Sonntag, 24. September 2017

Der Terror mit dem Telefonwechsel, Ärger mit Ämtern, Scheiß Stromwechsel

Nachsendeantrag
Leider war der Kabelanbieter, den ich immer hatte, an meinem neuen Wohnort nicht vorhanden, sodass ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen musste. Ich rief extra bei meiner Telefongesellschaft an, wo ich auch das Kabel und das Internet hatte, Auch  dies alles lief auch über Kabel. Dort wurde mir gesagt, dass ich dann drei Monate lang doppelt zahlen müsse, was ich jetzt bei dieser Summe nicht so tragisch fand. Ich könne von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, und ich müsse eben kündigen. Die Frist gelte dann für drei Monate. Ein Bekannter riet mir, unbedingt die neue Telefongesellschaft kündigen zu lassen, damit ich die Nummer mitnehmen könnte. Somit rief ich bei der neuen Telefongesellschaft an, die in meiner  neuen Wohnsiedlung das Kabel anbot, und sonst keine einzige Firma . Diese erklärte mir, sie müssten für mich kündigen, aber ich selbst müsse wegen des Sonderkündigungsrechts auch noch mal bei meiner alten Telefongesellschaft kündigen und die Kündigungsbestätigung an die neue Telefongesellschaft schicken. Es war schon recht schwierig, bei der neuen Telefongesellschaft jemanden an die Strippe zu bekommen, da die Telefonzeiten recht eingeschränkt sind. Der Mann war aber freundlich . Am 16. August sollte es dann mit der neuen Telefongesellschaft in meiner neuen Wohnung losgehen. Leider erhielt ich dann aber ein Schreiben meiner alten Telefongesellschaft, die die alten Nummern erst Ende Oktober rausrücken wollten. Leider war ich dann krank, sodass eine meiner Helferinnen von meinem Bett aus alles mit mir erledigen musste. Wieder bekam ich niemanden an die Strippe. Zudem gab es auch noch Ärger mit meiner Putzfrau, da diese wieder einmal aufgrund ihres Dienstplanes sehr spontan Ihr Kommen ankündigte, und ich ihr klarmachen musste, dass ich nicht gleichzeitig eine Assistentin und sie in der Wohnung haben konnte, da sie sonst um unsere Füße herumputzen müsste. Als sie erfuhr, dass ich krank bin, weigerte sie sich zu kommen, sonst würde sie sich anstecken und ihre Kollegen gleich mit. Meine Bitte, für eine Vertretung zu sorgen, wollte sie nicht erfüllen, mit der Begründung, die anderen würden auch nicht kommen, wenn ich krank sei. Es handelte sich lediglich um eine normale Erkältung. Da ich ihr sagte, sie solle das nächste Mal bitte etwas rechtzeitiger ihr Kommen ankündigen, und mir auch mehrere Alternativen zur Verfügung stellen, da ich schließlich auch eine Woche zu planen hätte, meinte sie, bei aller Rücksicht auf meine Erkrankung und meine Behinderung, aber bestimmen ließe sie sich nicht. Sie wollen nicht mehr bei mir putzen. Ich erklärte ihr, gerade das Gegenteil sei der Fall, bei behinderten und chronisch kranken dächte man immer, die hätten doch Zeit, man könne kommen,  wann man wolle, und man müsse nicht berücksichtigen, dass diese ja auch ihre Woche planen müssten. Nun habe ich jemand anderen von dieser Organisation. Mittlerweile hatte ich dann die Bescheinigung des Sonderkündigungsrechts erhalten, aber mir wurde nun gesagt, dass die neue Telefongesellschaft erst Anfang November bei mir beginnen würde. Somit hätte ich die ersten drei Monate kein Telefon in der neuen Wohnung. Die alte Nummer würde erst nach dem 31. Oktober portiert. Ich bekam aber von der neuen Gesellschaft niemanden ans Telefon. Als dies endlich geschafft war, erklärte man mir, man würde mir eine Interimsnummer geben, und man müsse mich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich dann doppelt zahlen müsste, was ich sowieso schon ins Kalkül genommen hatte. Da es mit dem Faxen der Sonderkündigungsbestätigung  an die neue Firma nicht klappte, scannte meine Helferin die Bestätigung bezüglich des Sonderkündigungsrechts ein und schickte sie per E-Mail. Die Mailadresse habe ich dann endlich über Telefon herausgefunden. Statt am 16. wie geplant sollte nun erst am 23. August mein Telefon in der neuen Wohnung freigeschaltet werden.
 
Ich hatte wie erwünscht meinen Zählerstand der neuen Wohnung bei den Stadtwerken durchgegeben. Aber es kam einfach keine Bestätigung. Somit rief ich nochmals an. Der Beamte meinte, er würde jetzt erst meinen Brief öffnen. Prima, dachte ich. Eigentlich ist es ja ein Angestellter und kein Beamter, nebenbei. Dann fragte er mich, wer die vor Mieterin gewesen sei, und ergab einen völlig anderen Namen an. Ich sagte ihm den Namen meiner vor Mieterin, und es stellte sich heraus, dass jemand die korrekte Nummer des Zählers durchgestrichen und eine falsche Nummer dazugeschrieben hatte. Das kann nur der Teufel persönlich gewesen sein. Wie das entstanden ist, weiß niemand. Endlich erhielt ich dann einen neuen Abschlag, und da leider auch die Heizung über die Stadtwerke läuft wegen der Fernwärme, musste ich auch hier separat  nochmal eine Einzugsermächtigung erhalten und unterschreiben.  der Abschlag für den Strom musste erhöht werden, da ich leider jetzt erst erfahren hatte, dass das warme Wasser in der neuen Wohnung mit einem Boiler erhitzt wird. Da hat man schon mal endlich eine Badewanne, und dann kann man sie gar nicht genießen, da man im Geist immer den Stromzähler vor sich sieht. Wie konnte ich vergessen, dies zu fragen. Aber ich hatte in meiner alten Wohnung auch Fernwärme, und auch das warme Wasser lief darüber, so hatte ich nicht daran gedacht, das extra zu erfragen. Mit der Stromgesellschaft war dann alles geklärt.
 
Ich hätte mich auch beim Einwohnermeldeamt ummelden müssen, die Genossenschaft hatte mir eine Wohnungsgeberbescheinigung diesbezüglich mitgegeben. Ich durfte aber auf Anraten der Ärzte wegen meiner niedrigen Leukozyten und der damit verbundenen hohen Ansteckungsgefahr zu dieser Zeit die Wohnung nicht verlassen. Meine Betreuerin sagte mir, dass ich lediglich diese Bescheinigung an das Einwohnermeldeamt schicken müsste, vergaß aber mir zu sagen, dass ich auch eine Kopie meines Personalausweises und ein Formular aus dem Internet hinzufügen müsste. Bisher bin ich noch nie so umgezogen, dass ich nicht persönlich im Einwohnermeldeamt erscheinen konnte. Außerdem hatte ich sowieso den Computer bereits durch meine Nachbarn abbauen lassen, der zu der Zeit noch nicht wieder in der neuen  Wohnung aufgebaut war, und wir hätten weder die Kopie meines Personalausweises noch ein Formular aus dem Internet ziehen können. Ich war nur froh, dass die Wohnungsgeberbescheinigung abgeschickt war.
 
Nach meinem Umzug, der recht kompliziert war, gingen wir in die alte Wohnung, um noch übrig  gebliebene Sachen zu holen. Da sah mein Bekannter und ich, dass die Kabel, die sehr lang waren, und die wir daher erst einmal nicht von der Umzugsfirma mitnehmen ließen, recht grob aus der Steckdose gerissen waren, sodass das Koaxialkabel beschädigt war. Wir konnten auch den Router nicht mehr anstecken, obwohl ich ja noch für das Telefon in der alten Wohnung noch bezahlte. Der Plan war gewesen, einen Anrufbeantworter mit dem Hinweis auf meinen Umzug und die neue Nummer dort anzustecken. Dann hätte ich bis zum 15. September, an dem ich die Wohnung übergeben sollte, das Telefon noch eingesteckt lassen können. Falls dann jemand auf den Anrufbeantworter gesprochen hätte, hätte ich das direkt oder über Fernabfrage abhören können. Aber es ging nichts mehr. Ich rief dann über Handy bei der alten Telefongesellschaft an. Dort erklärte man mir, man habe meinen Umzug registriert, daher sei mein Telefon abgemeldet worden. Ich solle doch einfach die  alte Fritz-Box in der neuen Wohnung anstecken. Ich wies die Dame darauf hin, dass ich genau deshalb zu einer anderen Telefongesellschaft gewechselt hätte, weil der Kabelanschluss  in meiner neuen Wohnsiedlung nicht mehr über ihre Firma möglich sei. Nach meiner Kündigung des Kabels hatte man mir noch einmal einen DSL Anschluss in der neuen Wohnung angeboten, aber ich war so blöd abzulehnen, da ich alles aus einer Hand wollte. Wenn schon das Kabelfernsehen von der neuen Gesellschaft kommen würde, wollte ich auch Telefon und Computer darüber laufen lassen. Die Dame meinte, sie würde mir kostenlos einen Techniker schicken, der könnte dann in der neuen Wohnung die alten Geräte nochmals anschließen, man habe den Umzug notiert und die neue Adresse eingetragen. Ich war wirklich verwundert, denn ich hatte ja eine FRITZ!Box über Kabeltelefonie, daher hätte das gar nicht funktioniert. Tatsächlich kam dann auch kein Techniker am Abend wie angekündigt, stattdessen erhielt ich eine SMS, mein Auftrag sei erledigt. Ich war wirklich sauer. Ich wollte dann nur noch die alten Sachen zurückschicken, um alles los zu sein.
 
Mein Handy ging in der neuen Wohnung nicht. Später rief ich dann bei meinem Handyanbieter an, der mir erklärte, dass gerade die Basis und die Station an dieser Stelle repariert worden seien, und  danach würde der Empfang wieder besser . Nun geht es wieder. Damals, als ich aufgrund meiner niedrigen Leukozyten das Haus nicht verlassen durfte, und noch kein Telefon hatte, war es extrem schwierig, auch noch auf ein korrekt funktionierendes Handy verzichten zu müssen. So schrieb ich an die neue Telefongesellschaft und fragte, ob man nicht den Termin vorziehen könnte, da ich schwer krank sei und unbedingt ein Telefon bräuchte, um im Notfall Hilfe zu holen. Daraufhin schrieb man mir zurück, man sei nicht für meine Pflege zuständig, und man hätte darauf keinen Einfluss, da die Telekom die Leitungen betreuen würde, und man daher erst auf einen Termin dort warten müsste. Dieser sei für den 23. ausgemacht, das ginge nicht früher. Das mit der Pflege fand ich eine Frechheit und schrieb zurück, dass sie mich nicht pflegen sollten aber dafür sorgen sollten, dass ich mir überhaupt Hilfe holen könnte, und dazu bräuchte ich ein funktionierendes Telefon. Man bedauere, dies sei nicht möglich. Ich schickte mittlerweile die alten Geräte an die alte Telefongesellschaft zurück. Mittlerweile hatten wir versucht, die alte Nummer auf die neue Nummer umzuleiten. Dies funktionierte genau einen Tag. Auf einmal ging es nicht mehr. Da rief ich bei der alten Telefongesellschaft an, und die meinten, da ich alles zurückgeschickt hätte, hätten sie mich komplett abgemeldet. Ich bestand darauf und sagte, ich bezahle, und daher möchte ich eine funktionierende Rufnummer. Dies sei von der FRITZ!Box abhängig, wurde mir erklärt. Die FRITZ!Box hatten wir längst abmontiert, als die Rufumleitung noch funktionierte. Da ich aber alles zurückgeschickt hatte, wurde irgend ein anderer Zugang komplett gesperrt, der mit meiner FRITZ!Box indirekt zusammenhängt. Es kann doch nicht sein, dass man seine Sachen korrekt vorzeitig zurückschickt und dann der Dumme ist. Als ich nicht nachgab, riet mir die Angestellte, ich solle bei meiner neuen Telefongesellschaft anrufen, damit diese ihre Kündigung zurücknehmen. Dann wäre immer noch das Sonderkündigungsrecht gültig, da ich ja meinerseits selbst auch gekündigt hätte. Die neue Telefongesellschaft solle lediglich beantragen,  die alte Rufnummer mitzunehmen. Da die Telefongesellschaft für mich gekündigt hatte, wäre dies zunächst nicht möglich gewesen. Somit war der Ratschlag, den  ich  erhalten hatte, über die neue Telefongesellschaft zu kündigen, in diesem Falle gerade verkehrt gewesen. Die neue Telefongesellschaft nahm also ihre Kündigung zurück, und am 14. September erhielt ich dann wieder meine alten Nummern.
 
