Samstag, 19. Oktober 2024

Man gönnt sich ja sonst nix

or einiger Zeit habe ich einen neuen Computer ausgeliefert bekommen. Der Mann von der Hilfsmittelfirma schwärmte von einem Musical über Tina Turner. Er beschrieb einen Gänsehaut -Effekt, er beschrieb ihr Leben, und erzählte mir, wie schön es war, und als dann die Musik anfing, wie laut es war, aber dass er diese Lautstärke nicht als unangenehm empfand. Vielmehr war es toll, mit so vielen Menschen in einem Raum zu sein und all diese bekannten Lieder zu hören, und alles sei so schön im Originalton gelaufen. Die Band habe originalgetreu gespielt, und die Schauspielerinnen, die Tina Turner verkörpert hatten, hätten in allen Altersstufen von Tina Turner genau wie sie gesungen. Er würde auf jeden Fall noch mal hinfahren. Es sei in Stuttgart, er habe eine Karte geschenkt bekommen und sei mit seiner Familie dorthin gefahren. Ich überlegte mir, da ich nun den Mund wässrig bekam, doch dasselbe zu machen und mir diesen schönen Ausflug einmal zu gönnen. Ich dachte mir, man soll ja Geld nicht in Güter anlegen sondern in Erinnerungen. Denn die kann einem niemand nehmen. Ich besprach dies mit meinem Taxifahrer, denn der freut sich immer, wenn ich ihn mit einer Fahrt beauftrage. Wir regelten also die Details, und es wurde ein Preis ausgemacht. Außerdem setzten wir uns dann beide zusammen und riefen bei der Hotline des Veranstalters an. Es gab sogar eine spezielle Hotline für Rollstuhlfahrer und „Anders behinderte“, wie dies genannt wurde. Die Frau am Telefon war endlos geduldig, denn wir mussten erst überlegen, an welchem Tag wir nun fahren würden. Am Wochenende würde es teurer sein, und ich müsste ja den Taxifahrer mit einladen, weil er ja nur wegen mir dorthin fahren wollte. Er selbst habe ja kein Interesse an Tina Turner, aber ich brauchte ja eine Begleitung. Mit einer Assistenz im Zug hinzufahren wäre unrealistisch gewesen, denn dann hätten wir auch noch übernachten müssen. Mir wurde von dem Hilfsmittelhändler auch gesagt, dass die Veranstaltung am Nachmittag und am Abend stattfindet, wobei sich dann am Telefon herausstellte, dass unter der Woche nur Veranstaltungen ab 18:00 Uhr gegeben werden. Am Sonntag könne man auch ab 15:00 Uhr kommen, aber dann wäre es wesentlich teurer. Demnach entschieden wir uns, an einem Donnerstag zu fahren, und nun mussten wir noch den geeigneten Donnerstag finden. Nachdem wir dies nun geschafft hatten, musste ich all meine Daten für die Bezahlung diktieren, und dann endlich war alles gebucht. Wir kauften eine günstige Karte an der Seite, denn ich sehe ja sowieso wenig, und ich konnte nicht für zwei Personen so einen teuren Sitzplatz bezahlen. Insgesamt war es aber auch trotz Behindertenermäßigung kein billiges Vergnügen. Ich wollte mich natürlich auch dementsprechend schön machen. Ich zog daher eine schwarzgraue Jeans an, deren Reißverschluss sogar an der Seite ist, da es mehr Leggings sind als eine normale Hose. Diese sind für den Sommer. Außerdem hatte ich eine schöne weite rote Bluse an, ich zog schöne Ohrringe mit silberfarbenen Kugeln an und trug dazu zwei Ketten, die genau farblich in ihren Grautönen zusammenpassten. Diese Ketten gehören zusammen. Dazu hatte ich dann zur Feier des Tages doch einmal schwarze Perlonstrümpfe an und meine schwarzen Ballerina Schuhe. Außerdem trug ich meine etwas feinere schwarze Popelin-Jacke mit Reißverschluss und Kapuze, die aber trotzdem eher klassisch und nicht sportlich geschnitten ist. Ich dachte, für so einen Tag muss ich mich besonders schick machen. An dem besagten Donnerstag im Juni wurde ich dann abgeholt. Wir fuhren also los, ich hatte ein paar süße Teilchen dabei, der Taxifahrer hatte den Kaffee organisiert. Wir fuhren schon eine Weile, und da genau zu dieser Zeit die Europameisterschaft stattfand, war Stuttgart natürlich voll, und wir mussten noch einen Umweg fahren, bis wir endlich ankamen. Wir parkten das Auto in einem Parkhaus und kamen direkt von dort in eine Halle mit verschiedenen Essensständen. Zunächst tranken wir einen Cappuccino, denn gegessen hatten wir ja bereits im Auto. Ich dachte, etwas essen können wir auch noch nach der Vorstellung, vielleicht sind in so einem Haus die stände dann auch noch offen, wenn die Leute rauskommen. Die Halle mit den Essenständen war groß, laut, überall waren Neonröhren in verschiedenen Formen angebracht, man hörte verschiedene Kühlschränke, Gefriertruhen und Automaten, und es war insgesamt nicht sehr gemütlich. Wir gingen dann nahtlos hinüber in das angrenzende Gebäude, welches mehr ein Kino als ein Theater war . Es war zwar alles mit rotem Teppich ausgelegt, aber trotzdem konnte ich unter dem Teppich den für mich etwas zweckmäßigen Charakter des Gebäudes erkennen. Wir wurden dann an einem Infostand sehr freundlich empfangen, und man erklärte uns, wo wir sitzen würden. Der Zuschauerraum war wie bei einem Theater gestaffelt, und wir saßen etwas hinter einer Säule. Insgesamt fand ich zwar das Personal sehr freundlich, die Lokalität aber doch irgendwie nicht ganz so feierlich. Der Taxifahrer meinte außerdem, dass die Leute nicht alle so fein angezogen waren wie ich. Die meisten liefen ganz normal und leger herum. Ich war also auch noch hoffnungslos overdressed Dann begann das Musical, ich hatte ziemliche Mühe, die Texte zu verstehen, die in Deutsch vorgetragen wurden, denn die Schauspieler hatten einen ziemlich harten amerikanischen oder niederländischen Akzent. Zwischendurch wurden auch immer die Lieder von Tina Turner gesungen, allerdings stark verkürzt und fast nur auf Deutsch. Ich vermute jetzt mal einfach, dass das an den rechten für die Lieder liegt. Soviel ich mich noch erinnere, war der Vater von Tina Turner Prediger, sie sang im Kirchenchor, und ihre Mutter war sehr schlecht auf sie zu sprechen. Besonders auffällig war eben, dass sichAnna-May, so hieß sie zunächst, beim Singen sehr hervortat und laut ihrer Mutter zu sehr im Mittelpunkt stehen wollte. Die andere Tochter mochte sie wesentlich lieber. Daher ging sie dann von ihrem gewalttätigen Mann fort und nahm nur die eine Tochter mit. Anna May wurde dann zu ihrer Oma geschickt, die aber nicht mit ihr fertig wurde. Irgendwann kam dann, so erinnere ich mich, ihr Mann und Bandleader, der sie allerdings auch misshandelte und von dem sie dann den Namen hatte. Sie ging nach langjährigen Misshandlungen, als ihre Kinder groß genug waren, von ihm weg mit dessen Managerin, und irgendwann stand sie wohl mit ihren beiden Kindern hungernd und ohne einen Cent in der Tasche vor einem Hotel. Sie hat dann wohl sich und die Kinder mit Putzen durchgebracht, aber irgendwie wurde sie dann doch von jemandem entdeckt, der mit ihr in London eine Schallplatte machen wollte. Ich vergesse ja immer gleich wieder alles, aber ich weiß noch, dass sie sich von ihm dann ebenso emanzipierte, wobei man zunächst nicht geglaubt hätte, dass sie in ihrem Alter noch mal groß rauskommen würde. Sie stellte dann ihre eigene Band und ihre eigenen Lieder zusammen, mit denen sie dann auch berühmt wurde. Danach kam dann eben das Finale mit all ihren bekannten Songs, allerdings nur in einer ziemlich merkwürdigen deutschen Übersetzung. Zum Beispiel "I am a private Dancer" wurde mit „ich will weiter tanzen“ übersetzt. Das Finale war eigentlich das Allerbeste, da kam dann etwas von diesem Gänsehauteffekt zustande, der mir so lebhaft geschildert wurde. So hatte ich mir eigentlich das ganze Musical vorgestellt gemäß der Beschreibung, die mir ja zuvor so lebhaft geboten wurde. Es gab außerdem eine Pause, während der wir in den Raucherbereich gingen. Das war ein Balkon aus Beton, der eher einem Koben glich, wo die Leute herumstanden und rauchten. Es gab keine Stühle, keine Pflanzen, keine Gemütlichkeit, es wirkte wirklich so lieblos und ohne Stil, hier, wenn ihr rauchen wollt, bitte. Ich selbst rauche nicht mehr, ich habe 2002 damit aufgehört. Ich finde aber trotzdem, dass man diese Ecken genauso wie die anderen Zonen, wo Leute sich entspannen oder einfach aufhalten, gestalten sollte. Bis wir überhaupt erst mal dort hinkamen, hatten wir eine ziemliche Odyssee. Ich kenne das bei unserem Ort so, wenn wir dort ins Theater gehen, gibt es ein großes Foyer, und so kann man dann durch die Eingangstür gehen, und dort stehen dann die Leute, wenn sie frische Luft schnappen möchten. In der oberen Etage gibt es bei uns eine Cafeteria. Aber kleinere Snacks wie Brezeln und Getränke kann man auch direkt am Eingang haben. Für mich wirkte das alles mehr wie eine Fabrikhalle. Während der Pause wollte ich auch noch auf Toilette, und da hat mich dann eine Frau mit reingenommen . Als ich wieder rausgehen wollte, musste ich auch die drei Stufen, die ich zur Toilette hochgegangen war, wieder hinunterlaufen, wo mich dann wieder der Taxifahrer erwartete. Auf dem Weg nach unten hörte ich, wie die Leute hinter mir laufend flüsterten, „na, schafft sie es, kommt sie runter, schafft sie es?“ Ich fand das ziemlich unangenehm und peinlich. Der Taxifahrer sagte mir auch öfter , dass die Leute mich alle so anstarren. Ich fragte ihn, ob noch andere behinderte da sein, ja, es gäbe dort auch noch andere Behinderte, er habe einige im Rollstuhl gesehen. Als ich ihn fragte, ob diese ebenso angestarrt wurden wie ich, verneinte er dies. Nur ich sei so angeschaut worden. Ich fragte ihn, wie mich denn die Leute angesehen hätten, da meinte er, mit Entsetzen. Ich weiß nicht, woher das kommt, und woran das liegt, dass mir häufig die Begleitpersonen sagen, dass man mich so anstarrt. Wenn ich mit Leuten unterwegs bin, werde ich öfter mal gefragt, was hast du eigentlich angestellt, die Leute schauen Dich so böse an. Auch wenn ich zum Beispiel nach der Kennerin rufe oder jemanden anspreche, um nach dem Weg zu fragen, sagen mir meine Begleitpersonen immer, dass die Leute mich böse und feindselig ansehen, als sei ich auf einem Fahndungsposter abgebildet. Ich verstehe nicht, woher diese Ablehnung und Feindseligkeit kommt, und warum man mich so häufig anstatt. Ich habe einen Dialysehsunt am Arm, der ziemlich ausgebeult ist. Ich hatte aber an diesem Tag eine lang ärmliche Bluse und eine lange ärmliche Jacke an, daran konnte es also nicht liegen. Ich kann verstehen, wenn die Leute den Arm anstarren, weil man so etwas ja normalerweise nicht sieht. Ich kenne auch Menschen, die mich fragen, ob ich an der Dialyse bin oder war, und dann kommt es häufig zu Gesprächen, dass deren Verwandte oder Freunde ebenfalls an der Dialyse sind oder waren. Somit ist dies auch ein Aufhänger für Kontakte. Dennoch frage ich mich, warum man da so unverhohlen und ostentativ hinschauen muss. Mir wurde von Familienmitgliedern gesagt, ich solle das abdecken, das sähe nicht gut aus. Ich finde das schlimm, denn dieser Shunt hat mir zehn Jahre lang das Leben gerettet, ich habe die Dialyse überlebt, und ich bin stolz darauf. Deswegen sehe ich nicht ein, warum ich das verstecken muss. Wenn jemand ein Problem damit hat, soll er wegschauen. Was ich aber noch weniger verstehe ist, dass ich sogar dann angestarrt werde, wenn man den Arm überhaupt nicht sieht sondern nur den Ärmel einer Bluse oder einer Jacke, wo dann die Beule überhaupt nicht zu sehen ist. Zusätzlich trage ich eine Brille mit gelben Kantenfiltern, aber der Gelbton ist sehr dezent, und es gibt heutzutage so viele Menschen, die verrückt getönte Gläser tragen. Die Menschen tragen heutzutage so viele verrückte Sachen, verhalten sich häufig so auffällig oder provokant, machen so spektakuläre Dinge oder outen sich mit allen möglichen Dingen. Warum dann mein Verhalten, wo ich mich wirklich bemühe, nicht dauernd aufzufallen, den anderen so aufstößt und solches Entsetzen einflößt, dass sie mich dauernd anstarren oder zuweilen auch aggressiv, ablehnend und abweisend behandeln, verstehe ich nicht. Als dann das Musical vorüber war, waren natürlich die Stände mit dem Essen zu. Ich hatte schon ziemlichen Hunger, wir fuhren aber dann Richtung Heimat. Während der Fahrt fiel dem Taxifahrer ein, dass er Oliven und Fladenbrot im Auto hatte. Das gab er mir dann, und die Oliven waren fantastisch. Hier darf ich jetzt mal Werbung machen, die gibt es bei Aldi. Sie sind in einer Plastikschale mit Zellophan abgedeckt. Sie sind billig und schmecken wunderbar, sind riesengroß und ganz glatt und fest. Er hat mir dann später noch mal welche mitgebracht, sie haben auch eine feine Note von Knoblauch, aber nicht aufdringlich. Das war dann noch eine schöne Erfahrung während der Fahrt, und ich war von den Oliven sehr gut gesättigt. Mein Fazit, es war jetzt nicht schlecht, aber dafür so viel Geld hinzublättern und einen so weiten Weg auf sich zu nehmen, das war es nun wirklich nicht unbedingt Wert. Es war ganz schön, es war jetzt nicht enttäuschend, aber im Hinblick auf die Erwartungen, die bei mir geweckt wurden, hätte ich mir den Weg auch sparen können. Denn nun habe ich obendrein noch erfahren, dass das Musical auch zu uns kommt. Da hätte ich mir wirklich in den Hintern beißen können. Hätte ich gewartet und wäre bei uns dann hingegangen, könnte ich sagen, es war den Aufwand und das Geld wert. Ich hab noch mal mit dem Hilfsmittel -Menschen darüber gesprochen, er schwärmt weiterhin und erzählt mir immer, dass er am Morgen so gerne die Lieder von Tina Turner hört, und das er immer noch so begeistert von diesem Musical ist. Ich bin jetzt keine spezielle Liebhaberin von Tina Turner, aber ich fand ihre Lieder immer sehr schön, ansprechend, rhythmisch und melodiös, und ich fand die Frau auch als Menschen sehr anständig, fleißig und respektabel, wenn man bedenkt, wie lange sie noch aufgetreten ist und tolle Musik abgeliefert hat. Von solchen Leuten gab und gibt es nicht viele. Vielleicht noch Jennifer rasch, Phil Collins oder Chris de Burgh, die Popmusik machen, die allerdings weder seicht noch extrem kompliziert ist, und das sind zumindest Leute, die meines Wissens nicht so viele Skandale produziert haben. Insgesamt höre ich natürlich ganz andere Musik, bin aber eben auch offen nach diesen Seiten hin. Manchmal wünschte ich mir, dass man in die Zukunft sehen könnte, oder dass ich vielleicht ein bisschen mehr Intuition hätte und ein bisschen mehr voraus denken würde. Ich glaube, das würde vieles besser machen, wenn auch nicht alles, denn sein Umfeld und die Reaktionen der anderen kann man nicht beeinflussen. Deswegen schreibe ich diesen Blog in der Hoffnung, dass ich die eine oder den anderen vielleicht doch etwas ins Nachdenken bringe. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und ein Abenteuer und ein Erlebnis, das ich mir halt einfach mal gegönnt habe.

