und blieb so lange dort stehen, bis ich meinen Sprudel bekam. Der Fernseher funktionierte nicht, bzw. ich konnte auf die Fernbedienung drücken, aber es geschah nichts. Ich tastete an dem an der Wand hängenden Fernseher entlang, und fand die Knöpfe. Als ich dem Mann an der Rezeption sagte, daß die Fernbedienung nicht funktioniert, zeigte ich ihm am Gerät, daß es nicht ging. Auf einmal war auch der Ton weg. Wir konnten nichts mehr machen. Der Mann von der Rezeption holte einen Techniker, der musste das Gerät von der Wand nehmen, da ein Kabel sich gelöst hatte. Ich habe Probleme mit der Feinmotorik, habe zwar keine Kraft, aber alles, was ich anfasse, geht sofort kaputt. So hatte ich beim Bedienen der Knöpfe zu fest am Gehäuse gewackelt. Der Techniker konnte die Fernbedienung nutzen. Bei mir ging es nicht. Er gab mir eine andere Fernbedienung. Damit hat es dann geklappt. Es ist schon schwierig, wenn man so behindert ist, dass man auf solche Dinge achten muss. Am nächsten Morgen kam das Taxi etwas zu spät. Ich hatte schon Angst, dass dann die Dialyse sich nach hinten verzögert, und der Termin bei der Ohrenärztin nicht eingehalten werden kann. Es war dieses Mal ein anderer Taxifahrer. Ich fragte ihn, wie ich es auch in Berlin getan hatte, ob das Frühstück an der Dialyse gut sei, und was man lieber nicht essen sollte. Damals in Berlin wusste der Taxifahrer genau Bescheid, da der viele Patienten fährt. Er riet mir damals, die Brötchen nicht zu essen, die beschissen schmecken würden. Dieser Taxifahrer hier machte sich nur über mich lustig und erzählte mir, es gebe Champagner und nur Rockfort-Käse, da man ja in der Nähe von Frankreich sei. Eine vernünftige Antwort war aus ihm beim besten Willen nicht herauszubekommen. Das Frühstück entpuppte sich als zwei Brötchen mit Wurst und Käse und einem Einback. Es war zwar gut, aber es wiederholte sich jeden Tag. Im Hotel schmeckte der Kaffee furchtbar, aber die Brötchen waren in Ordnung, wobei es hier wenig Auswahl an Belag gab. An der Dialyse war ich sehr zufrieden. Nach der Dialyse wollte ich sofort in das Café fahren, wo ich einen Bissen einnehmen wollte, da dieses Café ganz in der Nähe der Arztpraxis war, und meine Freundin diesen Tipp von ihrer Helferin an mich weitergegeben hatte. Sie hatte mir zuvor so genau wie möglich den Weg vom Café zu der Praxis beschrieben. Dies stellte sich als schwierig heraus, da sie oft etwas anders beschrieb, und dann noch einmal mit mir abklären mußte, wo es nun wirklich genau hin geht. Mit dieser Beschreibung im Kopf saß ich im Taxi, und zitterte schon, da es wieder Stau gab. Von meinem Wohnort zu meiner Dialyse daheim gibt es dauernd Stau. Der Taxifahrer meinte, daß es sehr ungewöhnlich sei, dass hier ein Stau entsteht. Es sei äußerst selten der Fall, aber gerade dieses mal passierte es. Persönliches Karma. Er nahm einen anderen Weg, und so konnte ich noch halbwegs in der Zeit zu diesem Café kommen, um noch etwas zu essen. Danach machte ich mich auf den beschriebenen Weg. Es waren ein paar Abweichungen, und so mußte ich ein paar mal fragen. Aber Insgesamt stimmte die Beschreibung. Ich überquerte genau an der richtigen Stelle, obwohl die Straße, die ich noch hätte passieren müssen, noch nicht in Sicht war. Es gab eine kleine Straße, die ich aber als solche nicht wahrnahm, aber es war dann doch die von der Freundin beschriebene. Die Praxis sollte in einem großen Schuhhauss sein. Allerdings war sie eher hinter diesem Haus, wobei man durch einen Hof mußte, und zwar schon vor dem Schuhgeschäft. Ich wurde von einem netten Mann dorthin geführt. In der Praxis kam ich sofort dran. Ich musste in eine Kabine, wo ich sofort einen Lautsprecher um warf. Danach kam ein hörtest. Nach dem Hörtest wurden die Lautsprecherboxen gebraucht, da ich herausfinden mußte, woher ein Geräusch kommt. Allerdings habe ich kein Richtungs-Hören mehr . Warum das so ist, weiß man nicht. Ich mußte noch Zahlen nachsprechen, danach kam der Test für das sogenannte Dichotische Hören. Hierbei bekommt man auf jedes Ohr ein anderes Wort, und man muss beide Wörter hören. Die Wörter waren so einfach, und alle hatten immer drei Silben. Somit hatte ich 100% bei dieser Aufgabe. Danach wurde mein Hören im Störgeräusch getestet. Von hinten aus dem Lautsprecher kam Lärm, und aus dem Vorderen Lautsprecher kamen Wörter, die ich erkennen musste. Diese Aufgabe hatte ich schon einmal bei unserer HNO-Ärztin daheim machen müssen, da ich bei ihr auch so einen Test für das Hören und Wahrnehmen gemacht hatte. Allerdings hatte sie nur Tests, wo man Töne unterscheiden mußte. Darin hatte ich aber sowieso kein Problem. Auch bei ihr wie jetzt im aktuellen Test schnitt ich unter Störgeräuschen sehr schlecht ab. Nun wurde noch die Trommelfellspannung gemessen und einige Untersuchungen am Ohr gemacht. Das Schlimmste stand mir noch bevor. Es sollte der Hörnerv überprüft werden. Hierzu mußte ich auf einer Liege Platz nehmen und bekam Elektroden auf die Stirn und hinter beide Ohren. Ich mußte Kopfhörer aufsetzen, aus denen 20 Minuten lang ein lautes Knattern zu hören war. Da in unserer Familie jemand Epilepsie hat, und ich Angst hatte, dass das auch bei mir So etwas auslösen könnte, sicherten wir uns bei der Ärztin ab. Außerdem musste ich ganz allein in diesem Raum bleiben mit dem Knattern im Ohr. Die Sprechstundenhilfe versprach mir, einmal kurz nach mir zu sehen. Wenn ich dann nicht mehr könnte, würde sie abbrechen. Das Geräusch kam einmal aus dem linken und einmal aus dem rechten Kopfhörer. Es war gerade noch auszuhalten. Als die Sprechstundenhilfe nicht kam, dachte ich, daß sind aber lange zehn Minuten. Als sie erschien, waren schon 20 Minuten herum, denn sie hatte vergessen, in der Halbzeit einmal vorbei zuschauen. Nun war ich erlöst. Die Ärztin sah sich die Ergebnisse an und meinte, Daß Richtungs-hören hätte mit der Konzentration und der Verarbeitung zu tun. Da ich sehr konzentriert war, hängt es eher mit der Verarbeitung zusammen. Sie meint, die Wahrnehmung sei in Ordnung, es läge eben an der Weiterleitung. Auch im Störgeräusch Kämme das vor, und ich solle mir immer eine Umgebung schaffen, wo es keine Störgeräusche