Am 23. August, als beide Techniker (Telekom und der  von meiner neuen Telefongesellschaft) kommen sollten, um  die Leitungen  zu prüfen  und  alles anzuschließen, kam der von der Telekom pünktlich um  halb neun . Ich setzte extra einen Helfer in die Wohnung, da ich mit einem anderen im Keller der alten Wohnung ausräumen musste, falls der Techniker der neuen Telefongesellschaft käme, der sich zwischen 12 und 18  Uhr angekündigt hatte. Der Helfer hätte am Tag vorher kommen sollen, hatte aber akute Bauchkrämpfe, und so bot er sich an, am 23. zu kommen. Und in der Zeit, in der er auf den Techniker wartete, bat ich ihn, meine Programme am Receiver zu sortieren. Da ich ja in ein neues Kabelnetz gewechselt hatte, war dies nötig, gestaltete sich aber mit dem alten Receiver äußerst schwierig. So war er wirklich stundenlang beschäftigt, bis wir von der Ausräumung des Kellers wieder zurückgekommen waren. Ich rief bei der Telefongesellschaft an, und später noch einmal, aber es war wieder niemand zu erreichen, egal, welche Telefonnummer der neuen Gesellschaft ich auch anrief. Somit schrieb ich nochmals eine E-Mail und beschwerte mich und beantragte, einen Nachlass zu erhalten, da ich 70 EUR für den Techniker und die Einrichtung der Telefone bezahlt hatte. Tatsächlich rief man mich zurück und erklärte mir, ich sei versehentlich aus dem System gefallen, daher habe man mich vergessen. Man würde über eine Entschädigung nachdenken. Ich erklärte der Dame, dies wäre nicht passiert, wenn sie erreichbar gewesen wären, da ich sie dann an meinen Auftrag hätte erinnern können. Es sei jetzt Urlaubszeit, und man hätte wenig Personal. Man würde aber den Punkt  der Erreichbarkeit noch verbessern, woraufhin ich betonte, dass hier noch erheblicher Verbesserungsbedarf besteht. Am nächsten Tag kam  dann auch wirklich ein Techniker, und ich erhielt einen Nachlass von 30 Euro.  Mein schnurloses Telefon wurde direkt über DECT an die FRITZ!Box angeschlossen, da es nur zwei Telefonanschlüsse gibt. An einen der Telefonanschlüsse kam dann mein schnurgebundenes rotes Telefon, und an den anderen Anschluss sollte mein Fax kommen. Ich hatte aber vergessen zu sagen, dass mein Fax ein Kombigerät ist. Letztendlich machte dies nichts aus, da es nicht über ein LAN Kabel sondern eben über ein Telefonkabel mit der FRITZ!Box verbunden werden musste. Somit war die Konstellation ja auch richtig. Leider hat das schnurlose Telefon, das schon über 15 Jahre alt ist, sich nicht ordnungsgemäß mit der FRITZ!Box verbunden, man konnte zwar erreicht werden, konnte aber mit dem schnurlosen Telefon nicht rausrufen. So musste ich jedes Mal ins Schlafzimmer rennen, wenn ich telefonieren wollte. Auf Dauer war das keine Lösung. Daher kauften wir ein moderneres schnurloses Telefon, dies hatte große Tasten, die Nummer wird beim Wählen gesprochen, und es ließ sich gut verbinden. Somit war einstweilen dieses Problem gelöst. Später sollten ja die alten Nummern wiederkommen, da musste die FRITZ!Box nochmals neu eingerichtet werden. Aber zumindest war ich einmal erreichbar und konnte rausrufen. Mittlerweile ist auch die Erreichbarkeit über Handy besser geworden.
 
Eigentlich wollte ich Briefwahl machen, und somit war ich ganz stolz, dass ich über das Internet die Briefwahl beantragen konnte. Jedoch erhielt ich eine E-Mail, ich hätte unrichtige Angaben gemacht. Denn ich hatte meine neue Adresse angegeben. Somit rief ich bei der Stadt an, wobei eine sehr nette Dame in der Vermittlung war, die sich sofort für mich beim Einwohnermeldeamt erkundigte, und ich erhielt den Rückruf, die Wohnungsgeberbescheinigung sei angekommen. Meine Betreuerin erklärte mir dann, ich hätte auch eine Kopie meines Personalausweises und einen Ausdruck des Anmeldeformulars mitschicken müssen. Sie bot sich an, mit mir zum Einwohnermeldeamt zu gehen. Am 7. September taten wir das. Da stellte sich doch heraus, dass ich bei meinem Wechsel aus meiner Universitätsstadt zu meinem jetzigen Wohnort die Ummeldung nicht richtig gemacht hatte. Das war immer noch als Zweitwohnsitz angegeben. Somit zogen wir offiziell erst einmal von meiner alten Uni in meine jetzige Stadt um, und dann vollzogen wir den Wohnungswechsel von meiner alten Wohnung in die jetzige Wohnung. Ich kann sowas immer überhaupt nicht. Daher hat es wohl nicht geklappt. Aber da ich die ganze Zeit wählen durfte, hatte ich das nicht bemerkt. Wahrscheinlich war meine alte Wohnung an dem Ort meiner Uni immer doppelt belegt gewesen. Denn da hat ja auch jemand geliebt in der Zeit bis jetzt. Am Nachmittag rannte ich dann zusammen mit meiner Helferin zur Genossenschaft, um dort mit dem neubeschrifteten Personalausweis noch weitere Hausschlüssel zu beantragen. Ich sollte dann beim Wahlamt anrufen, da ich dann umgemeldet war. Am Freitag den achten ging ich mit einem Mitglied des Tauschrings in die alte Wohnung, um dort einen riesigen Teppich zu reinigen, den ich nicht mitgenommen hatte in der Hoffnung, ihn noch rechtzeitig verkaufen zu können, ehe die Wohnungsübergabe stattfand. Er hat einen professionellen Staubsauger mit Wasserdampf. Der Teppich wurde wunderschön. Im Briefkasten meiner alten Wohnung  war noch die Wahlbenachrichtigung, und wir schrieben dort meine neue Adresse ein , und ich gab sie dem Booten von der Apotheke mit, da ich noch nicht alleine zum Briefkasten fand. Der hat sie dann wohl auch abgeschickt. Aber es kamen einfach keine Wahlunterlagen. Meine Betreuerin rief nochmals beim Wahlamt an, man habe die Karte  mit der  neuen Adresse erhalten  und am 14. September die Wahlunterlagen losgeschickt. Ich rief auch mehrfach dort an, aber nichts geschah, es kam immer nur dieselbe Aussage, am 14. Habe man alles losgeschickt  an  die neue Adresse. Man erklärte mir, notfalls könne ich am Freitag den 22. noch einmal vorbeikommen, und man würde mir neue Wahlunterlagen ausstellen. Wer aber hätte dann mit  mir den Stimmzettel ankreuzen sollen? Ich hatte dann noch großes Glück, am Freitag den 22. kamen dann die heiß ersehnten Wahlunterlagen. Zum Glück war meine Putzfrau da, die mir half, die Kreuzchen (hoffentlich) an meiner gewünschten und richtigen Stelle zu machen. Ich sage es offen, ich habe irgendetwas gewählt, nur, um die AFD zu verhindern. Nur so viel dazu. Daher war mir diese Wahl besonders wichtig. Außerdem sehe ich nicht ein, nicht wählen gehen zu können, weil ich schwerbehindert bin, und weil dauernd irgendetwas dazwischen kommt. Das haben wir dann noch gut erledigen können.
 
Mittlerweile habe ich auch meine alten Telefonnummern wieder erhalten, die meine  Hilfsmittelfirma einrichten konnte. Die Einzugsermächtigungen der Stadtwerke für Strom und Heizung haben wir mittlerweile auch unterschrieben. Am Freitag hatten wir dann auch schon den Stromzähler in der alten Wohnung abgelesen, da ich nicht wusste, ob ich am Tag der Übergabe jemanden hätte. Zählernummer und Zählerstand hatte ich mir notiert. Denn ich hatte bei den Stadtwerken angerufen und nachgefragt, ob am Tag der Wohnungsübergabe,   dem 15. September, jemand  von  den Stadtwerken vor Ort sein könnte, notfalls würde ich es bezahlen. Denn bei der Jahresablesung kommt ja auch automatisch jemand raus. Das ginge nicht, sie gab mir aber die Zählernummer, die ich mir auf mein Diktiergerät aufnahm. Ich hatte dann aber am Tag der Übergabe vor lauter Aufregung vergessen, den Zählerstand durch zugeben. Dies tat ich dann am Montag, wobei mir dann die Dame am Telefon mitteilte, unter  dieser Zählernummer sei ein anderer Name. Ich spielte ihr die Aufnahme vor, und es stellte sich tatsächlich heraus, dass sie selbst es war, die mir diese Nummer durchgegeben hatte. Als sie mir den Namen nannte, war es bereits der meiner Vermieterin, so konnten wir auch dieses Problem lösen. Die Endabrechnung kam dann auch sehr schnell innerhalb von drei Tagen. Natürlich waren es noch 38 EUR, die ich nachzahlen musste, aber da die Stadtwerke nur elf Monate zählen, und mein Abschlag 43 EUR beträgt, ich aber 38 EUR zahlen musste, habe ich ja damit eigentlich fünf Euro gespart. Zumindest hat der Abschlag gereicht. Dieser ist jetzt in der neuen Wohnung halt höher wegen der Erhitzung des Wassers mit einem Boiler, und ich hatte sogar befürchtet, dass er noch weiter erhöht würde, wenn bei der Endabrechnung in der alten Wohnung ein zu hoher Betrag herausgekommen wäre.
 
Meine Betreuerin riet mir, einen Nachsendeantrag zu machen, obwohl ich ja bis zum 15. September immer noch regelmäßig meinen Postkasten in der alten Wohnung kontrollieren konnte. Dies würde 26 EUR kosten und für ein halbes Jahr gelten. Ich dachte, sicher ist sicher, und ging daher mit einer meiner Assistentinnen auf die Post. Die Schlange ging bis hinaus, als ob es Weihnachten wäre. Es war der erste Schultag, was da die Leute auf der Post zu tun hatten, war mir bis dahin noch schleierhaft. Bis wir endlich dran waren, war mir ganz schlecht, da in dem Raum kaum noch Sauerstoff war. Es roch auch etwas nach Zigarettenrauch. Als wir dann endlich richtig an der Reihe waren, musste ich 26,90 EUR bezahlen, und man gab uns ein Formular mit. Bis dahin wäre ich schon fast umgekippt. Meine Assistentin füllte das Formular aus, und ich wollte nur noch nach draußen, da mein Sauerstoffmangel wirklich langsam prekär wurde. Ich wäre fast umgekippt und hätte fast einen Krankenwagen geholt. Sie setzte mich dann draußen hin, wobei ich mich auf den Boden platzierte, um zu warten, bis sie alles ausgefüllt hatte. Von Zeit zu Zeit kam sie heraus, um meinen Personalausweis zu holen, oder um bestimmte Daten von mir zu erfragen. Endlich war es soweit, sie konnte das Formular abgeben. Danach mussten wir noch zu Woolworth, um für mich günstig Briefumschläge zu besorgen. Obwohl hier sehr viele Schulkinder ihre Schreibwaren einkauften, war hier noch mehr Sauerstoff als in der Post, sodass mir nicht mehr schlecht war. Wir gingen dann getrost nach Hause in dem Glauben, dass mir jetzt alle Briefe nach gesendet würden. Ein paar Tage später erhielt ich eine Karte, auf der stand, dass mein Name und meine Daten nicht ordentlich ausgefüllt worden seien. Merkwürdigerweise stand aber genau das, was angeblich fehlte, nämlich Name und Adresse auf dieser Karte. Es stand dort auch noch zu lesen, ob ich der Weitergabe meiner Daten und meiner  Weitergabe  der Adressänderung zustimmen würde, oder ob ich gegen die Weitergabe meiner Daten Einwände hätte. Dies sei nicht ausgefüllt, eines der beiden Kästchen müsste ich ankreuzen. Meine andere Assistentin, die Tochter meiner anderen Helferin, gab mir die Kundennummer, sodass ich später bei der Post anrief. Dort sagte man mir, die  Kundennummer sei einem völlig anderen Namen zugeordnet . Man gab mir eine Faxnummer in einem ganz anderen Ort, wo ich dann den ausgefüllten Antrag noch einmal hinfaxen sollte. Dies tat ich dann auch, und als mein Sozialpädagoge kam, kreuzten wir noch auf der Karte an, dass ich mit der Weitergabe meiner geänderten Adresse einverstanden sei. Ich dachte, sollen die doch ruhig die Absender davon informieren, dass ich umgezogen bin, wenn sie sich diese Arbeit machen wollen. Das hätte ich gar nicht vermutet. Nach einer Weile kam verdächtig wenig Post bei mir im Briefkasten der neuen Wohnung an. Somit rief ich nochmals an und gab meine Kundennummer durch. Wieder wurde mir erklärt, es sei auf einen anderen Namen vermerkt, und außerdem wäre eine Betreuung dort hinterlegt, sodass die Post gar nicht an die betreffende Person ausgehändigt werden dürfte. Ich erklärte, dass ich ebenfalls eine gesetzliche Betreuerin hätte, das aber bei mir der Teufel in letzter Zeit alles mögliche verdreht, wie zum Beispiel auch die hier erwähnte Zählernummer. Ich erklärte, dass ich schwerbehindert und schwer krank sei, und dass ich nicht den Nerv hätte, noch einmal zur Post zu gehen, dass ich dort fast umgekippt wäre, und dass ich nun unbedingt meinen Nachsendeantrag, für den ich immerhin bezahlt hätte, ausgeführt haben möchte. Daraufhin wurde ich zu jemand anderem verbunden. Als sich die Kundennummer durch gab, wurde behauptet, ich hätte eine ganz andere Kundennummer, der Antrag lief bereits, aber ich hätte anstatt der sechs einen Neun angegeben. Dies kann gar nicht sein, meine Helferin hat mir die Kundennummer zum einen korrekt vorgelesen, und zum anderen lag ja eine ganz andere Begründung vor, weshalb der Nachsendeantrag angeblich nicht ausgeführt werden konnte. Nämlich die mit der Karte und der Angabe des Einverständnisses bezüglich Datenweitergabe usw. Ich glaube, die haben dort selbst die Sechs mit der Neun verwechselt. Daher ist dieses Durcheinander gekommen. Warum muss dies aber auch alles immer bei mir passieren. Meine klugen und abgeklärten Jugendlichenhelfer von Mitte 20 würden jetzt wieder sagen, solche Dinge passieren. Aber sie passieren halt bei mir gehäuft, das kann einmal passieren, aber nicht regelmäßig. Ich erfuhr dann auch den Grund, warum die Schlange auf der Post an diesem Tag so lang gewesen war, und warum die Luft so knapp war. Eine andere Poststelle in der Nähe wurde umgebaut, daher mussten alle, die auf die Post wollten, diese Filiale nutzen, die daher brechend voll war. Ich bin, was den Sauerstoffgehalt angeht, immer extrem empfindlich. In manche Kinosäle gehe ich gar nicht mehr rein, da ich dann am Ende des Filmes nur noch die Luft einziehe, um noch den restlichen Sauerstoff herauszuholen. Daher ist es mir auf dieser Post auch so schlecht gegangen. Angeblich würde es ja jetzt laufen, ich warte mal ab,
ob einmal ein Brief kommt, der als Nachsendung gekennzeichnet ist. Aber irgendwann möchte man auch mal, dass die Dinge ganz normal und glatt funktionieren.
 