Freitag, 4. Oktober 2024

Viele Unternehmungen im Sommer

Zum einen habe ich eine neue Assistenz bekommen, und wir waren bei uns in einem Inklusionsgarten. Das ist eine Art Gärtnerei, in der behinderte der Lebenshilfe arbeiten, und wo sie zum einen genau 299 Hühner haben, damit es keine Legebatterie ist. Für diese Hühner kann man sogar eine Patenschaft übernehmen. Zusätzlich haben sie neben den Eiern, die man auch ohne Patenschaft kaufen kann, Pflanzen, aber leider verkaufen sie mir den grünen Daumen nicht dazu. Drum sind davon bei mir schon einige eingegangen. Außerdem haben sie wunderschöne Dinge aus der Behindertenwerkstatt, Töpferwaren, Tischlerarbeiten, Geschirr, Tücher, Sachen zum Hinstellen etc. Ich habe mir einen wunderschönen Haargummi mit Stoff darum gewickelt gekauft, er ist grün und passt daher gut zu rötlichem Haar. Außerdem habe ich noch zwei Kühlschrankmagneten dazu gekauft, weil ich die so mag. Dieses Mal habe ich nicht so viel mitgenommen, denn irgendwann hat man ja den Schrank auch mal voll. Sie haben auch Lebensmittel aus der Umgebung, da gab es zum Beispiel Mangoessig, Pfirsichessig, dann habe ich noch Nussöl gekauft, und all dies kam in ganz kleinen Fläschchen, so dass man erst mal probieren kann. Eine Flasche mit Apfel-Birnen-Saft habe ich mir auch gegönnt, normalerweise mag ich eigentlich keine süßen Getränke, aber bei Saft mache ich so einmal im Jahr eine Ausnahme. Leider war der Heidelbeerlikör, den sie sonst verkaufen, nicht verfügbar. Marmelade hatten sie ebenfalls, und es gab einige Regale mit veganem Brotaufstrich. Am Ende haben die mir aber nicht wirklich gut geschmeckt. Die Marmelade ist aber dafür umso besser. Wir haben dann noch Kaffee getrunken, ich hatte mir eine Blätterteigbrezel gewünscht, natürlich musste dann die Assistenz wieder aufpassen, weil mir wieder das falsche gereicht wurde. Bei mir ist das immer so mit der Kommunikation. Jedenfalls hat aber die Brezeln nicht sonderlich gut geschmeckt, als ich dann doch die richtige Brezel bekam. Aber der Rest war gut. Dann haben wir außerdem noch einen neuen Spiegel gekauft, weil das Glas von dem Spiegel bei mir im Flur gesprungen ist. Entweder ist er extrem alt und deswegen das Glas gesprungen, oder ich bin beim staubsaugen mal dagegen gestoßen. Oder beides, der Stoß beim staubsaugen hat so gewirkt, weil der Spiegel so alt war. Seitdem ich nun diesen schönen schnurlosen Staubsauger habe, mache ich das fast jeden Tag, dass ich einmal die Wohnung durch sauge. Das ist sozusagen mein Work-out. Ich bin sehr begeistert von dem Gerät. Man kann es nämlich auf eine Station stellen, man drückt einen Knopf, und der Behälter entleert sich in einen Beutel. Leider ist der Staubsaugerbeutel extrem schnell voll. Das Gerät wird dann auch so geladen, in dem das Gefäß dann in diesem Ring mit dem Beutel hängenbleibt. Der Ständer ist sehr platzsparend. Außerdem kann man verschiedene Teile dranstecken, man könnte auch einen Aufsatz mit zwei Schwämmen dranklemmen , unten ist noch ein Fläschchen mit Wasser angebracht, und wenn man auf die Plustaste drückt, sprüht der Staubsauger Wasser. Es gibt auch noch einen Ersatzakku, und man kann das Gerät so ziemlich überall zerlegen. Auf jeden Fall macht mir dieser Apparat ziemlich viel Freude, drum macht dann auch das Staubsaugen Spaß. Es sollte halt nur nicht solche Folgen haben, dass ich mir den Ellbogen entweder selbst in den Hüftknochen oder in den Spiegel renne. Und ich wollte auch irgendwann mal neue Stühle haben in meiner Küche, bis dato hatte ich noch keine passenden gefunden. Mir schwebten welche vor, die einen Metallgriff haben, an dem man sie oben gut anfassen und herumschieben kann. Denn wenn ich in der Küche hantiere, sind die Hände nicht immer ganz sauber oder trocken. So waren wir in verschiedenen Geschäften. Wir kamen dann in ein ziemlich teures und altmodisches Geschäft, ich dachte, da kaufen sicher nur gediegene Leute aus der CSU oder CDU ein, das sah alles sehr konservativ aus. Auch die Spiegel sahen aus wie die Bilderrahmen vom Röhren den Hirschen. Auch Rochen die Plüschmöbel schon fürchterlich, ich glaube, ich bin dort im Museum gelandet. Vielleicht haben die so eine Abteilung eingerichtet, und wir haben es nur nicht gewusst. Aber es war zumindest lustig. In diesem Geschäft gab es eben dann solche Stühle aus echtem Leder, und in einem anderen fanden wir ähnliche, und zwar in noch mehr Farben aus Kunstleder genau um die Hälfte. Die Lehne ist sehr hoch, aber nicht imposant, und es sieht nicht so hochherrschaftlich aus wie in einem Esszimmer, und es flößt einem nicht diesen einschüchternden Respekt ein, als ob man bei seiner Lordschaft speist. Es sind solcherart Schwingstühle mit unten Kufen, und oben ist eine Aussparung in der Lehne mit exakt diesem Metallgriff, wie ich ihn mir gewünscht hatte. Ich habe die Stühle in Grau, so passen Sie genau zu den Polstern auf der gezimmerten Bank, die ihnen gegenüber steht. Und in dem selben Geschäft, in dem wir übrigens hervorragend beraten und betreut wurden, fand ich dann auch einen Spiegel. Mit dem Spiegel hatte es nämlich das Folgende auf sich, die Assistenz, mit der ich die Sachen am PC mache, hatte mit mir zusammen online versucht, einen günstigen Spiegel mit einem ähnlichen Holzrahmen zu bestellen, wie er vorher an derselben Stelle gehangen hatte. Aber ich wollte ihn mir nicht schicken lassen, damit ich ihn nicht umwerfe, oder die Katzen ihn vielleicht zu Fall bringen, bis dann mal jemand da ist, der ihn aufhängt. Alleine hätte ich ihn nicht in den Keller schleppen können. Es gab zwar das Angebot, ihn in einer Filiale abzuholen, aber aus unerfindlichen Gründen klappte dies nicht. So war ich ziemlich traurig. Die Assistenz gab mir also die Artikelnummer des Spiegels, und ich wollte dann, wenn ich in dieses Möbelgeschäft ginge, danach fragen. Als wir dann in diesem Möbelgeschäft standen, fand ich ums Verrecken auf einmal auf meinem Notizgerät nicht mehr diese Nummer. Es war wie verhext. Demnach fragten wir eine sehr geduldige Verkäuferin. Ich sagte, ich suche einen Spiegel, er soll aus hellem Holz sein, soll diese und jene Masse haben, und er kostet um die 70 €. Denn er war von 140 auf 70 € herabgesetzt. Sie suchte und suchte in ihrem Computer und fand dann tatsächlich einen Spiegel, den ich auch anfassen durfte. Es war aber nicht dieser, aber er war trotzdem sehr schön. Hat einer Art Kassettenrahmen, also eine kleine, ganz dezente Wulst aus Holz, und dann kommt erst der flache Teil rundherum. Es sieht wirklich sehr schön aus. Wir haben also die Stühle und den Spiegel einpacken lassen, und zusammen mit meiner neuen Assistenz konnte ich beides in den Keller bringen. So habe ich es dann dort abgestellt, bis ich jemanden fand, der die Stühle zusammenschrauben und den Spiegel aufhängen konnte. Ein paar Wochen später habe ich dann, wie soll es auch anders sein, die besagte Artikelnummer auf meinem Notizgerät abhören können. Wo kam denn die jetzt auf einmal her? Ich glaube aber, dieser Spiegel wäre nicht so schön gewesen wie der, den ich jetzt habe. So hat doch wirklich alles sein Gutes. Mit einer weiteren neuen Assistenz bin ich dann zusammen zu Karstadt, das kann man ja sagen, weil ich mir vor Jahren eine sündhaft teure Brieftasche gekauft hatte. Ich dachte, wenn ich diese teure Brieftasche nehme, geht sie nicht kaputt, und ich muss nie wieder umlernen, wo ich Karten, Impfpass, Bonusheft etc. unterbringen kann. Aber leider ist die Klarsichthülle, die als Fenster über meinen Ausweispapieren angebracht war, gerissen. Wir brachten also das Teil dorthin, die Frau an der Kasse wusste erst einmal nichts von einer lebenslangen Garantie. Allerdings hatte ich diese abgeschlossen, besser gesagt mir wurde diese gewährt. Da ja Rechnungen bekanntermaßen im Geschäft auf Thermopapier ausgedruckt werden, hatte ich mir in weiser Voraussicht diesen kleinen Streifen auf normales Papier kopiert. In der richtigen Abteilung wusste die Frau auch etwas von einer lebenslangen Garantie. Sie meinte aber, es könne durchaus sein, dass die Firma das nicht mehr reparieren kann. Eigentlich müsste ich dann ja eine neue Brieftasche bekommen. Lebenslange Garantie würde ja dann bedeuten, wenn die Reparatur nicht möglich ist, wird es ersetzt. Es kann natürlich sein, dass diese Klarsichthüllen davon ausgenommen sind. Wir haben ein viel schöneres, nur halb so teures Mäppchen aus viel weicherem Leder gefunden, wo dann auch die Klarsichthüllen, die wesentlich kleiner unterteilt sind, nicht so leicht einreißen könnten. Sollte also dieses Teil nicht wieder zurückkommen, oder sollten Sie mir es nicht ersetzen und kaputt wieder zurückschicken, müsste ich nochmals in den sauren Apfel beißen und wieder so ein teures drum kaufen. Man denkt ja immer, je teurer, umso länger hält es. Meine Assistentin wollte mir auch noch weismachen, dass der Preis, den ich für das Teil bezahlt hatte, günstig gewesen sei. Aber ich glaube nicht, ich weiß schon auch, was Leder kostet. Anfang September war ich dann nochmals bei einem größeren Ausflug. Die eine Assistenz, die eigentlich schon länger ausgemacht hatte, dass sie mitgehen würde, sagte ab, denn ihr fiel dann doch plötzlich wieder ein, dass da ihre Schule bereits beginnt. Und dann wurde sie auch noch krank. Der Organisator für unsere Assistenten rief dann an, er hatte mir schon vorher jemanden geschickt, die die Frau vertreten sollte, und diese hatte mich bereits telefonisch kontaktiert. Ich ging dann auch noch mal sicher darin, dass sie wirklich wusste, dass es sich um einen Tagesausflug handelt, und dass sie dann keine anderen Kunden annimmt. Das war geklärt. Weil ich mittlerweile fast kein Gedächtnis mehr habe, hatte ich gedacht, dass wir 8:00 Uhr ausgemacht hätten. Als ich sie dann um 8:15 Uhr kontaktieren wollte, war sie noch im Auto und konnte nicht anrufen. Demnach rief ich dann bei den Organisatoren des Ausfluges an, ich solle mich auf den Weg machen, hieß es, notfalls können wir dich auch so begleiten, es sind noch Leute da. Ich fuhr also los und gab dann meiner Assistenz schnell durch und auch dem Organisator unserer Assistenten, dass ich im Bahnhof sei, und wo der Zug abfährt. Sie hat es tatsächlich geschafft, und sie sprang in den Zug. Allerdings war sie in einem Abteil, wo sie nicht durchlaufen konnte bis zu uns. An der nächsten Haltestelle musste sie umsteigen. Leider war es so, dass sie ihr Auto ganz schnell parken musste, sonst wäre der Zug weggefahren. Demnach war sie nicht sicher, ob sie dort überhaupt halten durfte, und wenn ja, wie lange. Es stand wohl auf einem Schild "von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr", aber es war nicht klar, ob das für alle Personen galt. Dort angekommen mit einer viertelstündigen Verspätung, wurden wir dann von zwei Stadtführerrinnen abgeholt. Erst einmal hatten wir eine Stadtführung, und ich zitterte wie Espenlaub, weil die Temperatur so schnell gefallen war, und ich das noch nicht gewohnt war. Ich friere sowieso immer extrem. Ich hatte extra meine dicke Jacke angezogen, für die Daunenjacke hielt ich es noch zu warm, denn ich dachte, was ziehe ich dann bei Minusgraden an. Im Dom war es dann Gott sei Dank nicht mehr so kalt, zum Glück hielten wir