gibt. Diese Ratschläge sind ziemlich weltfremd. Alleine schon das Problem mit den Captchas, auf das ich hier schonmal in einem Blogeintrag eingegangen bin, zeigt, wie schwierig das ist, da diese entweder optisch als Graphik oder akustisch unter Störgeräusch angegeben werden, so daß ich zweifach beeinträchtigt bin und beide Lösungen nicht nutzen kann. Sie meinte auch, meine Sensibilität sei normal, denn es wurde ein Ton immer lauter, und ich sollte "Stop" sagen, sobald ich es nicht mehr aushielt. Da ich aber manche Geräusche nicht mag, riet sie mir, mich bewußt diesem auszusetzen und eine Sensibilität nicht zu pflegen. Ich solle gerade die Musik hören, die ich nicht mag. Nicht unbedingt Tech no, aber vielleicht Klassik. Mich stört Klassik aber nicht, ich finde sie einfach nur langweilig. Somit ergibt sich hier kein Trainingseffekt. Sie sagt denn noch irgend etwas von Störgeräusche seien subjektiv. Das nützt mir wenig, wenn ich die Stimmen nicht von dem Geräusch filtern kann. Sie gab mir einige Zettel mit, auf denen die Ergebnisse standen. Allerdings waren es nur Tabellen und Kurvendiagramme, mit denen keiner etwas anfangen kann. Nach dem Termin in der Praxis lief ich etwas auf der Einkaufsstraße der Innenstadt entlang. Dann fiel mir ein, dass ich meinen Neffen, mit dem ich mich um 17 Uhr in besagtem Kaffee verabredet hatte, ja schon eher treffen könnte. Ich rief ihn an und fragte, ob er jetzt schon kommen könne, da der Termin beim Arzt früher als gedacht vorbei sei. Eher meinte, er müsse nachsehen, wann ein Zug fährt. Ich lief in der Zwischenzeit die Straße entlang, und ab und zu warnte mich jemand vor einem "Bächle". Den Taxifahrer hatte ich zuvor über die Bächlein befragt, aber auch hier war nichts Vernünftiges aus ihm herauszubekommen. Er erzählte mir etwas von reißenden Strömen, die biszuzwei Meter tief sein könnten. Ich fand nur ganz schmale Bächlein, in die nicht einmal ein Fuß hinein gepasst hätte. Allerdings erzählte mir später meine Freundin, dass Helmut Kohl mit seinem Wagen in einem dieser Bächlein gelandet sei. Ich traf sogar auf meinem kleinen Stadtbummel zweimal denselben netten Holländer, der mich jedesmal vor einem Bächlein zurückhielt. Dem Geruch nach fand ich mich vor einer Drogerie, und dachte, ich brauche sowieso einen neuen Kulturbeutel. So ging ich hinein und fand einen, der sogar heruntergesetzt war. Ich war ganz stolz, daß mir das wieder einmal in einer fremden Stadt gelungen war. Danach fand ich sogar ganz allein zu dem Café zurück. Dort saß ich dann sehr lange, da mein Neffe das Café nicht fand. Als er wieder anrief, gab ich der Bedienung mein Handy in die Hand, damit sie ihm den Weg zum Café beschreiben konnte. Er meinte, hätte ich fünf Minuten früher angerufen, hätte eher noch den früheren Zug nehmen können. Nun konnte er nur wie verabredet um 17 Uhr kommen. Eher beschrieb mir genau sein Studium, wo und mit wem er wohnte, wie es ihm gefiel, wie die Professoren waren, was er damit machen konnte usw.. So hatten wir doch einigen Gesprächsstoff. Um ca. 18.30 Uhr schloss das Café. Er mußte wieder in seinen STudienort zurückfahren, da er dann noch mit dem Fahrrad nach Hause musste. So begleitete er mich noch ein Stück, Da ich etwas zum Abendessen suchte. Niemand wusste, wo es regionale Küche gab. In diesem Café kannten sie sich nicht aus. Auf der Straße konnte uns niemand Auskunft geben. So landete ich bei einem Italiener und wollte nur eine kleine Portion essen. Ich bat um Nudeln mit Spinat und Käse. Es kam ein riesengroßer Teller, auf dem die Nudeln hauchdünn aufgetragen waren. Der Spinat war nicht püriert, und er schmeckte, als hätten sie einfach Gras von der nächstbesten Wiese geholt. Auch War die Portion nun doch A klein. Allerdings kostete das Ganze mit Apfelsaft (wohl auch aus der Tüte) nur 5,00 €. Ich fuhr dann mit dem Taxi ins Hotel zurück. Hätte ich ein Hotel in der Stadt genommen, wäre es wesentlich teurer gewesen, aber ich hätte nicht diese horrenden Taxikosten gehabt. Später erzählte mir meine Freundin, daß dies der schlechteste Italiener vor Ort war. Am nächsten Tag war es also soweit. Heute war der Termin für die Asperger-Diagnostik. Ich mußte dem Untersucher zuvor versprechen, nichts im Internet über ihn und über Details der Diagnostik zu berichten. Denn ich bin auch in einem Forum, wo sich Leute wie ich austauschen können. Da befürchtete er, man könne trotz Anonymität leicht seine Identität feststellen. So halte ich mich hier sehr knapp und füge hinterher noch eine Geschichte bei, die ich mir einfach ausgedacht hatte. Zunächst befragte er mich genau über meine Augen- und Nierenerkrankung. Er wollte genaou wissen, ob mein Syndrom genetisch abgesichert sei. Denn es gebe bei diesem Syndrom keinen Autismus. Dann gab es noch einen Test, wo mir Phantasiewörter vorgespielt wurden, und ich den Tonfall heraushören mußte. Er meinte, ich sei unterdurchschnittlich, aber es seien noch ganz gut, für eine blinde aber nicht sonderlich, da Blinde das normalerweise besser können. Auch, dass ich viele Sachen wörtliche nehme oder mir die Dinge bildlich vorstelle sei autistisch. Ich hätte aber keine Routinen, könne reisen und sei auch flexibel, wenn sich Dinge ändern. Am meisten sei die Kommunikation auffällig, ich würde nicht merken, wann man unterbrechen darf, und der Sprecherwechsel sei nicht wie bei anderen automatisch. Dazu muss ich allerdings sagen, Daß ich immer von anderen unterbrochen werde, und mich dann nicht durchsetzen kann, weiterreden zu dürfen. Umgekehrt, wenn ich andere unterbrechen will, lassen sie sich nicht ins Wort fallen. Wenn beide Menschen gleichzeitig anfangen, bin auch immer ich die Verliererin. Er meinte, daß andere erkennen, dass ich da unsicher bin, und die Dominanteren das dann ausnutzen. Außerdem könne ich nicht gut mitschwingen. Das hat mir schon einmal jemand gesagt. Ich kann mir darunter wenig vorstellen. Auch, daß ich von anderen oft unterschätzt werde, nahm er mir ab, wobei er der ERSTE war, der mir das auf Anhieb glaubte. Dann kam noch der Professor, stellte einige Fragen, und ging auch wieder. Ich fragte nun, ob ich lieber eine Autismustherapie oder eine