Endlich, nach all diesem bürokratischen Wirrwarr, war alles gelöst, aber das muss ich nicht noch mal haben. Das mit dem Telefon war wirklich umständlich, zumal ich laufend in der Warteschleife hing. Das nächste Mal weiß ich, dass man bei einer schriftlichen Ummeldung nicht nur den Wohnungsgeber Bescheid sondern auch eine Kopie des Personalausweises und ein vorgedrucktes Formular ausfüllen und mitschicken muss, aber dann wird es sowieso wieder anders sein. Und am besten ist es sowieso, wenn man die Leute schon kennt, die man am Telefon hat, und diese sich an einen erinnern, dann klappt das sowieso besser, weil die Leute dazu wissen, was sie zuvor getan oder gesagt haben. Aber ich bin froh, dass dieser Teil über die Bühne ist.
 
Der 15., der Tag der Übergabe, war wirklich schrecklich, daher hatte ich auch das mit dem Stromzähler vergessen, dies kommt aber in einem anderen Kapitel. Das ist eine andere Geschichte, die woanders erzählt werden muss.

Umzugsvorbereitungen- Auskurieren unmöglich

Ich hatte ziemlich viel vor, und da ich immer dann, wenn eine kritische Masse an bevorstehenden Ereignissen zusammenkommt, krank werde, war es auch dieses Mal so. Geplant waren am 29. Juli die Hochzeit meines Neffen, am Freitag den 28. Juli wollte ich abends noch zum Bardentreffen, dass Ticket nach Hause war schon bestellt, am Samstagmorgen war auch schon mit viel Mühe und Not alles organisiert, sodass ich ungefähr zeitgleich mit meinem Bruder in der größeren Stadt ankommen sollte, wo einer meiner Neffen mich dann zusammen mit meinem Bruder mit nach Hause nehmen würde. Ich musste mehrfach nachfragen, bis endlich mal eine Nachricht kam, dass dies klappt. Ich gab also die Uhrzeit auch an meinen Bruder weiter, der sich dementsprechend einen Zug raus suchen sollte. Am Sonntagnachmittag wollte ich mich dann bei meiner Assistentin melden, damit wir weiter aufs Bardentreffen gehen würden. Am Montag den 31. wäre dann die Übergabe für meine neue Wohnung, die ich ab 1. August beziehen konnte, wobei der Umzug für den 15. August geplant war. Am 5. August sollte mein Bekannter aus dem Schwarzwald kommen, der mit mir zusammen schon einige größere Säcke in die neue Wohnung fahren wollte, um Umzugskisten zu sparen. Am 25. Juli hatte ich noch ein Interview mit einem blinden Sänger, den ich aus unserer Selbsthilfeorganisation kannte, und der sehr schöne Musik in Richtung Blues und Sing-a- Song-writer macht. Zuvor war noch ein Termin in der Autismusambulanz angedacht, der wegen Erkrankung des Beraters ausgefallen war. Das Interview, welches wir über das Telefon führten, bekam ich auf den Server, zu dem ich einen Link erhielt. Am 26. hatte ich noch einen Termin bei der Transplantationssprechstunde, wobei ich hier dem Arzt gegenüber schon erwähnte, dass mein Hals kratzte. Am Donnerstag den 27., an dem ich eigentlich Zeit für das Schneiden des Interviews eingeplant hatte, lag ich flach und konnte nicht mehr arbeiten. Das hat mich schon geärgert. Am Freitag den 28. rief ich daher bei meiner Familie an und sagte, dass ich nicht zur Hochzeit würde kommen können. Da meine zukünftig verschwägerte Nichte aus Mexiko war, hätte ich pro forma die Hochzeitsformel ins Spanische übersetzen sollen. Mein Neffe hatte mir gesagt, dass dies nur pro forma sei. Als ich nun bei meiner Schwester anrief und absagte, meinte sie, da musst Du jetzt durch, wir brauchen Dich, sonst gilt die Hochzeit nicht. Ich erklärte ihr, dass meine Niere sonst auf dem Spiel stünde, wenn ich mit Erkrankung jetzt fahren würde. Es stellte sich heraus, dass sie falsch informiert war, und ich wäre sowieso keine offizielle vereidigte und bestallte Übersetzerin gewesen, da ich eine medizinische und keine juristische Übersetzerin bin und mich daher nie vereidigen ließ. Mein Neffe hatte meine Schwester vergessen zu sagen, dass ist nur pro forma war, und das niemand vereidigt sein musste. Somit konnte auch jemand anderer mit Spanischkenntnissen die Übersetzung übernehmen. Ich hatte zuvor noch extra meine Spanierin gefragt, wie die Formel lautet, da ich dachte, die Eltern der Braut seien mit uns über Skype verbunden. Somit musste ich also nicht kommen, da noch andere Leute Spanisch konnten. Ich stornierte das Ticket, und ich erwartete eigentlich, dass man mich während der Hochzeit einmal über Skype anruft, aber das war leider nicht der Fall. Meine älteste Freundin war auch eingeladen, da ihr Mann als Metzger das Grillen übernahm. Auf die hätte ich mich besonders gefreut, und nun war sie relativ alleine, da sie außer ihrem Mann kaum jemanden kannte. Meine Eltern haben sich zu ihr gesetzt und mein ältester Bruder. Das Bardentreffen fiel dann auch für mich aus, aber es waren sehr viele Gruppen mit Blasinstrumenten da, was mich sowieso nicht so interessierte. Aber am Montag war die Übergabe meiner Wohnung. Meine gesetzliche Betreuerin musste alleine hin. Diese habe ich, weil ich als Behinderte und chronisch Kranke sonst mit der Bürokratie nicht alleine klar käme. Die Betreuerin berichtete mir, dass auf dem Boden noch ein Fleck gewesen wäre. Am Tag zuvor hatte die vor Mieterin angerufen, da sie zwar gestrichen hatte, bzw. ihr Vater, aber die alte Farbe immer wieder durchkam. Zuerst hieß es, die Wohnung müsse von ihr gestrichen werden. Dann hieß es, bzw. meine Betreuerin las dies aus dem Mietvertrag heraus, dass die Wohnung in unrenoviertem Zustand übergeben würde. Daraufhin sprach ich mit ihr, sie hatte aber zum Glück schon mit dem Streichen begonnen. Das Wort unrenoviert bezog sich darauf, dass nicht jedes Mal nach jedem Mieterwechsel die Wohnung erneuert würde. Zunächst hatte der Hausmeister mir gesagt, er wisse nicht, wann die Frau die Wohnung übergeben würde. Als ich dann nochmals mit ihm sprach, sagte er, am 31. würde sie die Wohnung übergeben. Somit hatte sie alles gemacht. Zum Glück. Allerdings hatte ich gehofft, dass sie das Duschrollo wie gewünscht drin lässt. Aber ihr Vater hatte rigoros alles rausgeworfen. Selbst Dinge, die sie gebraucht hätte, hat er entsorgt. Sie hatte noch ein einziges altes Küchenschränkchen, welches sie mir gerne überlassen würde. Sie war in Sorge, dass die Wohnung nicht so abgenommen würde. Ich bestätigte ihr, dass mir dies egal sei, ob noch alte Farbe durchkommt, da sie sicher redlich bemüht hatte. Allzu schlimm konnte es nicht sein. Meine Betreuerin hatte den Fleck am Boden reklamiert, und es sollte eine Firma kommen, um den Boden an der Stelle auszutauschen. Außerdem bekam sie den Zettel mit dem Zählerstand der neuen Wohnung, den sie mir übergab, um ihn an die Stadtwerke zu schicken. Dies tat ich auch nach bestem Wissen. Mit der Telefongesellschaft gab es auch ein Durcheinander. Das kommt an anderer Stelle. Meine Betreuerin hatte auch angegeben, dass ich von der Genossenschaft den Herd und die Spüle haben wollte. So erhielt ich einen Anruf, am Freitag den 4. August solle ich um 9:30 Uhr in der neuen Wohnung sein. Ich war aber noch krank. Somit rief ich meinen guten Nachbarn an und fragte ihn, ob er dies für mich erledigen könne, damit der Elektriker reinkäme, um den Herd anzuschließen. Er willigte sofort ein. Dann aber rief am Donnerstag erst der Bodenverleger an und sagte, er würde für die nächsten drei Wochen in Urlaub fahren, daher könne er es nicht vorher machen. Ich sagte ihm, am 15. August ist Umzug, und bis dahin muss der Fleck weg sein, da Möbel und Teppiche darauf gelegt würden, und ich einen ordentlichen Boden haben wollte, damit der Fleck nicht später einmal unrenoviert bliebe, da er eventuell dann später mir angelastet würde. Somit bot er mir an, am Freitag den vierten um 8:00 Uhr in die Wohnung zu gehen. Ich müsse ihn reinlassen. Ich bat ihn, doch um 9:30 Uhr zu kommen, denn da würde sowieso jemand in die Wohnung gehen. Er bestand aber auf 8:00 Uhr und keine Minute später. Ich war schon sehr verärgert. So rief ich nochmals meine Nachbarn an, dem ich dann um 7:30 Uhr einen Kaffee anbot, damit er um 8:00 Uhr mit Kaffee im Bauch auf den man warten könnte. Wer aber nicht kam, und wer auch nicht wie zuvor versprochen nochmals anrief, war der Handwerker. Um 8:20 Uhr rief mich mein Nachbar auf dem Handy an, wo denn der Handwerker bliebe. Ich rief den Handwerker an, der meinte, er sei aufgehalten worden. Um halb neun kam er dann, und ich war stinksauer. Dann musste mein Bekannter nochmals den Elektriker wegen des Herdes reinlassen. Der Bodenverleger hatte gerade mal 20 Minuten gebraucht, da hätte er auch flexibel sein können und um 9:30 Uhr kommen können. Aber ich war auf ihn angewiesen. All dies bewirkte, dass ich da nicht wirklich ausruhen konnte und immer wieder aufstehen musste. Somit konnte ich mich nicht auskurieren. Am Samstag den fünften kam dann auch mein Bekannter aus dem Schwarzwald. Eigentlich wollten wir dieses Jahr endlich unseren geplanten Urlaub in Schwarzach in Vorarlberg machen, um endlich mal die Stadt Bregenz anzuschauen, wo meine Vorfahren herkommen. Aber er war wieder dazu verdonnert, mir zu helfen, wie letztes Jahr, als er als Begleiter während meiner Reha nach der Transplantation auf Kur mit kam. Leider war sein Auto, dass er neu bekommen hatte, noch nicht flott, sodass er mit dem Zug kommen musste, und wir die Säcke nicht wie geplant selbst in die neue Wohnung fahren konnten. Am Samstag den 29. hatte einer meiner Helfer mit mir gepackt, damit schon einige Kisten voll wären. Am Sonntag den sechsten sollte dann noch ein Freund von mir kommen, der uns beim Packen half. Ich war dann schon so weit wiederhergestellt, dass ich mit raus zum Becker konnte. Wir packten noch einige Kisten zu dritt, und so waren wir wieder einen Schritt weiter. Ich merkte schon gar nicht mehr, dass ich vorher krank war. Während ich krank war, hatte ich bei meiner Hausärztin angerufen, die dieses Mal recht bereitwillig bei mir vorbei schaute und sogar jemanden zum Blut abnehmen schickte. Das hatte sie noch nie gemacht. Letztes Jahr war ich auch krank, und mein Hinweis, dass ich transplantiert bin, wurde damals nicht ernst genommen. Dieses Mal musste ich noch nicht mal in die Praxis kommen, um mir Blut abnehmen zu lassen, sondern sie schickte die Sprechstundenhilfe zu mir nach Hause. Leider waren die Leukozyten sehr niedrig, und die andere Hausärztin rief an, ich solle unbedingt zur Blutabnahme nochmals kommen, wobei auch zuvor die andere Hausärztin ein zweites Mal zu mir nach Hause gekommen war, was mich schon etwas stutzig machte. Die andere Hausärztin sprach auf meinen Anrufbeantworter mit dem Hinweis, machen Sie sich keine Sorgen. Das trägt jetzt nicht gerade dazu bei, nicht beunruhigt zu sein. Als ich zu ihr in die Praxis kam, erklärte sie mir, die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, seien sehr niedrig. Wir hatten schon gedacht, dass es ein Virus ist, der ja die Leukozyten aufbraucht, und eines meiner Immunsuppressiva senkt ja sowieso schon die Anzahl der Leukozyten. Als ich dann in der Nierenambulanz anrief, ob wir dieses Medikament reduzieren sollten, hieß es, ich solle nochmals beim Hausarzt Blut abnehmen lassen. Somit mussten wir auch noch mehrmals die Woche um 8:00 Uhr in der Hausarztpraxis sein, um mir Blut abnehmen zu lassen. Offenbar hatte ich meine Erkältung nicht gut aus kuriert, und das waren jetzt die Folgen. Zu den gesundheitlichen Komplikationen mehr noch später. Aber auf jeden Fall hatte ich kaum die Möglichkeit, mich wirklich im Bett auskurieren und richtig gesund zu werden, wobei ich hierzu immer zwei Wochen benötige. Die wichtigsten Dinge hatte ich schon verpasst, aber es ging ja halbwegs gut über die Bühne. Der Witz war, dass meine Nierenärzte laufend sagten, schonen sie sich, und ich laufend erklärte, dass dies bei einem Umzug schlichtweg unmöglich sei. Am liebsten hätte ich gekontert, ja, wenn sie meinen Umzug fahren, dann schone ich mich. Genau zu diesem Zeitpunkt krank zu werden war so ungünstig wie es nur sein konnte.