uns da eine Weile auf. Danach ging es zu einer älteren Brücke, wobei wir dann in ein Zentrum gegangen sind, welches in einen der Brückenpfeiler eingebaut war. Der Boden schwankte so sehr, dass mir schlecht wurde, und ich musste raus. Bereits im Zug hatte der Pfarrer unsere Essenswünsche aufgeschrieben, da er bereits eine Speisekarte von dem Rest darauf hatte, in dem wir ein paar Tische reserviert hatten. Ich nahm Buchweizenknödel, und ich freute mich schon sehr darauf. Ich hatte extra eine kleine Portion genommen, damit ich nicht wieder die Hälfte mit mir herumtragen müsste. Als wir dort ankamen, wurde gefragt, wer welches Essen hatte, und wir nahmen an, dass wir jetzt schnell essen konnten, da wir ja vorbestellt hatten, weil ja schon um 14:00 Uhr wieder die Museumsbesuche auf dem Programm standen. Ich meldete mich und sagte, dass ich eine kleine Portion Buchweizenknödel bestellt hätte. Dann kam der Kellner und kassierte, obwohl wir noch gar nicht gegessen hatten, damit es schneller ging . Als ich dann aufzählte, was ich zu zahlen hatte, sagte er, er wüsste gar nichts von Buchweizenknödeln. Mein Essen ist wieder mal untergegangen. Ich hatte mich vorher gemeldet, und die Assistenz hat es auch gesehen und dem Kellner gesagt. Alle anderen hatten dann schon mal wieder das essen, und ich bekam wieder mal als letzte. Ich war schon wirklich ausgehungert, und mir war schlecht. Ich habe keinen Diabetes, aber ich bekomme sehr schnell Unterzucker, und ich vertrage es nicht, lange zu Fasten. Zum Glück rettete mich dann mein Tischnachbar und gab mir einige seiner veganen Gnocchi, die schmeckten auch wunderbar. Irgendwann kam dann auch endlich mein Essen. Es war gar nicht schlecht, es gab auch eine Kruste aus Parmesan darauf, das war eigentlich das Beste, aber ich mag solches Essen sowieso sehr gern. Wir mussten dann mit 30-minütiger Verspätung aufbrechen, und der Pfarrer machte auch kein Hehl daraus, dass es schon irritierend war, dass wir jetzt so spät loskommen. Denn er sagte auch laut, weil wir so sehr, sehr lange warten mussten, können wir jetzt erst eine halbe Stunde später losgehen, das fand ich gut, und ich hoffe, dass die Küche das auch gehört hat. Als Kind habe ich immer als letzte bekommen, was meine Mutter immer ärgerte, da sie meinte, warum gibt man Kindern immer als letztes, Kinder können doch so schlecht warten. Bis in die Mitte meiner Zwanzigerjahre bekam ich Grund prinzipiell alles als letzte, egal, ob ich nur eine Suppe oder ein Hauptgericht bestellte. Irgendwann wurde das dann etwas besser, aber jetzt ist es wieder so schlimm geworden. Warum ich auch überall untergehe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich würden jetzt irgendwelche Analytiker sagen, dass ich unbewusst dafür Sorge, dass ich überall die letzte bin. Ich glaube nicht, ich glaube, das ist eine passive Aggression oder Diskriminierung. Denn der Pfarrer hat es ja aufgeschrieben und alles weitergegeben, das habe ich genau gesehen, und ich habe mich auch gemeldet, als nach der kleinen Portion gefragt wurde. Wieso dann auf einmal nichts mehr davon bei denen bekannt war, ist mir schleierhaft. Die Wirte denken, die ist so klein, die wirkt so sehr behindert, da ist das egal. Oder sie übersehen mich einfach. Auf dem Weg zu dem Keplermuseum, zu welchem wir unterwegs waren, fanden wir dann ein wunderschönes Taschengeschäft, in welches wir später hineingehen wollten. Das Keplermuseum besteht aus dem Haus, in welchem Kepler gestorben ist. Er ist wohl ungefähr Ende des 16. Jahrhunderts geboren, und er hat drei Gesetze entwickelt, zum einen, dass die Planeten in einer Ellipse verlaufen, und das, je näher ein Planet bei der Sonne ist, er umso schneller fahren und somit längere Strecken zurücklegen kann. Wenn man also die Länge des Abstands vom Planeten zur Sonne sieht, dann ist die Breite wesentlich kürzer, weil er dann weiter weg von der Sonne ist, aber die Fläche bleibt gleich, weil die zurückgelegte Strecke länger ist. Obwohl umgekehrt der Abstand des Planeten zur Sonne länger ist, ist aber ja sein zurückgelegter Weg kürzer. Man kann sich das wie Rechtecke vorstellen, die einmal längs und einmal quer an die Sonne angelegt werden, aber die Fläche bleibt immer gleich. Und dann gab es noch irgend ein Gesetz von der Harmonie der Natur, aber warum das ein Gesetz ist, keine Ahnung, für mich klingt das irgendwie etwas global aber sonst nichts. Aber die anderen, also die ersten beiden Gesetze sind interessant. Er hat wohl auch mit einem Mathematiker zusammengearbeitet, dessen Namen ich zwar erinnere, aber ich schreibe in sicher verkehrt, und der hat wohl geglaubt, dass die Erde sich um die Sonne dreht, der Rest der Planeten sich aber trotzdem um die Erde. Dessen mathematisches Material konnte dann wohl Kepler weiterverwenden, und er kam dann eben zu der gleichen Ansicht wie Kopernikus. Er hat aber Galileo Galilei, der zu seiner Zeit gelebt hat, nie getroffen. Das sind die Dinge, an die ich mich erinnern kann. Außerdem war er früher evangelischer Theologe und hatte Mathematik unterrichtet. Und weil er so ein kluger Kopf war, sollte er für den König arbeiten, aber der hat im sein Geld niemals gegeben. Und auf dem Weg zum Wallenstein, der ihn da wohl unterstützen sollte, hat er sich dann eine Lungenentzündung zugezogen und ist dann eben dort gestorben in diesem Haus, in dem jetzt das Museum ist. Verstärkt haben sie sich über den Aufzug ausgelassen, der jetzt nachträglich in das Gebäude eingebaut wurde. Ich dachte schon, der ganze Vortrag geht über den Aufzug, aber dann wurde es interessant, und somit habe ich doch eine Menge mitgenommen. Ich hoffe, dass ich es mir noch eine Weile merken kann. Auf dem Rückweg kamen wir dann an dieses Taschengeschäft, denn ich hatte mir zuvor bei einer großen Versandfirma eine neue Handtasche gekauft. Ich wollte eine aus hartem Leder, einer Art Schultasche, weil ich jedes Mal Probleme habe, meinen Geldbeutel oder meine Brieftasche hinein zu stopfen, wenn das weiche Leder so stark nachgibt, dann bekomme ich den Reißverschluss nicht auf und zu. Bei einem harten Leder mit einem Verschluss wie bei einem Schulranzen dürfte das besser gehen, dachte ich mir. Die Tasche war auch ganz hübsch und gar nicht so teuer, aber der Deckel war so hart, wenn ich also in die Tasche hinein greifen wollte, um etwas raus zu holen, tat ich mir doch sehr schwer. Außerdem wurde ich dann schon wieder gehänselt, na, hast du deine Schultasche dabei. Die Verkäuferin dort hatte eine Engelsgeduld und schleppte eine Handtasche nach der anderen an. Irgendwann fand sie dann eine mit nur einem Verschluss, wie bei einer Schultasche, man drückt drauf, dadurch wird der Verschluss dünner und passt durch die quer verlaufende Metallschnalle. Der Deckel ist weicher, aber die Tasche ist fest genug, dass ich den Geldbeutel in eine sich bildende Mulde hineinstecken kann. Das sind alles Details, in denen der Teufel steckt, denn ich möchte nicht jedes Mal halb verrückt werden, wenn ich an der Kasse stehe. Außerdem gibt es noch hinten einen Reißverschluss, sodass man Zugriff auf technische Geräte hat, zum Beispiel auf mein Notizgerät oder auf andere Dinge, die ich mal schnell darin verstauen kann. Da es sich hier wirklich um echtes Leder handelte, war die Tasche natürlich sündhaft teuer, aber sie soll auch eine Weile halten. Die Tasche ist Cognacfarben, so erklärte mir die Verkäuferin. Außerdem ist innen kein Reißverschluss mehr, man kann einfach den Deckel hochklappen und kommt dann sofort an alles dran. Der Riemen ist auch super, denn er hat für die Schulter noch eine Art Halterung, damit die Tasche nicht ständig von der Schulter hinunterrutscht. Da ich aber so klein bin, musste ich den Riemen so kurz machen, dass diese Lasche für die Schulter nicht mehr durch die schnalle passte, mit welcher der Riemen enger gemacht wurde, nun hängt diese Lasche hinter der Riemen schnalle am Rücken hinunter. Aber trotzdem hat sie noch eine Wirkung. An einer kleinen Schnur war auch ein Schlüssel befestigt, mit dem man die verschlussschnalle abschließen kann, wenn man im Gedränge ist. Allerdings habe ich diesen Schlüssel bereits verloren, denn bis ich einen Ort hatte, wo ich ihn befestigen wollte, ist er abgerissen und verschwunden. Ich wollte ihn nicht an meiner Kette mit dem Schlüsselbund für die Haustür festmachen, denn der würde ja dann in der Tasche stecken, und wenn die Tasche dann abgesperrt war, wie sollte ich dann an diesen Schlüssel kommen? Jetzt ist der Weg, nun ja, vielleicht findet man ja so einen im Internet, es handelt sich sicher nicht um einen individuellen Schlüssel. Ich hab ja noch den Namen der Firma von dieser Lederhandtasche. Als ich dann mit der neuen Tasche ins Café kam, wo die anderen noch saßen, wurde gleich wieder gelästert, jetzt fährt die extra so weit, nur, um sich eine neue Tasche zu kaufen. Dabei war das ja nicht der einzige Grund, wie derjenige ja hätte feststellen können. Auch als ich eine Frage im Museum stellte, weil Kepler schon im Alter von 59 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben ist, und ich wissen wollte, ob das nicht sowieso damals die normale Lebenserwartung war, hat irgendeiner gleich wieder gegiftelt, was ist schon normal. Ich verstehe nicht, warum man bei mir immer reagiert wie früher die Mitschüler bei einem Klassenausflug, wenn das unbeliebteste Klassenmitglied dem Lehrer oder Museumsführer eine Frage stellt. Ich habe niemandem etwas getan. Als wir dann zu Hause ankamen, fanden wir einen Strafzettel am Auto meiner Assistentin. Ich hatte ja wohl versprochen, ihn zu bezahlen, weil ich ja den Fehler mit der Abfahrtszeit gemacht hatte. Wäre ich zu Hause geblieben, hätte sie mit mir zum Bahnhof fahren können, und wahrscheinlich wäre mein Parkausweis hier sinnvoll gewesen, dann hätten wir gar nichts bezahlt. Sie gab mir dann sofort die Kontonummer des Vereins für Verkehrsüberwachung, oder wie auch immer d. h., und dann habe ich umgehend die 20 € überwiesen. Den Strafzettel ließ ich mir per SMS zusenden, denn ich wollte ihn zu Hause dann mit meiner Lesesoftware entziffern. Dieser Lesesoftware ist dann auch noch eine KI angeschlossen, sodass ich von dieser erfuhr, dass ein Parkticket für diesen Zeitraum zwischen zehn und 30 € gekostet hätte. Demnach haben wir eigentlich gar nicht viel Verlust gemacht, besser gesagt, wenn wir regulär gelöst hätten, wäre es sogar teurer gewesen. Aber das nächste Mal muss ich ja irgendwie dafür sorgen, dass jemand anderer noch mitliest oder mithört, damit ich nicht wieder die Hälfte von dem, was wir abgemacht haben vergesse, denn hätte ich die Zeit noch in Erinnerung gehabt, oder hätte ich am Tag vorher noch mal mit ihr Kontakt aufgenommen, um alles abzusprechen, wäre ich mitgefahren und hätte den Parkausweis hinter die Windschutzscheibe legen können. Also sind wir noch glimpflich davongekommen. Auch wenn ich also natürlich nicht nur wegen der Handtasche an dem Ausflug teilgenommen habe, ist sie doch ein schönes Andenken, und vor allem kann ich jetzt endlich meine Sachen so einordnen, dass es praktisch ist, und ich schnell an alles ran komme. Natürlich habe ich auch jede Menge an neuen Informationen bekommen und ein kulturelles Erlebnis gehabt.