andere Therapie machen solle, da ich damals im Internat sehr gequält wurde, und dies nicht verarbeitet habe. Ich meinte, das könne ein Trauma sein. Er entgegnete, das sei zwar etwas Schlimmes, aber es sei kein Trauma. In dieser Frage kamen wir demnach nicht weiter. Aber immerhin, ein anderer Arzt, den ich Jahre zuvor konsultiert hatte, gestand mir nicht mal zu, daß das im Internat Mobbing war, sondern berichtete: "Sie FÜHLTE sich gemobbt." Da bin ich HIER ja schon mal einen Schritt weiter, nach ca. 8 Jahren. So wurden autistische Züge festgestellt. Anstatt die zweite reservierte Zeit für weitere Gespräche zu verwenden, bat ich ihn, die noch nicht gelesenen Infos über mich, die ich ihm zuvor geschickt hatte, durchzuarbeiten. Am nächsten Tag rief ich nochmals an und fragte, ob wir das als atypischen Autismus bezeichnen könnten, da dieser Begriff auch handlicher sei, und für eine Diagnose praktischer, da ich dann auch besser eine Therapie finden könnte. Er meinte, das habe er auch von Anfang an so verstanden und könne dies mit tragen. Ich schickte ihm später noch ganz viele Fragen, die ich allerdings auf eigene Kosten beantworten lassen muss, da sonst der bewilligte Zeitraum nicht mehr ausreicht. Insgesamt bin ich schon einmal zufrieden, dass nach zehnjähriger Suche endlich eine Diagnose fest steht. Insgesamt war ich auch mit der Untersuchung zufrieden. Nähere Details spare ich ja aus, da sie zu persönlich sind. Bevor ich zu dieser Diagnostik fuhr, sagte jemand, ich solle dorthin kommen und müsse mich dann eben einfach "verhalten", und man würde dann herausfinden, ob ich Asperger hätte oder nicht. Die Vorstellung fand ich ziemlich komisch, denn was versteht man unter " einfach verhalten". So habe ich mir zuvor folgende Geschichte ausgedacht und nur einige Details nachträglich hinzugefügt: Ich wurde in ein großes Zimmer mit einem Haufen Kinderspielzeug und anderen Utensilien gesetzt, dort sollte ich warten. Die Tür ging auf. "Guten Tag," hörte ich ein geziertes Stimmchen. Ich schaute in die Richtung, aus der es kam, und da saß ein Igel. "Mein Name ist Doktor Doktor Rigel. So, nun verhalte dich." Ich saß eine Weile da und musterte das kleine Tier. Es hatte dunkle Stacheln und eine kleine Brille auf der Nase, die an seinen kleinen Uhren befestigt war. "Darf ich mal Deine Stacheln anfassen?" -- "Ja, aber vorsichtig!" -- " Hast du aber schöne Füßchen. Wie alt bist du?" -- "Vier Jahre" -- "Worin hast du denn promoviert?" -- "In Igel kunde und Menschenkunde." -- "Wie lange hat das gedauert?" -- "Igelkunde ein Jahr, Menschenkunde zwei Jahre." -- "Ui, interessant!!" -- "Wobei man mit der Menschenkunde niemals fertig wird." -- "Was frißt du?" -- "Alles! Und DU, was ißt DU so?" -- "Ich mag viele Sachen nicht, ich esse oft dasselbe, aber dennoch ist es abwechslungsreich. Warum hast du eine Brille auf?" -- "Nun, weil ich kurzsichtig bin." -- "Sehen alle Igel so schlecht?" -- "Ja." -- "Kannst Du denn auch lesen?" -- "Nein." -- "Wie hast du dann promoviert?" -- "Ich habe Fragen gestellt und die Antworten später jemandem diktiert." -- "Hast Du auch Leute mit Asperger befragt?" -- "Ja." -- "Und was ist dabei herausgekommen?" -- "Daß sie sich fast nie langweilen, daß sie Fehler schnell finden, und daß einige ziemlich gerne streiten." -- "Darf ich mal deine Brille anfassen ?" -- "Nnnein, lieber nicht!" Das Telefon klingelte, der Igel trippelte zu einer Konsole, drückte auf einen Knopf und sagte: "Hier ist der Rigel. … Nein, wir sind noch nicht fertig." -- "Wie kannst du telefonieren, Kennst du die Zahlen?" -- "Auf dem Display sind Bilder." -- "Wohnst du auch hier?" -- "Ja. Du stellst viele Fragen." -- " Ich frage immer so viel. " ich wusste nicht, was ich noch tun sollte, und schaute mich im Zimmer um. Links von mir entdeckte ich einen venezianischen Spiegel. Offenbar saß jemand dahinter und schaute uns zu. Ich zog noch etwas nervös an mir herum und überlegte mir, was ich noch alles fragen könnte. Ein richtiges Gespräch kam irgendwie nicht in Fluß. Und so fing ich an, die Muster auf dem Boden zu analysieren, die Fenster gegenüber zu zählen und die Deckenmuster zu untersuchen. "Machst du das öfter?" -- "Ja," antwortete ich. "Deine Antworten sind manchmal zu kurz." -- "Echt?" Ich zappelte nervös mit den Fingern, rieb mit dem kleinen Finger an der Oberlippe und überlegte mir weitere Fragen. "Kommen hier auch Kinder her?" -- "Ja." -- "Und was machst du mit denen?" -- "Wir spielen." -- " was kannst du mit denen machen?" -- "Die Kinder denken sich meistens etwas aus. Manche sind auch grob, besonders, wenn Sie ein Problem haben." -- "Rollst du dich dann zusammen?" -- "Ja, besser ist das." -- "Und lassen sie Dich dann in Ruhe?" -- "Manche schon, aber andere stören die Stacheln nicht. Bevor sie anfangen, mich durch die Gegend zu werfen, greift aber jemand ein." -- "Kannst Du Dich mit Brille zusammenrollen." - "Manchmal fällt sie dann runter." -- "Und kannst Du sie alleine wieder aufsetzen?" --"Ja, ich stecke einfach die Nase durch. Du willst alles ganz genau wissen." -- "Ja, wenn mich was interessiert, dann will ich alle Details wissen." Nach einer weiteren Weile sagte er: "So, jetzt machen wir eine kleine Pause." Aus dem Nebenraum kam ein Mann, nahm den Igel mit, und ich saß eine Weile alleine in dem Zimmer. Nach ungefähr einer Viertelstunde kam der Beobachter mit dem Igel auf dem Arm zusammen mit dem Professor. "Wir haben genug beobachtet. Wir können sagen, daß Sie autistische Züge haben." Ich verabschiedete mich von den zwei Herren und schüttelte auch dem Igel die Pfote. In zwei Wochen sollten die Ergebnisse dann bei mir zuhause eintreffen. Ich fuhr mit dem Taxi wieder in die Innenstadt zu einem Café. Nun geht es wieder normal weiter. Am Morgen hatte ich festgestellt, Daß die Spitze von meinem Blindenstock abgegangen war. Ich bat jemanden vom Personal, im Zimmer zu schauen, ob die Stockspitze irgendwo hin gerollt war. Sie fanden sie aber nicht. So mußte ich ohne Stockspitze zu der Diagnostik gehen und mich führen lassen. Als ich danach nun mit dem Taxi zu einem Café fahren wollte, überlegten wir, wo ich eine neue Stock Spitze her bekommen könnte. Der