Mein Umzug in mehreren Kapiteln

Da mein Umzug sich sehr lange hingezogen hat, und verschiedene Aspekte und Hindernisse daran beteiligt waren, diesen Umzug sehr komplex zu machen, möchte ich das jetzt in mehreren Kapiteln schildern, damit niemand vor Langeweile umkommt, weil der Beitrag so lange wurde. Zunächst einmal war ich vor dem Umzug krank, da ich ziemlich viele Dinge vorhatte und auch wieder mal auf dem Heimtrainer Sport getrieben hatte. Während des Umzugs waren die weißen Blutkörperchen so niedrig, dass ich nicht raus durfte und sehr viel Hilfe organisieren musste. Häufig konnten die Helfer nicht oder mussten ihre Termine verschieben, was die Organisation und Logistik hier zu einer immensen Herausforderung machte. Der Aufbau der einzelnen Komponenten in der Wohnung zog sich lange hin, und die Kisten standen lange im Weg. Auch gab es sehr viele bürokratische Hindernisse, und die Technik war schwer aufzubauen. Die Wege muss ich neu lernen, und einige Dinge sind komplett anders. Gesundheitlich hätte ich auch beinah Federn gelassen, und es gab einen kurzen Krankenhausaufenthalt, wobei ich wahrscheinlich um das Schlimmste herumgekommen bin. Das ist jetzt die kurze Zusammenfassung eines Umzugs mit Erschwernissen, wobei mir jeder erzählte, das ist halt Umzug. Möge der Leser oder die Leserin selbst entscheiden, ob das wirklich nur einfach ein normaler Umzug der "ganz normalen Härte" war oder nicht.