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Allen Recht getan, ist eine Kunst, welche Inklusion kann

Ende Juli ging ich zu einer Tanzveranstaltung, die für blinde beschrieben werden sollte. Im Frühjahr war bereits eine solche Tanzveranstaltung, und daher nahm ich damals Kontakt mit den Organisatorinnen auf, weil ich nicht wusste, wie ich vom Taxi ins Theater kommen würde. Somit kamen wir überein, dass ich die beiden Organisatorinnen auch interviewen durfte. Damals gab es eine Vorstellung mit Nele Buchholz, einer Frau mit Down-Syndrom und der Choreografin. Es ging um das Thema Frau und Frau sein. Ich durfte auch damals auf der Bühne die Requisiten anfassen, und die beiden Frauen beschrieben sich vor der Vorstellung. Danach wurde ich zu meinem Platz gebracht, und mir wurde ein Kopfhörer angepasst. Später gab es dann noch Musik von einer Band, so wurde ich an einen Tisch geleitet, und die eine der Organisatorinnen gab mir eine Flasche Wasser. Die Band war von der dortigen Musikschule, es waren Menschen mit Behinderung und ohne Behinderung, die auch ziemlich viele bekannte Lieder spielten, unter anderem auch Lemon Tree von Fool's Garden aus Pforzheim. Da habe ich natürlich begeistert mitgesungen. Am Nachbartisch waren auch einige junge Frauen, die in sehr gutem Englisch mitsangen, und es stellte sich heraus, dass es eine Gruppe aus Schottland war. Nachdem ich die beiden Frauen interviewt hatte, gaben sie mir einen neuen Termin bekannt, bei dem eine Tanzveranstaltung im neu eröffneten Künstlerhaus stattfinden sollte, die ebenfalls wieder mit einer Audiodeskription für blinde versehen war. Da wollte ich natürlich unbedingt dabei sein. Leider konnte meine Assistenz nicht, sodass ich meinen Taxifahrer bat, mich dort hinzufahren. Das hat gut geklappt, und der Freund einer der beiden Organisatorinnen holte mich ab und brachte mich in den Vorraum der Veranstaltung. Dort gab es Tablets, von denen er mir eines in die Hand drückte, und diese zeigten kleine Filme der Darsteller und Darstellerinnen, die sich selbst beschrieben und den Grund, weshalb sie bei diesem Projekt mitmachten. Ich merkte aber schon, dass es extrem heiß und extrem schwül war. Ich hatte mich so schick gemacht mit einem schönen Kleid, die Haare hochgesteckt, schönen Schmuck angelegt und schöne Sandalen angezogen. Kaum waren wir aus dem Haus getreten, fing es an zu regnen, und das passiert mir oft, wenn ich mal ein Kleid anziehe. In dem Vorraum war es schon extrem schwül, es war ein Altbau. Dann ging die Tür auf, und alle drängten in den Raum, in dem dann die Veranstaltung selbst stattfinden sollte. Die Vorhänge waren zugezogen, damit man die Darsteller auf der Bühne auch sehen konnte. Mir wurde erst einmal die Bühne gezeigt, denn es sollte dort ein Tanzstudio aus den fünfziger Jahren dargestellt werden mit Tischen und kleinen Vasen und altmodischen Stühlen. Diese durfte ich auch anfassen, und mir wurde die Farbe all dieser Tischdecken und Stühle beschrieben. Ich merkte aber, dass mir auf einmal extrem übel wurde, und ich fast umgefallen wäre. Es roch auch noch etwas nach Materialien, nach Farbe und nach Umbau, wahrscheinlich kamen dabei wohl viele Chemikalien zum Einsatz. Aus bürokratischen Gründen durfte die Klimaanlage noch nicht in Betrieb genommen werden, da diese noch nicht überprüft worden war. Demnach war es extrem heiß. Ich wäre fast in Ohnmacht gefallen, so hat man mich wieder nach draußen gebracht. Tatsächlich hat man mir dann Kopfhörer gegeben, und wir haben wirklich ausprobiert, ob ich die Musik und die Audiodeskription auch von draußen mitbekommen würde. Ich saß also im Vorraum direkt am offenen Fenster und konnte die Luft genießen, weil mir wirklich elend war. Dabei konnte ich aber die Musik hören, es wurde alles genau überprüft, ob es auch funktioniert. Die Frau, die die Audiodeskription machte, gab schon mal eine Sprechprobe ab, und der Begleiter, der sich die ganze Zeit um mich kümmerte, gab ihr Handzeichen, dass ich alles verstehen konnte. Ich habe also die Stimmung, die Atmosphäre und die ganze Darbietung mitbekommen, obwohl ich in einem ganz anderen Raum saß, und obwohl ich gar nichts sehen konnte. Der Begleiter hat mir dann auch noch eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt. Das Thema waren verschiedene Tanzstile von den fünfziger Jahren bis jetzt. Die Darsteller, teilweise im Rollstuhl und teilweise Fußgänger und Fußgängerinnen, trugen bestimmte Gegenstände herum und benutzten sie, um damit Tanzeinlagen zu geben. Sogar Breakdance wurde vorgeführt, das war klasse. All dies wurde mir genau beschrieben. Es war wirklich wunderbar, die Leute klatschten, sie jubelten, und ich konnte die ganze Stimmung mitbekommen. Ich war wirklich zutiefst gerührt, dass man es wirklich allen recht machen konnte, und dass wirklich die Bedürfnisse von allen Menschen vollständig erfüllt werden konnten. Ich habe wirklich alles auf einmal gehabt, ohne, dass ich Abstriche machen musste. Danach wurden dann die Fenster geöffnet, die Vorhänge waren zurückgezogen, und es kam Luft herein. Es gab dann einen Durchzug, da das Fenster, an dem ich gesessen war, auch noch offenbar. Das brachte sehr viel frische Luft herein. Die Choreografin zeigte noch einige Tanzschritte und Bewegungen, mein Begleiter konnte mir dies aber nicht wirklich erklären, und ich hüpfte nur etwas herum. Also tanzen ist nun wirklich nicht unbedingt das, was für mich infrage kommt, in dieser Hinsicht bin ich nicht fähig für die Inklusion. Aber sie meinten, Hauptsache, es macht Spaß. Ich könnte aber in so eine Gruppe wie in vielen anderen Gruppen auch nicht mitmachen. Aber dennoch war es ein toller Nachmittag, denn sie haben sich extrem um mich bemüht und wirklich versucht, das Beste für mich und alle anderen heraus zu holen. Das war eine wirklich super Erfahrung. Danach wartete ich ewig auf den Taxifahrer, und mein Begleiter blieb bei mir. Ich rief dann an, und der Fahrer kam, nachdem er erst einmal zur Apotheke gefahren ist. Er erzählte mir doch tatsächlich, dass es ihm auch elend war, dass er Migräne bekam, und dass er anhalten musste, weil ihm schwarz vor Augen war. Und das geschah genau zum gleichen Zeitpunkt, als ich fast in Ohnmacht gefallen wäre. So etwas nennt man dann wohl Synchronizität. Wenn es nicht so unangenehm gewesen wäre, wäre es faszinierend gewesen, wie gleich und wie zeitgleich wir doch tickten. Wenn man sich gut kennt und ähnlich gestrickt ist, kommt das wohl vor. Wahrscheinlich hatten wir dieselbe Wetterfühligkeit. Aber ich kam dann gut nach Hause, ich war nur etwas traurig darüber, dass mein tolles Kleid gar nicht wirklich so zur Geltung kam, weil es so sehr geregnet hatte. Aber trotzdem war es wunderbar und eine lohnenswerte Erfahrung. Jetzt wird ein online Workshop für blinde angeboten, es ist kreatives Tanzen. Beim ersten Mal habe ich etwas gezweifelt, denn zuerst wurden ziemlich viele Körperübungen und Übungen der Wahrnehmung gemacht, die ich aus dem Yoga kenne, und die ich jetzt bei einem Tanzworkshop nicht vermutet hätte. Danach wurde schon etwas getanzt, nachdem wir einige Varianten von verschiedenen Schritten oder Bewegungen im Raum durchgegangen waren, die für mich ganz selbstverständlich sind, wie zum Beispiel erst die Zehenspitzen aufsetzen und dann die Fersen und umgekehrt. Am Ende wurde aber recht angezogen, dann wurde der Salsa-Schritt erklärt, und es wurde auch noch angeregt, die Arme mitzubenutzen. Ich habe noch nie Salsa getanzt, und es ging doch relativ schnell. Ich habe ja Probleme mit der Koordination, ich kann noch nicht mal mit den Armen Schlenkern, wenn ich laufe, und wenn ich mich auf einen bestimmten Schritt konzentrieren muss, würde ich komplett rauskommen, wenn ich dann dazu auch noch die Arme bewegen müsste. Beim letzten Mal habe ich es ausgelassen, jetzt werde ich es aber wieder mal versuchen und wieder mitmachen. Ich bin gespannt, was dann geboten wird. Wenn mit mir jemand das Tanzen üben würde, müsste er sehr geduldig sein. In unserer Theatergruppe hat mal eine den Walzer Schritt auf meinen Oberschenkeln geklopft, das habe ich sofort verstanden. Sie hat einfach beide Hände genommen und die Bewegungen gemacht, das hat mir sofort ein geleuchtet. Das hat sie ganz intuitiv so gemacht. Aber ich denke, ich würde ja keinen Tanzpartner finden, und dann müsste man auch sehr geduldig mit mir als Einzelperson arbeiten, weil ich in einer Gruppe ja nicht mitkomme, und wenn ich das dann geübt hätte, wen hätte ich dann, der mit mir Salsa, Walzer oder was auch immer tanzen würde? Als Jugendliche hat mich das absolut nicht interessiert, ich wollte einfach nur frei tanzen. Mir war das zu bieder und zu spießig, und ich war auch nie in einem Tanzkurs. Eine unserer blinden Mitschülerinnen war im Tanzkurs und kam jedes Mal weinend nach Hause, weil nie jemand sie aufgefordert hat. Das hat mich schon abgeschreckt, und ich wollte einfach nur meinem Inneren Ausdruck geben und tanzen und mich bewegen, wie mir war, mich austoben und überschüssige Energie loswerden. Damals interessierte mich das also nicht, feste Schritte zu lernen. Ich war auch dafür nie geschickt genug. Wäre aber schön, wenn ich ab und an mal jemanden hätte, der mir das zeigen kann. In einer Tanzgruppe wäre ich aber hoffnungslos verloren. Wenn wieder mal so eine Darbietung ist, werde ich natürlich wieder hingehen, denn sich das anzuschauen bzw. anzuhören ist wirklich ein Erlebnis, ein Vergnügen und ein Genuss.