Taxifahrer beharrte darauf, dass es so etwas in einem Sanitätsgeschäft geben müsse. Ich konnte ihn wie bei mir üblich wieder einmal nicht überzeugen, daß es Stockspitzen nur beim Blindenverband gibt. Die Frau Im Sanitätsladen wusste die Telefonnummer des Blindenverbandes. Der Taxifahrer setzte mich in einem Café ab, in dem ich einen recht guten Kuchen bekam. Als es 14 Uhr war, rief ich beim Blindenverband an. Der Taxifahrer holte mich wieder in dem Café ab, und wir gingen zum Blindenverband. Die Stockspitze kostete ganze 40,00 €. Ich war schon sauer. Das Viertel, in dem der Blindenbund ist, ist wunderschön. Es ist erstaunlich, dass ich, auch wenn ich nicht viel sehe, doch die Schönheit von so etwas wahrnehmen kann. Überall roch es sehr gut, die Luft war sauber, und die Atmosphäre war wunderbar. Die Sonne schien, und ich hätte noch ewig dort sitzen bleiben können. Aber ich mußte ja wieder irgendwie ins Hotel zurück kommen. Im Hotel gab es leider nur eine Terrasse, die zur Nordseite hinaus zeigte. So setzte ich mich in mein nun sonnendurchflutetes Zimmer und hörte mein Hörbuch weiter. Zuvor hatte ich mit dem Taxifahrer bei einem Geschäft Halt gemacht, wo man sehr gutes Sandwich es bekommt. Es sind nicht die üblichen mit der Mayonnaise und dem zahlreichen vermatschten Gemüse darauf. Diese waren mit Butter und nur einem Salatblatt an gemacht. Das war genau nach meinem Geschmack. Da es im Hotel ja kein Abendessen gab, mußte ich immer schon rechtzeitig in der Stadt dran denken, mir was für den Abend mitzunehmen. Am Freitag ging es wieder zur Dialyse. Als ich im Foyer auf dasTaxi wartete, erwähnte ich der Rezeptionistin gegenüber, daß ich meine Stockspitze verloren hatte. "Sind Sie in Zimmer 1?" -- "Ja, warum?"-- "Ach DAS ist eine Stockspitze! Ich hab mich schon gewundert, was das ist. Das hat die Zimmerfrau abgegeben!" Man hatte die Stockspitze am Donnerstag, während ich weg war, doch noch gefunden, und ich hatte umsonst eine neue gekauft. Am Nachmittag traf ich mich mit der Freundin, die mir im Vorfeld bei der Logistik geholfen hatte. Sie ist zwar blind, aber sie kommt erstaunlich gut in der Stadt zurecht. Mit Hilfe unserer Nase fanden wir alles, was wir suchten. Einmal konnte ich ihr sogar helfen, da ich neben dem intensiv riechenden Seifenladen das Teegeschäft erschnuppern konnte. Dann gingen wir um das Münster herum und bemerkten etwas, das ziemlich nach Feuer roch. Wir gingen hin, und beinahe wäre ich in einen Maroni-Ofen gefallen. Als wir fragten, was das sei, keifte der Mann, das riecht man doch, daß das Maroni sind. Ich sagte ihm, daß es hier mehr nach Feuer als nach allem anderen riecht. Aber er beharrte nur böse darauf, dass man das doch riecht, daß das Maroni sind. Ich sagte nur: "ist recht" und drehte mich abrupt und verärgert um, und wir gingen weiter. Meine Freundin war ziemlich sauer, wie blöd der sich verhalten hatte. Wir gingen dann weiter und schauten noch etwas die Stadt an. Sie sagte mir, dass sie sich sogar alle Wege in der Stadt selbst erarbeitet hätte. Ich habe sie sehr bewundert, denn ich sehe noch wesentlich besser, habe aber nicht diese Fertigkeiten. Wir gingen dann in den Schweizer Supermarkt, wo ich mich mit Käse und Schokolade eindeckte.. Darauf hatte ich mich schon besonders gefreut. In dem Café, das sie mir empfohlen hatte, konnte man Schokolade mit Schriftzügen bestellen. Da ich wieder einmal jemanden hatte, die meine Katzen daheim beaufsichtigte und ihr danken wollte, ließ ich eine Schokolade mit ihrem Namen und einem Danke bedrucken. Diese sollte ich dann am Samstag abholen. Am Abend fuhren wir dann in die Nähe des blinden Bundes, wo es ein Restaurant gab, in dem man regionale Küche bekam. Ich bestellte erst eine Kürbissuppe, da ich ja am nächsten Tag sofort wieder an die Dialyse konnte, und somit nicht so sehr auf die Flüssigkeit achten mußte. Die Kürbissuppe schmeckte aber zu meiner Enttäuschung nicht sehr gut. Die Leute dort kümmerten sich rührend um uns, sagten uns immer, wo sie etwas hinstellten, fragten immer nach, ob wir etwas wollten, und waren sehr fürsorglich. Das gefiel mir sehr gut. Ich bestellte als Hauptspeise Käsespätzle, Aber die Kruste fand ich sehr hart. Ich bin eher die fettige Variante mit viel Käsesauce gewöhnt, wo der Käse sich zwischen den Nudeln befindet, richtige Fäden zieht und nicht so fingerdick oben draufgelegt wird, und dann fein geraspelte glasige Zwiebeln darauf gestreut werden. Die Zwiebeln waren hier aber riesengroße Ringe. Sie waren auch nicht sehr durch gebraten. Nach der Hälfte des Gerichtes war ich satt. Ich bin etwas verwöhnt. Wir unterhielten uns eine Weile, und dann fuhr jede in eine andere Richtung mit dem Taxi nach Hause. Am Samstag war wiedereine Dialyse angesagt. Diesmal mußte ich auf einer Liege Platz nehmen. Die sind sehr schmal, und meine Beine baumelten auf den Boden. Dann bekam ich ein Brett unten an die Füße. Es gab auch nur eine dünne Decke, und ich fror ziemlich . Danach fuhr ich wieder in dasselbe Café. Mein Taxifahrer meinte schon, ob mir das nicht langsam langweilig wird. Aber ich hatte mich ja dort mit dem Bekannten verabredet, mit dem ich schon länger E-Mails schreibe, und da hätte ich das jetzt nicht auf die Schnelle abändern können. Da der Fahrer aber noch jemanden zur Dialyse abholen mußte und keine Zeit hatte, mich ins Café zu fahren, schlug ich vor, da ich noch viel Zeit hatte, mit ihm zu der Dame zu fahren, die er zur Dialyse bringen mußte, und danach könnte er mich dann ins Café fahren. Er hatte auch seinen Hund dabei, und so hatte ich viel Spaß auf der Fahrt. Im Café, in dem es nur wenige Tische gab, wurde mir aber schnell ein Platz zugewiesen, da sie mich mittlerweile kannten. Ich holte erst mal die bestellte Schokolade für meine Katzenmutti ab und wartete dann bei Quiche und Cappuccino auf mein "Date". Da sprach mich auch schon einer an, ob ich das sei. Er hatte sogar ein Hemd mit Krawatte angezogen, ganz schick! Wir unterhielten uns eine Weile, und es stellte sich heraus, daß er vier Stunden mit dem Zug gefahren war. Ich dachte, sein Ort sei wesentlich näher an deser Stadt, daher hatte ich dasTreffen hier vorgeschlagen, da