Freitag, 14. Juli 2017

Sieben Schritt pro Woche

Schon länger hatte ich mich ja mit dem Gedanken getragen, aus meiner Wohnung auszuziehen. Kurz gesagt war sie schön genug, die letzten 18 Jahre darin zu leben, aber sie ist mit Sicherheit nicht schön genug, den Rest meines Lebens dort zu verbringen. Die Zimmer hängen hintereinander, der Flur ist sehr klein, sodass man vom Treppenhaus aus schon ins Wohnzimmer schauen kann. Das Bad ist sehr winzig, die Küche ist für eine kleine Person wie mich geeignet, aber sobald eine zweite Person darin ist, müssen wir absprechen, wer etwas holt und wer nicht. Wenn ich zum Beispiel jemandem etwas geben möchte, muss dieser erst aus der Küche raus, sodass ich an die schränke kann, um das zu finden, was der andere sucht. Die Fenster sind relativ hoch aber erstrecken sich über die gesamte Breite der Wohnung, was etwas nach Büro oder nach Keller Wohnung aussieht. Auch ist das nächste Fenster erst die Balkontüre, die sich genau am gegenüberliegenden Ende befindet. Der mittlere Teil der Wohnung, sozusagen der Wohnbereich mit der Wohnlandschaft ist daher immer im Dunkeln, es sei denn, ich lasse die ganze Zeit das Licht brennen. Der Vorteil daran ist natürlich, dass man die Musik oder den Fernseher überall hört, da ja alle Zimmer zusammenhängen. Die Wohnung selber ist in einem ordentlichen Zustand, doch hat sie von sich aus wenig Charme , man musste sehr viel hinein stellen, damit sie gemütlich gemacht werden konnte. Dadurch, dass sozusagen der mittlere Teil ein Durchgangszimmer ist, befinden sich im Wohn- Esszimmer drei Türen, eine zum Schlafzimmer, eine zum Flur und eine in die Küche, die auch noch seitlich daran hängt. Die Küche hat aber ein Fenster, was ich sehr begrüßt habe. Das Bad hat leider kein Fenster, sodass zum Beispiel die Siliconfugen rund um meine Dusche irgendwann mit der Zeit schimmelig wurden. Ich habe daher vorsorglich immer die Badetür offen gelassen. Meine Gegend war zu Anfang, als ich dort einzog, sensationell, sodass sogar ein Bericht darüber in der Zeitung stand, dass in dieser Wohngegend und besonders in der Hauptstraße des Wohnviertels extrem viele Geschäfte vorhanden sind. Nach und nach schlossen diese Läden, die teilweise einzelnen Besitzern oder einzelnen Handwerkern gehörten. Es kamen immer mehr Handyläden, Dönerboden, Internetshops, Schmuckläden, Sonnenstudios, Tattoostudios und alles das, was kein Mensch braucht. Als der Schlecker zu machte, gab es dann auch keine Drogerie mehr. Der schöne Obstladen, der weiter weggezogen ist, wurde durch eine Pizzakette und eine weitere Dönerbude ersetzt. Die Dönerbuden und Gaststätten haben überall ihre Stühle draußen, dies verleiht zwar dem Viertel ein südländisches Flair, doch für blinde, die dann laufend um die Stühle herum eiern müssen oder darüber fallen, ist dies denkbar ungeeignet. Es gibt zwar noch zwei Supermärkte, doch ein größerer Discountladen ist leider weggezogen, dort ist jetzt eine Ladenkette , die mit Sicherheit ihre billigen Klamotten mit Kinderarbeit in Indien oder Bangladesch anfertigen läßt. Ich wollte außerdem auch in eine Wohnungsbaugenossenschaft, da ich feststellte, dass private Vermieter häufig weiter weg wohnen, und man sie schlecht erreicht, wenn es ein Problem gibt. Es hat sich auch häufiger mal die Kontonummer geändert, sodass ich sogar eine Zeit lang einen Hinterlegungsantrag für die Miete beim Amtsgericht machen musste, und das, obwohl ich gerade erst frisch transplantiert aus dem Krankenhaus kam. Wenn ich zur Hausverwaltung ging, wurde ich an den Vermieter verwiesen, da nur ein Vermieter z.B. die Anfertigung weiterer Schlüssel oder den Austausch eines Schlosses veranlassen dürfen, wohingegen dann wiederum der Vermieter mich wieder zur Verwaltung schickte. So zogen sich einige Dinge ziemlich lange hin. Die Gegend, in der ich wohne, ist insgesamt die nicht ganz so gute Seite der Stadt, und ich bin häufiger einmal auf der anderen Seite, wobei es dort noch echte Bäcker gibt, also keine Ketten, zumindest mehr als bei uns, und wo es auch ziemlich urige und gemütliche Häuser gibt. In dieser Gegend gibt es auch wesentlich mehr Cafés oder Kneipen, wobei es aber auch in meiner Gegend schon ziemlich viel gibt, wo man abends hingehen kann. Zwei Leute von der Dialyse, mit denen ich mich ab und zu noch treffe, gehen immer zusammen mit mir in ein wunderschönes alteingesessenes Café auf dieser schönen Seite der Stadt, wo uns die ältere Bäckerin immer freundlich begrüßt, immer lustig und gut gelaunt ist und all ihre Kunden gut kennt. Dann kommt noch eine der Metzgerrinnen dazu, die sich auch mit an den Tisch setzt, und auch hier habe ich sehr häufig schon eingekauft. Allerdings haben auch wir in unserem Teil einen der besten Metzger der Stadt zur Verfügung. Mich hat aber besonders die schöne Atmosphäre dieser Gegend angelockt, und ich dachte, obwohl diese Gegend natürlich etwas teurer ist, wäre sie mir vielleicht wesentlich sympathischer. Ich hatte schon immer von einer Wohnung geträumt, wo der Flur sich durch die ganze Wohnung zieht, und die Zimmer links und rechts vom Flur abgehen, und ich wollte schon immer ein Bad mit Badewanne. Nun habe ich einen zauberhaften Balkon, den ich mir auch wunderschön eingerichtet habe, und der mir sozusagen als sommerliches Wohnzimmer dient. Wenn ich Besuch habe, ist es am Abend wunderschön, bei Kerzenlicht draußen zu sitzen, da ich mir den Balkon wunderschön dekoriert habe, und ich hatte mir erst für einiges Geld eine schöne Blumenbank von einem Schreiner anfertigen lassen, den ich gut über den Tauschring kenne, daher war es nicht ganz so teuer. Man hat aber meistens nur eine Sache, entweder Badewanne oder Balkon, zumindest in meiner Preisklasse. Da ich beim Wohnungsamt gemeldet war, aber von dort noch nie irgendeine Wohnung vorgeschlagen bekam, beschloss ich nun, mich selbst bei einigen Wohnbaugenossenschaften anzumelden. In meiner Gegend gibt es eine Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft, die hauptsächlich Wohnungen in diesem Teil der Stadt anzubieten hat. Besonders rund um eine bestimmte U-Bahn Haltestelle häufen sich diese Wohnungen, und ich hatte einmal dort negative Erfahrungen gemacht, als ich an dieser U-Bahn Haltestelle ausstieg und von einem merkwürdigen Mann auf einen Kaffee eingeladen wurde, der mir nicht ganz geheuer schien. Mein früherer Zahnarzt war auch in dieser Gegend, wobei das Haus, wo er seine Praxis hatte, ein wunderschöner Altbau war. So hatte ich am wenigsten damit gerechnet, ausgerechnet bei dieser Wohnbaugenossenschaft etwas zu finden. Jedoch schon nach drei Wochen kam ein Angebot, und man musste sich entscheiden, ob man sich zumindest die Wohnung ansieht, sonst würde man komplett von der Liste genommen, wie es auch bei einigen anderen Wohnbaugenossenschaften üblich ist. So setzte ich mich mit der Mieterin über Handy in Verbindung, um mir die Wohnung anzusehen. Ich dachte mir, der Form halber schaue ich mir das Ganze halt mal an, damit ich zumindest sagen kann, dass ich dort war. Ich rechnete jetzt nicht damit, dass hier , zumal gleich beim allerersten Angebot , irgend etwas Interessantes zu finden sei. Ich fuhr also mit meiner jetzigen Betreuerin, die sich sehr um die Wohnungssuche bemüht hat, in diese Gegend. Als wir ausstiegen, hatte ich schon ein gutes Gefühl und dachte, was ist das für eine schöne Gegend. Als ich so dastand und vor mich hin lächelte, während meine Betreuerin das Auto noch korrekt einparkte, kamen schon Leute vorbei, die freundlich grüßten. Das erlebt man in einer Großstadt selten. Dann klingelten wir bei der Mieterin und gingen ins Haus. Schon die Haustüre des Altbaus aus dem Jahre 1896 war sehr anheimelnd, da sie mich an die Haustüre meines Elternhauses erinnerte. Alles Sah insgesamt so wunderschön alt aus. Dann gingen wir lediglich ein paar kleine Treppen nach oben und Bogen links in die Wohnung ein. Und sofort hatte ich mich in die schöne Wohnung verliebt. Sie war genau das, was ich mir immer gewünscht hatte. Das Bad war riesengroß mit einer Badewanne und einem Fenster. Das Schlafzimmer ist etwas klein, die vor Mieterin hat ein Hochbett aufgebaut, das kommt natürlich für mich mit meinen Einschränkungen nicht infrage. Die Küche an der Stirnseite war riesengroß, man kann darin einen Tisch aufstellen, wie ich es mir immer gewünscht hatte, und die Küche hat auch wieder ein Fenster. Auf der linken Seite ist dann ein relativ großes Wohnzimmer, wobei mir die Mieterin erklärte, dass am Nachmittag die Sonne schon ziemlich stark rein scheint. Da jedes Zimmer ein Fenster hat, ist die Wohnung nicht sehr dunkel, und am Nachmittag muss man wahrscheinlich im Wohnzimmer sogar die Vorhänge zu machen. Die Frau hatte zwei Katzen, sodass sie nicht gut lüften konnte, damit die Katzen nicht auf die Straße abhauen. Somit war die Wohnung etwas stickig, wobei ich, die zwar keine Frischluftfanatikerin bin, aber der sehr schnell die frische Luft ausgeht, es lieber dann doch mit offenen Fenstern mag. Wenn man aus der Wohnung heraus geht, ist am Ende des Treppenhauses eine kleine Abstellkammer, die auch noch zu dieser Wohnung gehört. Der Höhepunkt war aber, dass man auf der linken Seite durch eine Glastür in einen Innenhof kommt, an den drei Häuserblocks angrenzen. Der Innenhof hat einen Rasen, Bänke, einen Spielplatz und auch eine Abstell Möglichkeit für die Mülltonnen. Ich war hellauf begeistert. Die Frau meinte, irgendwann seien auch Balkone geplant, und das wäre dann der absolute Sechser im Lotto. Balkon und Badewanne, davon hätte ich mir nie träumen lassen. Meine Betreuerin und ich schauten uns noch etwas in der Gegend um. Die Gegend war überhaupt nicht weit von der Straße weg, in der ich jetzt wohne. Somit würden mir meine Bezüge wie Arzt, Fußpflege und Kosmetikerin erhalten bleiben. In der Nähe war sofort eine Straßenbahnhaltestelle, es gab zwar nur eine Linie und keine zwei wie bei meiner alten Straßenbahn, aber die U-Bahn würde nicht weit weg sein. Wir entdeckten eine Sparkasse, allerdings ohne Personal, es gab nur einen Automaten. Eine Apotheke, ein Briefkasten und auch ein kleiner Supermarkt sind in der Nähe. Wir sahen zwei Becker, eine kleinere Kette mit einer großen Bäckerei und einen kleinen Laden einer Billigkette. Es gibt zwei größere Supermärkte etwas weiter weg, die ich dann nur mit Helferinnen mit Auto erreichen könnte, wenn ich dann größere Einkäufe hätte. So wäre ich also auch gut versorgt. Die Besichtigung war am 22. Juni. Ich war wild entschlossen, ich wollte diese Wohnung. Ich schickte also eine E-Mail an die Genossenschaft, wobei ich über las, dass der zuständige bis 26. Juni in Urlaub sein würde, so wie es in seinem Autoresponder gestanden hatte. Somit hatte ich auf seine Mailbox gesprochen und auf einen Rückruf gewartet. Am Freitag den 23. Juni rief ich dann bei der Vertretung an, die mir aber sagte, ich könne genauso gut am Montag anrufen, wenn der zuständige Sachbearbeiter wieder da sei. Ich befürchtete, dass bis dahin die Wohnung weg sei, aber sie meinte, über das Wochenende würde sowieso nicht viel passieren. Die Mieterin hatte mir außerdem gesagt, dass ein Interessent nach dem anderen eingeladen würde, und wenn ich mich schon für die Wohnung interessieren würde, würden die anderen wahrscheinlich erst gar nicht mehr zu einer Besichtigung eingeladen. Am Montag den 26. rief ich also bei dem man an, der mir ein Angebot für meine Kostenträger der Grundsicherung zuschicken sollte. Damit es schneller ging, gab ich ihm in aller Hektik die Faxnummer meiner Betreuerin durch. Wenn ich telefoniere , kann ich nebenher nichts anderes machen, und bei Stress setzt irgendwie mein Hirn aus, sodass ich die Faxnummer auf einmal, die ich normalerweise immer parat habe, nicht mehr auswendig wusste. Normalerweise merke ich mir Nummern am besten über das Tastenfeld, sodass ich sie gleich wählen oder ins Fax eingeben kann. Ich hatte es extrem eilig, da ich einen Zahnarzttermin hatte, und so nervte es mich, dass ich die E-Mail-Adresse des Sachbearbeiters nicht im Handy sondern nur auf dem PC hatte, obwohl ich ja eigentlich Imap auf dem Handy habe. Ich schaute dann sicherheitshalber noch einmal die Faxnummer meiner Betreuerin nach, aber irgendwie muss mich der Teufel geritten haben, denn es schlich sich schon wieder ein Zahlendreher ein. Allerdings erhielt ich erst am Mittwoch dem 28. davon Kenntnis, wobei mir dann der Sachbearbeiter das Angebot per E-Mail als Anlage zu schickte. Dies leitete ich dann schnell an meine Betreuerin weiter, damit sie es an den Bezirk weiterleiten konnte. Den ganzen Tag versuchte ich, den Sachbearbeiter beim Bezirk zu erreichen, damit er mir den Umzug genehmigen würde, denn beim Empfang von Grundsicherung muss ja der Kostenträger mit dem Wechsel in eine neue Wohnung einverstanden sein. Die Kosten und auch die Anzahl an Quadratmetern ist nahezu gleich. Außerdem konnte ich ihm versichern, dass ich dann auch eine Heizkostenabrechnung erhalten würde, sodass man die entstandenen Heizkosten exakter abrechnen könnte, was vielleicht