Ausflug in die Natur

Zuerst waren wir Anfang Juni im Wald. Ich hatte gedacht, dass der Ausflug länger geht. Wir haben uns an einer Straßenbahnhaltestelle getroffen und sind bis zum Ende gefahren, wo uns dann ein Förster begrüßt hat. Es gab sogar im Wald ein größeres Haus mit wunderbaren sauberen Toiletten. Wir wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, diese nochmals zu benutzen. Ich dachte, vielleicht hat er schlechte Erfahrungen, dass Leute einfach wild pinkeln. Wenn ja, wäre das wirklich eine Schweinerei im wahrsten Sinne des Wortes. Als erstes konnten wir den längsten Baumstamm der Welt anschauen, allerdings lag dieser auf der Erde lang gestreckt, denn sonst hätte es Ärger mit dem benachbarten Flughafen gegeben, so hoch war er. Wir sind daran entlanggelaufen, ich habe allerdings nun die Höhe vergessen, weil es doch schon länger her war. Während unseres Rundganges durften wir verschiedene Blätter anfassen, und es wurden uns auch einige Nadelbäume und der Renn leicht erkennbare Nadeln gezeigt. Zum Beispiel die Kiefer, deren Nadeln immer als Paar angeordnet sind und lang und spitz zulaufen. Auch bekamen wir einige Tannenzapfen in die Hand, und einer wurde als eine Art Mikrofon herumgereicht, wenn jemand beispielsweise bei der Vorstellungsrunde etwas sagen wollte. Im Wald haben wir verschiedene Bäume mit unterschiedlicher Rinde angefasst. Und uns wurde erklärt, dass man das Wachstum der Bäume steuern kann, indem möglichst viel Licht oder möglichst wenig Licht gelassen wird, die Bäume eng oder weiter weg voneinander gepflanzt werden, wenn man sie breiter oder höher möchte. Zum Ende hin lief und sogar ein kleines Eichhörnchen über den Weg. Danach durften wir noch in ein Haus, wo uns Tierstimmen vorgeführt wurden. Wir durften auch Pelze anfassen. Erstaunlich war, dass das Reh im Winter ein weißgraues dickes Fell hat, im Sommer ist es mehr braun und viel dünner. Man hätte glauben können, dass es sich um zwei verschiedene Tiere handelt. Auch das Fell eines Fuchses durften wir anfassen. Auch das Borstenkleid eines Wildschweins durften wir anfassen, ich war überrascht, dass die Stacheln eigentlich gar nicht so hart waren. Somit konnten wir verschiedene Stimmen hören und verschiedene Fellarten berühren. Die Geweihe hätten wir auch anfassen dürfen, aber diese kenne ich von zu Hause, da einige in unserer Familie früher Jäger waren. Daher hängen einige dieser Exemplare an der Wand, und man muss aufpassen, sich nicht den Kopf zu stoßen. Der Rundgang, der sehr erholsam war, endete schon am Mittag. Den Assistenten hatte ich aber bis abends gebucht, sodass wir noch Zeit hatten. Ich dachte, wir nehmen den Bus in die entgegengesetzte Richtung, weil wir sonst sehr lange hätten warten müssen, und es sehr heiß war. Ich nahm an, dass der Bus nur an einigen Haltestellen anhält, da manche Busse nur wenige Haltestellen anfahren, und wir schnell im Nachbarort sind und wieder umdrehen. Allerdings war es genau einer von denen, die überall anhalten, so wären wir, wenn wir wieder mit zurückgefahren wären, weil ich ja nicht mehr in der Sonne stehen wollte, erst in 2 Stunden dort gewesen, wo wir eigentlich ursprünglich hinfahren wollten, nämlich nach Hause. Wir hatten beide nicht bedacht, dass ja am Samstag die Busse nicht so oft fahren, und es war schon glühend heiß, deswegen hatte ich mir gedacht, wir warten jetzt nicht auf unseren Bus sondern nehmen den nächst besten, egal in welche Richtung, und wir können ja dann immer noch umdrehen und zurück fahren. Aber der hielt an jedem Baum, wir wären also in 1 Stunde erst in der entgegengesetzten Richtung gewesen und 1 Stunde später dann zu Hause. Ich schätze immer alles falsch ein, als wir eingestiegen waren, meinte der Assistent, er hätte sich schon denken können, dass der Bus überall hält, und dass wir 1 Stunde für eine Richtung brauchen. Ich werde das nie lernen, und wir testen mich jetzt auch auf Lernbehinderung. Drum entschieden wir uns dann, am Zielort auszusteigen und einen Kaffee zu trinken. Ich wollte auch unbedingt mal in den dortigen Park, der sehr schön ist. In der Stadt war dann auch noch ein Fest, einige politische stände waren ebenfalls aufgestellt, und es sollte noch eine Musikgruppe spielen, die hat aber so lange ihre Instrumente und die Anlage eingestellt, dass wir dann doch lieber mit dem Zug nach Hause gefahren sind. Zu Hause haben wir dann noch einige andere Dinge erledigt, die auch anstanden, so war es gut, dass ich irrtümlicherweise bis 18:00 Uhr Hilfe reserviert hatte. Ende Juni waren wir dann, eine Assistentin und ich, mit einer Busfahrt einer unserer Seelsorge- Organisationen für blinde, in einem Nachbarort, wo es einige interessante Dinge zu entdecken gab. Zum Beispiel wurde erst einmal eine Stadtführung angeboten, wobei wir uns in zwei Gruppen einteilen konnten. Die einen sind in eine Drahtzieherfabrik gegangen, die anderen haben die Stadtführung gemacht, danach wurde gewechselt. Der Ort ist nicht sehr groß, sodass wir schnell beide Führungen genießen konnten. In der Drahtzieherfabrik erklärte man uns, dass eine Frau aus einer fremden Stadt dort eingezogen war, den Besitzer heiratete und dann das Regiment in dem Unternehmen führte. Es wurde uns außerdem auch noch erklärt, warum es fadenscheinig heißt. Bei einem Goldfaden darf nichts durchscheinen, denn sonst sieht man, dass er weniger Wert hat. Auch durften wir einige Weihnachtsprodukte anfassen, die immer noch auf den Weihnachtsmärkten verkauft werden. Einige der Maschinen konnten wir ebenfalls berühren, und dann schaltete der Mann, der uns durch die Fabrik führte, einmal eine der ganz großen Maschinen ein, sodass wir den Lärm hören konnten. Außerdem wurde uns noch eine Landkarte gezeigt, in die Fähnchen eingesteckt waren, welche anzeigten, wohin überall geliefert wurde. Während der Busfahrt wurde das Essen aufgeschrieben. Ich hatte schon meiner Assistenz gesagt, dass die Dame, die das übernahm, an uns vorbeigegangen war. Die Assistenz war aber schlecht drauf und ziemlich mürrisch und meinte, warte doch, die kommt schon noch. Irgendwann muss sie dann wohl selbst registriert und realisiert haben, dass wir nicht mehr mit aufgeschrieben werden, daher ging sie dann nach vorne. Die Frau war erleichtert, denn sie hatte schon bemerkt, dass ihr jemand fehlte, und sie hatte sich schon gewundert, daher war meine Aufforderung an meine Assistenz berechtigt gewesen, das zu klären. Ich gehe immer gerne mal unter, das kenne ich schon, deswegen warte ich da nicht lange. Nach der Stadtführung und der Drahtzieherfabrik ging es in ein Restaurant, in dem ich die bestellten wunderbaren Spinatknödel zu essen bekam, einen davon nahm ich mit, weil die Portion sehr groß war. Es stellte sich raus, dass die Wirtin, die sehr nett war, früher Heilerziehungspflegerin war. Man merkte, dass sie gut mit Behinderten umgehen konnte. Das Essen war gut und auch die Bedienung. Sie hat sich auch toll mit uns unterhalten. Danach ging es weiter zu einem Ziegenhof. Dort wurden wir mit Musik, Akkordeon und Gesang begrüßt. Wir durften bei den jungen Geißen stehen bleiben, die hinter einem niedrigen Bretterzaun waren. Die wurden immer frecher und mutiger, sie bissen in den Ärmel und versuchten, alles anzunagen und an zu knabbern, sodass ich mit meinem Armband meiner Uhr und einem Armreif vorsichtig sein musste. Währenddessen erklärte uns der Bauer, dass im Jahr ungefähr um drei König herum bis zu 40 neue Zicklein geboren werden. Einige der Zicklein sind genetisch schon so gezüchtet, dass die Männchen keine Hörner mehr haben. Ich habe dann gefragt, wie das so ist, ob die ansonsten mit den Hörnern geboren werden, und mir wurde erklärt, dass die Hörner erst wachsen. Ich habe dann gefragt, ob das weh tut, sowie bei den Babys die Zähne, denn man würde wahrscheinlich merken, wenn die Männchen dann sehr laut schreien. Alle, außer ich natürlich, haben dann im Chor geantwortet, nein, das tut doch nicht weh, dass tut doch nicht weh. Ich kam mir wieder mal dumm vor. Ich hätte verstanden, wenn das die Ziegen so im Chor gemeckert hätten, aber die können ja nicht sprechen, aber ihnen hätte das besser gestanden. Der Bauer hat dann noch erzählt, dass die Ziegen dann geschlachtet werden, wenn sie keine Milch mehr liefern, weil er ja wirtschaftlich denken muss. Er sagte das so lustig, dann rede ich mit den Ziegen, und dann dürfen sie Autofahren. Wir wurden dann noch zum älteren Bauern gebracht, der uns noch einiges erklärte, aber er war schwer zu verstehen. Meine Assistentin zeigte mir einen Heuhaufen, und weil ich dann etwas sagte, schrie er dann ganz laut Ruhe, was ich ziemlich unhöflich fand. Aber ich Ecke überall an. Ich fand es nicht in Ordnung, seine Gäste so an zu schreien wie eine Schulklasse. Dies passiert mir aber oft, dass man mich wie einen lausig jungen behandelt, den man am Schlawitchen packt. Ich fühle mich immer wie eine Verbrecherin oder jemand, der dauernd Ärger macht. Immer ziehe ich den Ärger auf mich. Danach gingen wir zum Kaffeetrinken, uns wurden mehrere Kuchen und Torten angeboten. Dabei sang dann die Ziegenwirtin und erzählte einige Witze, aber den dortigen Dialekt, obwohl sie nur einige Ortschaften weiter entfernt sind von uns , konnte ich kaum verstehen. Ich habe mir dann noch sehr guten Ziegenkäse gekauft. Ich fand es insgesamt wirklich schön und interessant. Den Ziegenkäse habe ich besser vertragen, weil ich ja Neurodermitis habe, als den von der Kuhmilch, drum haben wir jetzt ausprobiert, damit ich nicht gänzlich auf Käse verzichten muss, ob ich ab und an mal Ziegenkäse essen kann, bisher lässt es sich gut an. Das war also eine gute Inspiration.

Ausflug für Cineasten

Anfang Mai bin ich zu einem Ausflug mitgegangen mit einem Assistenten, wobei es um eine Ausstellung zum Thema die Geschichte des Films ging. Dabei sollte auch eine bekannte Hörfilmbeschreiberin zugegen sein, die ich dann später für unser Radio Projekt interviewen konnte. Es war sehr interessant, ich hatte schon einmal eine Ausstellung in diesem Museum besucht, damals ging es um einen Maler, einen Sohn dieser Stadt, der eine Ausstellung zum Thema Katzen gemacht hatte. Damals hatte ich ein Plakat der Ausstellung bekommen, es war der Kater Murr von E.T. A. Hoffmann, dessen Bücher er unter anderem illustriert hatte. Wir sind mit dem Zug hingefahren, am Bahnhof wurden wir dann von der Museumspädagogin abgeholt. Diese ist mit der Filmbeschreiberin befreundet, die schon vor Ort war. In dem Museum stand ein riesengroßer alter Filmprojektor, es waren sogar zwei Filmprojektoren über einander. Man konnte sie aber kaum anfassen. Sie waren zu hoch, leider, aber mein Assistent hat sie mir etwas beschrieben. Es waren zwei riesengroße Spulen, der Film ging wohl über eine Nonne. Das Gerät war aber ein bisschen dreckig. Aber interessant war es in jedem Falle. Wir erhielten dann die Information, dass es schon 1895 in Berlin das erste Kino gab, und in dieser Stadt, in welcher wir das Museum besuchten, hatte um 1909 herum ein Kino eröffnet. Dann erfuhren wir noch, dass es seit 1927 den ersten Film mit Ton gab, es waren The Jazz Singers. Leider kann ich mich nun nicht mehr erinnern, wie die Technik heißt, bei der Geräusche nachgearbeitet werden. Aber diese Technik existiert heute noch. Beim Film wird nämlich vieles so aufgezeichnet, das es zu leise wäre, und daher müssen die Geräusche teilweise noch von Hand nachbearbeitet werden, was aber heute häufig von digitalen Dateien übernommen wird. Wir erhielten dann noch ein einen Vorgeschmack auf Psycho von Hitchcock, es war die Szene in der Dusche, und die Beschreibung war so exzellent, dass man sich alles wirklich plastisch vorstellen konnte. Den Film hatte ich schon gesehen, er ist auch wirklich gut beschrieben. Im Restaurant durfte ich dann die Filmbeschreiberin interviewen. Das haben wir dann nach dem Essen gemacht, das war allerdings eine dumme Entscheidung von mir. Ich dachte, ich würde ihrer dann vielleicht womöglich nicht mehr habhaft werden, weil wir dann mit dem Zug nach Hause mussten, und da standen ja noch andere Dinge auf dem Programm. Die Geräuschkulisse war so hoch, und am lautesten war leider die Museumspädagogin, die mir dieses Interview zugesagt hatte. Die haben am Nebentisch dermaßen gelacht und dabei so stark gekreischt, dass ich schon regelrecht verärgert war. Dennoch konnte ich danach das Interview so schneiden, dass man davon nicht mehr so viel mitbekam. Außerdem hat unser Medienpädagoge ein Programm gefunden, bei dem man Nebengeräusche nun mit Künstliche Intelligenz herausschneiden kann. Leider kann man dies aber immer im Abschnitt von nur 10 Minuten. Das bedeutet, man muss dann das Interview zerschneiden und die einzelnen Stücke hin senden und bekommt dann die von der KI korrigierte Version zurück. Klang aber gar nicht so schlecht. Bei der Diskussion zum Thema Hörfilm wollte ich da nicht mitmachen, denn ich hatte ja die Filmbeschreiberin schon ausführlich interviewt, sodass ich da nichts mehr Neues erfahren würde. Daher entschied ich, dass mein Assistent und ich einen Kaffee trinken gehen wollten, weil die Zeit nach dem Essen bis zu diesem Programmpunkt doch sehr knapp war, und ich hatte mir irgendwie einen Kaffee eingebildet. Wir aßen ein gutes Stück Kuchen und tranken einen Kaffee in der Nähe. Ich war etwas genervt, weil mein Assistent darauf beharrte, dass er unbedingt mit seiner Debitkarte bezahlen musste, statt dass er einfach das Bargeld hergegeben hatte. Die mussten dann ein anderes Gerät holen, weil es nicht funktioniert hat. Das war ziemlich umständlich. Als ich dann fragte, wo ich auf Toilette gehen konnte, und vielleicht jemand mit mir mitgehen könnte, da meinte der Kellner, da unten nächste Treppe, anstatt dass er einfach seine Kollegin gerufen hätte, wie ich ihn gebeten hatte. Also man darf dem Personal die Zeit stehlen, indem man wegen ein paar Euro mit seiner Karte bezahlt, auch wenn das Teil kaputt ist, aber als behinderter darf man nicht darum bitten, dass jemand sich die Zeit nimmt, einen auf die Toilette zu führen. Also hat mein Assistent mich zur Toilette gebracht. Ich war aber ziemlich sauer, weil ich mir so schwer tat, die Seife und alles zu finden, und er hatte gar kein Verständnis dafür, dass ich mir da besonders schwertat, er behauptete, das sei doch keine Kunst, obwohl ich ja zusätzlich zur Blindheit auch noch Wahrnehmungsstörungen habe. Ich greife nämlich immer erst einmal in die falsche Richtung. Außerdem gab es da so einen gruseligen Hände Trockner, indem man die Hände direkt hineinstecken musste. Ich hatte Angst, ich dachte, das ist wie bei einem Shredder, und irgendwann bekommt man die Finger in den Ventilator und zieht eine Hand ohne Finger raus. Mir war das unheimlich, und dafür hatte er auch wenig Verständnis. Als wir zurückkamen, war die Diskussion noch im Gange, aber sie hörte gerade auf. Die Hörfilmbeschreiberin saß dann hinter mir, als wir auf eine Filmvorführung mit Audiodeskription warteten. Sie hatte noch etwas über barrierefreie Theaterbesuche erzählt. Ich hatte mit ihr bei dieser Gelegenheit auch darüber gesprochen, hatte aber dann in diesem Moment auf einmal den Eindruck, dass sie irgendwie etwas genervt und zugeknöpft war, drum habe ich nicht weiter mit ihr gesprochen. Zu Beginn war sie aufgeschlossener und freundlicher. Wir hatten irgendwie über die Kosten von barrierefreien Museumsbesuchen und Ausstellungsbesuchen gesprochen, und dass diese Einrichtungen sich immer mehr darauf verlegen, einfach nur einen Barcode hinzukleben, damit die Blinden den dann mit dem Mobiltelefon ablesen müssen. Das untergräbt eigentlich die Barrierefreiheit, weil sie dann nichts mehr tun müssen. Wir sahen dann einen Film, wo eine Fußballmannschaft aus Samoa, die noch nie gewonnen hatte, einen glücklosen amerikanischen Trainer erhielt, und der hat dann natürlich mit Ihnen gewonnen. Das war nun wirklich ein Plot, den man ab der 1. Sekunde durchschauen konnte. Eigentlich habe ich es bereut, dass ich nicht erst mit den anderen über Audiodeskription diskutiert habe und dann, als dieser Hörfilm kam, mit dem Assistenten einen Kaffee getrunken habe. Als dann der Film zu Ende war, hätten wir noch 1 Stunde Zeit gehabt, bis der nächste Zug gefahren ist, demnach war dies weder eine schlechte Entscheidung, das Interview während des Essens zu führen, denn die Filmbeschreiberin war dann noch lange bei uns dabei. Dieses Kino hat erwogen, Hörfilme über den Lautsprecher, also offene Audiodeskription anzubieten, was ich wesentlich leichter finde, als wenn man über Kopfhörer oder mit der App Greta arbeiten muss, wo man dann immer zittern muss, dass der Akku leer wird, oder dass die Technik nicht mehr funktioniert. Da fahre ich lieber mit dem Zug oder mit meinen Taxi scheinen diese vielen Kilometer zu diesem Kino, als dass ich mir das antue, in meiner eigenen Stadt einen Kinobesuch zu machen. Ich habe ja in meinem Beitrag hier auf diesem Blog „Kino für die Nerven“ schon einiges dazu erzählt. Dann habe ich mir ein Mineralwasser gekauft, und ich hab mich so über mich selbst geärgert, denn der Assistent meinte, er würde sich das am Bahnhof kaufen. Ich sagte nun ja, ist ja egal wo, ob am Bahnhof oder hier, ich habe Durst, das kostet sicher genauso viel. Und dann war es tatsächlich mit vier Euro doppelt so teuer wie am Bahnhof. Ich bin wirklich doof, er meinte, das ist doch wie bei einem Restaurant, das ganze Kino ist sozusagen Gastronomie. Ich mache immer alles falsch und entscheide immer alles verkehrt. Ich werde niemals aus Erfahrungen lernen. Ich habe immer das Gefühl, alles, was ich lerne, vergesse ich wieder, und alles Neue, was ich höre, bleibt sowieso nicht mehr haften, und ich mach sowieso immer wieder dieselben Fehler. Zumindest hat sich jemand das Interview mit der Filmbeschreiberin angehört und mich sogar angerufen, nachdem ich die Sendung in unserer Liste bekannt gemacht habe. Das fand ich toll. Wenn ich nur ansonsten im Leben auch so gut wäre wie bei den Sachen im Radio.