ich ihn erst mal an einem neutralen Ort kennenlernen wollte. Es war an dem Tag bitterkalt. Diese "Stadt von der Sonne verwöhnt" zeigte sich nicht sehr von ihrer so berühmten sonnigen Seite. Am Morgen hatte es geschneit, und ich hatte nur meine Wildlederjacke sowie eine Regenjacke dabei. Wir konnten also nicht draußen spazierengehen. Was macht man da, wenn das ganze Café voller wartender Leute auf Plätze ist? Wir gingen zu einem anderen Café. Der Cappuccino dort schmeckte grauenvoll, und da ich eh nicht viel trinken darf, ließ ich ihn stehen. Der Typ nuschelte entsetzlich, so daß ich bei den Hintergrundgeräuschen fast nichts verstand und laufend nachfragen mußte. Jedesmal seufzte er auf, wenn ich nachfragte, und so ließ ich es irgendwann einfach. Mir tat schon der Nacken weh, weil ich mich so anstrengen mußte, mich mit ihm zu unterhalten wegen der schlechten Aussprache. Später wollten wir dann in ein schönes Restaurant gehen. Allerdings wußte mal wieder KEIN Mensch, wo das sein sollte. Ich hörte etwas von einem Restaurant mit guten Kartoffelgerichten und bat ihn, auf seinem Iphone mal nachzugucken und im Internet den Namen einzugeben. Da wurde auch prompt eine Adresse angezeigt, und die gab er nun in sein Navi ein. So eine Idioten-Kachel ist doch praktisch, wenn man damit umgehen kann. Wir steuerten also in Richtung Kartoffelhaus und mußten mehrfach nach dem Weg fragen, da er die Kachel nicht laufend in der Hand halten und dabei lesen und laufen konnte. Meine Hände waren mittlerweile so kalt, daß sie wie Nadeln stachen! Endlich kamen wir an. Dort wwar es proppenvoll. Man muß da an einem Samstagabend eigentlich reservieren. Der Kellner bot jemandem hinter uns für 30 Minuten einen Platz an. Das hörte ich und wies meinen Bekannten darauf hin, und schon kam auch der Kellner zu uns. Wir nahmen an und setzten uns an einen Tisch, wo uns noch zwei andere Leute zugewiesen wurden. Leider kann mein Bekannter nicht gut lesen, jammert auch dauernd, daß er eine Lesebrille aufsetzen muß. LEIDER hatten sie die Speisekarte AUSNAHMSWEISE mal NICHT in Blindenschrift, so daß ich meinem armen presbiopen Bekannten aus der Patsche hätte helfen können, was wir Blinden ja sonst immer bei unseren ARMEN sehenden Leidensgenossen tun… (Ja nicht, daß das hinterher noch jemand GLAUBT, das sollte sarkastisch gemeint sein.) Er fand dann ein Kartoffelgratin und schlug mir das vor, da er es, wie er angab, "nicht so mit dem Lesen" habe. Später hörte ich dann von meinen Tischnachbarn, die sich unterhielten, was für tolle Sachen es noch gegeben hätte. Das Gratin war eher als Beilage geeignet, aber als alleiniges Gericht war es etwas langweilig. Ich brauchte auch zehnmal so lang, bis ich alles aufgespießt hatte, da die Scheiben sehr groß und sperrig waren. Da es so kalt war, hatte ich einen heißen Grapefruitsaft bestellt. Ich hätte gerne ein kleines Glas gehabt, aber die wollten das NUR in 0,3l-Gläsern servieren. Der Grapefruitsaft schmeckte wie Hagebuttentee und war pappsüß, so daß ich das meiste stehenließ. Wir durften dann doch länger als 30 Minuten sitzen bleiben, aber ich hatte nunmal solches Bauchweh, daß ich dann ins Hotel zurückfahren mußte. Ich bestellte also wieder "mein" Taxi (der Chef des Unternehmens war sehr nett), und wir verabschiedeten uns draußen. Ich fand es etwas komisch, daß mein Bekannter sich gar keinen Zug herausgesucht hatte, wo er doch so lange unterwegs sein würde. Das fand er nun wieder seltsam, daß ich mir da Sorgen machte. Aber er hatte ja die Kachel dabei zum Nachsehen. Später erzählte er mir dann, daß er den Rest des Weges nach Hause laufen mußte und versucht hatte, irgendwo auf dem Boden zu übernachten. Das wäre bei der Kälte nicht gut ausgegangen…. Er hat mich mittlerweile bei mir zu Hause besucht, und ich fahre in den nächsten Tagen zu ihm. Er ist ganz lieb, aber ich will eigentlich nur eine gute Freundschaft, was ich ihm auch gesagt habe. Er hätte schon gerne was anderes, aber dafür bin ich irgendwie nicht so zu haben, was man aber nie kategorisch ausschließen sollte, soviel dazu. Während er von Freiburg nach Hause fuhr, schrieben wir noch einige SMS, damit ich sicher war, daß er auch gut heimgekommen war und umgekehrt. In meinem Fall war es ja wesentlich leichter, aber ich mußte mich erst mal um meine Bauchschmerzen kümmern … Wenn ich ein paar Tage morgens zur Dialyse gehe, kommt mein Rhythmus durcheinander. Am Sonntag frühstückte ich noch im Hotel, packte alles zusammen und hatte tags zuvor das Taxi bestellt. Freilich wollte mich da wiedereiner hochnehmen und behauptete, daß sonntags in Freiburg keine Taxen fahren, aber da er zuvor so eifrig nachgefragt hatte, wann ich zum Bahnhof müsse, hab ich ihm das mal nicht geglaubt. Diesmal holte mich seine Mutter ab und brachte mich zum Infopoint, wo mich jemand abholte und in den Zug setzte. Es war bitterkalt auf dem Bahnsteig. Der Zug hatte schon Verspätung, als er ankam, und während der Fahrt häuften sich noch weitere Minuten an Verzögerungen an. Ich hatte schon Bedenken, daß ich dann wieder vergessen würde, und wenn der Zug zu spät eintraf, würden sie mich nicht finden. Ich bat die Schaffnerin, doch bitte mal am Umstiegsort bei der 3S-Zentrale anzurufen, aber sie behauptete, das ginge nicht. Meine Sitznachbarn, mit denen ich mich schon etwas unterhalten hatte, fanden das auch komisch von ihr. Die Nachbarin gab mir ein "Weckle", da sie so viele übrig hatte, da ich (ohne Hintergedanken) meine Befürchtung geäußert hatte, mir beim Umsteigen nichts mehr holen zu können, wo ich planmäßig eigentlich ziemlich viel Aufenthalt gehabt hätte, der jetzt aber bedenklich zusammengeschrumpft war. Ich hab mich erst mal geziert, da ich ihr ja nix wegessen wollte, aber sie wollte es mir unbedingt geben. Ich fand das total nett. Die Abholerin und ich blieben gleich auf dem Bahnsteig, da der Zug auf dem Gleis gegenüber kommen sollte. Im Zug nach Hause konnte ich dann einen absolut leckeren Schokoladenkuchen im Bistro kaufen, wobei ich das "Weckle" dann zum Abendessen daheim verzehrte. So ging diese Reise doch ganz gut zu Ende, und ich kann zusammenfassend sagen: mission accomplished.