auch ein Plus für den Kostenträger werden könnte. Es war nur der Stellvertreter des Sachbearbeiters vom Bezirk anwesend, und der versprach mir bei jedem Anruf, der Sachbearbeiter, der meinen Fall unter sich hat, würde zurückrufen. Irgendwann am Donnerstagnachmittag erreichten wir uns dann, und der Sachbearbeiter war sofort bereit, den Wohnungswechsel zu genehmigen und auch die Genossenschaftsanteile mitzutragen. Einen Anteil würde ich selbst finanzieren können, da ich ja hoffentlich meine Kaution zurück erhalte, die ich damals selbst bezahlt hatte, einen Anteil würde ich vom Bezirk als Darlehen bekommen. Denn irgendwann bekomme ich hoffentlich diese Genossenschaftsanteile wieder zurück, falls ich doch aus irgendeinem Grunde wieder ausziehen würde. Am Donnerstag telefonierte ich dann also noch einmal mit dem Sachbearbeiter der Wohnungsbaugenossenschaft, der mir erklärte, dass ich jetzt noch eine Einwilligung zur Einholung der SCHUFA unterschreiben müsste. Die würde er mir per E-Mail zu schicken, die könne ich ausdrucken, ausfüllen und ihm dann per Fax zusenden. Ich wartete und wartete, aber die SCHUFA kam nicht. So suchte ich selbst im Internet und fand ein dem entsprechendes Formular, und ich dachte, dass reicht ja als Vollmacht aus. Am Montag den 3. Juli hatte ich immer noch kein Einwilligungsformular zur SCHUFA erhalten. Meine Betreuerin, die ich ewig nicht erreichte, da ich bei meiner Tandempartnerin für Deutsch und Spanisch keinen Handyempfang hatte, erklärte mir, nachdem ich das Festnetz der Spanierin benutzen durfte, dass die Wohnungsbaugenossenschaft mit der Genehmigung des Bezirks, so wie sie formuliert war, noch nicht ganz zufrieden war. Denn der Bezirk hatte geschrieben, dass er für die Kosten der neuen Wohnung bei einem geplanten Umzug aufkommen würde. Da die Wohnungsbaugenossenschaft aber häufig auch von anderen Kostenträgern genaue Formulierungen erhält, wollte sie die Formulierung in dem selben Wortlaut wie bei den anderen Kostenträgern. So rief ich noch einmal beim Bezirk an und erreichte noch einmal den Sachbearbeiter, der bereits von meiner Betreuerin darüber informiert war, dass er eine andere Formulierung wählen musste, und ich bewunderte ihn, dass er trotzdem noch so viel Geduld hatte. Am Montagnachmittag war wieder meine Helferin da, und wir hatten einen Termin bei meiner Augenärztin, da ich ein Rezept für Mobilitätstraining und eine Braillezeile erhalten sollte. Ich telefonierte mit dem Sachbearbeiter der Wohnungsbaugenossenschaft, der mir sagte, er würde mir jetzt per E-Mail die SCHUFA zuschicken, die solle ich ausdrucken und ausfüllen und ihm dann zufaxen, um 15:45 Uhr würde dann sein Vorgesetzter mir eine Zusage für die Wohnung machen, wenn alles mit der SCHUFA in Ordnung sei. Es war ziemlich dringend, daher hatte ich auch beim Bezirk so hartnäckig um eine Genehmigung an gesucht, denn die Kündigungsfrist würde angeblich bis zum Mittwoch den 5. Juli gehen, also dem dritten Werktag eines Monats. Die SCHUFA kam, wir druckten sie aus, alles schien in Ordnung. Da war aber ein einziges Feld, dessen Bedeutung wir nicht verstanden, es hieß irgendetwas wie Anlage zum Bewerbungsdatum. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Datum, an dem ich mich für die Wohnung beworben hatte, eintragen musste, oder das Datum, an dem ich überhaupt einen Antrag auf eine Wohnung dort gestellt hatte. Außerdem wusste ich den genauen Tag nicht mehr, an dem wir zur Anmeldung für eine Wohnung dort waren, denn gedanklich hatte ich das längst abgehakt, ich war ja dort, hatte alles eingereicht, damit war für mich der Fall erledigt. Meine Betreuerin war nicht mehr da, und die anderen in ihrem Büro konnten mir nicht helfen. Wir versuchten, die Wohnbaugenossenschaft zu erreichen, um nachzufragen, was denn nun genau in dieses Feld hinein sollte. Da der Wortlaut für die Genehmigung, dass ich die Miete finanziert bekomme, so genau sein musste, hatte ich Bedenken, dass die SCHUFA Auskunft nicht akzeptiert würde, wenn wir das Feld freiließen. Ich versuchte es mehrfach, und ich war völlig entnervt, da bei der Wohnungsbaugenossenschaft laufend besetzt war. Irgendwann konnte man überhaupt nicht mehr anrufen, es ertönte überhaupt kein Freizeichen mehr, die Leitungen schienen tot zu sein. Dann erreichten wir irgendwann die Sekretärin, die uns erklärte, dass urplötzlich ganz viele Leute auf einmal anriefen, dass sie nicht wüssten, wo ihnen der Kopf steht, und dass die Telefonanlage gleich zusammenbrechen würde, gleich sei sie wieder tot. Tatsächlich war sie dann weg. Eine halbe Stunde später, nachdem ich dann völlig verzweifelt durch die Wohnung gesprungen war, und meine Helferin schon total genervt von mir war, hatte sie dann die Wohnbaugenossenschaft auf ihrem Handy erreicht und nachgefragt, was in dieses Feld gehörte, wobei man ihr sagte, sie könne es auch weglassen. Wir faxten alles hin, und dann erhielten wir die Aussage, nun sei es zu spät, der Vorgesetzte sei nach Hause gegangen, er könne keine Zustimmung mehr erteilen. Ich war am Boden zerstört. Ich fragte nach, ob das denn nicht am Dienstag den 4. Juli möglich sei, woraufhin man mir sagte, nein, ausgerechnet an diesem Tag sei der alljährliche Betriebsausflug. Ich dachte, hier kann nur der Teufel persönlich im Spiel sein. Ich war furchtbar wütend, verzweifelt und verärgert, ich dachte, irgend einer gönnt mir diese Wohnung nicht. So musste ich mir dann von meiner fünf und 20-jährigen Helferin eine Predigt gefallen lassen, das sei eben das Leben, das gehört dazu, so sind Wohnbaugenossenschaft eben, das passiert halt, dass ist häufig so, diese Schwierigkeiten hätten alle. Man muss aber nicht in jeder Hinsicht immer das Maximum an Problemen haben, die irgendwie möglich sind. Vor dem Hintergrund dessen, dass ich genügend andere Probleme habe, die sich bei mir eher zusätzlich noch auftürmen, wäre es schon mal schön gewesen, wenn es einmal glatt geht. Solche Äußerungen wie, was ist schon normal, bei jedem läuft es doch irgendwie schief, treiben mich dann regelrecht in den Wahnsinn. Sie würde sich nie über irgendetwas ärgern, es bringt ja sowieso nichts, man könne es doch damit sowieso nicht ändern. Irgendwie habe ich häufig das Gefühl, ich habe lauter Maschinen vor mir. Am Mittwoch rief ich dann noch einmal an, wobei dann der Sachbearbeiter, der mein Ansprechpartner war, nicht ans Telefon ging. Ich befürchtete, dass er vielleicht an diesem Tag gar nicht da sein könnte, denn manche Menschen vergessen einfach, eine mitzuteilen, dass sie an diesem oder jenem Tag überhaupt nicht zu erreichen sind. Da ich meistens zuverlässig bin, und dies auch bei anderen voraussetze, habe ich mich schon so häufig über solche Dinge geärgert, dass ich mittlerweile mit allem rechne. Daher rief ich dann mal bei der Pforte an, wobei dort ein Band abgespielt wurde, dass ich außerhalb der Geschäftszeiten anriefe. Diese sah ich jetzt für mich nicht gerade gültig, denn ich war ja mitten im Bewerbungsprozess für die Annahme einer Wohnung, und ich musste ja meinen Sachbearbeiter erreichen können. Ich befürchtete, dass er vielleicht krank sei, und dass sie vielleicht vergessen hätten, sein Telefon umzustellen, oder dass er vielleicht den ganzen Tag außer Haus war, und ich vergeblich bei ihm anrief. Somit wählte ich einfach irgendeine andere Nebenstelle, wobei mir dann eine Frau sagte, dass sie ihn gerade herein kommen sah. Dass sie ihn vielleicht sieht oder sein Büro einsehen kann, hatte ich erhofft, denn die Büros sind dort offenbar so gebaut, dass man die anderen Kollegen sehen kann, so wurde uns z.B. an dem Tag mit der zusammengebrochenen Telefonleitung auch von der Pforte mitgeteilt, dass der Sachbearbeiter noch im Hause sei, er würde gerade herein kommen, sie würde ihn gerade sehen. Das war eigentlich mein Ziel, zu erfahren, ob er überhaupt generell da sei. Außerdem hatte ich die Frau von dieser angewählten Nebenstelle gefragt, ob sie nicht gleich den Vorgesetzten an den Apparat holen könnte, schließlich ging es ja nur noch darum, dass er seinen Segen dazu gibt, den Rest hatten wir sowieso schon erledigt. Sie sah aber gerade den Sachbearbeiter hereinkommen und übergab in den Hörer. Dieser fuhr mich an, was mir einfiel, in der halben Firma herum zu telefonieren, er sei mein Ansprechpartner und sonst niemand. Ich äußerte ihm gegenüber meine Sicht der Dinge, dass ich genauso gut hätte glauben können, dass er gar nicht da ist, worauf er ja ruhig mal hätte einräumen können, stimmt, hätte ja sein können. Stattdessen meinte er nur, ich bin aber dar. Ja schön. Das war ja für seine Verhältnisse nachgerade schon ein Temperamentsausbruch, der zuvor immer so wirkte, als wäre ihm irgendwie alles zu langweilig. Die Dame hatte mir schon zuvor gesagt, dass der Vorgesetzte auch heute nicht im Hause sei, und dass teilte ich dem Sachbearbeiter mit, woraufhin er meinte, das könne genauso gut die andere Kollegin genehmigen. So wartete ich den ganzen Mittwoch darauf und den Donnerstag auch, dass ich nun einen Bescheid erhalten würde. Am Mittwoch den fünften hat dann meine Vermieterin, bei der ich schon mal nachgefragt hatte, ob sie auch eine Kündigung an einem späteren Tag akzeptieren würde, bei mir an. Sie legte mir aber dar, dass der Samstag genauso als Werktag gezählt würde, und somit wäre die Kündigungsfrist am Montag bereits abgelaufen. Ich sagte ihr, auch wenn die Kündigungsfrist sowieso jetzt abgelaufen ist, wäre das dann aber zumindest der Dienstag gewesen, denn der erste Werktag war ein Samstag, der Montag war der zweite, der Dienstag der dritte Werktag. Da ich ja nicht Recht haben darf, fuhr sie mich an, das würde er jetzt auf die Nerven gehen. Ich wollte sie natürlich nicht verärgern, denn es war ja wichtiger, nicht ihren guten Willen kaputtzumachen, auch wenn ich dann ausnahmsweise mal Recht behalten hätte. Sie meinte, ich solle ihr Bescheid geben, sobald ich etwas Neues erfahren würde, man könnte ja über alles reden. Der letzte Satz lässt hoffen. Wenn nicht, müsste ich bis Ende Oktober zahlen, und da die Wohnbaugenossenschaft ab 1. August die Wohnung neu vermieten möchte und trotz des kurzfristigen Angebotes sich nicht auf September einlassen wollte, muss ich drei Monatsmieten doppelt bezahlen. Ich hoffe also, dass meine Vermieterin mir hier entgegenkommt, es gibt ja sehr viele Interessenten, die eine Wohnung suchen. Ich wollte dann die Rechtslage genau wissen und erkundigte mich bei dem Sachbearbeiter der Wohngenossenschaft, der meinte, ob der Samstag ein Werktag sei oder nicht, sei eine Streitfrage. Bei ihnen zähle der Samstag nicht als Werktag. Ich bin mal gespannt, ob das dann auch noch so ist, wenn ich dort einmal ausziehe. Meine Betreuerin rief mich daraufhin an und meinte, sie habe nachgeschlagen, der Bundesgerichtshof habe ausdrücklich entschieden, dass der Samstag ein Werktag sei, die Streitfrage beziehe sich lediglich darauf, ob der Samstag, wenn er der dritte Werktag eines Monats war, dann zählen würde oder nicht, da es einem Mieter nicht zuzumuten sei, am Samstag einen Vermieter erreichen zu können. Somit sagt mir jeder etwas anderes, kein Wunder, dass ich mir überhaupt nichts mehr merken kann. Am Donnerstag den 6. Juli hatte ich in allen Dingen Glück, es lief alles glatt. Hatte ich am Dienstag den 4. Juli noch um jedes einzelne Rezept bei meiner Ärztin kämpfen müssen, da laufend Stärke, Firma und Anzahl der Tabletten falsch waren, und wir zweimal in die Praxis mussten, erhielt ich einen Nachzügler, der mir erst jetzt langsam zur Neige ging, problemlos, obwohl die Praxis gerade bei der Abrechnung war. Zuvor hatte ich bei unserem Radiosender, wo wir unsere Sendung für blinde und Sehbehinderte machen, einige Interviews abgeliefert, auch hier hatte ich den Weg problemlos gefunden, ich bin nicht in die U-Bahn gefallen dank des wunderbaren Gitterrost, das vor der Treppe ist, und ich bin auch nicht, weil ich immer einen großen Bogen darum mache, um nicht reinzufallen, gleich wieder in die falsche Richtung gelaufen. Da es mir körperlich gut ging, wagte ich den "Marsch“ ein paar Haltestellen weiter zu meiner Ärztin, sodass ich nicht mit der Straßenbahn fuhr, da das Wetter wunderschön war, alle Menschen waren gut drauf, alle waren gut gelaunt, hilfsbereit und fröhlich. Ich rief also gleich in der Praxis an, dass ich jetzt kommen würde, und mir wurde problemlos das Rezept ausgestellt. Danach brachte mich die nette Sprechstundenhilfe, die mit einem meiner Taxifahrer gut bekannt ist, direkt über die Straße zur Fußpflege. Dort hatte ich eine nette Kosmetikerin, mit der ich mich sehr gut unterhalten kann, und der erzählte ich gleich, wie viel Glück ich heute schon hatte, da könne es ja mit der Wohnung nur noch klappen. Als ich dann zu Hause war, erhielt ich einen Anruf, dass ich nicht 1700 sondern nur 1007 EUR an Haushaltshilfe nachzahlen müsste. Denn seit August hatte ich eine Haushaltshilfe von unserem Verein, die aber leider vom Bezirk nicht bezahlt wurde, sondern der Bedarf wurde zur Hälfte erst ab März 2017 anerkannt. Obwohl