Mittwoch, 1. Mai 2024

Einmal verwöhnen lassen

Letztes Jahr ist sehr viel passiert, es gab sehr viele Kämpfe, von denen ich unter anderem auch in meinem Blog berichtet habe. Das Schlimmste war, dass ein Familienmitglied urplötzlich an Krebs verstorben ist. Dies ging überraschend schnell und brutal vonstatten, ich konnte das Familienmitglied noch zweimal im Krankenhaus besuchen und durfte das Familienmitglied bei noch klarem Verstand am Telefon sprechen. Bei meinen Besuchen war das leider wegen Unruhe- und Verwirrtheitszuständen nicht der Fall. Alldem ging ziemlich viel durcheinander voraus, wobei ich erst große Mühe hatte, die nötigen Informationen von den Beteiligten zu erhalten. All dies war für uns alle ein großer Stress und ein großes Leid. Zum Glück ist das Familienmitglied wenigstens friedlich eingeschlafen. Kurz vor der Beerdigung musste dann auch ich noch ins Krankenhaus, worüber ich im vorherigen Beitrag berichtet habe. Zum Glück hat man nichts Ernstes gefunden, aber nach all dem, was wir vorher allesamt durchgemacht hatten, hatte ich schon große Ängste. Ich konnte dann aber doch überraschend schnell nach Hause,, und ich konnte auch den Gottesdienst der Beisetzung musikalisch mit Gitarre und Querflöte mitgestalten. All dies war im Oktober und Anfang November, die Ereignisse überschlugen sich also innerhalb weniger Wochen. Nach diesem Jahr wollte ich einfach einmal nicht kämpfen und nicht immer alles selbst machen müssen. Wenn ich zu Hause ein schönes Leben haben will, muss ich mich in zwei Personen aufteilen, den Butler und Miss Sophie. Da der Butler sich anstrengt, profitiert Miss Sophie, die ich in Personalunion mit dem Butler bin, relativ wenig davon. Im Sommer habe ich häufig mein Tablett für das Frühstück beladen, Brote geschmiert, Kaffee gemacht, das Nötige mit rausgenommen, innerhalb von ebenso 20 Minuten war alles, was ich nüchtern und hungrig innerhalb von 20 Minuten vorbereitet hatte, aufgegessen. In meinen Zwanzigern war ich einmal auf einem Seminar, wo eine Frau meinte, wie herrlich es doch sei, sich einmal an einen gedeckten Tisch setzen zu dürfen. Ich war damals erst seit wenigen Jahren dem Internat entwachsen, und daher war ich glücklich, dass ich selbstständig all das vorbereiten durfte, was ich mir selbst aussuchte und essen wollte. Daher hatte ich damals für ihre Äußerung wenig Verständnis, und sie meinte, eines Tages wirst auch du es zu schätzen wissen, dich an einen gedeckten Tisch zu setzen. Daran denke ich noch häufig. Und einer meiner größten Wünsche war es im letzten Jahr, mich einmal an einen gedeckten Tisch setzen zu dürfen. Ich bekomme zwar Essen auf Rädern, aber einmal einen schön für mich vorbereiteten und gedeckten Tisch vorzufinden mit all den Sachen, die jemand anderer für mich hingestellt und hergerichtet hat, das werde ich in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr erleben, wenn ich realistisch bin. Ein schönes Frühstück beinhaltet Vollkornbrot oder -brötchen, Sesam- oder Mohnbrötchen, geschnittenes Gemüse, vielleicht noch ein Ei, vegetarischen oder begannen Brotaufstrich, Schnittlauch auf dem Brot, Honig oder Marmelade, Kaffee mit Milch und vielleicht noch ein Stück Obst hinterher. Dazu habe ich ja jetzt zum Glück meine Kitchenette. Dieses Gerät ist wirklich ein Wunderwerk der Technik und bereitet wunderbaren Salat und Obstsalat zu. Der Abwasch dieses Gerätes und seines Zubehörs ist schnell getan, das ist das geringste Problem. An Weihnachten habe ich mir jedes Mal in den letzten Jahren ein Menü anliefern lassen, denn ich wollte es ja auch mal ein bisschen schön haben. Wenn ich es mir zum Kaffee schön machen will, dann mache ich selbst den Milchschaum, ich backe alles an Gebäck auf, oder ich habe Joghurt und Obstsalat, wobei ich festgestellt habe, dass ich Joghurt nicht gut vertrage. Das Essen auf Rädern ist schon eine große Erleichterung, aber trotzdem möchte ich es mir ja auch zwischendurch schön machen, abends bereite ich mir einen koffeinfreien Kaffee zu, schneide Obst und hole mir ein Stückchen Schokolade oder einen Keks dazu, nicht immer aber manchmal. All das muss ich ja dann sorgfältig vor den Fernseher balancieren. Hinterher muss natürlich alles abgespült werden, der Milchschäumer für den nachmittäglichen Cappuccino, die Teile für den Kaffee Vollautomaten, all das Geschirr etc. Das hört sich zwar wenig an, aber während des Frühstücks muss ich dann mehrfach aufstehen, um die einzelnen Sachen zu holen, oder um nicht mehr gebrauchte Sachen schon einmal in den Kühlschrank zurückzustellen. Gemütlich ist da meistens anders. An manchen Tagen bin ich dann bis zum Kaffeetrinken schon so kaputt, dass mir dann der ganze Becher mit dem heißen Kaffee auch noch umkippt und über den Schoß fließt. Das passiert zum Glück nicht häufig. Häufig höre ich dann von Leuten, du hast doch Zeit, dass die Vorbereitung all dieser Leckereien aber zum einen bei mir mindestens doppelt so lange dauert wie bei nicht behinderten Menschen, dass sie keiner. Außerdem muss ich ja sonst schon immer um viele Sachen kämpfen, und da möchte ich wenigstens Gemütlichkeit beim Essen haben. Wenn ich mir einen schönen Filmabend bescheren möchte, muss ich, um einen Film von 90 Minuten in der Mediathek zu finden, manchmal sogar fast 1 Stunde vorher suchen, bis ich ihn habe, weil ich mir da ja eher schwertue, Sachen zu finden. Bei manchen Serien haben wir geübt, da haben wir die Serie in der Mediathek gekennzeichnet, so dass ich sie schnell wiederfinde, und daher das Auffinden schon etwas schneller geht. Sonst vergeht einem wirklich die Lust daran, es sich schön zu machen. Außerdem bewirte ich ja häufig andere Leute, wenn diese zu mir zu Besuch kommen, mache ihnen den Kaffee, springe mehrmals auf, um etwas nachzulegen, und ich muss ja auch dann alles entweder vorher beim Bäcker kaufen und bezahlen oder auf backen. Die einzige Möglichkeit, dass auch ich einmal bewirtet werde, ist dann, wenn ich zu einer Veranstaltung der Behindertenseelsorge oder beim Blinden- und Sehbehindertenverband gehe. Da fühle ich mich dann wie eine alte Frau, die sich freut, auch einmal mit Kaffee und Kuchen verwöhnt zu werden. Schon länger war ich nicht mehr im Urlaub, zum einen grassierte ja Corona, und zum anderen hab ich nicht mehr so sehr die Kraft, mich überall durch zu fragen und zu viel Energie aufzubringen, alles zu organisieren, mich vor Ort dann durchzuschlagen, wie ich das früher, bevor ich Nierenpatientin wurde, ohne weiteres getan habe. Früher wollte ich nie in die sogenannten blinden Hotels, ich konnte das nie verstehen, warum Menschen immer in denselben Ort in Urlaub fahren. Mittlerweile verstehe ich das, man kennt sich aus, man muss sich nicht jedes Mal wieder neu durch kämpfen und wieder alles neu erarbeiten, und wenn man sich dann alles drauf geschafft hat, darf man wieder nach Hause fahren. Ich war einmal in einem blinden Hotel auf einem Seminar, damals hieß es, dass eine der Teilnehmerinnen ihr Zimmer wird vorzeitig räumen müssen, die Frau wird aber vorher informiert, diese Frau war natürlich ich. Informiert wurde ich nicht, ich fand meine noch offene Reisetasche in einer Abstellkammer, die paar fehlenden Gegenstände, die noch draußen herum standen, hatten die Zimmerleute von sich aus einfach angefasst und in die Tasche gepackt, sie waren einfach reingekommen und haben das erledigt. Ich dachte mir damals, vom Kur- und Erholungsheim sind wir noch nicht so weit weg, wie man sich das wünschen würde. Dies war aber dieses Mal, als ich wieder hin fuhr, ganz anders. Ich rief dort an, man hat mir sofort die Adresse eines Taxiunternehmens gegeben, welches mich pünktlich und gemäß meiner Vorbestellung abholte. Mit Hermes hatte alles geklappt, das hatte ich über die Bahn organisiert, ich habe zwar einen Hermes Shop in der Nähe, ich wollte es aber lieber direkt bei der Bahn machen, damit alles in einer Hand ist. Die Frau am Telefon bei der Bahn war dann auch recht nett, und da Hermes über Weihnachten einige Tage Feiertag machte, habe ich dann noch mit dem Hotel abgeklärt, dass Hermes mein Gepäck auch erst einen Tag nach meiner Abreise holen könnte, und mein Koffer so lange dortbleiben durfte. Man würde sich darum kümmern, auch wenn ich nicht mehr vor Ort sei. Ich hatte große Sorge, aber diese war zum Glück unbegründet, der Koffer wurde bei mir zu Hause pünktlich abgeholt, ich hatte zwar ein Zeitfenster mit gebucht, welches fünf Euro mehr kostete, trotzdem kam der Hermesbote schon früher, zum Glück hatte ich am Vortag bereits gepackt, sodass ich dem Boten schon mein Gepäck mitgeben konnte. Bei der Ankunft konnte ich gleich einen ganzen Kasten Mineralwasser bestellen, welcher wunschgemäß auf mein Zimmer geliefert wurde. Zuerst habe ich ihn nicht gefunden, aber eine von den Damen aus dem Speisesaal ging mit mir nach oben und fand den Kasten in einer Ecke stehend. Ich wollte dies so, denn wenn ich jedes Mal am Abend beim Ausschank etwas getrunken hätte, wäre das teurer gewesen, und ich wollte ja eigentlich einfach nur dort Freizeit verbringen, meine Bücher lesen, Hörbücher hören und sonst nichts machen. Mit dem Kasten hatte ich dann die volle Kontrolle über meine Ausgaben, denn sonst würde man immer die Rechnung aufs Zimmer buchen, und am Ende hätte man dann eine böse Überraschung. Das wollte ich vermeiden, und vorwiegend trinke ich ja sowieso nur Mineralwasser, und das konnte ich auch gut und gern im Zimmer trinken, wo ich dann auch gleich meine Medikamente nehmen konnte. Nach dem Mittagessen gönnte ich mir noch einen Cappuccino, das hielt sich aber in Grenzen. Da eine Freundin von mir ein paar Tage später Geburtstag hatte, fragte ich gleich nach, denn man hatte dort sehr viele schöne Produkte, unter anderem Badezusätze, Duschgel, Pralinen, Tee etc. Die Frau an der Rezeption zeigte mir alles bereitwillig. Ich fragte, ob sie eine kleine Schachtel hätte, da ich alles gleich verschicken wollte. Auch die hatte sie, und ich bat sie darum, dass sie die Sachen zur Post bringen lässt. Normalerweise geht das nicht, aber sie können morgen mit einer Gästebetreuerin zur Post gehen. Die Gästebetreuerin sprach ich dann an, und diese bot an , sie könne auch das Paket gleich heute Abend mitnehmen, und ich sollte ihr dann später das Geld für das Porto geben. Das fand ich total nett, da ich mir dann die Kosten für die Zeit Sparte, die ich die Frau sonst hätte buchen müssen. Natürlich gab ich ihr ein Trinkgeld für diesen Service. Als ich dann bei Tisch saß und diese Begebenheit erzählte, wunderten sich meine Tischnachbarn, denen man diesen Service nicht hat angedeihen lassen, vielmehr habe man ihnen gesagt, an der Rezeption würde man grundsätzlich keine Pakete annehmen und für die Gäste versenden. Es kommt halt immer drauf an, wer gerade an der Rezeption Dienst hat, dazu noch später. Nachdem dann die Rezeptionistin mit mir all das mit meinem Paket geregelt hatte, zeigte sie mir noch das Zimmer, und später rief sie mich an, dass jetzt eine Einführungsveranstaltung stattfinden würde. Ich wurde dann mit hinübergenommen in den großen Saal, und der stand schon so unter Alkohol, dass ich vom Einatmen schon schwindelig wurde. Ich hörte mir die Auftaktveranstaltung an, ließ mich dann aber wegen Kopfschmerzen wieder zurückbringen, die ich normalerweise nicht habe. Wenn man nicht schon besoffen war, würde man es alleine durch die Dämpfe werden. Und ich vertrage relativ wenig Alkohol. Die Veranstaltung wurde von dem Küchenchef durchgeführt, der sehr lustig und unterhaltsam war, und da er aus dem Ausland stammt, war es sehr witzig, wie er einige Sachen gestaltete und sich um korrekte Aussprache bemühte. Er hat einfach ein Talent zum Alleinunterhalter. Beim Abendessen lernte ich dann eben das Ehepaar kennen, die mit mir am Tisch saßen. Am nächsten Morgen kam dann noch jemand hinzu, und das Ehepaar hatte sich sofort mit ihr angefreundet. Sie hatten ihr sofort das Du angeboten, bei mir waren sie wesentlich reservierter. Ich fragte dann, ob ich nicht auch du sagen könnte, weil ich es blöd fand, dann als einzige mit den Leuten per sie zu sein. Das wurde dann auch so angenommen. Da ich mich aber nicht wirklich an dem Tisch wohl fühlte, weil das Ehepaar immer nur die eine Frau ansprach, und ich mich jedes Mal von mir aus ins Gespräch bringen musste, bat ich darum, an einen anderen Tisch gesetzt zu werden. Ich hatte das Gefühl, dass diese Leute einer Wellenlänge entstammen, und ich gehörte mal wieder nicht dazu. Ich wurde dann also an den Tisch von drei Frauen aus dem Schwabenland gesetzt. Zunächst waren sie ganz nett und sehr freundlich, dann fing die eine an, laufend mit mir in Konkurrenz zu treten. Wenn ich erzählte, dass ich Essen auf Rädern bezog, konterte sie sofort, sie könne noch alleine kochen. Ich sagte, jeder, wie er kann. Als ich erzählte, dass ich einige Neffen und Nichten hätte, kam sie gleich damit heraus, dass sie sogar eigene Kinder hätte. Wenn ich erzählte, dass ich noch einige von den auf dem Teller im Zimmer befindlichen Keksen übrig hatte, meinte sie sofort in triumphierend-herausforderndem Tonfall, ich hab noch den ganzen Teller. Ich kam mir vor wie im Kindergarten. Egal, was ich sagte, sie wusste immer alles besser und hat dauernd mit mir gewetteifert. Ich weiß nicht, wo ich das her habe, und warum ich das habe. Ich ziehe das irgendwie an. Ich vermute, dass es doch irgendwelche morphogenetischen Felder gibt, und dass man das an sich hat, ich glaube, das kommt von der eigentlichen Welt, wie ich sie immer nenne, es gibt sicher zwei Welten, die sichtbare und die eigentliche Welt, und in der eigentlichen Welt hat jeder seinen Rang, und die Leute wollen mir einfach zeigen, dass ich in der untersten Kaste bin. Die anderen Frauen waren relativ gemäßigt und freundlich. Diese eine hatte auch dauernd etwas am Essen auszusetzen, welches vorzüglich war. Es gab mehrere Lesungen, Musik , Choraufführungen etc. Auch hier saß ich oft alleine, irgendwann platzte mir der Kragen, und ich fragte, ob ich denn aussätzig sei, weil ich immer ganz alleine in der Reihe saß. Dies passiert mir auch häufig bei Theaterveranstaltungen an meinem Heimatort, erst dann, wenn wirklich kein Platz mehr frei ist, und es nicht mehr zu