Sonntag, 16. September 2012

IQ-Test und alles drum herum

Vor einigen Wochen habe ich einen IQ-Test gemacht. Zum einen ist es laufend anderen und mir aufgefallen, dass ich oft Dinge nicht kapiere, die mir andere erklären. Außerdem stelle ich fest, dass ich seit meiner Dialyse geistig etwas nachgelassen habe. Ich kann mich schlechter konzentrieren, und ich kann mir Dinge schlechter merken. Außerdem habe ich immer nur Tests für Sehende machen müssen, wobei dann einige Aufgaben nicht gelingen, weil ich schlicht und einfach nicht genug Saar. So mußte ich im Arbeitsamt als zwanzigjährige einen IQ-Test machen, da waren so viele Aufgaben mit Bildern, daß ich unterdurchschnittlich abschnitt. Damals wurde dann noch ein Test gemacht, da man einsah, dass ich mehr könnte, wenn ich es sehen würde. Die Crux war aber, dass es wieder ein Bild-Test war. Nach dieser Testung hätte ich eigentlich nicht studieren können. Ich habe dann im Internet nochmals ein paar Tests gemacht, allerdings waren die Ergebnisse sehr widersprüchlich. Bei uns im Internat war eine Lehrerin, die auch Psychologin war. Bei der habe ich ebenfalls einmal einen Test gemacht. Der war allerdings ziemlich realistisch bei 110. Da ich aber nun zur Asperger-Diagnostik gehen will, da ich diesen Verdacht habe, und auch schon mehrere Untersuchungen diesbezüglich gemacht habe, und bei Asperger oft ein sehr unterschiedliches Profil in unterschiedlichen Teilbereichen vorkommt, wollte ich dann den jetzigen Test zur Diagnostik mitnehmen. Aber ich mußte ja einen Test finden, der für Blinde geeignet ist. Über meine Helfer vom persönlichen Budget ließ ich eine Stelle suchen, wo ich so einen Test machen könnte. Ich hatte bereits an unsere ortsansässige Blindenschule gedacht. Die Helfer haben eine Anlaufstelle bei der Blista in Marburg gefunden. Da hätte ich aber hinfahren müssen, und die hätte mich auch nur genommen, wenn das Arbeitsamt gezahlt hätte. Dies ist aber ja mein Privatvergnügen gewesen. So verwiesen sie mich wieder an unser Blindi. Dort haben wir dann mit der Psychologin Kontakt aufgenommen. Später rief mich ein Psychologe an, dem sie diese Aufgabe übertragen hatte. Er fragte, was ich denn genau wissen wollte, und welche Untertests ich bräuchte. Ich erklärte ihm das, was ich vorhatte bezüglich Asperger-Diagnostik und berichtete von meinen vor Erfahrungen mit IQ-Tests. Außerdem hatte ich ja den Verdacht, bei räumlichen Dingen eine Teilleistungsstörung zu haben. So machten wir einen Termin aus zu Beginn der großen Ferien. Wir hatten das ganze Haus für uns und konnten in einem großen Raum, der schön Helber und luftig, die Tests machen. Zuerst musste ich mir Muster merken und sie dann mit Würfeln nachlegen, ähnlich dem Spiel Tangram. Danach bekam ich in Punktschrift eine Liste mit Wörtern, bei denen immer mehr Buchstaben fehlten. Hierzu gab es dann Beschreibungen, die immer schwieriger wurden. Zum Beispiel hieß es: es steigt mit der Sonne. Gemeint war ein Thermometer. Bei dem Wort waren aber ganz viele Buchstaben weggelassen. Ich hatte ungefähr 26 von 30 Wörtern. Danach musste ich mehrere Texte auf CD anhören und den Inhalt wiedergeben. Der letzte Text war so schwer und lief so schnell, dass ich fast nichts verstand. Dennoch konnte ich einige Fragen beantworten. Dann wurde noch ein anderer Worttest gemacht, Und man kam wieder auf das Gehörte zurück, umzutesten, was ich mir inzwischen noch davon merken konnte. Da war doch noch einiges dar. Der schwierigste Teil war dann der haptische, wo ich verschiedene Muster ertasten mußte, die als Relief auf ein Papier geprägt waren. Einmal sollte ich aus vier Figuren die heraussuchen, die einer Modellfigur am ähnlichsten war. Dann sollte ich weiterführen, welche Figur jetzt wohl als nächstes in der Reihe kommt. Als drittes mußte ich Beziehungen setzen, z.B.: Kreis mit Streifen zu Kreis ohne Streifen verhält sich wie Dreieck mit Streifen zu Dreieck ohne Streifen. Das wurde dann allerdings immer schwieriger. Es gab dann noch einige Fragen zum Allgemeinwissen. Hierbei ergaben sich einige Differenzen, Denn ich sollte alle Kontinente aufzählen. Ich zählte also auf: Amerika, Asien, Australien, Afrika, Europa. Aber er meinte, das sei falsch. Es seien: Nordamerika, Südamerika, Asien, Afrika, Australien, Europa, und die Antarktis. Meine Proteste halfen alle nichts, und ich versuchte klarzumachen, dass dies eine reine Glückssache war, welcher geographischen Schule man anhing. Denn ich hatte ja die ganze Erde abgedeckt. Die Einteilungen sind dann nur willkürlich. Es gab noch andere Fragen, z.B.: Wer war Kleopatra, wer war Katharina die Große, bei wieviel Grad kocht Wasser, wieweit Ist die Erde vom Mond entfernt usw.. Einige Fragen konnte ich beantworten. Es gab dann auch solche Fragen des gesunden Menschenverstandes, z.B.: Warum bekommen Verbrecher Hafturlaub, warum ist es wichtig, die Geschichte eines Landes zu kennen, was muss man tun, wenn man sich im Wald verlaufen hat. Der Teil, wo es ans Rechnen ging, hat mir schon am meisten Angst gemacht. Ich konnte allerdings erst einmal die Gedächtnis-Aufgaben ganz gut bewältigen. In dem Rechenteil konnte ich auch einiges beantworten, aber auf einmal hatte ich bei einer Aufgabe Mattscheibe. Da musste man berechnen: acht Maschinen brauchen zwölf Tage, wie viele Maschinen bräuchte man, um einen Tag zu brauchen? Ich habe alles schön geteilt und auf der anderen Seite mal genommen, Aber am Ende habe ich dann versehentlich versucht, 32 durch drei zu teilen, anstatt einfach 32 mal drei zu nehmen oder gleich 8x12. Da es ein Zeitlimit gab, bin ich zwar aufs Ergebnis gekommen, aber es war zu spät. Ich habe mich oft ziemlich geärgert, wenn ich etwas nicht wußte. Das wurde dann auch in der Testbeurteilung angemerkt. Ich war allerdings schneller fertig, als wir gedacht hatten. Es waren sechs Stunden mit Pausen anberaumt. Ich war aber nach fünf Stunden schon fertig. So ging ich nach Hause, um auf die Testergebnisse zu warten. Ich hatte den Psychologen gefragt, was passiert, wenn wir nicht in einem Tag fertig werden. Ich hatte für die ganze Testung 600 € bezahlt. Er meinte, dann würden wir nochmals einen Termin machen, und das sei im Preis inbegriffen. Außerdem sagte er mir, ich könne ihn jederzeit anrufen, er würde mir noch Fragen beantworten, auch wenn das nicht im Preis drin sei. Ich wußte ja, daß Ferien waren, dachte aber, irgendwann wird er einmal seine Mails abrufen. Eine Woche später erhielt ich dann die Ergebnisse. Im sprachlichen Bereich war ich, wie zu erwarten war, überdurchschnittlich. Bei Allgemeinbildung und Mathematik reichte es noch für durchschnittlich. Bei den anderen Dingen war es durchschnittlich bis überdurchschnittlich. Damit war es besser ausgefallen, als ich erwartet hätte. Den Gesamt-IQ kann man nicht berechnen, da die Aufgaben für jüngerer Blinde aufbereitet sind. Somit kann man nur innerhalb meiner Person vergleichen, wo ich besser oder nicht so gut bin. Aber das war ja auch die Absicht. Ich hatte allerdings noch einige Fragen an den Psychologen, und mailte ihm diese zurück. Da eher Jahr von dem PC der Schule schrieb, nahm ich an, er würde ab und zu einmal ins Büro gehen. Ich erhielt keine Antwort. Ich stellte fest, dass die E-Mail nicht hinausgegangen war. Daraufhin schrieb ich eine Woche später nochmals eine Mail. Wieder erhielt ich keine Antwort. Dann kam per Post auf Papier nochmals der Testbericht mit einer handschriftlichen Notiz des Psychologen. Daraufhin mailte ich nochmals und fragte nochmals an, warum denn meine Mails nicht beantwortet werden. Ich dachte, wenn