wir den Antrag bereits im August gestellt hatten, gab es keine rückwirkende Zahlung der Haushaltshilfe, sodass ein größerer Batzen an Nachzahlung anfiel. Aber die Buchhalterin rief eben an und meinte, sie habe sich verrechnet, ich müsse 700 EUR weniger zahlen. Solche Anrufe erhält man nicht häufig im Jahr. Ich wartete also auf den positiven Anruf wegen der Wohnung. Dieser blieb aber leider aus. Da ich am Donnerstag noch nichts gehört hatte, überlegte ich, ob ich noch einmal wegen des Vorgesetzten bei der Wohnbaugenossenschaft nachfragen sollte. Es war ein Balanceakt, einerseits wollte man niemandem auf die Nerven gehen, andererseits musste man sich auch drum kümmern. Eine meiner Taxifahrerinenn meinte, man solle dies wachsen und werden lassen, ich hätte jetzt schließlich meinen Willen kundgetan, die wissen jetzt, dass ich an der Wohnung interessiert sei, sonst würden die noch denken, die nehmen wir nicht, das ist ja eine Nervensäge. So rief ich am Freitag also noch einmal an und erfuhr, der Vorgesetzte wollte unbedingt noch einige Einkommensnachweise von mir haben, dann würde er eine Entscheidung treffen. Ich dachte mir, warum muss ich da extra anrufen und nachfragen, und warum werde ich nicht von dort aus direkt angerufen, dass man diese Nachweise noch braucht. Hinterher dämmerte es mir, dass wir eigentlich alle Einkommensnachweise schon vorgelegt hatten, zumindest zur Ansicht, als wir den Antrag auf eine Wohnung stellten. Dies war bei einigen Wohnbaugenossenschaften üblich, wo man direkt hinkommen muss, die Einkommensnachweise vorlegt, und die Dame oder der Herr hinter dem Tresen ein Häkchen macht, alles gesehen zu haben. Wäre ich also nicht liquide genug gewesen, diese Wohnung zu finanzieren, hätte ich ja sowieso keinen Eintritt in diese Wohnungsbaugenossenschaft bekommen. Daher befürchtete ich, dass sie mich vielleicht einfach nicht haben wollten, dass sie eventuell Bedenken haben könnten, dass ich das mit meiner Behinderung nicht schaffe. Auf der anderen Seite lebe ich schon seit vielen Jahren alleine, und ich bin ja mit Hilfe und Unterstützung und Assistenz zum Bewerbungsgespräch für eine Wohnung gekommen, sodass jeder weiß, dass ich genügend Unterstützung habe, mein Leben in einer eigenen Wohnung fortzuführen. Am Montag war ich wieder bei meiner Spanierin, wobei ich nicht wagte, noch einmal in der Wohnungsbaugenossenschaft anzurufen, da ich fürchtete, wieder nur zu hören, dass der Vorgesetzte noch irgendwelche Dinge von mir bräuchte, oder dass der Vorgesetzte nicht da sei, oder dass er noch nicht entschieden hätte. Somit fragte ich meine Betreuerin, ob sie vielleicht am Dienstag noch ein mal nachfragen könnte. Als ich am Dienstag mit meinem Handy eine Tätigkeit ausführte, hörte ich auf einmal von meiner Sprachausgabe die Nachricht, sie haben eine neue E-Mail erhalten. Ich schaute in mein Postfach, und da war er dann, der Vorvertrag. 5 Minuten zuvor hatte ich noch mit meiner Betreuerin darüber telefoniert und überlegt, was wir denn jetzt tun könnten, ob es klappt oder nicht. An diesem Tag war mein Mobilitätslehrer dar. Denn unmittelbar, nachdem ich die Wohnung besichtigt hatte, hatte ich ihn angerufen und nachgefragt, ob er sich mit mir vielleicht einmal die Gegend ansehen könnte, um eventuelle Fallstricke oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung bestimmter Wege abzuklären. Er meinte, die Gegend sei besser als meine jetzige, sie sei genauso multikulturell, aber es sei eben nicht so chaotisch. Man kann eigentlich überall bequem eine Hauswand entlang gehen, sozusagen an der inneren Leitlinie, ohne, dass einem irgendwelche Bistrotische, Stühle, Bänke, Aufsteller oder Kleiderständer im Weg stehen. Die Gegend ist ruhig, dennoch gibt es genügend Angebote, um sich für sein tägliches Leben zu versorgen. In dem kleinen Supermarkt ist auch eine Metzgerei, sodass alle notwendigen Lebensmittel und Versorgungsstellen vorhanden sind. Das war eigentlich das Hauptkriterium, dass ich noch brauchte, um mich für die Wohnung definitiv zu entscheiden, ehe ich den langwierigen Prozess, den ich weiter oben beschrieben hatte, auf mich nehmen würde. Am Dienstag den elften kam also mein Mobilitätslehrer zum zweiten Mal, wobei ich bis kurz vor diesem Termin ja noch nicht einmal wusste, ob es mit der Wohnung klappen würde. 2 Stunden zuvor hatte ich also den Vorvertrag erhalten, und mein Mobilitätslehrer und ich druckten ihn aus, und ich unterschrieb. Hiermit, so wurde mir gesagt, hätte ich definitiv ohne die Möglichkeit, noch einen Rückzieher zu machen, die Entscheidung für diese Wohnung gefällt. Das war ja sowieso das, was ich wollte. Wir hatten Mühe, das Dokument zu faxen, und ich bin fast verrückt geworden. Es bedurfte mindestens fünf Anläufe, bis wir das Fax endlich durch bekamen. Einmal hatte ich nicht bemerkt, dass auf der Ablage noch ein anderes Papier lag, nämlich die alte SCHUFA Auskunft, beim zweiten Versuch bekamen wir kein Amt, so das der Wählvorgang ins Leere lief, beim dritten Mal zog sich das Blatt schief ein, bis dann mein Mobilitätslehrer seine Lesebrille holte, da er nicht wie ich in der Lage ist, den Ziffernblock mit den Händen zu ertasten. Sehende tun das normalerweise nicht, mir war gar nicht klar, dass man da solche Schwierigkeiten haben kann. Aber ich habe hingegen wieder die Probleme der Feinmotorik, sodass ich dieses Gerät nicht mehr ohne fremde hilfeanfasse. Denn jedes Mal zieht sich das Papier falsch ein, oder es passiert irgend eine andere Sache, sei es, dass ich mich verwähle, oder sei es, dass die Verbindung zum Router nicht zustande kommt, oder sei es, dass irgend eine andere Sache mit dem Gerät schief geht. Daher zittere ich schon, und mir wird übel, wenn ich nur vor diesem Faxgerät überhaupt stehe. Schade, eigentlich war es ja dafür gedacht, mir die Arbeit zu erleichtern. Denn es kann auch scannen, kopieren und es ist auch ein sehr guter Laserdrucker. Der große Vorteil ist, dass ich Word Dokumente direkt vom PC aus über die Druckerfunktion an das Fax schicken kann. Meine Unterschrift habe ich, zu Zeiten, als ich noch besser sehen konnte, einmal ein gescannt, sodass ich sogar, ohne die Sachen aufs Fax legen zu müssen, unterschriebene Post faxen kann. Das Ausdrucken funktioniert ganz gut, aber beim Scanvorgang geht auch immer einiges schief, da ich blind durch das Menü gehen muss, mehrfach auf o. k. drücken muss, dies dann mit zähle, so das irgendwann der Scanvorgang beginnt. Dabei gibt es zahlreiche Fehlerquellen, wie man andere Menüpunkte verstellen kann, sodass beim nächsten Ausdruck die Schriftart oder etwas anderes verändert ist. Nachdem wir also den Vorvertrag gefaxt hatten, konnten wir mit dem Mobilitätstraining beginnen, und das erste, was ich tat, war ein Antrittsbesuch in der nahe gelegenen Bäckerei dort, die auch einige Bistrotische und zwei Barhocker innen und ein paar Tische und Stühle draußen hat. Da kann man aber nicht drüber fallen, da die Bäckerei etwas nach innen versetzt ist. Nun heißt es also, den Umzug planen. Ein Freund von mir, der mit mir an der Dialyse war, empfahl mir eine Umzugsfirma, mit der er schon dreimal gute Erfahrungen gemacht hatte. Die habe ich nun kontaktiert, die werden sich am Montag alles anschauen. Unser Elektriker von unserem Verein mit den Helfern hat mir auch schon angeboten, sobald er ab dem 14 August aus dem Urlaub zurück ist, meine Lampen und Ventilatoren und andere elektrische Dinge in die neue Wohnung zu bringen und dort anzuschließen. Mein Bekannter aus dem Schwarzwald, mit dem ich eigentlich dieses Jahr endlich nach Schwarzach bei Bregenz fahren wollte, hat ein neues Auto bekommen. Er wird zu mir zu Besuch kommen, und wir werden einige kleinere und leichtere Teile ins Auto packen und schon einmal in die neue Wohnung rüber fahren. Dies ist auch ein guter Anlass, einige Dinge auszumisten . Bei jedem Trumm frage ich mich jetzt, wirst Du mit in die neue Wohnung kommen, oder will ich Dich gar nicht mehr? Meine alten Videokassetten, die ich überhaupt nicht mehr anschaue, da sowieso alles wiederholt wird oder auf DVD heraus kommt, werde ich entsorgen. Einige der Schallplatten kommen weg, einige Hörbücher werden verkauft, hierfür habe ich auch schon Tipps, wo man Secondhandläden zu diesem Zweck findet. Jetzt werde ich es auch endlich übers Herz bringen, meine alten Wörterbücher und Lexika, die ich ohnehin nicht mehr lesen kann, und die teilweise noch aus meiner Studentenzeit stammen, zu entsorgen. Denn damit ist es endgültig besiegelt, ich kann keine Schwarzschrift mehr lesen, jetzt ist es eben Zeit für die Braillezeile. Vor diesem Schritt habe ich mich lange gescheut, obwohl ich die meisten meiner Schwarzschriftbücher schon vor Jahren entsorgt habe. Aber an den Büchern und Fachbüchern hingen eben noch alte Erinnerungen an meine geistig aktive Zeit, als ich noch in die Wörterbücher schauen konnte, und all dies ist jetzt eben wirklich vorbei. Das Ganze wird wahrscheinlich alles recht chaotisch, und teilweise werde ich wahrscheinlich während der Umzugsphase viele Dinge gar nicht finden, so genau kann man das ja oft gar nicht organisieren, was noch in der alten und was schon in der neuen Wohnung ist, oder was noch nicht ausgepackt ist, ob es ganz zuunterst in welcher Kiste steckt usw.. Ich kann nur hoffen, dass die Sache nicht ganz so schwierig abläuft, wie der Erwerb der Wohnung. Dennoch bin ich froh, dass wir es geschafft haben, und dass ich diese wunderschöne Wohnung bekommen habe. Vielleicht gibt es bei dem Einzug auch immer sieben Schritte pro Woche, denn es gibt einen total lustigen und schönen Namen, der so ähnlich klingt, daher sind wir auf dieses Wortspiel gekommen. Und ich kann nur hoffen, wenn es irgendwelche Probleme gibt, sei es, dass etwas repariert werden muss, oder sei es die Nebenkostenabrechnung, dass dies problemlos vonstatten geht. Die Heizkosten muss ich mit unserem städtischen Elektrizitätswerk abrechnen, wo ich auch meinen Naturstrom her beziehe. Dann muss ich noch mein Kabel ummelden und mein Telefon, wobei ich ja zum Glück noch ein Handy mit einer Flatrate habe. Die Küche ist ja größer als meine alte, sodass ich jetzt endlich einen richtigen Elektroherd haben werde. Denn bisher habe ich einen kleinen Ofen und zwei Kochplatten. Wenn ich kleinere Dinge aufbacke, kann ich zur Energieersparnis immer noch diesen kleinen Ofen verwenden. Die Kochplatten haben aber nach 18 Jahren nun wirklich ihren Dienst getan. Als fast blinde ist wahrscheinlich ein Induktionsherd schwierig, da man häufig ein berührungsempfindliches Bedienfeld vor sich hat mit einem digitalen Display. Die paar Herde, die für blinde geeignet sind, sind extrem teuer. Ein Cerankochfeld ist auch nichts für blinde, denn man weiß nie, wo die Grenze ist, da man die Ringe ja nicht ertasten kann oder wahrscheinlich auch nicht ertasten sollte, da sie heiß werden. Somit kommt der gute alte Elektroherd für mich in Frage, dessen Knöpfe man auch mit Einstufungen bequem drehen kann, um eine Orientierung zu haben. Meinen alten Frostwürfel, eine Gefrierbox , werde ich wahrscheinlich ausrangieren, sobald ich wieder mehr Geld habe. Dann hätte ich gerne einen richtigen Gefrierschrank, denn da passt dann auch mehr rein. Die Hauptsache ist, dass man alle Dinge schön nebeneinanderstellen kann, so, dass man oben eine Arbeitsplatte draufmacht, um alles gut abwichen zu können. Das seit Board, dass ich jetzt in der Essecke stehen habe, kommt dann ebenfalls in die Küche. Endlich habe ich genügend Platz für meine Geräte, mit denen ich Kaffee zubereite, wie zum Beispiel meine normale Kaffeemaschine und meine elektrische Mokkamaschine. Vielleicht bekomme ich sogar von der Wohnbaugenossenschaft eine Spüle, vielleicht kann ich aber auch zumindest das Oberteil meiner alten Spüle mitnehmen. Mir wurde schon gesagt, dass es Möglichkeiten gibt, diese Dinge nach Wohnungsauflösungen gebraucht zu erhalten. Zumindest die Elektrogeräte, eine Spüle ist ja nicht ganz so teuer. Ich wünschte, ich müsste nur mit dem fingerschnippen, und ich wäre schon in der neuen Wohnung. Da kommt noch einiges auf mich zu. Letztes Jahr war es die neue Niere, da musste man auch durch, bis endlich alles saß. Mittlerweile fühle ich mich, dreimal unbeschrien, fast wieder ganz normal, ganz fit, ich mache sehr viele Fortschritte in der Ergotherapie und Physiotherapie, und abgesehen von meinem starken Augenflimmern und dem furchtbaren Farbsehen und den Farbschleiern fühle ich mich relativ gesund. Die Leistungsfähigkeit muss noch etwas gesteigert werden, und die Kraft und die Ausdauer, aber vielleicht wird das auch noch. Jetzt ist also der Umzug dran, auch hier wird man durch müssen, auch hier wird es manche Kämpfe aus zu Fechten geben, bis dann endlich alles so sitzt und passt, wie ich es mir wünsche. Ich hoffe, dass danach dann endlich mal Ruhe ist. Ich mag Veränderungen, ich mag auch positiven Stress, wahrscheinlich kann ich gar nicht ohne positive Unruhe leben. Aber irgendwann muss man auch mal wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten.