vermeiden ist, setzt sich jemand links und rechts von mir hin. Ansonsten bleibt meine Reihe leer. Ich habe schon versucht, mich umzusetzen, oder ich setze mich in eine Reihe, in der schon Leute saßen, aber dann haben sich die anderen Weg gesetzt. Dieses Mal hatte dann eine Frau Mitleid mit mir, die mir schon vorher geholfen hatte , als sich ein Bonbon auswickeln wollte und es nicht schaffte wegen meiner Probleme mit der Feinmotorik, und die lud mich dann ein, dass ich doch neben ihr sitzen könne. Ich habe ihr dann zehn Euro für die CD geliehen, die nach dem Konzert verkauft wurde, die hat sie mir sehr schnell am nächsten Tag von sich aus wieder gebracht. Das war auch mal eine neue Erfahrung, weil ich meinem Geld sonst oft hinterherlaufen muss. Ansonsten hat mich kaum jemand angesprochen. Als ich einmal in dem Caféstübchen saß, um einen Cappuccino zu trinken, saß ein Mann bei mir am Tisch, er sprach kein Wort mit mir. Dann kam eine ganze Horde von Leuten, es schien, als ob sie mich gleich vom Platz werfen würden. Ich sagte, dass ich sowieso jetzt gehen wollte, weil gleich ein Markt stattfand, und den wollte ich natürlich anschauen und besuchen, weil es dort um selbst gemachten Weihnachtsschmuck ging. Also ließ ich die anderen hineinrutschen, und als ich mich wieder hinsetzen wollte, schlug mir der eine fast seinen Stock um die Ohren, und selbst wenn man blind ist, finde ich, dass man etwas aufpassen oder sich zumindest hinterher entschuldigen kann. Ich stammelte laufend, ich bin gleich weg, ich bin gleich weg, weil ich merkte, dass die es gar nicht eilig genug hatten, mich nun endlich loszuwerden. Ich hatte schon Angst vor Heiligabend, denn ich fürchtete, dass ich bei dieser Weihnachtsfeier ganz alleine sein würde. Ich hatte Glück, ich saß neben einer Frau, die sich mit dem Ehepaar angefreundet hatte, meiner ehemaligen Tischnachbarin, wenn sie alleine war, war es sehr angenehm mit ihr. Wir saßen zusammen nebeneinander, und wir haben uns über verschiedene Musikrichtungen und über verschiedene Gruppen unterhalten, die wir beide gerne mögen. Somit fragte ich sie, ob sie in unsere WhatsApp Gruppe kommen wollte, wo verschiedene Leute zusammenkommen, die gerne Musik machen und Musik hören. Sie ist nicht beigetreten, aber wir haben eine Zeit lang WhatsApp Kontakt gehabt. Der Conférencier, wieder der Küchenchef, hatte ein sicheres Gespür dafür, wie er die Leute so unterhalten konnte, dass sich jeder einbezogen fühlte. So ging er ab und zu mit dem Mikrofon herum, während wir sangen, und hielt es uns einfach unter die Nase. Das war natürlich sehr witzig. Außerdem erzählte er viele lustige Sachen und meinte, an Weihnachten sollten wir nicht traurig sein. Man merkte, dass er spürte, dass einige Leute wohl da waren, weil sie zu Hause einsam waren. An diesem Abend war das nicht der Fall. Das Essen war immer vorzüglich. So gab es zum Beispiel an Weihnachten Reis mit Maronenstückchen , die Leute, die Fleisch aßen, bekamen auch ein Stück von einer Gans. Ich hatte einen Sellerie, der schmeckte aber komisch, der Rest war super. Somit habe ich noch mal nachbestellt, und meine Tisch Nachbarinnen meinten, der eine junge Koch würde mich anlächeln und sie ganz traurig anschauen, weil ich die einzige war, die noch mal Nachschlag wollte. Einmal hatten wir sogar rote Beete mit Ananas, und ich hatte früher rote Beete gehasst, hier habe ich sie wirklich lieben gelernt. Es gab verschiedene vegetarische Küchlein, unter anderem auch Klöße aus roter Beete, die beim Kochen hell wurden, und man konnte immer von allem probieren. Das Essen war wirklich hervorragend. Die nach Speisen waren nicht immer so gut, aber meistens waren sie vortrefflich. Am Weihnachtsabend dachte ich, dass wir wieder innerhalb der normalen Essenszeiten kommen dürften. Die eine an unserem Tisch war schon die ganze Zeit, auch beim Frühstück, extrem garstig zu mir. Ich bin dann erst um 18:00 Uhr gekommen, nachdem der Küchenchef persönlich bei mir anrief, weil es hieß, man solle um 18:00 Uhr da sein, und ich dachte, man könne auch dieses Mal wie immer in der gewohnten Zeitspanne kommen. Ich wurde von der Frau gleich lautstark begrüßt, hast du wohl keine Uhr? Dann lag mehreres Besteck dar, und ich tastete, und die Frau gegenüber erklärte mir, man nimmt das Besteck immer von außen nach innen, was mir dann auch wieder einfiel. Da giftete dann gleich die Frau neben mir, so etwas weiß man. Ich holte mit dem Fuß aus und trat so kräftig wie ich konnte gegen ihr Stuhlbein. Ich musste mich sehr beherrschen, und ich hätte beim nächsten Satz beinahe ausgeholt, die Hand durchgezogen und ihr mitten in ihr Gesicht gehauen, es war wirklich nicht mehr auszuhalten, und das alles ohne Grund. Sie nutzte wirklich jeden Moment, gegen mich zu reden. Wenn ich sagte, die Suppe ist heute aber sehr heiß, weil die Suppenterinen sehr stark vorgewärmt waren, kam gleich wieder, man kann halt nicht Kalt kochen. Wenn ich sagte, das könnte sein, dass dies ein besonderer Pfeffer ist, kam sie gleich mit, oder einfach nur Pfeffer. Egal, was ich sagte, irgendwann hörte ich ihr nicht mehr zu. Der Weihnachtsabend verlief trotzdem sehr schön, und die verschiedenen Speisen waren wirklich hervorragend. Wann immer Fleisch irgendwo drin war, sprang der Küchenchef sofort her und sorgte dafür, dass ich etwas ohne Fleisch bekam. Wann immer irgendwo Alkohol drin war, und meine Tischnachbarin schräg gegenüber von mir und ich schon nur das Gesicht verzogen, sprang er schon heraus und gab uns etwas ohne Alkohol. Er war wirklich extrem aufmerksam. Ich hörte später, dass er selbst bestimmte Dinge nicht essen dürfte, und daher wusste er, wie das war. Am Ende fragte ich ihn noch halb im Scherz, ob ich ihn mit nach Hause nehmen dürfte, das ging natürlich nicht, leider. Hätte ich das Geld, ich hätte ihn gleich eingestellt. Auch jeden Morgen gab es ein wunderbares Buffet. Die Frauen kamen an den Tisch, und wir sagten, was wir wollten, und es wurde uns gebracht. Sobald wir mit einem Gang fertig waren und etwas herumschauten, kam schon jemand, um uns den nächsten Gang zu bringen. Ich sagte dann einmal zu meiner Tischnachbarin, ich verstehe gar nicht, warum du dich beschwerst, hier schmeckt doch wirklich alles. Einmal hatte ich dann einen Nachtisch, der mir nicht geschmeckt hatte, und den ich daher stehenließ. Sie hat mindestens 5 Minuten lang gekräht, siehst du, es schmeckt halt nicht immer alles, siehst du, und du sagst, schmeckt immer alles, siehst du, es schmeckt halt doch nicht immer alles, wo du das doch noch gesagt hast, siehst du usw. und sofort. Zumindest habe ich ihr am Tag nach Heiligabend beim Frühstück den Wind aus den Segeln genommen, weil ich einfach absolut nicht mehr auf sie reagierte. Das hat sich auch auf die anderen übertragen, die Frau mir gegenüber hat mich angesprochen, ich habe ihr geantwortet, und wenn die andere dazwischen gekeift hat, habe ich einfach nur mit der anderen weiter geredet, und ihr Keifen ging ins Leere. Am Ende standen die beiden Frauen mir gegenüber auf, umzugehen, und ich stand auf, und die Frau musste alleine weiter essen. Ich dachte mir, ich werde dir jetzt mit Sicherheit nicht Gesellschaft leisten. Es war für mich eine richtige Genugtuung, sie alleine am Tisch zurückzulassen, nachdem sie die ganze Zeit so ekelhaft zu mir war. Mittlerweile hatte sich bei mir ein richtiger Hass aufgebaut. Als ich am letzten Abend sagte, dass ich ein Lunchpaket mitnehmen wollte, ging der ganze Tisch auf mich los, man bräuchte doch für die kurze Zeit kein Lunchpaket. Ich sagte, ich habe das Essen bezahlt, ich kann es auch noch später essen, und ich habe, als ich angekommen war, kein Essen gehabt, und daher würde mir das auch zustehen. Ich wollte mir einfach noch etwas von dem guten Essen mitnehmen und das schöne Gefühl auch noch bei der Fahrt haben. Da hat sie dann auch gleich wieder gekeift, ich halte den ganzen Tag ohne Essen aus. Am letzten Morgen war sie beim Frühstück dann wieder ganz normal wie am Anfang, kein Keifen, kein Wetteifern, kein Dagegen-Reden, kein Stänkern, sie war auf einmal wieder ganz freundlich und angenehm. Ich weiß nicht, was ich an mir habe, aber es ist eine Verhexung, dessen bin ich ganz sicher. Ich kann machen, was ich will, vollautomatisch werden die Leute so, ich darf nichts besser können, nichts besser machen, da nicht kränker sein als irgendwer sonst auf der Welt. Ich muss mich immer klein machen, und die anderen müssen immer besser dastehen. Hauptsache, ich bin die Verliererin und unterlegen. Ich habe auch dort das erste Mal Smoothies gegessen, ich dachte immer, das sei etwas Schleimiges. Aber ich habe diese Dinger so lieben gelernt, dass ich mir selbst ein Smoothie- Gerät angeschafft habe. Ich bin wirklich mit Wehmut nach Hause gefahren, all das zurücklassen zu müssen. Nur einmal hatte ich eine unangenehme Frau an der Rezeption. Als mein Mineralwasserkasten zu Ende war, bat ich sie, mir noch ein paar Flaschen für die letzten beiden Tage aufs Zimmer bringen zu lassen. Stattdessen unterbrach sie mich und meinte, dazu müssen Sie zum Ausschank gehen, dafür bin ich nicht zuständig, danke, ja, wiedersehen. Und sie drehte sich weg. Ich dachte mir, den Beschluss mache ich, ich lasse mich von einer Frau an der Rezeption nicht einfach so herablassend weg winken. Zuvor hatte ich einige Sachen gekauft, die ich für mich mit nach Hause nehmen wollte. Da ich nicht alles tragen konnte und nach oben gehen und dann einfach nochmals kommen wollte, kam sie aus der Loge heraus und riss einfach meine Handtasche auf und stopfte mir alles hinein. Ich kam mir wirklich bescheuert vor. Außerdem sprach sie sehr leise, und hinter mir war es sehr laut, und ich hatte sie zuvor gebeten, dass ich kurz zu ihr reinkommen dürfte, weil ich kein Wort verstand von dem, was sie mir sagte. Da wollte sie aber nicht rauskommen. Als sie das Zeug dann aber so resolut in meine Tasche stopfte, dass ich mir wie ein Kleinkind vorkam, konnte es ihr offenbar schon nicht schnell genug gehen. Ich bin also dorthin, wo sie mich hinverrwiesen hatte, aber der Preis der einzelnen Flaschen schreckte mich ab. Ich verstand nicht, was da los war. Mir wurde erklärt, dass das Mineralwasser, welches es normalerweise nur beim Ausschank gibt, im Einzelnen wesentlich teurer sei. Und im Kasten sei es eben einfach insgesamt günstiger. Wenn ich nur ein paar Flasche wollte, müsste ich mehr bezahlen als zuvor pro Flasche. Da ich wohl leicht irritiert klang, kam dann eine nette Frau heraus, die sich zuvor auch schon öfter um mich gekümmert hatte. Ich beschwerte mich, dass die Frau an der Rezeption mit mir so umgesprungen war und mich so rüde weggewinkt , abgewürgt und weitergeschickt hatte. Die nette Frau nahm meine Beschwerde entgegen und erklärte mir, dass das Leitungswasser hier auch sehr gut sei, wenn mir das Mineralwasser zu teuer sei, sie würde das auch trinken. Ich dachte mir, guter Tipp, dann nehme ich jetzt eine Flasche Mineralwasser mit und fülle sie hinterher wieder mit Leitungswasser. So habe ich es dann bis zum Schluss gehalten, es waren ja nur noch zwei Tage. Sie räumte aber durchaus ein, dass man mit einem Gast nicht so umgeht, wie die Dame es getan hatte. Ich hörte aber dann auch von anderen Gästen, dass sie die Frau an der Rezeption nicht als so angenehm wie die anderen empfunden hatten. Auf der Fahrt zum Bahnhof waren wir dann mehrere Leute im Taxi, sodass wir uns die Fahrt teilen konnten. Die anderen, zufällig meine ehemaligen Tischnachbarn, hatten eine Einsteigehilfe bestellt, ich wusste nicht, dass das angeboten wurde. Diese Frau schimpfte erst einmal ordentlich darüber, dass Deutschland das einzige Land sei, welches Umweltschutz betreibt, und die anderen Länder würden sich ja auch an nichts halten, und was wir denn mit dem Klima und all dem zu tun hätten. Ich fragte sie, ob sie eine Bekannte von mir auch kennt, die dort häufiger hingeht, und schon fing sie an, über die herzuziehen, dass die sei wie eine Dampfwalze, und dass sie jedes Mal klagt, wenn es zum Wandern geht, und dass sie mit ihr so viele Probleme hätten. Natürlich hat sie alle anderen damit amüsiert, das war ja der Zweck der Übung. Ich fand dieses Verhalten wirklich unkorrekt, denn so spricht man eigentlich nicht über andere Menschen, geschweige denn über Gäste, obwohl sie ja dort nicht angestellt war. Als wir dann zum Zug gingen, nahm sie natürlich nur die fitten Leute mit, ich hinkte wieder hinterher und wurde dann von zwei Schaffnerinnen ein paar Türen davor geschnappt und in den zugezogen. Später konnte ich dann das Abteil mit den anderen finden. Die Unterhaltung war freilich wie sonst auch, mit meinen Ansichten stand ich wieder ganz alleine da, egal, worum es ging. Ich unterhalte mich lieber nur mit einer Person, denn dann bin ich allenfalls nur manchmal der Verlierer, aber ich bin nicht jedes Mal die, die immer mit ihrer Meinung alleine ist. Ich war wirklich froh, dass ich so viele Sachen dort entspannt machen konnte wie Lesen, Hörbücher hören, verwöhnt werden, gut essen und nichts dafür tun müssen, schöne Musik hören, schöne Lesungen und schöne Konzerte mitbekommen, und vielleicht komme ich dort auch mal wieder hin. Ich war ganz neidisch , eine der früheren Tischnachbarn erzählte mir, als sie in dieser Stube saß, wurde sie sofort angesprochen, sie solle doch mal ihre Kopfhörer herunternehmen, man wolle sich mit ihr unterhalten. Ich stand häufig irgendwo allein herum, mich hat von selbst nie jemand angesprochen. Es gab mehrere Märkte, bei denen wir schöne Sachen kaufen konnten, die teilweise aber recht teuer waren. Ich hätte das auch so gerne, dass ich einfach so herumstehen und auf den Beginn einer Veranstaltung warten kann, nette Gespräche habe und einfach dabei bin. Das werde ich wohl niemals finden. Dennoch fand ich diesen Aufenthalt extrem angenehm und entspannend, und ich hatte den Eindruck, dass viele, was sich aus den Tischgesprächen mit anhören konnte, ein hartes Jahr hinter sich hatten, und dass sie es sich hier einfach mal gut gehen lassen wollten. Das mit dem verwöhnt werden hat sehr gut geklappt und hat sehr gut getan. Es war eine tolle Erfahrung, dass Dinge auch einfach mal funktionieren, ohne, dass man ewig kämpfen muss.