ein Brief auf Papier der Blindenschule gedruckt kommt, muss er ja meine Mails im Büro abgerufen haben. Ich probierte nochmals, ihn telefonisch zu erreichen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ganze sechs Wochen der großen Ferien auf eine Antwort warten muss. Ich hatte schon Angst, dass er meine Mails sieht, aber einfach keine Lust hat. So schrieb ich nochmals einen Brief per normaler Post. Ich schilderte ziemlich verständlich meine Not, Daß ich Angst hatte, dass man mir nicht antwortet. Mir war zwar klar, dass große Ferien waren, aber da ich den Test als Privatperson gemacht hatte, dachte ich, solange würde man mich sicher nicht warten lassen. Nach den großen Ferien kam dann der trockene Kommentar: Sie haben richtig kombiniert, da wir Ferien hatten, war der PC aus, und das Telefon ging nicht. Er wollte mir noch meine Fragen beantworten. Ich schrieb ihm, Daß ich es nicht in Ordnung fand, dass er nicht zumindest gesagt hat, tut mir leid, dass sie sich hängen gelassen fühlten. Schließlich musste ich ja verwirrt seien, wenn ich Post bekomme, meinerseits aber niemanden erreiche. Daraufhin wurden auch nur meine Fragen beantwortet, und nicht darauf eingegangen, dass ich mich beschwert hatte, dass mein vorheriger Vorwurf ignoriert wurde. Mir tat das weh, weil ich das Gefühl hatte, ich war nur eine Nummer. Während des Tests hatten wir ein sehr herzliches Verhältnis, er hat mich viel gefragt, sich auch persönlich und privat für viele meiner Anliegen und Interessen interessiert, die nichts unmittelbar mit dem Test zu tun hatten, mir viel von sich erzählt, und hat mir als Abschiedsformel in der Mail mit den Testergebnissen geschrieben: „Jetzt wird es nochmal schön warm, aber Sie lieben ja die Hitze, liebste Grüße“. So dachte ich, Daß er mich auch als Mensch gerne hat. Ich hoffte, dass ich ihn auch fragen könnte, ob er einen guten Kollegen als Therapeuten kennt. Außerdem hoffte ich insgeheim, dass er hinterher, wenn ich bei der Asperger-Diagnostik war, Nachfragen würde, wie es denn gelaufen sei, da ich das Gefühl hatte, ihn würde dieser Fall auch persönlich interessieren. Nun war ich total enttäuscht, und drückte schriftlich meine seelischem not aus. Auch an seine Vorgesetzte schrieb ich, da ich mich etwas rüde behandelt fühlte. Da kam nur der Satz, ich solle mit meinen Problemen zu meinen Helfern des persönlichen Budgets gehen, der Arbeitsauftrag sei nun hiermit beendet. Bei Psychologen habe ich immer das Gefühl, Sie sind ein Gefühls-Automat, wenn man Geld einwirft, spucken sie Interesse und Mitgefühl aus, aber wenn das Geld abgelaufen ist, schalten sie komplett auf null, bis man wieder Geld nach wirft. Psychologen können ihr Interesse und ihre Anteilnahme automatisch an und abstellen. Mir ist das immer unbegreiflich. Ich möchte über das professionelle Verhältnis keinerlei Kontakte hinaus, aber innerhalb dieser Kontakte möchte ich das menschliche Maß an Interesse und Mitgefühl. Dazu gehört auch, dass die Kommunikation drum herum genauso freundlich ist. Und ich finde, dazu gehört auch, dass man auf Dinge eingeht, die nur mittelbar mit dem Anliegen selbst zu tun haben. So finde ich es z.B. auch normal, dass man sich für Informationen bedankt, dass man sich entschuldigt, wenn sich der andere über etwas geärgert hat, oder dass man Verständnis für Verwirrung oder für das Gefühl von Alleingelassen-Werden äußert und dies klärt. So finde ich es auch normal, dass ich jemandem, wenn ich einen interessanten Artikel über etwas finde, diesen zusende, oder dass ein Helfer, der gerade keinen Auftrag von mir hatte, einmal an mich denkt, und mir z.B. ebenso etwas zukommen lässt, dass mit dem zu tun hatte, über das wir gesprochen hatten. So hätte ich vielleicht jemanden gehabt, den ich ab und an auch einmal etwas fragen kann. Das wäre genau so, als wenn mir ein Handwerker einen Tisch baut, und wenn ich ihn später kontaktieren will, und ihm das sage, daß ich etwas verwundert war, niemanden zu erreichen, er sich nicht entschuldigt, weil sein Arbeitsauftrag nur lautete, einen Tisch zu bauen. Ich finde es blöd, dass Leute in sozialen Berufen sich so über die Maßen abgrenzen. Ich kann zwar verstehen, dass man irgendwann abschalten und Grenzen setzen muss, aber hier wird oft das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, und es wird sich dann nur noch auf die Kernaufgaben konzentriert, alles andere drum herum ist dann schon zu viel. So fand ich es z.B. unmöglich, dass wir uns in der Mittagspause bei den Test zusammen an einen Tisch auf den Balkon setzten, und der Psychologe sagte, er mache sich nur schnell sein Essen warm. Ich wartete, und wartete, und wollte mit meinem Essen nicht anfangen, um gemeinsam anzufangen, aber niemand mehr kam. Zufällig kam dann seine Vorgesetzte vorbei und erzählte mir, er habe eine Kollegin getroffen, mit der er etwas besprechen wolle, damit er nicht nochmals extra während der Ferien kommen müsse. Anstatt aber noch einmal zu kommen und mir zu sagen: Ist das in Ordnung, ich muss noch mit jemandem etwas besprechen. Essen Sie schon mal eine Weile alleine, oder anstatt jemanden zu schicken, der mir das ausrichtet, wurde ich einfach im Ungewissen sitzen gelassen. Psychologen ist so etwas nie unangenehm, daß andere auf sie warten etc., da sie nur an ihr eigenes Gefühl und ihr eigenes Wohl denken. Mir wäre schon aus Anstand so etwas einem anderen gegenüber unangenehm. Bei einem Arbeitstreffen, bei dem man eine Mittagspause zusammen vereinbart hat, ißt man für gewöhnlich auch zusammen. Wenn nicht, sollte man das dem anderen schon sagen, und nicht mit seinem Essen davon gehen und einfach nicht mehr wiederkommen. Am liebsten wäre ich fort gegangen und hätte ihn eine Weile nach mir suchen lassen, nachdem er wieder von seinem Gespräch mit der Kollegin zurückgekommen war. Aber da ich meinen Test ungestört und ohne Aufregung absolvieren wollte, ließ ich diesen kindischen Impuls fallen. Aber an solchen Beispielen sieht man eben, dass man keine wirkliche Wertschätzung als Mensch erfährt sondern nur ein Proband, eine Nummer ist. Schade, daß ich immer wieder solchen Irrtümern aufsitze, und die Freundlichkeit, die nur ein psychologischer Trick ist, um die Leute zu öffnen, mit echtem Interesse verwechsele. Ich würde mir wünschen, einmal so eine Person zu finden, die zwar Beruf und privat nicht verwechselt, dennoch aber im Rahmen des beruflichen Interesse S auch ein persönliches Interesse für meine Person entwickelt. Wenn ich jemandem Englisch-Nachhilfe gebe, habe ich zwar privat auch kein Interesse an der Person, oder ich würde mich nicht laufend mit ihr treffen (es sei denn, es ist ein privater Bekannter, dem ich Unterricht gebe). Ich wäre aber sehr daran interessiert, wie eventuelle Prüfungen oder Jobsuche etc. ausgegangen sind und würde nicht sagen: Mit dem Unterricht ist mein Arbeitsauftrag beendet, und hier erschöpft sich mein Interesse. Aber man sollte nicht von sich auf andere schließen, denn offenbar fühle ich mich anderen schneller und stärker verbunden, als sie es tun. Ich habe in einem Buch gelesen, daß Menschen mit hoher Sensibilität dazu neigen. Offenbar trifft das bei mir zu. Mich stürzt das immer sofort in totale emotionale Verzweiflungsstürme. Immer wenn ich jemanden sehr nett finde oder wirklich gut, dann bin ich hinterher umso herber enttäuscht. Ich suche immer noch nach jemandem, den ich total nett und klasse finde, von dem ich aber dann nicht enttäuscht werde. Ob ich das jemals finde? Zumindest in einem bitteschön VORHER definierten Rahmen mit vorher klar definierten Grenzen!