Samstag, 24. Juni 2017

Zähne fest zusammenbeißen!

Nachdem ich im März endlich die Krone für mein Implantat bekommen hatte, was im Gegensatz zum letzten (siehe Blogeintrag "Ich habe gezahnt") Mal relativ schnell von statten ging, aber mit vielen Schmerzen verbunden war (siehe den Beitrag Anführungszeichen Die Krone der Erschöpfung Anführungszeichen), dachte ich, jetzt hätte ich erst einmal Ruhe. Einer der Ärzte meiner vorherigen Zahnarztpraxis hat eine eigene aufgemacht, und ich wollte, da er ein sehr sanftmütiger Zahnarzt ist, und da er auch als Mensch sehr freundlich ist, ihm sozusagen nachfolgen. So stellte ich mich in seiner Praxis vor, da ich einmal wieder eine Zahnarztkontrolle nötig hatte. Denn ich hatte noch einige Schmerzen, da ich aufgrund meiner Probleme mit den Augen und der Feinmotorik schlecht mit Zahnseide umgehen kann und daher die Zwischenräume nicht gut reinigen kann. Somit bilden sich gerade an den Stellen, an denen ich die zwei Implantate habe, immer wieder Entzündungen, aber auch andere Stellen sind von Zahnfleischentzündungen betroffen. Als ich zum Beispiel am 8. Februar in der vorherigen Praxis war, um die Krone zu bekommen, war sie ja noch nicht da, und damit ich nicht umsonst gekommen wäre, hat sich die Zahnärztin trotzdem einmal mein Gebiss angesehen und eine kleine Unregelmäßigkeit in einer der alten Füllungen gefunden, die sie dann austauschte. Ich klagte auch darüber, dass genau im Unterkiefer an derselben Stelle, auch am Zahn Nummer sechs, dauernd Speisereste hängen bleiben. Sie meinte, da ich sowieso jetzt gerade außerplanmäßig behandelt würde, hätte sie jetzt nicht noch die Zeit, sich das anzuschauen, und ich sei sowieso schon mit einem Zahn bedient genug, ob ich denn jetzt noch den Wechsel einer zweiten Füllung aushalten würde. Das verneinte ich natürlich und war froh, wieder gehen zu können. Sie meinte, das sei ein kleines Problem, das könne man irgendwann anders einmal angehen. Ich zeigte also dem Zahnarzt in der anderen Praxis diese Stelle, da ich dachte, das sei vielleicht nur ein kleines Problem, dass man schnell beheben könnte. Da meinte er, die alte Füllung sei kaputt, da würde eine neue Füllung nicht mehr ausreichen, da müsse eine Krone drauf. Schon wieder eine Krone! Er meinte, er würde das alles für mich beantragen. Ich dachte, das wird ja dieses Mal ziemlich einfach, da mir die Arbeit der Beantragung abgenommen wird. Nach einer Weile kam dann die Genehmigung der Krankenkasse für einen Zuschuss zu einer Krone. Zwischendurch habe ich noch eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, die von meiner neu abgeschlossenen Zahnzusatzversicherung problemlos bezahlt wurde. Die werden an mir wohl nicht reich. Denn ich habe ja eine Zahnzusatzversicherung für 39 EUR pro Monat abgeschlossen, die aber 90 % von den Leistungen und dem Zahnersatz übernimmt, den die Kasse nicht bezahlt. Ich hoffe, dass sie das jetzt machen, da ich eine Keramikkrone ausgesucht habe, die dann auch besonders schön zu den restlichen Zähnen aussieht, wie ich das eben auch bei den anderen Zähnen gemacht habe. Nach einer Weile bekam ich dann die Genehmigung der Krankenkasse, aber leider nicht den doppelten Zuschuss für die Härtefallregelung, sondern ich erhielt nur den einfachen Festzuschuss. Somit riefen wir bei der Kasse an und fragten nach, warum ich nicht die Härtefallregelung bekommen würde. Leider war natürlich mein Grundsicherungsbescheid nur bis Ende Februar gültig, und im März war ein neuer gekommen. Die Kasse hatte also den doppelten Festzuschuss wegen Härtefall für die vorherige Krone noch auf Basis des alten und damals noch gültigen Grundsicherungsbescheides bewilligt, aber da der Kasse ja jetzt keine Aktualisierung des Grundsicherungsbescheides vorgelegen hatte, haben Sie nur den normalen Festzuschuss genehmigt. Die Sachbearbeiterin und ich machten daher aus, dass ich eine Kopie meines neuen Grundsicherungsbescheides und das Original des Heil- und Kostenplans der Kasse zuschicken würde. Das mit dem Original wollte meine Helferin so, ich war eigentlich dafür, der Kasse einfach eine Kopie des Heil- und Kostenplanes und ihrer eigenen Genehmigung zuzuschicken, da sie ja selbst die Genehmigung geschickt hatten, und der Zahnarzt ja das Original der Genehmigung brauchte, wenn ich das nächste Mal kommen würde. Die Kasse meinte, ich könne bereits mit der Behandlung beginnen, obwohl ich erst nur den einfachen Festzuschuss genehmigt bekommen hätte, man würde mir dann einfach den doppelten Festzuschuss genehmigen, das würde ja am Honorar des Arztes nichts ändern. Ich rief also bei der Zahnarztpraxis an und fragte, ob ich unbedingt das Original der Krankenkasse mitbringen müsste, oder ob eine Kopie reichen würde. Natürlich wollte sie das Original, das war mir von vornherein klar. Meine Helferin schlug dann vor, erst die Kopie mitzubringen, und das neue Original, welches dann ja den doppelten Festzuschuss enthalten würde, nachzureichen. Damit war die Sprechstundenhilfe einverstanden. Ich dachte, damit sei der Fall erledigt. Zwei Tage später kam dann tatsächlich von der Kasse ein Antragsformular auf den doppelten Festzuschuss bei mir an. Ich rief an und fragte, warum denn nun doch ein Antrag ausgefüllt werden müsste, man habe doch vereinbart, dass ich einfach nur den Grundsicherungsbescheid und den Heil- und Kostenplan schicken müsste. Die Sachbearbeiterin schaute in den Computer und stellte fest, dass mein Grundsicherungsbescheid und der Heil- und Kostenplan auch schon bei der Hauptstelle der Kasse angekommen sein. Ich solle also den Antrag erst mal liegen lassen, wenn ich in zwei Wochen nichts hören würde, sollte ich noch mal nachfragen, wahrscheinlich müsse ich ihn nicht mehr ausfüllen. Zum Glück kam dann auch eine Woche später die Genehmigung für den doppelten Festzuschuss. Ich ging ganz unbedarft an die Sache heran und dachte, wenn ich den einfachen Festzuschuss bekomme, müsste der doppelte Festzuschuss nun auch doppelt so hoch sein. Dies war aber nicht der Fall, er war nicht ganz so hoch, das machte mich stutzig. So rief ich also bei der Krankenkasse an, bzw. meine Helferin, denn zwischendurch hatte jemand anders angerufen, weil wir noch etwas anderes mit irgendwelchen Ämtern regeln mussten. Ich kam mir vor wie in einem Callcenter, meine Helferin telefonierte mit der Krankenkasse, während ich am anderen Apparat auch bürokratische Dinge regelte. Es war etwas schwierig, bei meinem Gespräch zu bleiben, da ich die Angewohnheit habe, während ich mich mit jemandem unterhalte, automatisch das Gespräch meines Nachbarn mit anzuhören, besonders dann, wenn es sich um etwas handelt, was mit mir zu tun hat. Ich hörte noch, wie meine Helferin sagte: „Sie hatte sich eben mehr erwartet.“ Diese Formulierung fand ich etwas ungeschickt, zumindest hörte sich das so an, als würde sie mich nicht vertreten, sondern als würde sie mich entschuldigen. Besser wäre es, wenn sie einfach gesagt hätte: „Sie hatte gedacht, dass der Festzuschuss, wenn er doppelt so hoch war, auch doppelt so hoch ausfallen würde. Daher waren wir stutzig und wollten noch mal nachfragen.“ Als ich dann auflegte, erklärte mir meine Helferin das Folgende: man bekommt den einfachen Festzuschuss zzgl. 30 % Bonus. Wenn man den doppelten Festzuschuss erhält, fällt der Bonus wieder weg. Das finde ich sehr schade, denn jemand, der aus finanziellen Gründen den doppelten Festzuschuss braucht, braucht ja die Hilfe, und daher ist das blöd, wenn man dann wiederum auf den Bonus verzichten muss. Aber nun denn, wenn es halt so ist, kann man nichts machen. Den Rest werde ich halt bei meiner Zahnzusatzversicherung einreichen. Prompt rief dann die Sprechstundenhilfe aus der Zahnarztpraxis ein paar Tage später an und meinte, ihr fehle das Original, warum ich denn nur eine Kopie beim letzten Mal mitgebracht hätte. Ich war etwas verwundert, da ich ja genau dies bei meinem letzten Anruf dort abgeklärt hatte. Ich sagte, dass ich noch klären müsste, ob ich nur den einfachen oder den doppelten Festzuschuss erhalten würde, daher hatten wir das Original noch einmal an die Kasse zurückgeschickt und extra in der Praxis nachgefragt, ob wir zunächst einmal eine Kopie mitbringen und dann das Original für die Genehmigung des doppelten Festzuschusses nachreichen könnten. Ich hatte das Original sowieso schon in der Tasche, da ich es zum Zahnarzttermin sowieso mitbringen wollte. Bei dem Termin für die professionelle Zahnreinigung, bei der wir auch Zahnfleischentzündungen eliminieren wollten, damit sich bei der Behandlung für die Krone nichts entzündet, sollte ich auch ein Antibiotikum nehmen, da ich ja aufgrund der Immunsuppression gefährdeter bin, eine Infektion zu bekommen. Der Nephrologe hat mir ein Rezept zugeschickt, ich bekam auch sofort das Antibiotikum, so, dass ich es pünktlich auch zur professionellen Zahnreinigung morgens und abends einnehmen konnte. Denn auch hier kann das Zahnfleisch verletzt werden, da doch ziemlich stark herumgewerkelt wird. So habe ich es dann auch an dem Tag eingenommen, als mein Zahn abgeschliffen wurde. Blöderweise hatte ich vergessen, es abends dann noch einmal einzunehmen, da mein Gedächtnis ja bekanntermaßen ziemlich schlecht ist. Daher hatte ich dann etwas Sorge, weil ich mich etwas grippig nach der Behandlung fühlte. Die Behandlung an sich war nicht ganz so schlimm, der Quadrant wurde betäubt, noch habe ich natürlich etwas gespürt, da immer kleine Nerven von irgendwo doch noch herkommen. Aber es war auszuhalten, und da ich ja einen Chigong Kurs belegt hatte, machte ich im Geist einige der Übungen, um mich irgendwie abzulenken und zu beruhigen. Das klappte sehr gut. Die Sprechstundenhilfe war sehr einfühlsam, da mehrere Abdrücke gemacht werden mussten. Sie gab mir auch den Tipp, immer durch die Nase zu atmen, denn, wie sie feststellte, sei die Nase nicht nur dazu da, dass man die Brille draufsetzt. Wir machten auch aus, dass ich dreimal mit dem Fuß auf die Liege klopfen würde, wenn ich es nicht mehr aushielte. Zunächst kam einmal der normale Abdruck mit Alginat dran, das ist das Zeug, das irgendwie auch ziemlich nach Gras schmeckt. Der Abdruck wurde oben und unten gemacht. Gnädigerweise nahm sie unten nur einen halben Löffel, da sie mich schonen wollte. Dann kam noch ein Abdruck aus Silikon, und dann kam noch diese Paste, die einfach zwischen die Zähne geschoben wird, wobei man den Mund eine Weile zulassen muss, und dann diese Paste abgemacht wird. Der Zahnarzt kam dann, und er hatte eine Turbine, die tausendfache Umdrehungen leistete, und die auch etwas nach Feuer roch, so das laufend Wasser dazu gespritzt werden musste. Es war auszuhalten, schön war es natürlich nicht. Dann wurde noch einmal ein Abdruck gemacht, wobei es eine Zeit lang dauerte, bis ich kapiert habe, wieso der für das Provisorium notwendig war. Es gibt ja den Abdruck mit dem normalen Zahn, danach wird er ja verkleinert, und dann wird noch mal ein Abdruck gemacht. Dann weiß man, wie groß der Zwischenraum ist, der mit Silikon gefüllt werden muss, das ist dann der Kunststoff, der für das Provisorium verwendet wird, oder so etwas Ähnliches wie Silikon. Es wurde dann auch noch ein Abdruck gemacht, bei dem es wirklich ernst wurde, wo sie mir sagte, ich müsse jetzt so festzubeißen wie nur möglich, und ich dürfe nicht wackeln, sonst müsse man den Abdruck noch mal machen. Ich drückte mit aller Kraft die Kiefer zusammen und half noch mit der Hand nach, und sie lobte mich für meine gute Mitarbeit. Danach setzte sie mir das Provisorium ein, allerdings passte es zunächst ganz gut, als sie dann aber den Kleber dazu gab, hatte ich das Gefühl, dass es auf einer Seite etwas hoch war. Sie beließ es aber dann dabei und meinte, das seien halt Zähne. Ich dachte, eine Woche werde ich das schon aushalten. Insgesamt war ich aber recht zufrieden, dass ich jemand so einfühlsames an meiner Seite hatte, sodass ich nicht würgen musste, was sie auch sehr stolz bemerkte, denn sie drohte mir vorher, dass sie dann auch erbrechen müsste, wenn sie das Geräusch hört. Das wollten wir natürlich beide vermeiden. Ich sollte nun wegen des Feiertages bis zum 23. warten, normalerweise wäre sonst die Krone schon am 16. dagewesen. Ich hatte ganz schön starke Schmerzen, die dann aber auch noch immer schlimmer wurden. Daher befürchtete ich, dass vielleicht das Provisorium herausgebrochen und dadurch Schmutz eingedrungen wäre, und der Zahn vielleicht nun bis zur Wurzel abgefault sei, und wir das nächste Mal dann auch noch eine Wurzelbehandlung machen müssten, oder dass der Zahn vielleicht ganz raus muss. Denn ich hatte dauernd das Gefühl, dass ich irgendwie eine Infektion im Anzug hätte, so als ob irgendeine Entzündung in meinem Körper toben würde, und der Zahn schmeckte etwas eklig. Außerdem habe ich seit zwei Wochen starke Gelenkschmerzen und Rückenschmerzen. Das kommt bei mir immer, wenn ein Infekt ausgebrütet wird, oder wenn sich das Wetter ändert. Am Freitag wollte ich eigentlich zum deutschen Humanistentag und hatte das Taxi schon vorbestellt. Ich sagte zur Taxifahrerin, ehe wir jetzt dorthin fahren, rufen wir bitte noch beim Zahnarzt an, ob ich vielleicht lieber dorthin gehe. Die Sprechstundenhilfe hielt kurz Rücksprache mit dem Arzt, und dann kam sie wieder und meinte, das sei normal, das sei nur das Zahnfleisch. Ich dachte mir, Du hast Deine Pflicht getan, mehr als anrufen kannst Du nicht, jetzt fahre ich einfach zu dem Humanistentag. Die Gelenkschmerzen wurden zwar immer stärker, und ich malte mir schon aus, wie schrecklich das nun werden würde, wenn ich am Freitag den 23. wieder auf die Schlachtbank müsste, aber was sein muss, muss halt sein. Zum Glück wurde ich angenehm überrascht. Als ich dort ankam, rückte ich gleich die Genehmigung für den doppelten Festzuschuss heraus. Am Telefon hatte mir die Sprechstundenhilfe Folgendes erklärt: normalerweise wird nur irgend so eine Blechkrone bezahlt, den Namen hab ich jetzt schon wieder vergessen. Das wäre der normale Zuschuss. Wenn man den doppelten Festzuschuss hätte, würde diese Krone ganz finanziert, beim einfachen Festzuschuss bliebe noch etwas übrig. Wenn man aber den doppelten Festzuschuss hat, aber dann eben eine Keramikversion möchte, bleibt eben noch eine Menge übrig. Mir war aber immer noch nicht ganz klar, wie viel Prozent denn nun dieser Festzuschuss betragen würde, das wären ja dann eigentlich 50 % einer ganz einfachen Blechkrone. Denn der doppelte Festzuschuss beträgt ja 100 % der Blechkrone. Das erklärt aber immer noch nicht, was dies mit den 30 % auf sich hat. Ich vermute, die 30 % Bonus sind dann 30 % vom einfachen Festzuschuss, also 30 % der 50 % des Gesamtbetrages für eine Blechkrone. Man würde dann also 100 % einer Blechkrone kriegen, so dass man bei einer Blechkrone im Härtefall gar nichts zahlen müsste, wenn man sich damit zufriedengibt. Der 30-prozentige Bonus fällt weg, wenn man den doppelten Festzuschuss in Anspruch nimmt, da der Rest, den man dann noch für eine bessere Variante zahlen muss, ja Luxus ist, und den zahlt ja die Kasse nicht. Wenn ich das gerade so schreibe, kommt mir erst jetzt das Verständnis dafür, ich hoffe, dass dies so richtig ist. Die letzten beiden Male blieb mir wenig zu zahlen übrig, obwohl ich da auch die Keramikausführung gewählt hatte, und da hatte ich den Eindruck, dass der doppelte Festzuschuss tatsächlich das Doppelte vom einfachen war, und dass keine 30 % Bonus wieder abgezogen wurden. Das kommt einem aber auch deshalb so vor, da die Preise so stark variieren, und somit auch der Eigenanteil. Denn es hängt ja auch mit dem Labor, dem Material und den dem Zahn zusammen. Dies wird wahrscheinlich immer eine Wissenschaft für sich bleiben, denn es kommt auch darauf an, ob der Zahn in der Mitte ist, ob er unten oder oben ist, was man beim Lächeln davon sieht, und ob es sich normalerweise um eine Brücke handelt, oder ob es eine einzelne Krone ist. Denn bei einer Brücke, die sich über den Vierer, den Fünfer und den Sechser erstreckt, wird der Sechser trotzdem bezahlt, obwohl er nicht sichtbar ist, da ja die gesamte Brücke bezahlt wird. Wenn es eine Krone für ein Implantat ist, dann wird wiederum nur die Blechversion bezahlt, wenn der Zahn sich in einem Bereich befindet, den man beim Lächeln nicht sieht, aber man muss bei Implantaten immer eine Keramikkrone verwenden, daher wird es immer teurer. Irgendwie wird dann doch immer eine Brücke verrechnet, da Implantate selbst ja nicht von der Kasse bezahlt werden, und somit gelten dann wieder die Regelungen, die auch bei Brücken gelten. Dazu muss man wahrscheinlich Zahn-Betriebswirtschaft studiert haben, also noch mal ein Unterfach der Betriebswirtschaft, falls es das gibt, vielleicht gibt es dafür dann eine Möglichkeit, dafür eine besondere Doktorarbeit zu schreiben. Die Sprechstundenhilfe, die auch das letzte Mal schon da war, nahm das Provisorium heraus, unter dem sich schon zahlreiche Speisereste angesammelt hatten, obwohl ich dauernd mit der Zunge alles heraus befördert hatte, gut geputzt, gut mit Salviathymol gespült und auch gut die Luft angesaugt hatte, um alles rauszuholen. Irgendeine Nervenendigung muss sich da wohl gefunden haben, denn jedes Mal, wenn sie mit ihrem Besteck kam, habe ich furchtbar aufgejault. Irgendwann war sie dann zum Glück fertig und passte die Krone ein. Mit einem Knack war sie drin. Dann kam der Zahnarzt und holte sie wieder raus, um den restlichen Zahn anzuschauen und zu säubern. Dann bat er die Sprechstundenhilfen, besonders viel Zement zu verwenden. Ich hatte schon Angst, dass es jetzt wehtun würde und meinte zu ihm, eine der beiden hält mich jetzt fest, die andere gibt mir einen Beißkeil, die nächste flößt mir den Schnaps ein, und dann geht es los. Der Zahnarzt war etwas verwundert, dass ich solch vogelwilden Vorstellungen hatte. Zum Glück haben sich diese nicht bewahrheitet. Die beiden Helferinnen gaben den Zement ein, ich musste eine Weile zubeißen, bis er getrocknet war. Dann musste das Ganze noch einmal versäubert werden. Sie meinte, sie müsse mich jetzt noch mal ärgern, sonst stünde ich eine Woche später wieder auf der Matte, und das sei doch nicht in unserem Sinne. Da sagte sie doch glatt zu mir, ich solle die Zähne fest zusammen beißen, als ihre Kollegin zugange war. Über diesen Ausdruck in diesem Zusammenhang musste ich dann als Übersetzerin doch schmunzeln, und sie meinte, bitte nicht wörtlich, denn sonst ist der Finger meiner Kollegin ab. Tatsächlich habe ich noch ein paarmal gewinselt und gejault, gejammert und gemaunzt, aber irgendwann war die Prozedur dann vorbei. Sie setzte mir die Krone ein, und dann kam der Zahnarzt, um sie glatt zu schleifen. Es ist immer noch eine Stelle zu hoch, aber er meinte, nachdem er den Test mit dem Papier durchgeführt hatte, es sei so in Ordnung. Jetzt lasse ich es halt ein oder zwei Wochen mal so und probiere, ob es geht, vielleicht lässt sich der Rest noch irgendwie Weglecken. Vielleicht rubbelt sich das ganze noch ein. Die Sprechstundenhilfe empfahl mir dann auch, eine elektrische Zahnbürste zu benutzen, und sie zeigte mir, in dem sie mir den Finger dran hielt, wie das funktioniert. Ich bin etwas empfindlich, wenn es irgendwo brummt oder vibriert , daher weiß ich nicht, ob ich dann die Vibrationen aushalten werde. Das Problem ist, dass man nicht einfach eine Zahnbürste kaufen und sie dann wieder umtauschen kann, wenn sie einem nicht gefällt. Man kann natürlich Bürstenaufsätze kaufen, daher ist es kein hygienisches Problem, aber man müsste ja eine 25 EUR teure Zahnbürste umtauschen, und da wird wahrscheinlich die Kulanz ein Ende haben. Aber 25 EUR sind eben 25 EUR. Vielleicht bekomme ich eine gebraucht, und dann kaufe ich mir neue Aufsätze, und dann kann ich es mal probieren. Zum Glück sind die Zwischenräume der neuen Krone so eng, dass sowieso nichts dazwischenkommt, also muss ich auch nichts rausholen. Nicht mal Zahnseide Pass dazwischen. Ich habe ja schon zwei Kronen, aber diese fühlt sich tatsächlich an wie ein Waschbecken. Ich bin angenehm überrascht, und ich fahre immer mal wieder mit der Zunge drüber, da das Gefühl so schön ist. Dagegen sind die natürlichen Zähne schon fast sehr rau. Ich hoffe aber, dass jetzt endlich mal Ruhe ist. Den Termin für die professionelle Zahnreinigung haben wir schon wieder für den 14. November um 15:00 Uhr ausgemacht. Ich hab schon extra betont, dass ich hoffe, dass wir uns bis dahin nicht sehen werden. Der Zahnarzt ist aber unheimlich nett, er kommt immer wieder auf mich zu, verabschiedet sich, begrüßt mich, setzt sich auch mal neben mich, wenn ich im Wartezimmer noch auf das Taxi warte, und er begrüßt auch jeden, der reinkommt, redet mit ihnen, als seien das gute alte Freunde. Das hat man selten, der ist gar nicht so wie ein überheblicher Arzt sondern wie ein ganz normaler Mensch. Ich hoffe, dass das auch immer so bleibt. Ich hoffe auch, dass jetzt mit den Zähnen mal alles in Ordnung ist, und die Sanierung jetzt mal ein Ende hat. Ich fragte die Sprechstundenhilfe nämlich, warum immer der Sechser dran glauben muss, und sie meinte, das sei ja kein Wunder, das sei der erste der bleibenden Zähne, der herauskommt. Ich bin gespannt, ob die Zähne genau in derselben Reihenfolge verschwinden, wie sie einst gekommen sind. Aber da werde ich hoffentlich noch Zeit haben.