Krankenhausepos

Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus, mit den Füßen voraus will ich aus meinem Haus. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus, mit den Füßen voraus will ich mal aus meinem Haus. Erste Strophe: Verkehrte Welt, um neun bin ich bestellt. Ach, da ist sie ja schon, die Rezeption. Gehen Sie mal nach da vorn, ich krieg' schon einen Zorn. Noch ein Nümmerchen zieh'n, ich will gleich wieder flieh'n. Wir bring'n Sie gleich rauf,, bitte warten Sie drauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Zweite Strophe: Ach, da ist sie ja schon, die Station! Der Weg war für die Katz', wir hab' n hier kein'n Platz Mensch, das steht doch auch hier, sie muss auf Station 4! Oh, das Chaos ist groß, was ist denn hier los? Wir bring' n Sie gleich rauf, ich freue mich schon drauf 😉, alles nimmt seinen Lauf. Refrain:: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe drei: Das Essen kommt gleich, ich esse kein Fleisch. Vegetarier, oh Gott, das bringt sie aus dem Trott. Und blind obendrein, das darf doch nicht sein. Wann komm' ich denn dran? Sie sieht mich böse an. Ich nehm' Sie gleich auf, bitte warten Sie drauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe vier: Es ist schon halb vier , noch kein Dr. ist hier. Ich verzweifle fast, das ist wie im Knast. Das wird schon zur Qual, ich frage noch mal. Die Schwester hat keinen Schimmer, sie rennt aus dem Zimmer. Die kommen schon noch rauf, nehmen Sie Gift darauf, 😉 alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt nichts Schlimmeres für mich als Krankenhaus... Strophe fünf: Ein großes Hurra, die Ärztin ist da! Das ging ja ganz schnell, es ist immer noch hell. 😉 Und den Fragebogen hat sie schnell überflogen. Haben Sie Allergi'n? Bisher nicht, unbeschrie'n. Ich klär' Sie gleich auf, sie schreibt alles auf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe sechs: die Abführ-Plörre kommt, und die Anweisung prompt. Das Abendessen können Sie heut' vergessen. Trinken Sie alles aus, dann kommt alles raus. Morgen früh, obendrein, müssen sie auch nüchtern sein. Ich schlürf' alles auf, alles will wieder rauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe sieben: Die Schwester kommt rein und kleidet mich ein. Und auf meinen Schoß legt sie die Kolo-Hos'. Auch das Engelhemd in Grün muss sie hinten zuziehen. Zieh'n Sie die Strümpfe an, denn sie kommen gleich dran. Die kommen gleich rauf, ich freu' mich schon drauf, 😉 alles nimmt seinen Lauf. Refrain es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus pumpen. Strophe acht: Der "Saftschubser" kommt rein, Frau Kalkenstein, wir fahren gleich 'runter, er ist aufgesetzt munter. Rumst mit dem Bett an die Tür, da kann er nichts 'für. Ich lieg' im Bett und schwitz', er macht einen Witz. Die Aufzug Tür geht auf, Mensch, ist der gut drauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe neun: Da sind wir ja schon, bei der Operation. Das Kabel wird verlegt, ich bin aufgeregt. Das haben wir gleich, ihre Stimmen sind weich. Jetzt kommt noch die Spritz', das geht wieder Blitz. Die Infusion geht auf, ich hoff' , ich wach' wieder auf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe zehn: Ich lieg' im Bett und lach', ich bin wieder wach. Es ging alles ganz schnell, es ist wieder hell. Die Schwester ist dort, ich will fort von dem Ort. Ich ruf' oben an, dass man Sie abholen kann. Sie sind ja schon gut drauf, die hol'n Sie gleich rauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus … Strophe elf: Das ist ja gemein, der Dr. kommt rein. Wir hab'n was gefunden, auf zur nächsten Runden! Jetzt geht's ins CT , das tut auch nicht weh. Das muss halt so sein, sehen Sie das doch ein. Gleich kommen die rauf, nehmen Sie Gift darauf, 😉, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus … Strophe zwölf: Die Kontrastmilch ist leer, das war gar nicht schwer. Unterschreiben Sie hier, das ist schlecht für die Nier'. Auch die Strahlen sind schlecht, doch fürs Bild sind sie recht. Jetzt gibt's noch die Spritz', und die macht große Hitz'. So klärt man mich auf, das Kontrastmittel steigt auf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 13: Die Röhre ist schmal, doch das ist mir egal. Ich komm hinten wieder raus, es sieht alles gut aus. Ich kriech' zurück ins Bett, die war'n ja ganz nett. Ich mach' ein freundliches Gesicht, denn so schlimm war's ja nicht. Wir hab'n alles drauf, gleich holt man sie 'rauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 14 Man hat nichts Neu's gefunden, bei der nächsten Runden, da geht's ins MRT, das tut auch nicht weh. Die Röhre ist schmal, und der Sound ist brutal. Doch wir haben'n ja Tavor, dann kommt's ihnen nicht so schlimm vor. Dann sind Sie gut drauf, Gehörschutz auf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nicht Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 15: Durch die Röhre bin ich durch, ich freu' mich wie ein Lurch. Wir sind fertig hier, doch jetzt kommt Runde vier. Und mit Donnerknall geht's jetzt zum Ultraschall. Liegen Sie schon bequem, jetzt kommt gleich die Creme. Da Schau'n wir mal drauf, die Ärztin hat's drauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 16: Die Zimmergenossen hätt' ich am liebsten erschossen! Das gibt's ja wohl nicht, die schlimmste Krankengeschicht! Ich kann's nicht mehr hör'n, es beginnt mich zu stör'n! Und für die Krankenolympiade ist die Zeit mir zu schade. Da geb' ich nichts drauf, Kopfhörer auf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 17: Die Arme zerstochen , auf dem Zahnfleisch gekrochen, ich find' keinen Schlaf, fühl' mich blöd wie ein Schaf. Hier darfst du nichts fragen, denn die tun sich so plagen. Hier wird nicht rumgemotzt, wirst du gleich angerotzt. Ich reg' mich nicht auf, die sind hier so drauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 18: Das Geld ist alle, denn die Fallpauschale, die reicht nicht mehr hin, und das macht keinen Sinn. Wir hab'n nichts gefunden, kann der Arzt nur bekunden. Sie dürfen gleich heim, ich mach mir so meinen Reim. Na, freu'n Sie sich drauf, noch 'n Brief obendrauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus... Strophe 19: Ich pack alles ein, wo ist der Taxischein? Ich fass' auf den Tisch, Achter liegt ja der Wisch! Ich hätt' fast gelacht,kein Geschnarch mehr in der Nacht! Noch den Kofferdeckel zu, und ich hab meine Ruh'. Ich setz mich obendrauf, der Fahrer kommt gleich rauf, alles nimmt seinen Lauf. Refrain: Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus, mit den Füßen voraus will ich aus meinem Haus. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Krankenhaus, mit den Füßen voraus will ich mal aus meinem Haus. Und der selbe Reim gilt fürs Altersheim!