Donnerstag, 6. September 2012

Mit der Spracherkennung geschrieben

Da ich immer so viele Tippfehler mache, und da sich ein Freund darüber beklagt hatte, habe ich mich entschlossen, eine Spracherkennung zu verwenden. Zum Glück ist bei Windows eine kostenlose Spracherkennung dabei. Sonst hätte ich mir für teures Geld erst eine anschaffen müssen. Jetzt lasse ich einmal die Korrektur weg und veröffentliche es so, wie die Spracherkennung es ein tippt. Zuerst habe ich mir einfällt Z (soll „ein Headset“ heißen) von einem Bekannten geliehen, der in einem Computer laden für Blinde arbeitet. Da wir einen Helfer haben, der sich sehr gut mit PCS auskennt, habe ich ihn gebeten, einen Nachmittag mit mir die Spracherkennung zu installieren. Dabei musste ich einige Sätze vorsprechen. Das Problem bestand darin, dass die Sprachausgabe, die mir alles vorliest, die Sätze Erst vor sprechen musste, damit ich wusste, was ich nach zusprechen hatte. So hörte die Spracherkennung immer beide Sätze: den von der Sprachausgabe und den von mir. Dann wurde man durch ein Lernprogramm geführt. Ich konnte aber nicht erkennen, was das System geradeaus führte. Ich hörte immer nur sagen Sie dies und jenes Anführungsstrichen zu. Soros sprach ich alles nach, ohne wirklich zu merken, was dies bewirkte. Der Helfer konnte auch nicht viel tun, denn wenn das Vergrößerungsprogramm Anwar, konnte er nicht lesen, wenn es aber ausgeschaltet war, konnte ich wiederum nichts mit verfolgen. So ließen wir dann das Lernprogramm nach zwei durch Läufen sein. Er suchte die Liste mit den Befehlen, die er mir auf das Desktop setzte. Ich habe ein paarmal ihn eingesehen, aber wenn ich die Befehle ausführte, wie z.B.: Zum Satzanfang wechseln, zum Satzende wechseln, Doppelklicken auf Word, hat er mich immer nicht verstanden. Wie oben zu sehen ist, macht er auch keine Anführungsstrichen, sondern er schreibt das Wort hin. Am Anfang war dies noch viel schwieriger. Wenn ich beispielsweise Anführungsstrichen jetzt Anführungsstrichen sagte, schrieb er nicht das Wort hin, sondern erst das sendete die E-Mail, obwohl sie noch gar nicht fertig geschrieben war. Mittlerweile hatte kapiert, dass er nur dann die Mail versenden soll, wenn ich ganz laut jetzt Rufe. Sage ich nun innerhalb eines Satzes das Wort jetzt, schreibt er es hin. Die Basisbefehle habe ich mir gemerkt. Alle anderen Dinge führe ich mit der Tastatur aus. Wenn z.B. ein Wort falsch ist, muss man sagen XY korrigieren. Wenn er zum Beispielstadt betreten benehmen schreibt, sagt man betreten korrigieren. Dann erscheint eine Liste und man muss das Wort benehmen noch einmal sagen. Dann muss man sich in der Liste das richtige Wort aussuchen. Dazu muss man allerdings gut sehen. Ich habe ein paar mal die Übungssätze durchgemacht, Die die Spracherkennung noch verbessern. Allerdings geht das nur, wenn die Sprachausgabe mit läuft. Da es nun halbwegs funktionierte, beschloß ich, mir ein Hetze zu kaufen. Der Bekannte riet mir, ein Rezept (soll auch wieder „Headset“ heißen) so um die 30,00 € zu nehmen. Als ich dann zu dem Geschäft kam, und mit meiner Helferin ein Headset um die 30,00 € aussuchen wollte, ergab sich ein Problem. Da ich beim Arbeiten am PC immer noch eine Träneaufsätze („eine BRILLE aufsetze“LOL), haben die Kopfhörer meines bekannten sehr stark gedrückt. A Daher mußte ich ausprobieren, ob die Kopfhörer mit Brille between (soll „bequem“ heißen) sind. Der Verkäufer sagte jedoch, meint dürfen nur die Kopfhörer über 30,00 € auspacken. Er habe nur einen Kopfhörer um die 80,00 €, den dürfe ich ausprobieren. Meine Helferin konnte dazu auch nicht sagen. Sie meinte, die Kopfhörer seien eingeschweißt, man könne sie nicht aufmachen. So hatte ich Ihre keine Rückendeckung. Ich bis in den sauren Apfel und ließ mir den tollen (soll „teuren“ heißen, hier lobtsich der Kopfhörer selbst) Kopfhörer austragen. Mit der Brille saß er halbwegs between, wenn es auch doch jetzt manchmal drückt. Der Verkäufer meinte, diese Firma Würde auch für die Nasa arbeiten (Kein Wunder, daß bei denen nix klappt!) . Zu Hause ging dann überhaupt nichts mehr. Das stellte ich fest, dass das Mikrophon dieses Kopfhörer es so empfindlich war, dass die Sprachausgabe jedesmal mit diktiert hat. Wenn ich also etwas sprach, und die Spracherkennung bishin tippte, wurde es gleich von der Sprachausgabe vorgelesen. Das führte (hörte) wiederum Das Mikrophon, so ergab sich eine Rückkopplung, und das, was die Sprachausgabe mir vorlas, wurde erneut und dann auch noch falsch ihn geschrieben. So muss ich jetzt jedesmal die Sprachausgabe Erst ausschalten, meine Sachen schreiben bzw. diktieren, dann schalte ich die Sprachausgabe wieder ein, denen Mikrophon muss ich dann sagen, dass es nicht weiter zu hören soll. Dann korrigiere ich alles, was ich vorher nicht mit bloßen Augen sehen und bereits vorher korrigieren konnte. Je mehr man korrigiert, umso besser passt das System sich an. Manche Fehler werden aber immer wieder gemacht. Mit den Kopfhörern ergibt sich ein Vorteil. Wenn ich jetzt mit und das ZI (Audacity) arbeitet, um etwas für unser Radioprojekt zu erstellen, kommt das gesprochene aus dem Lautsprecher, die Tasteneingaben der Sprachausgabe jedoch aus dem Kopfhörer. Da diese mich stören, muss ich die Sprachausgabe nicht mehr abschalten, sondern ich lege einfach die Kopfhörer weg. So hat sich ein Vorteil und ein Nachteile ausgeglichen. Für kleinere Priv Fällen (soll „Briefe“ heißen) nehme ich die Spracheeingabe nicht her. Denn das wäre zu umständlich. Für längerer Briefe oder offizielle Anschreiben benutze ich sie schon. Die Korrekturen dauern allerdings genauso lang wie früher, Als ich mich dauernd vertieft (vertippt) haben. Viel gewonnen ist dadurch nicht, allerdings ist es etwas bequemer, und nicht jedes Wort muß dauernd korrigiert werden. Bei mir ergibt sich oft das Problem, Daß zwei Buchstaben groß geschrieben sind anstatt nur der erste, oder dass sich ein anderer Buchstabe dazwischen mogelt, weil ich einen Finger zusätzlich gedrückt habe, ohne es zu merken. Das fällt nun weg. Dafür tippt die sprach Erkennung oft ziemlich viel Unsinn, wie man hier sicher sehen kann. Wenn man sich aber die Worte an hören würde, wirken sie ähnlich klingen, und man wüsste, was gemeint ist. So wird ein Trauma zum Drama, eine Schweinerei zu Schreinerei, oder einige Endungen fallen weg oder werden zuviel hinzugefügt Ich hoffe, dass es noch besser wird, und die Spracherkennung eine wirkliche Hilfe wird. Wie bei allen Dingen, die mit dem Computer zu tun haben, ist die Zeit, die man ihnen eine Sache investiert, genau die, die man für diese Bequemlichkeit später einspart. Wie ich immer sagen: Computer sind dazu da, die Probleme zu lösen, die wir ohne sie nicht hätten. Der nächste Text wird wieder korrigiert. Insgesamt gar nicht so übel für eine kostenlose Spracheingabe. Die Technik ist doch schon weit!